THE CURE...[ König-Pilsener-Arena, Oberhausen 16.03.2008 ]
 

1976 war das Gründungsjahr der Dark Wave Kultband The Cure. In den ganzen 32 Jahren bis heute gab es viele Besetzungswechsel aber auch viele Hits, wie zb "A Forest", "Boys Don’t Cry", "Lullaby" und "Friday I’m in Love", um nur Einige zu nennen. Und eine Band mit so einer langen Geschichte bringt natürlich auch bei ihren Konzerten eine große Schar an Fans mit sich – so auch am Sonntag, dem 16. März vor der König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Nicht nur die Menge von Menschen, die sich dort mehr oder weniger geduldig anstellte, faszinierte, sondern auch deren Anblick, durch den das Gefühl eines Zeitsprungs in die guten alten 80er Jahre aufkam. [ Galerie I & Galerie II ]

 

Kaum In der Halle angekommen, war der Auftritt der Vorband schon in vollem Gange. 65daysofstatic ließen es krachen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der musikalische Krach, den die Band produzierte, auch Math-Rock genannt, war teilweise eine Zumutung für die Ohren und die einzelnen, rein Instrumentalen Stücke, gingen darin fast unter. Dennoch muss man 65daysofstatic lassen, dass sie in der großen Halle mit viel Einsatz spielten und wohl leidenschaftliche Musiker sind, was ja auch die Hauptsache ist. Nach einer halben Stunde mit 65daysofstatic und einer 50 minütigen Umbauphase wegen kleinerer technischer Probleme eroberten dann endlich gegen zwanzig nach acht Sänger und Gitarrist Robert Smith, Simon Gallup am Bass, Jason Cooper am Schlagzeug und Porl Thompson (Gitarre) endlich die Bühne. Sphärische Klänge leiteten den Auftritt ein und die riesigen Video-Leinwände entführten die Zuschauer in eine Art Universum – dann ging es auch schon mit dem „plainsong“ los.

 

Die gut 10000 Fans in der fast ausverkauften König-Plisner-Arena hatten neben Frontmann Robert Smith auch mit Gitarrist Porl Thompson einen optischen Reiz. Letzterer war mit seinen vielen kunstvollen Körperverzierungen, gehüllt in einem Netzhemd, sicher der Eyecatcher des Abends. Mit „prayers for rain“ und „a strange day“ ging es weiter und besonders „lullaby“ weckte bei vielen Besuchern sicher Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Nicht nur beim „kyoto Song“ oder „the figurehead“ tanzte das Publikum in rhythmischen Bewegungen und genoss sichtlich die musikalische Reise in die 80er, so wurden auch neurere Stücke zum besten gegeben, zb "alt.end". Mit "please project" und "a boy i never knew" stellte Robert sogar 2 ganz neue Stücke vor. Der offizielle Teil der Setlist endete nach zwei Stunden mit „disintegration“ – aber, kaum zu fassen, es folgten noch ganze 13 Songs als Zugabe! So verschwanden The Cure nur kurz hinter der Bühne, danach ging es noch einmal so richtig los: Bei „at night“, „m“, „play for today“ und „a forest“ hielt es dann auch die Zuschauer auf den Tribünen nicht mehr auf ihren Plätzen. Abermals verabschiedete sich die Band und kehrte ein zweites Mal zurück, unter anderem mit dem Hit „friday i‘m in love“ und „close to me“. Danach verließen die Dark Wave Helden ein letztes Mal die stage und holten zum großen Finale aus: weitere fünf Stücke brachten die Menge zum schwitzen, tanzen und frohlocken – beginnend mit „boys don‘t cry“, über „jumping someone else‘s train“ und „grinding halt“. Der vorletzte Song „10:15 saturday night“ setzte der kochenden Stimmung die Krone auf. Mit nach oben gestreckten Armen jubelte und tanzte die ganze schwarze Masse und die ergreifende Atmosphäre breitete sich in der ganzen Arena gänsehautartig aus.

 

Drei unvergessliche Stunden mit The Cure gingen abschließend mit dem Erstlingswerk „killing an arab“ zu Ende und es bleibt zu sagen: Wer diese Band noch nicht live gesehen hat, hat definitiv etwas Atemberaubendes verpasst. Sollten The Cure irgendwann noch einmal auf Tour gehen, sollte man dies spätestens dann unbedingt einmal nachholen.

 
Text: .Nadine Schmitt
Bilder: .Sandro Griesbach

The Cure: .Galerie II
Galerie II

 
Setlist
01. plainsong
02. prayers for rain
03. a strange day
04. alt.end
05. a night like this
06. the end of the world
07. lovesong
08. pictures of you
09. lullaby
10. from the edge of the deep green sea
11. the figurehead
12. kyoto song
13. please project
14. push
15. inbetween days
16. just like heaven
17. primary
18. a boy i never knew
19. never enough
20. wrong number
21. the baby screams
22. one hundred years
23. disintegration
Erste Zugabe
24. at night
25. m
26. play for today
27. a forest




Zweite Zugabe
28. friday i'm in love
29. freak show
30. close to me
31. why can't i be you?




Dritte Zugabe
32. boys don't cry
33. jumping someone else's train
34. grinding halt
35. 10:15 saturday night
36. killing an arab