Terminal Choice Tour 2006 [ KuFa, Krefeld 19.10.2006 ]
 

Viel Feind – viel Ehr! So könnte das neue Motto von Terminal Choice lauten, die mit ihrem neuen Album „New born Enemies“, nach über drei Jahren endlich wieder auf Tour sind. Wie uns Chris Pohl im Interview [ hier ] erzählte, spielt der Albumtitel darauf an, dass er sich mit dem neuen Stil der Platte vielleicht viele Feinde gemacht hat, bzw. viele Fans aus den ersten Stunden der Band sich nun abwenden werden.

 

Um zu sehen, wie sich Chris Pohl und seine Männer schlagen fuhren wir zur Kulturfabrik in Krefeld. Nach einigen organisatorischen Problemen betreff des geplanten Interviews gelangten wir kurz vor Konzertbeginn in die große Halle. Als Support waren Jesus on Extasy angekündigt, umso größer war unser Erstaunen, dass die Limbogötter aus Hamburg auf der Stage spielten. Mit ihrer brachialen Mischung aus Crossover Elementen, elektronischen Elementen und einen gehörigen Portion Aggressivität mobbten die Hamburger über die Bühne und lieferten wie immer eine geniale schweißtreibende Show ab. Den Limbogöttern folgte dann der eigentlich angekündigte Support. Doch diese wussten das Publikum nur wenig in ihren Bann zu ziehen. Um viertel vor zehn war es endlich so weit. Unter dem euphorischen Applaus der doch recht spärlich erschienen Fans betraten Frontmann Chris Pohl, Gordon, Louis und Jens die Bühne. Die vier wurden zusätzlich, speziell für diese Tour arrangiert, noch durch einen Schlagzeuger unterstützt.

 

Der den Liedern durch seine Livedrums erst richtig viel Power verlieh. Begann Terminal Choice 1993 noch als Einmannprojekt mit elektronischer Musik, so haben sie sich heute in eine echte Rockband verwandelt. Das Konzert begann mit dem Intro des neuen Albums und die darin enthaltenen Warnungen, vor lauter Musik und heftigem Licht, sollten sich bewahrheiten. Denn mit dem Opener „Golden Days“ wurde dem Krefelder Publikum gleich so richtig eingeheizt. Es folgten viele weitere Stücke der neuen CD, doch auch Klassiker wie „Animal“ und „Pull the trigger“ fehlten im Set nicht. Besonders auffallend war die gute Laune von Chris, der sich das ein oder andere Wortgefecht mit Jens lieferte. Dieser konterte wiederum seinerseits mit gut platzierten Samples, die sich nicht nur in den Liedern gut gemacht haben. Ein weiteres Highlight war, die Videoshow, welche im Hintergrund der Bühne auf eine Leinwand projiziert wurde. So spielte man zu „Don´t go“ und „Devil Daddy“ eigens produzierte Filme auf dieser ab. Nach sechs Zugaben und fast 2 Stunden war ein tolles Konzert leider auch wieder zu Ende.

 

Mit uns haben sich die Jungs von Terminal Choice keine neuen Feinde gemacht, sondern eher neue Fans gewonnen. Leider waren viel zu wenige Zuschauer in der doch recht leeren Kulturfabrik. An alle die nicht da waren sei gesagt: „Ihr habt ein geiles Konzert verpasst und solltet die vielleicht auf einer anderen Show unbedingt nachholen!“

 
Text und Bilder: Carsten Terres [ terres-arts.de ]

Terminal Choice: Galerie