Subway to Sally - Delain...[ Ruhrcongress, Bochum 27.12.2008 ]
 

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die sieben Musiker von Subway to Sally auf ihre alljährliche Weihnachtstour. Da heißt es dann nicht: „Oh Tannenbaum – oder – Ihr Kinderlein kommet – sondern wie immer- BLUT, BLUT, RÄUBER SAUFEN BLUT!“ Und diesmal lautete der erste Halt nach den Feiertagen Bochum. Der Auftritt in der außergewöhnlichen Location, der Bochumer Ruhrcongress ist wie der Name schon verrät mehr ein Kongresszentrum denn eine Konzerthalle, war nicht nur für die Band der Erste, sondern auch für mich. Und so gab es für viele Fans schon bei der Ankunft die erste Überraschung. Familien in schicker Abendkleidung, zwischen schwarz gekleideten Sally Jüngern machten sich auf den Weg zum Kongresszentrum.

 

Doch kurz vor der Halle bogen die eleganter Gekleideten, dann noch in das neben dem Ruhrcongress liegende Starlight Express Musicaltheater ein, so dass dann doch die schwarz Gekleideten, beim Auftritt von Subway to Sally unter sich waren. Leider dauerte der Einlass, bei Temperaturen unter Null, sehr lange, so dass viele Fans völlig durchgefroren die ersten Lieder der niederländischen Band Delain [ Galerie ] verpassten. Die Melodicmetalband rund um Frontfrau Charlotte Wessels ist wohl als echte Topsupportband einzuordnen, so hat die fünfköpfige Band schon die eine oder andere Headlinertour hinter sich gebracht. Unter anderem wird Delain im April wieder als Headliner die deutschen Clubs unsicher machen. Wer Delain noch nicht kennen sollte, dem sei gesagt die Musik ist wohl am ehesten mit der von Bands wie Nightwish und Within Tempation zu vergleichen. Eine sehr gute helle Frauenstimme, gepaart mit harten Metalriffs und melodischen Keyboardelementen. Den fünf jungen Niederländern war zu Beginn ihres Auftritt deutlich der Respekt vor dem zahlreichen Publikum anzumerken, doch nach den ersten Songs und dem ersten warmen Applaus wurde die Band immer mutiger und suchte zunehmend den Kontakt zu den Fans. Diese Leistung ist bei dem kritischen Subway to Sally Publikum sehr hoch anzurechnen, so habe ich doch schon bei dem einen oder anderen Auftritt erleben müssen, wie der Support nach und während jedem Lied mit dem Schlachtruf: „Blut, Blut…“ bedacht worden ist. Einziges Manko am Auftritt von Delain war, dass sich viele der Lieder doch recht stark geähnelt haben und somit einen relativ geringen Widererkennungswert hatten. Nach einer guten halben Stunde war das anheizten der Fans dann auch schon wieder vorbei.

 

Die Umbaupause recht kurz und so kamen die letzt jährigen Sieger des Raab´schen Bundesvision Songcontest auf die Bretter des Bochumer Ruhrcongresses. Eingeleitet wurde der Auftritt von einem kurzen Intro, welches diesmal sehr schön durch eine Videoprojektion auf dem großen „Bastardbanner“ untermalt wurde. Doch damit waren die digitalen Spielereien für den Abend auch schon vorbei und donnernde Gitarrenriffs, Geigen- und Drehleierklänge, sowie viele Feuer und Explosionen übernahmen das Kommando. Eric Fish begrüßte die Sally Scharr nach dem ersten Song wie immer mit: „Hallo Freunde!“ und forderte direkt und nicht zum letzten Mal an diesem Abend den Schrei ein und schon war die Stimmung im sehr gut gefüllten Hauptsaal nahe dem Siedepunkt. Nachdem die ersten großen Feuer sich auf der Bühne gelegt hatten, durften auch wir Fotografen unserer Arbeit nachkommen. Ein Blick vom Bühnengraben in Richtung Publikum ließ einen schwachen Eindruck zu, wie euphorisierend es für die Band sein muss auf das jubelnde, springende und mitgrölende Publikum zu blicken. Dementsprechend motiviert gab die Band zunächst einige Lieder vom aktuellen Album Bastard zum Besten, doch schnell wurden auch verschiedene Klassiker, wie „Liebeszauber“; „Ohne Liebe“ oder „Sag dem Teufel“, aus den acht voran gegangenen Studioalben vorgetragen und von den Fans egal ob jung oder alt lautstark mitgesungen. So konnte Eric bei „Kleid aus Rosen“ oder „Traum vom Tod II“ seine Stimme ein wenig schonen. Unter den Klassikern befand sich nicht nur zu meiner großen Freude auch der Song „Unterm Galgen“ vom Album Bannkreis, dass nach langer live Abstinenz endlich wieder live präsentiert wurde. [ Galerie ]

 

Die einfach hervorragende Stimmung wurde immer wieder von der Band angefeuert, die vielfach zum mit springen aufforderte und selber mit guten Beispiel voran ging. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Pyroshow bei „Tanz auf dem Vulkan“. Es wurden diverse Feuerschalen mit Bengalischen Lichtern bestückt, welche die Bühne in ein rotes Licht samt Nebelwand versetzten und somit die Stimmung des Liedes noch einmal visuell betonten. Der Pyrotechniker und auch die obligatorisch anwesende Feuerwehr mussten allerdings während des ganzen Gig aufmerksam sein, denn neben den Böllern, bengalischen Feuern und Funkenregen verzichtete die Band auch nicht aufs Feuerspuken. Nach einer guten Stunde wagten Subway to Sally mit einem neuen Lied schon mal einen kleinen Ausblick auf das im März erscheinende zehnte Studioalbum „Kreuzfeuer“. Wem die Vorschau schon gefallen hat und mehr von dem neuen Album live hören möchte kann im April die Syllys erneut live sehen. Nach knapp neunzig Minuten war es dann an der Zeit für die Fans das erste Mal nach Zugaben zu verlangen. Diese wurden dann auch schnell gewährt und so gab es auch noch etwas Zeit weiter zu feiern, doch wie jedes Konzert hatte auch diese Abend ein Ende und so vereinten sich vor dem Parkhaus sowohl glückliche Subway to Sally Fans, wie auch wieder die Freunde des Starlight Expresses. Nachdem ich in den letzten Jahren nun mehr als zehn Auftritte der Band sehen durfte und dort oftmals dieselben Fans wieder getroffen habe, die ebenfalls seit Jahren zu den Auftritten der Band pilgern, kam bei mir die Frage auf: Werden die Konzerte auf Dauer nicht langweilig? Und die Antwort darauf lautet ganz klar NEIN!

 

Auf Subway to Sally Konzerten erlebt man zwar nur wenige Überraschungen und recht selten etwas Neues, wenn man schon mal ein Konzert gesehen hat. Doch um es einmal mit den Worten eines Berliner Bürgermeisters zu sagen: „Und das ist auch gut so!“ Subway to Sally sind einfach eine absolute Live-Band der es gelungen ist seit vielen Jahren auf konstant hohem Niveau ihre Auftritte zu absolvieren und was gut ist sollte man auch nicht ändern. In diesem Sinne freue ich mich schon wieder auf die nächste Weihnachtstour!

 
Text: .Carsten Terres
Bilder: .Carsten Terres