SUBWAY TO SALLY - DEEP TRIP .[ Hessenhalle, Giessen  22.12.07 ]
 

Wenn die Spielleute von SUBWAY TO SALLY zum Tanz laden, kommen nicht nur die Liebhaber der folkigen Klänge auf ihre Kosten, sondern auch den headbangenden Rockern wird es an nichts fehlen. In ganzen 11 Alben haben die Brandenburger seit ihrem ersten Werk 1994 eine interessante Entwicklung durchgemacht, von anfänglich stark von Folk-Elementen dominierter Musik, zu der sich später nach und nach Metal-Einflüsse gesellten, hin zu der explosiven Folk-Metal Mischung, die die Band heute ausmacht.

 

Zusammen mit ihrer aktuellen 13-Track-starken Scheibe „Bastard“, auch Namensgeber für die Tour, trafen die Sieben in der Giessener Hessenhalle ein und mit ihnen geschätzte 2000 Besucher – auffallend bunt gemischt, denn von Kindern bis zu betagteren Herrschaften war alles vertreten. Wegen der bereits hohen Nachfrage im Vorverkauf wurde das Konzert in eine größere Halle (im selben Gebäudekomplex) verlegt, sodass jeder ein Plätzchen fand. Um die Wartezeit zu verkürzen betraten DEEP TRIP [ Galerie ] zunächst die Bühne, eine aus der Schweiz stammende Kombo, die den Raum mit ungewöhnlicher und eher ruhig gehaltener Musik erfüllte, die raue Rockmusik mit klassischen Instrumenten wie Kontrabass und Geige in Einklang brachte. Als unbekanntere Band hat man es sicher immer schwer, sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen, aber nach ihrem kraftvollen Auftritt ernteten die fünf Jungs verdienten Applaus und gewiss auch den ein oder anderen neuen Fan.

 

Mit dem wohl meist gehörten Satz des Abends „Blut, Blut, Räuber saufen Blut!“ lockten die ungeduldigen Fans gegen 21.00 Uhr endlich SUBWAY TO SALLY [ Galerie I & Galerie II ] auf die Bühne und begrüßten die Band unter erwartungsvollem Jubel. Bei mystischer Atmosphäre sangen die Vollblutmusiker um Frontmann Eric Fish in ihrem Eröffnungsstück „Canticum Satanae“ mit dem Teufel um die Wette, wie es darin so schön heißt. Nach diesem ruhigen Intro ging die Party erst richtig los. SUBWAY TO SALLY ließen den „Bastard“ auf das Publikum los, denn wie erwartet wurden natürlich viele Stücke von der neusten Platte gespielt. So ließ die Band zum Beispiel mit dem „Puppenspieler“ die Fans nach ihrer Pfeife tanzen und verwandelte die 2000 Menschen mit „Die Trommel“ in eine riesige bebende Masse. Neben weiteren Bastard-Leckerbissen wie „Auf Kiel“ und dem feurigen „Tanz auf dem Vulkan“ – passend eingestreut in der abwechslungsreichen Setlist – gab es auch eine Menge Songs von vergangenen Alben auf die Ohren. „Eisblumen“, ein wunderschönes Schmankerl von der „Nord Nord Ost“ LP, entführte in eine romantisch-kühle Traumwelt, wohingegen „Feuerland“ das heiße Pendant bildete, unterstützt von flackernden Theaterflammen am Bühnenrand. Als Feuerspucker heizten Eric Fish und Simon bei „Sabbat“ die kühlen Katakomben der Hessenhalle an und die allseits bekannte „Henkersbraut“ wurde von grell zuckenden Effektblitzen visuell begleitet. Dem alteingesessenen SUBWAY TO SALLY Fan durften selbstverständlich Klassiker wie „Ohne Liebe“ und „Sag dem Teufel“ nicht fehlen, wie eh und je begleitet und bereichert vom unvergleichlichem Geigenspiel von Frau Schmitt, die auch wie immer persönlich an sie gerichtete, lobende Zurufe erhielt.

 

Ebenso verzauberten die sieben Musikanten die Menge mit einem ihrer wohl schönsten und leidenschaftlichsten Songs – „Kleid aus Rosen“. Und ganz besonders verzauberte Eric Fish eine junge Dame, die er auf die Bühne holte, um das Lied gemeinsam mit ihr zu singen und ihr anschließend eine Rose zu überreichen – eine publikumsnahe Geste, die sich mittlerweile als eine Art Ritual bei SUBWAY TO SALLY Konzerten gefestigt hat. Zwischen solchen Showeinlagen fand sich noch Zeit, um darauf hinzuweisen, dass SUBWAY TO SALLY bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest für Brandenburg ins Rennen gehen und wer kann dem Charme eines Eric Fish widerstehen, wenn er um einige unterstützende Anrufe bittet? Wir drücken die Daumen! Generell boten SUBWAY TO SALLY eine tolle Bühnenshow, unter anderem mit Nebel- und Pyroeffekten. Langsam neigte sich der Abend dann aber dem vorläufigen Ende zu – vorläufig, da es nach dem ersten Verabschieden natürlich mit Zugaben weiterging: Volle 5 zusätzliche Nummern wurden zum Besten gegeben!

 

Darunter der wilde „Veitstanz“ und endlich der sehnsüchtig erwartete Mitgröhl-Hit „Julia und die Räuber“, der wie bei jedem Konzert zum totalen Ausflippen der springenden Masse führte. Aber nichts ist für immer und darum verschwand die Band letztendlich doch ohne Wiederkehr hinter der Bühne – allerdings nur bis zur nächsten Tour! Aufgeheizt vom gut zweistündigen Auftritt strömten die Fans nach und nach aus der Halle und haben an diesem Abend – trotz winterlich kühler Nachtluft – sicher nicht mehr gefroren.

 
Text: .Nadine Schmitt
Bilder: .Sandro Griesbach