Summer Breeze Festival/ [ Flugplatz, Dinkelsbühl 17. - 19. 08. 2006 ]
 

Eigentlich ist Dinkelsbühl ein kleines romantisches Städtchen im Fränkisch-Schwäbischen. Doch im Zeitraum vom 17.08. bis zum 19.08.2006 sollte sich dies ändern! In dieser Zeit fand nämlich das mittlerweile international bekannte Summer Breeze Festival statt. Diesmal mit neuer, größerer Location auf dem Flugplatzgelände des Aeroclubs in Dinkelsbühl-Sinbronn. Das sensationelle Line Up versprach schon im Voraus Abwechslung, da nicht nur Topacts wie KREATOR, KATATONIA, LACRIMOSA, FEAR FACTORY oder MY DYING BRIDE, sondern auch viele brandheiße junge Acts wie NECROPHAGIST oder GORJIRA den Weg zum S. B. finden sollten! Insgesamt hatten die Veranstalter es geschafft 50 Bands zu verpflichten. Auch wir von darkmoments waren in diesem Jahr erstmals angereist um euch in Wort und Bild davon zu berichten.

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Tag 1 [ 17. 08. 2006 ]
 

Auf dem Festivalgelände angekommen war erst einmal ein Rundgang fällig, um sich auf dem großen Gelände zurechtzufinden. Die Main - als auch die Painstage waren dieses Jahr praktischerweise gleich nebeneinander aufgebaut und nicht wie im Vorjahr noch in L-Form. So sollte es keine Über- schneidungen geben und es wäre einem direkt schwer gefallen, eine Band zu verpassen. Auch die Anordnung der Verpflegungs- und Getränkestände war übersichtlich gestaltet. Ein erster Blick ins geräumige VIP-und Pressezelt ließ einen gemütlichen Aufenthalt vorausahnen.

 
 

Eine Überraschung gab es dann gleich zu Beginn: REGICIDE und FEAR MY THOUGHTS hatten kurzfristig krankheitsbedingt abgesagt, was zu einigen Umwürfen im Programm führte. Den Startschuss für das Summer Breeze 2006 übernahmen somit SUBCONSCIOUS, gefolgt von TOUTETTE SYNDROME. Damit spielten nun VOLBEAT als dritte Band und nicht wie zuvor geplant als erste.

 

Die aus Stuttgart stammende Band SUBCONSCIOUS hat sich dem Progressive-Death-Metal verschrieben. Unbeirrt legten die 4 Jungs, die erst einen Tag zuvor von ihrem Auftritt erfahren hatten, auf der großen Mainstage los! Mit erstaunlichen Gitarren- und Basskünsten begeisterten sie die ersten Zuhörer, welche sich nun vor der Bühne einfanden. Durch lauten Beifall zeigte sich, dass SUBCONSCIOUS ein würdiger Opener des Festivals waren.

 
 

TOURETTES SYNDROME, die als Ersatz für FEAR MY TOUGHTS eingesprungen waren, eröffneten nun die Painstage. Die wohl am weitesten gereiste Band, kommen TOURETTES SYNDROME doch aus Australien! Und sie überraschten gleich zu Beginn. Die derben Vocals kamen aus einer weiblichen Kehle! Energiebündel Michele Madden wirbelte mit langen Dreads über die Bühne und zog so eine Vielzahl der Zuhörer in ihren Bann. Musikalisch erinnerte die Band ein wenig an KORN. Sehr derbe Titel wechselten mit Titeln, in denen melodiöse Gesangslinien und Sounds im Vordergrund standen. Ein zweiter würdiger Opener.

 

Wegen einer Autopanne enterten die Dänen VOLBEAT deutlich verspätet die Mainstage. Die 2001 von Michael Poulsen (EX-DOMINUS) gegründete Band spielte eine Mischung aus kernigem Rock ’n’ Roll und Metal. Dazu kam der Gesang von Michael, was den Sound von VOLBEAT einzigartig machte. Leider konnten sie aufgrund ihrer Verspätung nur 4 Titel spielen, wurden aber trotzdem heftig vom Publikum gefeiert.

 

Eine beachtliche Menschenmenge hatte sich bereits vor der Painstage versammelt, als die drei Jungs von UNDERTOW die Bühne betraten. Mit Songs ihres neuen Albums „Milgram“ wurde das Publikum auch gleich in den „UNDERTOW-Bann“ gezogen und wildes Headbangen ging durch die ersten Reihen. Der Sound von UNDERTOW erinnerte an Bands wie MACHINE HEAD oder LIFE OF AGONY. Mit viel Druck bretterten sie ihre Songs herunter und man spürte, dass die Band voll und ganz hinter ihrer Musik steht. Für viele Besucher sicher ein erstes Highlight.

 

Als nächster Act auf der Main Stage stand NEAERA auf dem Programm. Die aus Münster stammende Band NEAERA (welche dieses Jahr wohl so ziemlich auf jeder Bühne zu finden war) hat sich bekanntermaßen dem ultrabrutalen Death-Metal mit Metalcore Einschlag verschrieben. Energiegeladen wurde ein Titel nach dem anderen auf das Publikum abgefeuert.

 
 

Den ersten Live-Auftritt in ihrer Bandgeschichte feierten die aus Schweden stammenden Jungs von ANGEL BLAKE. Den Insidern sind die Namen der Musiker sicher ein Begriff. Spielten Bandmitglieder von ANGEL BLAKE doch schon bei THE CROWN, TRANSPORT LEAGUE und MNEMIC. Dennoch wirkte der Auftritt etwas steif und unbeholfen. Allein Sänger Tony sorgt mit seinem Umhergelaufe für etwas Abwechslung. Ungewöhnlich für eine solche Band war der Kontrabass von Bassist Magnus, mit dem er das solide Fundament von ANGEL BLAKE erzeugte. Fetter Metalsound, der in gewissem Maße an DANZIG erinnerte, tönte von der Bühne. Schade eigentlich, dass auch das Publikum nicht so richtig warm wurde. Beim letzten Song „The Forsaken“ gab es dann aber doch noch einige Beifallrufe und ANGEL BLAKE verließen zufrieden die Bühne.

 
 

Etwas zu früh im Programm, nämlich um halb fünf abends, stürmten THE HAUNTED aus Schweden die Bühne. Eine beachtliche Besucherzahl hatte sich nun vor der Mainstage eingefunden, um die energiegeladene Show der Schweden nicht zu verpassen. Stürmisch legte Frontmann Peter Dolving auch gleich los und ohne große Worte wurden die ersten Titel direkt hintereinander weggespielt. Nach dem dritten Stück schließlich begrüßte der „irre“ Mr. Dolving dann das schon wild feiernde Publikum. Auch aufgrund seiner sympathischen Sprüche hatte er das Publikum fest im Griff. THE HAUNTED gaben Vollgas und feuerten einen Knaller nach dem anderen ab. Gespielt wurden Hits von ihren vier bis jetzt erschienen Alben. Die Zeit drängte und so ging ein exzellenter Gig leider viel zu schnell vorüber.

 

Nun sollten SALTATIO MORTIS mit ihrem Mittelalter-Rock als einzige Vertreter dieses Genres den Metalheads mal zeigen, was ein Dudelsack alles kann. Äußerst gut gelaunt und hoch motiviert enterten die Jungs die Bühne und legten sich gleich mächtig ins Zeug. Leider ging zugunsten der energiegeladenen Show so mancher Ton flöten und die Qualität der Stücke ließ im Vergleich zu anderen Auftritten ein wenig zu wünschen übrig. Dies machten sie jedoch mit Spielfreude wieder wett. Wer bisher keinen Zugang zu ihrer Musik gefunden hatte, wird dies hier nicht geändert haben, die Fans der freundlichen Musiker kamen jedoch auf ihre Kosten.

 
 

Ein stimmungsvolles, riesiges Backdrop wurde gehisst, bevor die Portugiesen MOONSPELL die Bretter der Mainstage betraten. Passend zum Backdrop in rot und schwarz gekleidet kamen schließlich Frontmann Fernando Ribeiro und der Rest der Band auf die Bühne. Zum zweiten Mal nach 2001 spielten die Düsterrocker auf dem Summer Breeze und genossen die neu entflammte Aufmerksamkeit durch ihr Comebackalbum „Memorial“ sichtlich. Sowohl die neuen Stücke wie auch die ältere Hits wie „Opium“ wurden begeistert vom Publikum gefeiert.

 

Schon lange vor dem Auftritt von 1349 pilgerten unzählige Blackmetaller vor die Painstage, um einen Platz in den ersten Reihen zu ergattern. Und da kamen sie: 1349! Schwarz gekleidet, mit Patronengürtel und Killernieten-Armbändern, Corpse Paint und kniehohen Stiefeln. Die Norweger legten auch gleich los und man merkte sofort, warum sie zu einer der besten Szene Bands gehören: Vocals zwischen Growls und Gekeife, groovige, sägende Gitarren und ein super präzises Double Bass Schlagzeug machten diese Ausnahmeband zu etwas Besonderem. Entsprechend wurden sie von ihren Fans gefeiert.

 
 

Nun war es an der Zeit etwas Gothic in das bisherige Metal Setup zu bringen. Und so betrat in der hereinbrechenden Dunkelheit Alexander Spreng alias ASP die Painstage. Von vielen gefeiert luden er und seine Musiker die Zuhörer zu einer „Best of-Show“ ein. Mit „Sing Child“ wurde auch gleich ein Hit der Gothic-Ausnahme-Band angestimmt und rasch sprang die gute Laune des Frontmannes auf die Zuhörer über. So manch hart gesottener Metaller tanzte zu der gefühlvollen Musik. Die Show wurde von jeder Menge pyrotechnischer Effekte untermalt und war somit nicht nur für die Ohren sondern auch für die Augen ein Festmahl.

 
 

Aus der „Schnapsidee“, dass sich feuchtfröhlicher finnischer Hummpa doch irgendwie mit Metal verbinden lassen muss, ist irgendwann im Jahre 1997 FINNTROLL entstanden. Mittlerweile ist FINNTROLL eine feste Größe in der Metalszene und aus dem Summer Breeze Line Up nicht mehr wegzudenken. So war auch der Auftritt beim diesjährigen Summer Breeze ein absoluter Höhepunkt. Mit neuem Sänger namens Mathias Lillmans, der stimmlich voll überzeugte, hatten die quirligen Finnen ihre Fans bestens im Griff. Als letzter Song wurde die Hymne „Trollhammeren“ zum Besten gegeben. Spätestens jetzt erhoben auch die letzten Zuschauer die Arme in die Luft und aus aller Münder wurde kräftig mitgesungen.

 

Nun wurde es aber Zeit für den Mainstage-Headliner! Dies waren keine Geringeren als die Metal-Urgesteine von KREATOR! Eigens für das Summer Breeze wurde eine 3D-Bühne konstruiert und eine extra Lightshow programmiert. Schon lange Zeit bevor die Band die Bühne betrat, ertönten laute „KREATOR, KREATOR“ -Rufe aus dem sich nun dicht vor die Mainstage drängenden Publikum. Als dann Frontmann Mille Petrozza auf die Bühne stürmte und den ersten Titel „Enemy of God“ anstimmte, gab es kein Halten mehr. Stürmisch feierten die Fans ihre Helden. Es folgten die Titel „Impossible Brutality“ und „Extreme Aggression“. Die Songauswahl zog sich fast durch die komplette KREATOR-History und wartete unter anderem auch mit Hits wie einem Song der „Flag of Hate“-EP („Awakening of The Gods“) auf. Die imposante Lightshow tauchte die Bühne in rot-blaues Licht und unterstrich die Energie, die von den Musikern ausging. Nach „Flag Of Hate“ und „Tormentor“ verließen KREATOR leider ohne Zugabe die Bühne.

 
 

Seit 1992 existieren die schwedischen Düster-Metaller KATATONIA. Eine Vielzahl der Besucher hatte den Auftritt der Band schon herbeigesehnt. Die Bühne wurde liebevoll dekoriert und ein Backdrop im Albumdesign wurde im Hintergrund aufgehängt. Gekleidet in schlichtem Schwarz kamen KATATONIA auf die Bühne. In dichten Kunstnebel gehüllt, stimmte Frontmann Jonas Renkse den ersten Song „Leaders“ vom aktuellen Album „The Great Cold Distance“ an. Weiter ging es mit „Wealth“ vom Vorgänger „Viva Emptiness“. Der dicke Nebel lichtete sich nun und mit ihrer ruhigen Performance auf der jetzt in blaues Licht getauchten Painstage verbreiteten KATATONIA gleichzeitig Kälte als auch bittersüße Melancholie.

 
Und dies alles war nur der Auftakt für 2 weitere Tage MAXIMUM METAL!
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Tag 2 [ 18. 08. 2006 ]
 

Aus dem Schwedenlande kommt der Tages Opener APOSTASY. Und weil sie aus dem Nordischen stammen, haben auch sie sich ganz dem Schwarzmetall verschrieben. Sie erinnerten an DIMMU BORGIR, wobei sie aber eine ordentliche Portion eigene Inspiration in ihre Songs packten! Das zog nun auch die ersten Zuhörer aus dem Zelt vor die Mainstage und hier und dort bangte schon ein Kopf. Eine gelungene Deutschlandpremiere für diese jungen schwedischen Musiker.

 
 

Göttlicher Schwachsinn vom Leinestrand! Die Hannoveraner EXCREMENTORY GRINDFUCKERS ziehen so ziemlich alles durch den Kakao, was in den letzten Jahrzehnten an deutschem und internationalem Pop-Hochs, -Tiefs und -Schwachsinn unters Volk gebracht wurde. So wurden Titel wie „Weine nicht wenn Dein Köter stirbt“, „Ein bisschen Grind muss sein“ oder „Im Graben vor mir“ zum Besten gegeben. Dies alles im Style von KNORKATOR oder vielleicht ONKEL TOM, aber mit einer gehörigen Portion „Grind“. Vor der Bühne feierten ihre Fans und die Grabensecurity musste sogar schon die ersten Crowdsurfer von den Köpfen der Zuschauer fischen.

 

Die nächste Ladung Grind gab's mit den explosiven LENG TCH'E. LENG TCH'E prügelten ihren satten Grindcore ebenso brutal wie präzise in die Gehörgänge. Rein optisch waren die Belgier ein wahres Durcheinander. Sänger Boris war kahlgeschoren, trug ein weißes Muscle-Shirt und eine fette Goldkette und der Gitarrist zum stylishen MASTODON-Shirt ausladende Baggypants, Skatersneaker und Käppi. Aus diesem musikalischen und optischen Vielerlei schaffte es die Band aber auf fesselnde Weise, ein faszinierendes und vor allem mächtig fettes Ganzes zu schmieden.

 
 

Die aus Berlin stammenden THE OCEAN setzten auf klassischen Metal und erzeugten einen mächtigen, fast bombastischen Sound. Mit zwei Schlagzeugern schufen sie ein fettes Rhythmus-Grundgerüst. Dem Programmheft konnte man entnehmen, dass normalerweise sogar drei Gitarristen live für den nötigen Druck sorgen. Zum Summer Breeze sind THE OCEAN jedoch nur mit zweien angereist. Trotzdem gaben die sechs Jungs ordentlich Vollgas und begeisterten das nun immer munterer werdende Publikum.

 
 

Die sympathischen Norweger von TRAIL OF TEARS enterten nun die Bretter der Mainstage. Erstmals ohne weibliche Stimme gaben sich nun zwei männliche Sänger die Ehre: Ronny Thorsen war fürs „Grobe“ zuständig, während die melodische Stimme von Kjetil Nordhus für Gänsehaut sorgte. Perfekt untermalt wurde der Gesang von Kjetil Nordhus durch sehr gut arrangierte, atmosphärische Syntie-Samples. Trotz der schlechten Witterungsbedingungen - es wurde windig und vor allem sank das Thermometer auf 12°C - war eine recht beachtliche Zuhörerschar vor der Bühne versammelt. Mit Ihrem Hit „Cold Hand of Retribution“ beendeten TRAIL OF TEARS ihren insgesamt sehr ansprechenden Auftritt.

 

Nun waren FRAGMENTS OF UNBECOMING an der Reihe. Es gab mal eine Zeit, zu der die Band als absoluter Geheimtipp gehandelt wurde. Von Geheimtipp konnte allerdings heute keine Rede mehr sein. Das Quartett heizte den Anwesenden auch gleich mit ihrer Mixtur aus melodischem Schweden-Death Metal und brutalstem Florida-Geballer mächtig ein. Aber auch schleppende Midtempo-Passagen und filigrane Melodien waren in ihren Songs auszumachen. Bei den Zuhörern kamen sie sehr gut an und in den ersten Reihen sangen etliche alle Texte lauthals mit.

 

Einst begab es sich, dass ein vom jahrzehntelangen Rock 'n' Roll-Lifestyle gelangweilter Schlagwerker beschloss, seine äußerst erfolgreiche Bandinstitution THE INCHTABOKATABLES pausieren zu lassen, um in der Abgeschiedenheit eines halb verfallenen Klosters zu neuer schöpferischer Potenz und frischer Lebensfreude zu gelangen. Die Bruderschaft nahm ihn mit offenen Armen auf, denn auch ihnen stand die Einführung der Musik in den Orden bestens zu Gesicht. So spielten sich Titus Jany, der sich fortan Bruder Liebe nannte und die geliebte braune Kutte nie mehr ablegte, und seine Mit-Mönche in einen wahren Wahn, um mit betörend klingenden, musikalischen Bildern und subtil humorvollen, mitunter herrlich zotigen Traktaten den Menschen ein Feld aus purer Freude und moralischer Erbauung zu bereiten. Die Gruppe POTENTIA AMINI ward geboren! Keiner, der ihren Auftritt beim diesjährigen Breeze erlebt hat, wird die Band so schnell vergessen. Die vier Herren mit der “Kraft der Seele“ (was der Bandname wörtlich übersetzt bedeutet) kamen als Glaubensbrüder im Auftrag des „Herrn“ aufs Festival und schmetterten nach jedem Song ein „Halleluja“ in die Meute. Mit ihrer fröhlichen Natur und allerlei treffenden Scherzen unter der Gürtellinie hatten sie das Publikum schnell auf ihrer Seite. Ein Song wurde auf dem bekannten Riff von AC/DCs „Thunderstruck“ aufgebaut und nachdem sie zum ersten Mal von der Bühne gingen, gab’s so massive Zugaberufe, dass sie dem Volk mit „Ewigkeit“ noch einen Nachschlag gaben.

 
 

Die Melodic Death Metal-Band SCAR SYMMETRY war nun an der Reihe, ihren Fans so richtig einzuheizen. Das gelang ihnen auch ziemlich gut. Durch atemberaubendes Gekreische, aber auch durch melodischen Gesang machte der charismatische Sänger Christian Älvestam gleich auf sich aufmerksam. Bei der Songauswahl konzentrierte sich die Band hauptsächlich auf Songs von ihrem aktuellen „Pitch Black Progress“-Album und baute nur zwei Songs des 2005er Debüts „Symmetric In Design“ ein.

 

Nun wurde es mit REBELLION Zeit für guten deutschen Metal. Erstaunlicherweise fanden sich nicht viele Zuhörer vor der Bühne ein - und das, obwohl mit Uwe Lulis und Tomi Göttlich zwei Urgesteine der deutschen Metal-Szene auf der Bühne standen, die beide aus der Power Metal Band GRAVE DIGGER bekannt sind. Wie schon bei GRAVE DIGGER ließ sich auch bei REBELLION ein Konzept heraushören, welches die Geschichte der Wikinger erzählte. Saubere Riffs wechselten mit einprägsamen Gesangslinien. Einzig das Outfit von Sänger Michael Seifert passte nicht so recht ins Gesamtbild.

 
 

Die nächste Band war die Death Metal Truppe ONE MAN ARMY & THE UNDEAD QUARTET aus Schweden. Gewaltig und mit mächtigem Druck schmetterten sie Ihre Songs ins Publikum. Sie randalierten, tobten, rebellierten und rissen alles mit, was nicht schnell genug auf die Bäume kam. Äußert bewegungsfreudig bretterten sie die Songs ihres Debütalbums „21st Century Killing Machine“ herunter. Genauso bewegungsfreudig waren auch die Zuhörer und so haben die Skandinavier bestimmt den einen oder anderen Fan dazu gewonnen!

 

Mit EXILIA enterte nun eine Band die Mainstage, die nicht so recht zum übrigen Line Up passte. Das ist aber gerade auch das, was das Summer Breeze ausmacht: Bands, die man zunächst nicht im Line Up des Breeze vermuten würde, haben hier eine lange Tradition. Mit ihrem Mix aus Nu-Metal und Crossover rockten die gebürtigen Italiener um Sängerin Masha was das Zeug hielt und hatten so leichtes Spiel mit dem Publikum. Energiegeladen rannte Masha über die Bühne und brüllte sich die Seele aus dem Leib. Natürlich fehlten weder die bekannten Hits wie „Stop Playing God“ noch die aktuellen Tracks von ihrem Ende Juli erschienen „Nobody Excluded“-Album. Beim letzten Song „Kill Me“ gab es im Publikum kein Halten mehr und mehrere hundert Zuhörer sprangen mit Masha um die Wette.

 
 

Verrückte Folk-Metaller, die in Pelzen auf der Bühne herumspringen? Das kann es nur in Finnland geben. Richtig! Daher stammen auch TURISAS, die nun die Painstage unsicher machten. Verpackt in Felle und beschmiert mit blutroter Farbe sah die Truppe aus, als käme sie gerade aus einer saftigen urzeitlichen Schlacht zurück. Auch die Instrumente waren etwas anders als man das von einer Metal Band gewöhnt ist. Mit Keyboard, Violine und Akkordeon entstand so aber der TURISAS typische Sound. Eine Mischung aus Metal mit finnischen Folklore-Einflüssen plus ein wenig Humpta ist wohl ganz zutreffend. Und so legten die Jungs auch gleich richtig los und Frontmann Warlord Nygård hatte leichtes Spiel mit dem Publikum, welches ihre Helden euphorisch feierten.

 
 

Mit dem Song „Leaves Scar“ von ihrem neuen Album „Eclipse“ starteten die Finnen ARMORHIS ihr Summer Breeze Set. Weiter ging es mit altem sowie neuem Material. Unter anderem wurden „Against Windows“ und „Into Hiding“ sowie das ruhigere Stück „Divinity“, zum Besten gegeben. Tomi Joutsen, neuer Frontmann bei AMORPHIS, konnte dann auch gleich seine Live-Qualitäten unter Beweis stellen. Überzeugend war seine Gesangsleistung sowohl bei den ruhigen Stücken als auch bei den schnellen Krachern. Auch die Setlist unterstrich die Vielseitigkeit von AMORPHIS, die von Folk-, Death- und Prog-Metal bis hin zu klassischem Midtempo-Heavy Metal reichte. Das wurde auch von den Fans mit heftigem Applaus belohnt und so gab es zum Abschied den Hit „Black Winter Day“, auf den alle gehofft hatten. Ein rundum überzeugender Auftritt, der leider wieder mal viel zu kurz war.

 

Man darf die Thüringer Metalcore Band HEAVEN SHALL BURN nicht mehr nur zu den Hopefuls aus dem eigenen Land zählen, denn wer ein solches Feuerwerk an derben und heftigen Songs abliefert, wie es dieses Quintett live tut, der muss einfach in die Erste Klasse eingeordnet werden. Man stelle sich vor, ein schwedischer LKW, ein Schlitten aus der Bronx und der MACHINE HEAD-Tourbus stoßen an einer Straßenkreuzung in einem Winkel von 6,66 Grad zusammen (Zitat Pressetext) - das Ergebnis? Ein extrem dicker Haufen Metal! So auch beim Summer Breeze Gig. Schon der Opener „The Weapon They Fear“ schlug beim Publikum direkt wie eine Bombe ein. Sofort bildeten sich gleich mehrere Moshpits, die das komplette Set über bestehen blieben. Völlig aus dem Häuschen gerieten sowohl Band als auch Publikum bei dem brandneuen Track „Counterweigth“ vom bald erscheinenden neuen Album „Deaf To Our Prayers“.

 

Es dämmerte schon, als MORBID ANGEL in klassischer Besetzung mit Fronter David Vincent auf der Mainstage erschienen. Eine nebelverhangene, in orange-rotes Licht getauchte Bühne sorgte für die perfekte Stimmung der Todesmetaller, die Songs ihrer ersten vier Alben zum Besten gaben und ein ganz besonderes Feeling in das riesig angewachsene Headbanger-Volk brachten. Denn auch nach über 20 Jahren im Geschäft haben sie kein bisschen von ihrer Power verloren. Klassiker wie „Rapture“, „Maze Of Torment“ oder „Fall From Grace“ wurden heftig vom Publikum gefeiert. Der Höhepunkt ihrer Show war sicherlich der Hit „Where The Slime Live“ und das beklemmende „God of Emptiness“. Zurecht wurden MORBID ANGEL zum heimlichen Headliner erklärt!

 
 

LIV KRISTINE, die charismatische Sängerin mit der einzigartig verführerischen Stimme, kündigte für 2005 das Comeback ihres Pop-Projektes an. Gemeinsam mit LEAVES’ EYES feierte sie weltweit große Erfolge, bei ihrer ehemaligen Band THEATRE OF TRAGEDY stand ihr Sopran-Gesang stets im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und als Solo-Künstlerin verzaubert LIV KRISTINE mit Pop-Musik ihrer eigenen Marke. So auch beim diesjährigem Summer Breeze Festival. Es war schon dunkel geworden, als die Painstage in strahlend rotes Licht getaucht wurde und die hübsche Sängerin die Bühne betrat. Mit ihrem gefühlvollen Mix aus Pop und Rock verzauberte sie schon mit den ersten Tönen ihr Publikum. Extra für das Summer Breeze hatte sich Liv ein vierköpfiges Streicher-Quartett eingeladen und einen weiteren Gitarristen auf die Bühne geholt. So war es ein sehr gelungener Auftritt der norwegischen Ausnahme-Frau.

 
 

LACRIMOSA dürfte wohl die umstrittenste Band des diesjährigem Summer Breeze Line Ups gewesen sein. Gothic-Bands sind seit jeher Teil dieses Festivals, eine derartige Dark Wave-Kultband hatte man seither aber nicht im Line Up und schon gar nicht auf dieser prominenten Position. Die Band um Gothic-Lichtgestalt Thilo Wolff und seine Partnerin Anne Nurmi trat in kompletter Rockbesetzung an und hatte folglich auch viele Songs ihres recht metallastigen „Inferno“-Albums von 1995 auf der Setlist. Der komplette Auftritt wurde von einer imposanten Lightshow begleitet und auch das riesige Backdrop mit Bandlogo war nicht zu verachten. Sicherlich ist die Musik von LACIMOSA nicht unbedingt der Geschmack der Metal Gemeinde, dennoch fand sich eine sehr große Zuschauerzahl vor der Bühne ein. Dies lag wohl auch daran, dass Hunderte Fans der Band mit Tageskarten den Auftritt nicht verpassen wollten. Und diese kamen auch voll auf ihre Kosten. Insgesamt waren LACRIMOSA ein würdiger Headliner für den zweiten Summer Breeze Tag.

 
 

Die DEATHSTARS, Headliner der Painstage, wurden von der Menge, die nach dem Auftritt von LACRIMOSA wieder nach heftigeren Klängen dürstete, frenetisch begrüßt. „When the dark does what The dark does best - it's Darkness! Let the dark do what the dark does best - let it be darkness!" Düsterer Industrial Rock irgendwo zwischen MANSON und RAMMSTEIN, sehr eingängig und extrem tanzbar, schmetterte den Zuhörern entgegen. Genau der richtige Sound zu dieser späten Stunde, um die Meute noch mal zu mobilisieren. Besonders anstrengen musste sich die Band jedoch nicht, um dieses Ziel zu erreichen, von Anfang bis Ende konnten sich die DEATHSTARS über die heftigsten Publikumsreaktionen des Tages freuen. Auch optisch machten die DEATHSTARS was her! Besonders die weiblichen Fans waren von den Jungs aus Stockholm sehr angetan. Eine eher tragische Fußnote: Ungefähr zu der Zeit, als Gitarrist Emil Nödveidt das Breeze rockte, verließ sein bekannterer Bruder Jon gerade freiwillig unsere Welt... Wir aber verließen nur den Platz vor der Bühne, um auch für den abschließenden Sonntag wieder fit zu sein.

 
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Tag 3 [ 19. 08. 2006 ]
 

Opener der Mainstage am Samstag war die Horror-Punk Band THE OTHER. Einst waren die 4 Jungs aus Köln eine MISFITS Cover Band. Heute jedoch spielen sie fast ausschließlich eigene Songs! Sowohl optisch wie auch musikalisch sind aber noch Parallelen zu ihren Vorbildern zu erkennen: Schmücken sich die Jungs doch mit ähnlichen Accessoires und vor allem ähnlicher Bemalung wie Jerry Only und Co… Mit viel Elan gaben sie ihre hymnischen Songs zum Besten. Ihrem erfrischendem Sound war es zu verdanken, dass sich schon so früh am Morgen etliche Besucher auf den Weg zur Mainstage machten. Sichtlich begeistert, durch ihr zahlreiches Publikum noch angespornt, gaben die Jungs ihr bestes und energiegeladen steuerten sie durch ihre Setlist. Insbesondere der letzte Song „We are the other ones“ blieb als Ohrwurm im Gedächtnis. Gerne hätte man noch mehr gehört als sie nach 30 min. die Bühne verließen.

 
 

Nach den eher punklastigen THE OHTER enterten mit PERZONAL WAR die erste Metalband des Tages die Painstage. Mit ihrem modernen Metal weckten Sie das ein oder andere verschlafene Gesicht auf und ließen nichts anbrennen. Insbesondere Basser Sven strafte mit seinen Grimassen die unchristliche Zeit Lügen - wie kann man um diese Zeit schon eine so agile Gesichtsmuskulatur haben? Stilistisch sind Perzonal War zwar recht schwer einzuordnen, aber auf jeden fall mal ein Hin/Rein-hören wert.

 

Norwegische Folklore, schwermütiger, elfenhafter Gesang, Trompeten, samtweiche Streicher und stahlharte Gitarren – LUMSK kreieren faszinierende Songs, zauberhafte Melodien und märchenhaften Gesang. Was sollte dies alles auf einem Metalfestival? Das fragten sich wohl auch einige der Besucher. Andere wiederum waren froh über etwas Abwechslung im Programm und so sammelten sich reichlich Zuhörer vor der Mainstage die der Saga von mystischen Kreaturen und elfengleichen Geschöpfen interessiert folgten.

 
 

Von wegen die Franzosen können nur rappen - mit GOJIRA haben unsere Nachbarn einen Export am Start, der durch Hochkomplizierte Arrangements, technische Bravourstückchen, brachiale Industial-Sounds und groovendem Rock, auf sich aufmerksam machte. Irgendwo grob im Death-Trash-Industrial beheimatet lieferte das Blau-Weiß-Rote Quartett ein mehr als amtliches Brett (insbesondere in technischer Hinsicht) ab. Die erst 2000 gegründeten GOJIRA sollte man unbedingt schon mal vormerken, es ist anzunehmen, dass hier noch etwas Großes heranwächst.

 

Nun ware die österreichische Combo VISIONS OF ATLANTIS an der Reihe. Eine Mischung aus Power Metal und Symphonic Metal drang aus den Boxen. Sehr gut in ihre Arrangements passte der abwechselnde Gesang von Sängerin Nicole und Sänger Mario. Durch die Mischung von Power, Eleganz und Sinnlichkeit sprachen sie eine breite Masse von Zuhörern an und ernteten für jeden Titel gebührend Applaus. Vergleiche mit WITHIN TEMPTATION oder auch NIGHTWISH bleiben da nicht aus. Jedoch haben VISIONS OF ATLANTIS eignen eigenen Sound und vor allem einen eigenen Stil.

 
 

Wo LEGION OF THE DAMNED draufsteht, ist Occult drin. Warum die Mannen aus dem Land der Wohnwagenfetischisten erst mit dieser Namensänderung der Durchbruch gelang, wird wohl ewig ein Geheimnis des Musikzirkus bleiben. Wie dem auch sei - unabhängig vom Namen wurde eine Trashgranate nach der anderen abgefeuert und wem LEGION OF THE DAMNED bisher unbekannt war, musste nicht lange hinhören um den Rhythmus zum Bangen zu finden.

 
 

Nachdem die - noch anwesende - Sonne den Zenith nun deutlich überschritten hatte, war das Publikum bereit für etwas schwerverdauliche Kost. Die Karlsruher Band NECROPHAGIST Prügelte ihren technischen Deathmetal mit aller Gewallt ins Publikum. Die vielen Besetzungswechsel haben der Band offensichtlich nichts ausgemacht - der Meinung war wohl auch dass nordamerikanische Label Relapse Records, bei dem die Brutalo-Deather seit kurzem zu Hause sind.

 

"Sinnliche Schmiede" wirft der Onlineübersetzter aus, wenn man den Bandnamen der Schweden CARNAL FORGE eingibt. OK, Schmiede vielleicht, aber sinnlich ist was anderes... Nach den, vom Stageacting her, etwas unbeweglichen NECROPHAGIST, konnte man bei CARNAL FORGE in einen Geschwindigkeitsrausch verfallen. Sänger Jens schmiss seine langen Rastas, dass es eine wahre Pracht war und auch der Rest der Band ließ sich nicht lumpen. Und was lernen wir daraus? Nicht alles was aus Schweden kommt, ist melodischer Deathmetal, kann aber genauso gut keulen und dass sich hinter dem skandinavischen Namen "Jens C. Mortensen" auch ein sehr dunkelhäutiger Rastaträger verbergen kann.

 

Mit TOTENMOND trat eine der dienstältesten Combos des Tages an, die zudem wohl nicht allzu viel Lust auf ihren Auftritt hatte. Mit ihren kruden Mischung aus allem was Krach macht und einer etwas großkotzigen Attitüde haben sie ihre Fans wohl nicht vor den Kopf gestoßen, aber mit Sicherheit auch keine dazu gewonnen. Der Meinung war wohl auch der Himmel, der schon mal Testweise ein paar Tropfen auf das Festivalgelände fallen ließ.

 
 

Die zweite Punkrock nach THE OTHER, waren die sympathischen Schweden PSYCHOPUNCH, die nun die Painstage rocken sollten. Und das taten sie in der Tat. Auch das Publikum begrüßte diese Abwechslung und obwohl es nun zu regnen begann fanden sich immer mehr Zuhörer vor der Painstage ein die ein Teil der Punkrock-Party sein wollten!

 

CORVUS CORAX, fahrende Spielleute mit Geschichtsbewustsein. Leider hatten sie das Pech, dass ihr Konzert kurz nach einem heftigen Regenguss startete. Obwohl die Band ein musikalischer Außenseiter auf dem Summer Breeze war, wurden sie trotz des schlechten Wetters bejubelt und gefeiert. Mit einer deutlichen Ausrichtung auf ihr aktuelles Album „Venus Vina Musica“ versuchten sie, ein wenig mittelalterliche Stimmung auf der Wiese zu verbreiten. Leider fehlte hierzu der entsprechend Background eines Mittelalter-Marktes, dennoch fand dieser Auftritt reichlich Zuspruch. Sowohl in der Anzahl der Musiker sowie in der Größe Ihrer Instrumente dürften die Spielleute außerdem die einzige Band gewesen sein, die den vollen Umfang der großen Hauptbühne ausgenutzt hat.

 
 

Mit Dreck beschmiert boten THYRFING aus Schweden Black Metal der etwas anderen Art. Die Songs bewegten sich meist im groovigen Midtempo. Ihre Texte erzählten von der nordischen Mythologie und dem Wikinger-Zeitalter. Gleich zwei Sänger erzählen mal melodisch mal aggressiv von alten Legenden und Helden Taten.

 

Verdächtig viele weibliche Besucher in den ersten Reihen ließen erahnen das nun die Finnen von NEGATIVE die Bühne betreten sollten. Als die smarten Jungs endlich die Bühne betraten flogen erste Stofftiere und BHs Richtung Bühne. (Kleine persönliche Anmerkung am Rande: nicht alle BHs fanden den weg zur Bühne und so mancher „Stofffetzen“ landete im Fotograben! Ich dachte erst ich hätte den Objektivdeckel nicht entfernt als ich beim abdrücken nur schwarz sah… naja die Eigentümerin des Flugobjekts war mindestens genauso perplex wie ich!) Das Negativ rocken war ja bereits bekannt und so blieben auch die Mehrzahl der Fans vor der Bühne stehen als irgendjemand den großen Wolkenbruch ankündigte und es sinnflutartig anfing zu regnen! Die Band litt mit ihren Fans und um ein wenig vom Regen abzulenken feuerten NEGATIVE Hit um Hit in die Menge.

 
 

Trotz des immer noch heftigen Regens trotzten im Anschluss von NEGATIVE auch vor der Pain Stage eine Menge tapferer und scheinbar wasserfester Anhänger dem Wetter und bereiteten den BLOODFLOWERZ einen herzlichen Empfang. Sängerin Kirsten, die im deutlich schwangeren Zustand eine gewohnt charismatische Performance bot, wurde von den Fans stürmisch begrüßt und gefeiert. Mit „Sajida’s Song“, der Bandhymne „Diabolic Angel“, „Ablaze“ und „Black Snake Sister gelang es auch die letzten Reihen zu überzeugen. Zufrieden und von lautem Beifall begleitet verließen die BLOODFLOWERZ schließlich die Bühne.

 

Zur fortgeschrittenen Stunde präsentierte sich die Mainstage in bester Dekoration und Lichtpracht. Bei heulenden Sirenen betraten die Jungs von GAMMA RAY die Bühne und begannen mit dem schon etwas älteren "Gardens of the Sinner" dem Publikum einzuheizen. Dem gutgelaunten Kai Hansen und dem zu Späßen aufgelegten Gitarristen Oliver Richter schien die Show sichtlich zu gefallen. Mit "Fight" und dem für alle anwesenden Vampiren gewidmeten "Blood Religion" zeigten Sie einen Ausschnitt aus dem wirklich guten neuen Album. Der absolute Höhepunkt war aber sicherlich der Bandausflug zu HALLOWEEN. Bei den ersten Tönen des überraschend gespielten "I want out" tobte die Menge. Der ganze Auftritt war ein Fest für Augen und Ohren. Mit Gamma Ray stand eine Band mit jahrzehntelanger Erfahrung auf der Bühne, die man in jedem Riff bemerkt. Man kann hier mit Sicherheit ohne Übertreibung vom besten Act des Tages sprechen.

 
 

Mit UNLEASHED betraten die Mitbegründer der Viking Metal-Bewegung als Co-Headliner die Painstage und knallten nach einem stimmungsvollen Intro dem hungrigen Publikum direkt den Kracher „Never Ending Hate“ um die Ohren. Es folgte ein Streifzug durch ihre Bandgeschichte und so wurden alte Knaller genauso wie neueres Material gespielt! Bei Ihrem Hit „Death Metal Victory“, gab es für die Fans kein halten mehr und ein wildes Headbangen ging durch die Menge. Als Belohnung für ihr treues Publikum gab’s zum Abschluss dann einen neuen Song der auf dem nächsten Album vertreten sein wird.

 

Mit FEAR FACTORY war ein Band angekündigt, auf die sicher der Großteil der Festival Besucher gewartet hat. Die Band läutete ihren Auftritt mit Iron Maidens "Number of the Beast" ein. So eingestimmt, hüpften alle bei den ersten zwei Songs des neuen Albums "540.000 Degrees Fahrenheit" und "Transgression" wild vor der Bühne. Leider war der Sound verhältnismäßig lange ziemlich schlecht und auch für FEAR FACTORY Verhältnisse zu blechern. Der Gittarist hatte während des ganzen Auftritts Probleme mit dem Sender und verschwand auffällig oft hinter die Bühne, auch während der Songs. Frontmann Burton C. Bell hatte aber trotzdem gute Laune und belustigte sich noch ausgedehnt an den bereits am Nachmittag aufgetretenen CORVUS CORAX. Die Setlist war weiterhin ausgewogen und gipfelte nach dem Klassiker "Linchpin" in einem absolut klasse gespielten "Replica". Fear Factory war gut, kompakt, schnell und in ihrer Rolle als Headliner durchaus gerechtfertigt.

 
 

Die aus dem englischem West Yorkshire kommende Band MY DYING BRIDE sollten nun die letzte Band auf der Painstage und ebenso die letzte Band des Summer Breeze Festivals sein. Ursprünglich mal als Death Metal-Band angefangen entwickelten MY DYING BRIDE aber einen ganz eigenen Stil. Nach einer Live-Pause von 2001 bis 2004 veröffentlichten sie das Beste ihrer Alben „Songs of Darkness, Words of Light“. 2006 wollten sie sich nun auch wieder Live präsentieren und reisten zum Summer Breeze. Eine passendere Band um dieses dreitägige Fest angemessener ausklingen zu lassen, wäre wohl kaum zu finden gewesen. MY DYING BRIDE wurden seit Jahr und Tag sehnlichst von den Fans auf dieses Festival gewünscht und jetzt ist es nun endlich wahr geworden. Und so wurde den Besuchern auch richtig was geboten: Der Lichttechniker zauberte eine klasse Lichtstimmung auf die Painstage u. auch soundtechnisch waren sie eine der besten Bands. Besonderst lebte Sänger Aaron Stainthorpe seine Musik aus. Er gab sich völlig der Musik hin, gestikulierte mit seinen mit blutroten Ornamenten bedeckten Händen, warf sich auf die Knie und wälzte sich gar auf dem Boden. Ein perfekter Abschluss für diese drei tollen Tage!

 
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Text und Bilder: /Thomas Nattermann
Text und Bilder: /[ www.moments-in-darkness.de ]