Rabia Sorda - Unter Art - Schallfaktor .[ Nachtleben, Frankfurt(M) 28.02.2007 ]
 

Klein aber fein, ja fast schon rabiat sollte es letzten Mittwoch im Frankfurter Nachtleben zugehen. Denn das renommierte Leipziger Elektro-Label Out of Line hat mit Unter Art und Rabia Sorda gleich 2 ihrer "Newcomer 2006" auf Tour geschickt. Da man lediglich 3! deutsche Städte bespielte, konnten wir uns fast ein wenig geehrt fühlen, mit Frankfurt, einen Spielort in direkter nähe zu haben. So machten wir uns zu dritt, teilweise noch direkt von der Arbeit kommend, auf den Weg in die Main-Metropole zur berüchtigten Konstabler Wache, an welcher der doch recht kleine Club Nachtleben beheimatet ist. Düstere Gestalten umlagerten die Konsti vielleicht der ein oder andere Junkie, bzw. Drogendealer weniger als sonst, beobachtet man doch die "schwarzen" mit etwas mehr Ehrfurcht als die gewöhnlichen Passanten.

 

Als wir die Treppen hinab gestiegen und im Saal des Nachtleben angekommen waren, ließ man uns geduldig warten, bevor es kurz nach 21.00Uhr mit einer ganz anderen Band losgehen sollte. Schallfaktor…, eröffneten hier in Frankfurt, als quasi lokale Szenegröße, den Abend und hatten, wie man den ersten Reihen direkt anmerken konnte, ihre eigene Fangemeinde mitgebracht. Etwas verhalten Begann Frontmann Drazen das Set, welches dann aber mit "Seelenfresser" und "Selbstmordgedanken" an Intensität zunahm. Nichts desto trotz vermisste ich hier etwas das südländische Temperament, welches dem Frontler der Band nachgesagt wird und auch die Ernsthaftigkeit, die zum großen Teil in den Songs steckt, ging meiner Meinung nach etwas verloren. Da muss einfach mehr Power rein! Aber man ist ja noch ziemlich neu im Geschäft und so bleibt noch genügend Zeit Live-Erfahrung zu sammeln und an Energie und Intensität zuzulegen, schließlich war dies hier auch erst der 2 Live Auftritt der Band. [ SG ]

 

Als nächstes waren die aus Norddeutschland, genauer gesagt aus Hamburg stammenden UnterArt an der Reihe. Schon das Auftreten der zwei Musiker ließ auf einen interessanten Gig hoffen. Sofort legten UnterArt mit dem Titel „Zion“ lautstark los. Live unterschied sich der Sound doch stark von dem Sound den ich von der CD gewohnt war. Die Vocals rückten mehr in den Vordergrund und es war im Allgemeinen nicht so EBM lastig wie von Platte. Was die Sache allerdings nicht minder interessant machte. Das Auftreten des charismatischen Frontmann Chris Harms, erinnerte an Szene Größen wie Manson und HIM, ohne diese aber kopieren zu wollen. Für mich verwunderlich, war das trotz der gut tanzbaren Rhythmen die fleißigen Tänzer das tanzen einstellten und etwas bewegungslos auf die Musiker starrten. Obwohl sich Chris alle mühe gab und sich ordentlich ins Zeug legte! Ich vermute mal, dass es vor allem an der extrovertierten Bühnenshow lag und vor allem die weiblichen Zuhörer da nix verpassen wollten. Plötzlich stand Chris ohne Hemd und mit zerkratzter, entblößter Brust auf der kleinen Stage und spätestens jetzt richteten sich alle Augen nur auf Ihn. UnterArt spielten Titel ihres Debüt und gleichzeitig aktuellen Albums „Noise and Grace“! „Hirntot“, Nephilim und Headshot waren die schnelleren und härteren Stücke. Mit „Open End“ wurde auch ein neuer Track präsentiert. Für mich ist die Band auch nachdem ich sie Live gesehen habe eine der besten Newcomer Bands des letzten Jahres! Hoffentlich wird es auch bald wieder eine neue CD von UnterArt geben. [ TN ]

 

Nach einem sehr gelungenen Auftritt des Hamburger Duo UnterArt, stand der Premiere von Erk`s Projekt Rabia Sorda nur noch eine kurze Vorbereitungsphase des Keyboarders und der Abbau des UA Equipment im Weg. Es dauerte keine zehn Minuten, da fegte der quirlige Mexicaner auch schon auf der Bühne von rechts nach links, was bei den Abmessungen der Fläche allerdings recht begrenzt war. Von den geschätzten 100 Gästen sorgten überwiegend einige der Mädels in der ersten Reihe für gute Stimmung, indem sie haltlos jubelten und des öfteren den Namen der Band riefen. Ein Girlie kam letztlich sogar an Erk´s Mikro zum Zuge und bekundete lauthals ihre Vorliebe für Rabia Sorda. Der Auftritt in Frankfurt war wie bereits erwähnt die Premiere für die Band, der größte Unterschied zu Hocico oder Dulce Liquido lag augenscheinlich zunächst einmal am Keyboarder und vor allem an einem Schlagzeuger, der für mächtig Druck im Nachtleben sorgte. Zur Eröffnung wurde „Perfect World“ von der MCD „Save Me From My Curse“ gespielt, bevor dann das komplette Album

 

„Metodos Del Caos“ seinen Weg ins Publikum fand. Die Power von Erk war ähnlich unerschöpflich, wie bei seinen bisherigen Auftritten unter oben genannten Bands, was im Verlauf des Gigs zur Folge hatte, dass eine der am Bühnenrand vielleicht etwas ungünstig platzierten Monitorboxen den Weg in den Abgrund fand. Die Aktion war zwar sichtlich ungewollt, allerdings irgendwie vorhersehbar, da Erk immer wieder seinen Fuß darauf abstützte und somit der Abgrund immer näher rückte. Zu Schaden kam aber außer ein paar abgestellten Gläsern, niemand. Nachdem die Jungs eine gute Stunde richtig Stimmung in die kleine Gemeinde gebracht hatten und einer beinahe nicht erwähnenswerten technischen Pause, verabschiedeten sie sich nach „Cantos De Violencia“. Da das gut gelaunte Frankfurter Publikum sich aber so leicht nicht abfertigen lässt, wurde natürlich eine Zugabe gespielt. Als erster Titel der Zugabe gab es einen neuen Song „Things Never Were“, der auf dem aktuellen Machineries Of Joy 4 Sampler zu finden ist.

 

Beim Zweiten Song der Zugabe bekamen wir schließlich einen ganz neuen Erk zu Gesicht, der seinen bisher gefühlvollsten Song „Methods of Chaos“ auch dementsprechend darbot. Erk freute sich über die gute Akzeptanz seiner Arbeit sichtlich ohne auf seine Erfolge mit „Hocico“ zu schielen. Man hat gemerkt wie viel ihm Rabia Sorda bedeutet. [ OL ]

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Text: Oliver Loscher [ OL ], Thomas Nattermann [ TN ], Sandro Griesbach [ SG ]
Bilder: Sandro Griesbach

Schallfaktor: Galerie II

Unter Art: Galerie II

Rabia Sorda: Galerie II

Galerie II