Tanzwut bringen das Eisenlager zum glühen! [ Oberhausen, 09.05.2006 ]
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Die tanzwütigen sind wieder auf Tour. Mit ihrer Schattenreiter-Tour huldigen sie den Spielleuten, die im Laufe der Jahre nicht mehr mit ihnen unterwegs sind. In diesem Sinne präsentieren TANZWUT ihr vor kurzem veröffentlichtes Album Schattenreiter, welches Sie nun unter die Leute bringen, und es uns nun auch live vorstellen wollen.

 

Gestern spielten sie in Oberhausen im Eisenlager. Das Wetter war uns gnädig, so hatten wir, ebenso wie die Spielleute, vor dem Konzert noch die Gelegenheit im Biergarten zu sitzen, bis es gegen 20 Uhr los ging mit dem Support RED INK. Als die ersten Takte begannen, dachte ich mein Schädel würde platzen und es würde sich um stupiden Nu-Metal handeln. Doch weit gefehlt. Wir bekamen ca. 45 Minuten lang die volle Dröhnung, dies aber sehr abwechslungsreich. Michaels Stimme geht einem schon durch und durch und wenn Anne dann noch hingebungs- voll auf der Geige spielt kann einem ganz anders werden. Darüber ist eine Nu-Metal Band die ausschließlich auf Deutsch singt, bzw. grölt schon etwas besonders, so eine Vorband wünscht man sich öfter und das Publikum war auch schon recht gut angeheizt.

 

Kurzer Umbau und wir warteten auf TANZWUT, die dann gegen 21 Uhr unter Nebel auf die Bühne kamen. Nach dem Intro, vom Teufel als brutale Toccata bezeichnet ging es auch gleich schon so richtig los mit echten „Toccata“ gefolgt vom Klassiker „Ihr wolltet Spaß“. Und den hatten wir. Die ersten Reihen sprangen mit dem Teufel um die Wette und die Stimmung war sehr schnell auf einem der Höhepunkte. Auch Ador, der, nachdem er schon seit Jahren ein fester Bestandteil von CORVUS CORAX ist, aber nun neu bei den sieben tanzwütigen Spielleute ist, spielte als ob er schon immer dazu gehörte.TANZWUT live sind einfach ein Erlebnis und Stimmung pur und es hatte den Anschein als würde es der Band selber auch gefallen. Einen als besonders coolen angekündigten Auftritt gab es bei dem neuen Stück „Im tiefen Gras“.

 

Vor dem Song wurde die Bühne abgedunkelt und die Spielleute setzten sich alle Sonnenbrillen vom Stile von Miami Vice auf. Dies zauberte nicht nur ein schmunzeln auf die Gesichter der Zuschauer, auch die Jungs von Tanzwut hatten sichtlich Spaß. Der einzige Wehrmutstropfen war die geringe Publikumsresonanz. Ewas mehr Publikum wäre wünschenswert gewesen, trotz dass die Halle im Eisenlager schon recht klein ist, war sie gerade mal zur Hälfte gefüllt leider. Doch die Leute die da waren, -übrigens ein sehr gemischtes Alter-, hatten ihren Spaß und das zählt. Alle kannten wohl noch nicht so richtig das neue Album, man merkte doch dass die alten Songs besser ankamen wie z. B. auch „Lügner“, „Der Wächter“ und selbstredend „Bitte Bitte“. Doch auch der „Schattenreiter“ kam natürlich richtig gut.

 

Wenn es auch nur wenige Ansagen zwischen den einzelnen Liedern gab, so suchte der Teufel immer wieder die Interaktion mit dem Publikum. Solche stimmungsgeladenen Konzerte würde man gerne öfter sehen, die Zeit verflog wie im Flug, dazwischen gab es eine „Geisterstunde“ und auch unsere Seelen wurden verkauft. Nach gut 90 Minuten Vollgas zogen sich TANZWUT das erste Mal zurück, noch während sie auf der Bühne standen begannen die Rufe nach Zugabe, die selbstredend auch erfüllt wurden. Die Ode an die Freude von Schiller wollten wir ja auch noch hören und der Teufel höchstpersönlich hatte ja schließlich noch nicht den Dudelsack gespielt. Mit dem „Traumschiff“ ging der Abend dann aber zu Ende. Das war wirklich ein sehr geniales und energiegeladenes Konzert, das man nicht alle Tage erlebt. Vielen Dank dafür.

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Text: Linda Holzer & Carsten Terres

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Bilder: Linda Holzer & Carsten Terres

und [ terres-arts.de ]