VNV Nation - Diorama - Soman --- [ Batschkapp Frankfurt(M) ]
 
Für die Formation Tour 2005 hat Ronan Harris sich seine begleitenden Bands selbst ausgesucht. Die Auswahl hätte gegensätz- licher nicht sein können, denn mit „Soman“ und „Diorama“ trafen wirklich absolut verschiedene Welten aufeinander! Leider war die Wahl der Location in Frankfurt nicht ganz so glücklich ausgefallen, wofür der Veranstalter aber sicherlich seine Gründe hatte. Es war sehr schade eine der beliebtesten Bands der Szene in der doch recht kleinen Batschkapp feiern zu müssen, nach dem überaus gigantischem Auftritt im Eltzer Hof in Mainz im Jahr 2002! Die Gäste fühlten sich sichtlich unwohl und machten ihrem Unbehagen mit diversen entnervten Kommentaren Luft und selbst den professionellen Photographen wurde das Leben sehr schwer gemacht, was sogar soweit führte, das diese die Räumlichkeit aufgrund ihrer Ausrüstung verlassen mussten! Kolja oder besser bekannt als „Soman“ eröffnete die Party gegen 21:00 und feuerte ein Industrial Techno Brett nach dem anderen in die gepresste Menge, absolute power for party, nichts für gemütliche Abende. Kam genial rüber und machte 30min beste Laune soweit dies möglich war, denn das Gedränge wurde zunehmend heftiger, da immer mehr Gäste in die hoffnungslos überfüllte Kapp strömten.

Nach einer kurzen Pause war die Zeit für „Diorama“ gekommen, eine der wenigen Bands die ich bisher noch nicht on Stage gesehen habe. Diorama veröffentlichten vor kurzem ihr neues Album „amaroid“, setzten aber sicherlich wegen der begrenzten Spielzeit auf ihre gängigsten Hits der Alben „her liquid arms“ und „the art of creating confusing spirits“, so gehörten unter anderem die Tophits „advance”, „last minute” oder „all that matters“ zur ersten Wahl. Schöner Auftritt, jedoch hat mich der Einsatz der Gitarre explizit bei „advance“ gestört. Nach einem etwas über 40min dauernden Gig, rückte, genau wie die Menschen um mich herum, der Auftritt von VNV Nation immer näher.
Etwa gegen 23:00 schien wirklich alles zu spät zu sein, die Mädels kreischten die Männer grölten und schon standen Mark hinter seinem Schlagwerk, Ronan am Mikro und Vasi (NNB) sowie Kolja (Soman) hinter ihrem Arbeitsplatz. Der Auftritt fing im Prinzip wie das neue Album an und nach der Einführung setzte Ronan den bekanntesten Song daraus, „Chrome“ sehr gelungen um, danach schoss er mit „joy“ und „darkangel“ gleich zwei Klassiker in Folge ab, was leider nicht ganz ohne Folgen blieb, da sich der ein oder andere zu euphorisch austobte. Ronan maßregelte die Betroffenen sehr deutlich und drohte sogar mit einer eigenhändigen Entsorgung falls seiner Bitte nicht Folge geleistet würde. RESPEKT! denn in anbetracht der Anzahl der Gäste war es sicherlich eine berechtigte Ermahnung. Die Quittung folgte auch umgehend mit einem eher langsamen Stück nämlich „Arena“ was automatisch für Ruhe sorgte.
Ronan arbeitete während des ganzen Auftritts mit dem Publikum, animierte zum Mitsingen und machte den ein oder anderen Gag. Einige wenige fühlten sich dadurch zwar etwas genervt, aber die Mehrheit bemühte sich wenigstens zu singen, bei „praise the fallen“ auch noch richtig gut und die Hände waren ebenfalls überwiegend oben wie es gewünscht wurde. Die Zeit verging echt im Flug bis Mitternacht und hier war dann wieder das Publikum gefordert, denn die Herren hatten sich erst einmal zurückgezogen. Natürlich forderte das Frankfurter Publikum beharrlich eine Zugabe, welcher dann seitens der Band auch umgehend mit unter anderem „homeward“ und „perpetual“ souverän folge geleistet wurde. Um 0:30 wiederholte sich dieses Szenario und so kam es zur zweiten Zugabe mit „beloved“ was wirklich sehr schön war und auch wieder toll vom Publikum unterstützt wurde. Den krönenden Abschluss bildete „Electronaut“, welches immer wieder einen Höhepunkt darstellt. Eigentlich war alles ganz toll, das neue Album wurde schön integriert auch wenn sich gezeigt hat wie zurückhaltend die Leute im Moment noch dazu stehen und zumindest können wir jetzt alle in etwa nachvollziehen wie es einem Huhn in Käfighaltung geht. Ein schöner Abend, leider in einer nicht ganz artgerechten Haltung!
Text: Oliver Loscher -----& --Bilder: Sandro Griesbach