Belgisches Festspiel mit deutschem Support am Ostermontag in der Batschkapp [ Frankfurt(M), 17.04.2006 ]
 

Rohe Ostern fanden dieses Jahr in der Frankfurter Batschkapp statt, Headliner „SUICIDE COMMANDO“, wurde begleitet von der belgischen Old School E. B. M. Formation „INSEKT“, der ebenfalls aus Belgien stammenden Ethno Industrial Band „THIS MORN OMNIA“ und „PAINBASTARD“ aus Deutschland. Und so machten wir uns auf den Weg in die Main-Metropole um ein kleines Electro-Festival der Extraklasse zu erleben.

 

„PAINBASTARD“ hatte die Ehre den Anfang zu machen und so spielte die Band erstmalig in der Mainmetropole. In den nur knapp 30 Minuten die „PAINBASTARD“ zur Verfügung standen, konnte zwar nur ein kleiner, aber feiner Auszug aus dem aktuellen Album „Overkill“ gespielt werden, doch der hat echt gekracht, ob „Nervenkrieg“ und „Todesengel“ oder auch „System Failed“ zum Schluss es kam alles gut und wurde begeistert aufgenommen. Als nächstes waren „THIS MORN OMINA“ an der Reihe, die mit Ihrem sehr eigenständigen Sound und viel Emotion das Frankfurter Publikum zu begeistern wussten. T.M.O wurde schon im Jahr 1996 von Mika gegründet und waren zunächst nur ein reines Studio- Projekt, die Entwicklung zu einem so interessanten Live-Act kam erst in den letzten Jahren zustande. So untypisch wie der Sound der Band ist, war auch der bombastische Auftritt.

 

Jetzt stieg die Spannung, denn keine geringeren als das belgische Duo „INSEKT“ war an der Reihe. „INSEKT“ gehören ohne jeden Zweifel zu den Ur-Vätern der E. B. M., Soundtüftler Erik van Wonterghem ist immerhin schon seit 1980 im Geschäft, damals noch zusammen mit Dirk Ivens [ THE KLINIK ] als „Absolute Body Control“ unterwegs, rief er gemeinsam mit Mario Vaerewijck 1987 „Insekt“ ins Leben. Das Hauptaugenmerk lag allerdings in den letzten Jahren weniger auf „INSEKT“ sondern eher auf „Monolith“ wo auch Johan von Roy schon als Gastvokalist zu hören war. Eine Art Comeback der längst in Vergessenheit geratene Band „Insekt“ gab es dann auf dem B.I.M Festival und jetzt endlich in Frankfurt. Die beiden kamen mit Sonnenbrille auf die Bühne, Mario mit tief ins Gesicht gezogenem Kapuzenpulli, führte hinter dem Mikro eine Art Ausdruckstanz auf, während Eric hinter seinen Maschinen schraubte. Es war eine kleine Reise in die Vergangenheit, mit stark verzerrten Vokals zum typischen Sound der Band.

 

Nach einer kleinen Atempause wurde per Videoprojektion der Opener „Bind Torture Kill“ signalisiert und war auch unmittelbar akustisch zu vernehmen. Der routinierte Auftritt von Johan und Band braucht nicht vieler Worte, die Stimmung war perfekt innerhalb der Mitte war der Pogo in vollem Gange und auch an den Seiten konnte man sich dem nicht entziehen. War Hard Stuff früher eher mehr eine Männerdomäne, konnte man an diesem Abend eine auffällige Vielzahl von Bad Girls wahrnehmen, welche getreu dem Motto „destroy the floor“ tanzten. Neben einer umfangreichen Vorstellung des aktuellen Album „Bind Torture Kill“ gerieten natürlich auch einige, exquisite Stücke aus den letzten Alben nicht in Vergessenheit. Die Energie des gesamten Auftritts spiegelte sich auch im Publikum wieder und ließ dem über die Dauer von fast 80 Minuten keine Pause, es spielte keine Rolle ob der Tommy Stumpf Klassiker „Massaker“ gespielt wurde oder „Raise Your God“vom Album „mindstrip“ die Halle war buchstäblich out of control.

 

Die Hymne zum Schluss war standesgemäß „Hellraiser“ und rundete das Osterevent kurz vor Mitternacht ab. Leider musste die Tour, auf Grund eines Todesfalls in Johans Familie, vor dem Gig in Hamburg abgebrochen werden. Die ausgefallenen Termine sollen aber Ende des Jahres nachgeholt werden. An dieser Stelle unser tiefstes Mitgefühl an den netten Belgier! Abschließend möchten wir noch auf ein kurz vor der Tour geführtes Interview [ hier ] hinweisen.

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TEXT: Oliver Loscher
FOTOS: Sandro Griesbach
 
 

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