Interview mit Joonas von SaraLee, am 15.12.2008. [ phoner ]
 

Bald beginnt das neue Jahr, doch was wird es bringen? Die Band SaraLee! Die jungen Herren spielen Gothic-Rock/Metal und überzeugen mit starken, eingängigen Melodien. In diesem Jahr begab sich das (derzeitige) Quartett ins Studio, um am zweiten Album zu feilen. Herausgekommen ist der Neuling „Damnation To Salvation“, welcher bald auch in unseren Läden stehen soll. Am 15. Dezember 2008 telefonierte Lea Sommerhäuser mit Joonas, dem Sänger von SaraLee, und konnte ihm noch weitere News entlocken.

 

Lea: Hei Joonas, wie geht es dir?
Joonas:
Mir geht es gut, denn Morgen geht`s in den Urlaub nach Ägypten. Und vor zwei Tagen hatten wir ein Konzert, was gut verlief und somit fühle ich mich gut.

 

Lea: Wirst du auch Weihnachten in Ägypten verbringen?
Joonas:
Nein, ich werde nur für eine Woche dort bleiben. Dann komme ich zurück und feiere Weihnachten ganz traditionell bei meinen Eltern.

 
Lea: Bist du schon in Weihnachtsstimmung?
Joonas:
Noch nicht. Aber ich hoffe bald. (lacht)
 

Lea: Kürzlich habt ihr euer zweites Album namens “Damnation To Salvation“ kreiert und es beginnt ziemlich heavy mit dem Track „Scars“. Worauf habt ihr diesmal musikalisch und auch von den Texten her den Schwerpunkt gesetzt?
Joonas:
Diesmal hatten wir einen Produzenten dabei, der auch ein stückweit die Härte mitgebracht hat und die Songs sind ganz automatisch so geworden. Wir wollten einfach etwas ausprobieren und unseren Stil ein bisschen weiterbringen und die Grenzen erweitern.

 

Lea: Aksu Hanttu, auch bekannt durch Entwine, hat eurer zweites Album produziert. Wie war es, mit ihm zusammenzuarbeiten?
Joonas:
Es war total großartig. Er ist ein hart arbeitender Mann. Alle Jungs haben gesagt, dass es sich sehr gelohnt hat und wir die besten Sessions hatten.

 

Lea: Die Titelwörter “damnation to salvation” können auf eurem Track “Turning Point” wiedergefunden werden. Aber was bedeutet der Titel des Albums eigentlich für dich?
Joonas:
Er bedeutet so viel wie der Neubeginn, oder dass wir erneut aufsteigen und diesmal besser sein wollen als beim letzten Mal. Und das Cover des Albums bezieht sich auch darauf. Es ist ein Vogel, der aus der Asche emporsteigt.

 

Lea: Welche Songs vom Album sind potentielle Single-Tracks?
Joonas:
Vielleicht gibt es noch ein paar andere, aber der Song “Scars” ist der Haupttrack, auf den wir uns vielleicht ein bisschen mehr als auf andere fokussiert haben.

 

Lea: Und deine persönlichen Highlights?
Joonas:
Ich mag den letzten Song “Last Day Alive” und dann “Scars”. Aber eigentlich mag ich alle Tracks. Diesmal sind sie uns sehr viel näher. Beim letzten Mal gab es diese große Lücke zwischen den ältesten und den neuesten Songs. Da lagen fast sieben Jahre dazwischen bei „Darkness Between“. Aber jetzt sind die Songs hauptsächlich in einer Zeitspanne von zwei Jahren entstanden. Das Album ist viel straffer und persönlicher, bezogen auf diesen Punkt, wenn du verstehst, was ich meine.

 
Lea: Wer ist eigentlich Carmen? Eine fiktive Person?
Joonas:
Es handelt sich dabei um eine Person, deren Name geändert wurde. (lacht)
 

Lea: Du hast bereits den Song “Last Day Alive” erwähnt. Du fragst darin „What would you do at the final hour?“ Aber nun frage ich dich, was du dann gerne tun würdest?
Joonas:
Ich würde gerne mit all meinen Lieben sprechen. Ja, vielleicht wäre es das, was ich gern tun würde, mit ihnen zusammen zu sein, mit meiner Familie, Freunden, der Band und meinen Hunden. Ich habe zwei Hunde. Wirklich kleine. Ich glaube, es handelt sich um eine deutsche Rasse. Sie nennt sich Kleinspitz und ist wirklich klein.

 

Lea: Glaubst du an ein Leben nach dem Tod, wenn wir noch über den Song “Last Day Alive” sprechen?
Joonas:
In gewisser Weise. Ich glaube nicht, dass wir wiedergeboren werden. Daran glaube ich nicht. Aber ich denke, dass unser Pfad woanders weiterführt. Das ist ein schwieriges Thema. Aber ich denke, unser Pfad ist viel länger als unser Leben.

 

Lea: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie persönlich sind die Songtexte auf “Damnation To Salvation”?
Joonas:
Ich denke vielleicht 7 bis 8, weil es Themen gibt, die universell sind wie „Crimson Sky“. Es geht darin um das, was ich in Religionen sehe und was sie mit Menschen machen. Diesmal habe ich mehr universelle Themen, aber auch sehr viel Persönlichkeit in den Texten verarbeitet.

 
Lea: Bist du religiös?
Joonas:
Nein, oder vielleicht in gewisser Weise. Aber ich glaube an keine bestimmte Religion. Ich habe meine eigene. (Gelächter)
 

Lea: Wie würdest du den Satz “Musik ist...“ vollenden?
Joonas:
Musik ist der größte Teil meines Lebens. Ich sage nicht, dass sie der wichtigste Teil ist, aber der größte. Sie ist eine der wichtigen Dinge.

 

Lea: Es gibt auf eurem ersten Album diesen Slogan “Darkness will come and unite the pretty ones…”. Ich vermute, hinter diesen Worten steckt eine tiefere Bedeutung?
Joonas:
Ja, aber die ist schwer zu erklären. Ich werde es mal versuchen: Es handelt sich dabei um ein Statement. Nun ja, das erste Album enthielt mehr Gothic-Elemente als die neue Platte. Zumindest empfinde ich das so, aber ich weiß nicht, was du oder andere denken. Es handelt sich also um ein Statement, dass ich die Dunkelheit mag und auch eine Gruppe von Menschen, die die Dunkelheit liebt und wir sind alle irgendwie miteinander verbunden.

 

Lea: Zum Opener “Scars” auf dem neuen Album habt ihr ein Video gedreht. In diesem spielst du eine Art Doppelrolle und musstest ein wenig schauspielern. Wäre es eine Option für dich, als Schauspieler in einem Film teilzunehmen?
Joonas:
Eigentlich habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht. Aber wenn es gut ausschaut, warum nicht?

 
Lea: Was für Filme magst du denn?
Joonas:
Ich mag Horrorfilme und fast jede Art von Film. Ich schaue viele Filme, fast jeden Abend.
 

Lea: Kommen wir von Filmen zurück zur Musik: Bei SaraLee bist du der Sänger, aber hast vor einigen Jahren auch Gitarre gespielt. Vermisst du das nicht?
Joonas:
Ich vermisse es nicht, denn wenn ich Lieder schreibe, kann ich Gitarre spielen und den Gitarristen in mir herauslassen. (lacht) Auf der Bühne möchte ich wirklich nur singen, weil mir die Gitarre die Hände bindet und ich mag es einfach nicht, auf der Bühne Gitarre zu spielen.

 
Lea: …oder ist das Gerücht wahr, dass Männer nicht multitaskingfähig sind, ich meine, dass sie keine zwei Sachen gleichzeitig machen können?
Joonas:
(lacht) Vielleicht ist das auch ein Punkt.
 

Lea: Momentan besteht die Band aus nur vier Mitgliedern. Kimmo hat euch letztes Jahr verlassen und nun sagte auch Saurus „Auf Wiedersehen“. Was ist geschehen?
Joonas:
Als Kimmo uns verließ, war es hauptsächlich unsere Entscheidung und wir dachten, wir müssten etwas unternehmen, weil wir eine harte Zeit hatten. Es gab keinen Enthusiasmus. Deshalb haben wir das ausprobiert und es klappte besser. Dann haben wir das neue Album aufgenommen und plötzlich kam Saurus eines Abends zu mir und sagte „Wäre es okay für dich, wenn ich SaraLee jetzt verlasse?“, weil es einfach nicht seine Musik sei, die wir spielen, und er eigentlich ein viel besserer Drummer ist. Der Bass sei nicht sein Instrument. Somit haben wir darüber geredet und wir sind immer noch wirklich gute Freunde.

 

Lea: Wer spielt denn jetzt den Bass in der Band?
Joonas:
Eigentlich ist Arzka jetzt unser Gitarrist und wir haben zwei neue Jungs für den Bass und das Keyboard. Sie haben nun mit uns zusammen zwei Gigs gespielt und es sieht so aus, als klappe alles besser als je zuvor. Sie hoffen, dass wir sie in unser Mitgliedsverzeichnis aufnehmen. (lacht) Und ich denke, die beiden neuen Jungs haben eine wirklich gute Chance wahre Mitglieder der Band zu werden. Wir suchen niemand anderes.

 

Lea: Der nächste SaraLee-Gig ist für den Februar 2009 in Helsinki zusammen mit Tiamat und Gotham O.D angekündigt. Ich hoffe, ihr kommt auch eines Tages zu uns nach Deutschland herüber. Gibt es da schon Pläne?
Joonas:
Wir haben darüber mit unserer Plattenfirma und dem Konzertpromoter gesprochen. Eigentlich hatten wir im letzten Herbst die Chance hinüberzukommen, aber das hat leider nicht geklappt. Dennoch planen wir und ich hoffe sehr, dass wir dieses Mal vorbeischauen, weil unsere Karriere bereits sehr lang andauert und wir noch niemals woanders als in Finnland aufgetreten sind. Wir würden wirklich gern überall spielen. Und Deutschland steht mit an oberster Stelle. Es gibt da zwei Bands, mit denen wir vielleicht rüberkommen werden, aber ich werde noch nichts genaueres dazu verraten.

 
Lea: Wird euer zweites Album auch in Deutschland veröffentlicht?
Joonas:
Ja, ich glaube, es wird im Februar 2009 erscheinen.
 

Lea: Kennst du eigentlich ein paar deutsche Wörter oder Sätze?
Joonas:
Ja, ich kenne ein paar, aber die sollte man wirklich nicht veröffentlichen. (Gelächter) Meine Mutter spricht wirklich gut Deutsch, aber sie hat mir noch nichts beigebracht. Ich kenne nur vielleicht ein oder zwei schlimme Worte und ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob sie richtig sind.

 

Lea: Nun, wenn ich aber Recht habe, hast du auch kein Deutsch, dafür aber “Multimedia Kommunikation” studiert. Hast du das Studium jemals beendet oder warst du zu sehr mit SaraLee beschäftigt?
Joonas:
Ich habe es beendet und nun arbeite ich in einer Metal-Fabrik. Ich mache einfach etwas, um Geld zu verdienen, aber es hat nichts mit dem Multimedia-Kommunikations-Bereich zu tun. Das ist harte Arbeit in dieser Metal-Fabrik, und ich bin da fast jeden Tag für acht Stunden. Ich muss da Stahl durch die Gegend befördern.

 

Lea: Welcher war der seltsamste Job, den du je hattest?
Joonas:
Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht als ich bei diesem Werbe/Print-Unternehmen oder dergleichen gearbeitet habe. Hier in Jyväskylä haben wir Werbung für das lokale Eishockey-Team gemacht. Wir haben Werbung unter`s Eis gepackt und dann die Fläche vereist und das war schon irgendwie seltsam. (lacht)

 

Lea: Aber jetzt sollte dein Job eigentlich sein, dass du Weihnachtsgeschenke kaufst. Hast du schon alle beisammen?
Joonas:
Ja, das habe ich. Ich bin dieses Jahr früh dran. Ich habe alle Einkäufe an einem Tag erledigt.

 

Lea: Machst du dir schon vorher darüber Gedanken, was du kaufst, oder gehst du einfach durch die Läden und lässt dich dort inspirieren?
Joonas:
Ich denke schon vorher drüber nach, vielleicht sogar zu viel, denn wenn ich etwas besseres finde und bereits ein anderes Geschenk gekauft habe, schwindet das Geld.

 

Lea: Du hast bereits erwähnt, dass du Weihnachten traditionell mit deiner Familie verbringst. Aber wie schauen deine Pläne für Sylvester aus?
Joonas:
Ich habe meinen Sylvester-Abend noch gar nicht geplant. (seufzt) Ich weiß es gar nicht. Ich habe da zwei Optionen: Entweder feiere ich mit meinen Freunden irgendwo auf dem Land in einer Hütte oder ich bleibe in der Stadt. Ich habe noch keine Ahnung, wofür ich mich entscheide.

 

Lea: Magst du die finnische Natur?
Joonas:
Ja, sicher. Ich mag sie sehr. Meine ganze Kindheit habe ich auf dem Land verbracht, in der Nähe von Jyväskylä. Es ist ein wirklich kleiner Ort namens Hankasalmi und ich habe dort für 19 Jahre gelebt.

 
Lea: Wie alt bist du jetzt, wenn ich fragen darf?
Joonas:
Ich bin 26.
 
Lea: Hast du auch ein eigenes Mökki auf dem Land?
Joonas:
Ja, wir haben eines in der Nähe meiner Heimat. Da gibt es eine nette Hütte.
 

Lea: Wann geht denn dein Flug Morgen?
Joonas:
Der geht sehr früh morgens. Wir müssen nach Helsinki fahren. Ich vermute, da bräuchte ich noch ein wenig Schlaf, zumal ich der Fahrer bin.

 

Lea: Dann wünsche ich dir in jedem Fall einen schönen Urlaub und frohe Weihnachten.
Joonas:
Ja, danke, das wünsche ich dir auch.

 
Interview geführt von .Lea Sommerhäuser .[ phoner ]
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