Schandmaul - Substyle ..[ E-Werk, Köln 29.04.2008 ]
 

In diesem Jahr feiern die sechs Münchener Schandmäuler ihren zehnten Geburtstag und um sich für das große Jubiläumskonzert im November schon einmal richtig warm zu spielen, sind die Folkrocker mit ihrem neuen Album „Anderswelt“ zur Zeit quer durch Deutschland, Holland und Österreich unterwegs. Am vergangenen Dienstag machten sie dann im Kölner E-Werk Station und viele Schandmaulfans waren aus ganz Nordrhein-Westfalen angereist. Das E-Werk war schon seit Wochen ausverkauft und so machte auch ich mich auf den Weg in die Domstadt, um einen unvergesslichen Abend mit lautem Mitsingen, vielem Hüpfen und verdammt viel guter Laune zu erleben.

 

Als ich am E-Werk ankam fand ich eine lange Schlage von Schandmaulfans vor der Tür, die bis weit auf die davor liegende Schanzenstraße reichte. Um kurz nach sieben war es dann endlich soweit, die Pforten des E-Werks wurden geöffnet und die Fans stürmten allesamt in die Halle, die schon kurze Zeit später aus allen Nähten zu platzten drohte. Um kurz vor acht betrat dann die Kölner Supportband SUBSTYLE [ Galerie ] die Bühne und heizte dem Publikum mit richtig guter Rockmusik ein. Die sechs Kölner Jungs sind schon alte Hasen als Vorband, so waren sie schon mit IN EXTREMO, den EMIL BULLS, DIE HAPPY und MOTÖRHEAD zusammen auf Tour und haben erst vor kurzem ihr drittes Album veröffentlicht. Die englischsprachige Hardrockmusik mag zwar nicht so richtig zu der Musik von SCHANDMAUL passen, doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatten sich das Publikum und die Band angefreundet. Vor allem Sänger Guido zog das Publikum in seinen Bann und suchte in der 30 minütigen Spielzeit immer wieder den Kontakt zu den Schandmaulfans.

 

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann soweit und unter lautstarken „Schandmaul-, Schandmaul-Rufen“ betraten Anna, Birgit, Thomas, Stefan, Ducky und Matthias die Bühne. Und schon nach den ersten Klängen hatten die sechs ihr Publikum fest im Griff. Es wurde lautstark mitgesungen, gehüpft und gefeiert. Zunächst wurden vor allem Songs vom neuen Album „Anderswelt“ dem Kölner Publikum präsentiert, die auch von den meisten Fans mitgesungen wurden und auf die Nachfrage von Thomas wer schon im Besitz des neuen Albums sei, blieb kaum eine Hand unten. Meiner Meinung nach, war das Highlight unter den neuen Songs „Krieger“, welcher stilistisch zwar nicht typisch für SCHANDMAUL [ Galerie ] ist, da deutlich härter und hier live auch die E-Gitarren besonders betont wurden. Inhaltlich handelt das Lied von Hagen von Tronje und ist damit der Abschluss der Nibelungenlieder der Münchener Folkrocker. Neben den neuen Stücken durften eine ganze Reihe alter Klassiker wie, „Geisterschiff“, „Sonnenstrahl“, „Der Letzte Tanz“, „vor der Schlacht“ und einen Tag vor der Walpurgisnacht, natürlich auch der gleichnamige Titel nicht fehlen. Mit „Denk an mich“ wurde sogar ganz alter Song in einem neuem Gewand dargeboten. Wie bei jedem Schandmaul-Konzert fehlten auch in Köln nicht die unnachahmlichen Geschichten von Thomas, die immer wieder für Lacher beim Publikum sorgten. So berichtete er unter anderem wie er versuchte sich im Selbsttest in einen Degen zu stürzen, um sich dann aber nicht zu verletzten, dies mit einem Kleiderbügel probte. Auch die als Gäste eingeladene Band SCHELMISH bekam ihr Fett weg, so berichtete er wie Frontmann Dextro mit seinem Bus eine Gitarre zerstörte, Thomas dafür aber dankbar sei, dass alte Ding endlich losgeworden zu sein.

 

Die meisten Lacher hatte er aber auf seiner Seite, als er mit Hilfe seines Akkordeons zeigte, wie schwer es wohl schwangere Frauen haben müssen, vor allem wie blöd so was auch beim Sex sein muss. Das Bühnenbild hatte sich im Vergleich zu letzten Tour deutlich geändert. Über der Bühne hingen fünf große Tafeln in denen immer wieder verschiedene Lichter reflektiert wurden. Zusätzlich wurden verschiedenen große Hintergrunde je nach Lied hochgezogen. So gab es beim „Geisterschiff“ ein großes Segel zu sehen oder bei „Sonnenstrahl“ wurde eine überdimensionale Lichterkette emporgezogen. Nach gut zwei Stunden und einer Hand voll Zugaben war ein wunderbarer Konzertabend vorbei. Zu guter Letzt sollte nun jeder Zuschauer am Merchandisestand auf einem großen Tuch unterschreiben. Dieses Tuch wird dann beim DVD-Dreh beim Jubiläumskonzert zu sehen sein, so dass jeder Schandmaulfan, auch die welche nicht in München dabei sein werden, einen kleinen Beitrag zum zehnten Geburtstag leisten konnten.

 
Text: .Carsten Terres
Bilder: .Carsten Terres