THEATRE OF TRAGEDY - GOTHMINISTER - CATASTROPHE BALETTa [ 03. 04. 2006 Batschkapp, Frankfurt ]
 

Das Norwegen das Geburtsland des Black-Metal ist ist ja weitgehend bekannt. Dass die Leute aus dem Finsteren Norden aber auch zu musikalisch anspruchsvolleren Werken in der Lage sind, beweisen die Musiker von „THEATRE OF TRAGEDY“. Diese statteten der Batschkapp in Frankfurt am 3. April diesen Jahres einen kleinen Besuch im Rahmen ihrer Tour ab, und hatten als Verstärkung auch noch hochkarätige Unterstützung im Gepäck. GOTHMINISTER und die deutsche Band CATASROPHE BALETT bereiteten THEATRE OF TRAGEDY an diesem Abend den Boden. Einlass war um ca. 20 Uhr, zu dem sich ein breites Spektrum von ungefähr 200 Musikliebhabern unterschiedlichen Alters und Klischees gesellte.

 

Um ca. 20:30Uhr machten dann CATASROPHE BALETT, um Frontmann Eric Burton, den Anfang und begannen das Publikum auf den Abend einzustimmen. Der Sound erinnerte mich ein wenig an eine Mischung aus Iron Maiden, Him und Depeche Mode was allerdings kein bisschen abgekupfert klang, sondern ganz im Gegenteil, eine Interessante Stilrichtung bot. Was mir besonders gut bei dem Auftritt gefiel war die Fähigkeit zur Improvisation: Denn als dem Leadgitarristen bei einem Song, ich meine es war „Love is Dead and Death is the only Love“, die Gitarrensaite riss. Diese unangenehme Situation wurde professionell behoben. Der Gitarist wechselte die Saite, während der Rest der Band performte und der Bassist richtig aufdrehte um die fehlende Leadgitarre auszugleichen. Der Sound der bei diesem nicht geplanten Einschnitt herauskam war ein echter Knaller. Ich finde es toll wenn aus Unfällen was echt Geiles entsteht. Nach den sonst recht besinnlichen Songs spielten die Jungs dann ihren letzten Song für den Abend: „21st Century Boy“. Ein echt geiles Stück! Schnell, laut, aber dennoch melodisch.

 

 

Damit begann dann auch schon der Umbau auf der Bühne für den zweiten Akt des Abends, nämlich GOTHMINISTER. Als mich Sandro auf das Konzert einlud hatte ich noch nicht wirklich Ahnung was mich bei Gothminister erwarten würde. Sicher, ich hatte schon von den Jungs gehört, aber als sie dann in voller Kriegsbemalung auf die Bühne kamen dachte ich so für mich „Jupp, das sind Norweger…“ Denn irgendwie haben es viele Norweger mit diesem Schwarz-Weißen-Make-up! Seinen es Dimmu Borgir, Burzum oder ,wie in diesem Falle, GOTHMINISTER. Wenigstens waren es alles markante Gesichter, an denen die Schminke auch nach etwas aussah. Man begann in der Frankfurter Batschkapp das Set mit „Dark Salvation“. Diesmal fehlte allerdings Sandra Jensen, welche sonst den weiblichen Part der ab und zu skurril wirkenden Show übernimmt. Der Sound hatte auch irgendwie etwas Black-Metal-Artiges, aber als Langjähriger Fan der Schwarzen Szene gefiel mir genau dies, ziemlich gut.

 

Besonders die Songs „Hatred“ und „Monster“ prügelten sich in meinen Gehörgang. Die Deko war auch echt geil: dieses riesige Kreuz auf der Bühne mit den daran gehängten Köpfen haben mich noch mal bestätigt: Dieses Jahr gibt’s mal ne etwas andere Weihnachtsdeko! Bwahahahaahaaa! Alles in allem lieferten GOTHMINISTER, wie auch ihre Vorgänger, eine astreine Show ab, die ihresgleichen sucht und mit „Hapiness in Darkness“ als letzten Song, verließen die Mannen um Björn Alexander Brem die Bühne. Eine vom Publikum geforderte Zugabe, gab es leider nicht, schade eigentlich! Dann kam auch schon der Hauptakt des Abends...,

 

THEATRE OF TRAGEDY. Im Grunde boten die 5 Norweger um Frontfrau Nell, welche seit dem neuen Album „storm“ die vorherige und nicht gerade unbekannte Sängerin Liv Kristine ersetzt, einen angenehmen Ausklang zu den vorher emotional doch recht aufwühlenden Bands. Nells Stimme war klar und harmonisch passend zu den harten Gitarrenriffs und steht der zu Liv sicher kaum in etwas nach. So begann THEATRE OF TRAGEDY mit dem Titel „storm“ vom gleichnamigen vor kurzem erschienen Album und legte mit „lorelei“ nach, wobei die Stimmen von Nell und Raymond Istvan Rohonyi einen guten Kontrast boten. Trotz der aufkommenden Erschöpfung waren die Fans noch voll bei der Sache und führte man das geplante Set mit den Songs „venus“, and when he falleth“ und „fragment“ weiter. Besonders gelungen fand ich persönlich den Song „a rose fort he dead“. Mit „machine“ sollte dann das Set Up von THEATRE OF TRAGEDY abgeschlossen werden, aber Seitens der Band lies man es sich nicht nehmen in der alten Batschkapp mit „image“ und „a hamlet for a slothful vassal“ von der Single „tanz der schatten“ aus dem Jahr 1996! noch 2 Zugaben zu geben.

 

Alles in allem war es ein sehr ausgewogener Abend, der wirklich für jeden etwas geboten hat, nur leider mit knapp 200 Besuchern doch etwas spärlich besucht war.

 
Text: Tobias Burk
Fotos: Sandro Griesbach
 
 

CATASTROPHE BALETT: Galerie II
GOTHMINISTER:Galerie II
Galerie II
THEATRE OF TRAGEDY:Galerie II