Combichrist --- [ 01.12.2005 Duisburg Pulp ]
 
Ja ich gebe es zu. Bis vor gut zwei Monaten wusste ich noch gar nicht dass es eine Band namens Combichrist gibt, heute weiß ich: Dies ist ein Nebenprojekt von Frontmann Andy LaPlegua (Icon of Coil & Panzer AG). Dann hörte ich einige Lieder und wusste die muss ich unbedingt mal live sehen. Dazu gab es dann am 01. Dezember die Gelegenheit im Event-Schloss Pulp in Duisburg. Das Pulp ist burgähnlich aufgebaut und besticht vor allem durch eine sehr schöne Inneneinrichtung, man fühlt sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Für wenig Geld gibt es hier übrigens noch ein lecker Buffet und Fleisch vom Grill.
 
120 Leute waren vielleicht ins Pulp gekommen, so das sich die Halle gerade mal zur Hälfte füllte, als wir gegen kurz nach 20.00 Uhr endlich rein durften. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis sich jemand ans Notebook und Keyboard stellte, welches auf der Bühne platziert waren und harte Töne aus den Lautsprechern ertönen ließ. Nach gut drei Liedern stellte sich heraus, dass dies „Auto Aggression“ war. Die Begeisterung hielt sich eher in Grenzen, mein Fall war es auch nicht, aber das ist sicher Geschmackssache. Als besondere Überraschung hielt er noch eine Frau parat, die sehr nervös wirkend zu einem Lied mehr oder minder sang.
 
Nach gut einer halben Stunde war das ganze vorbei und die nächste Warterei ging los. Dann endlich kamen Combichrist auf die Bühne, wie immer mit Björn Peterson am Laptop und seit dem dies jährigen Mera Luna zusätzlich noch mit Sascha Pniok am Keybord. Als endlich Frontmann Andy LaPlegua mit Kunstblut verziert die Stage betrat und die Show eröffnete. Leider hatte man wohl vergessen das Licht einzuschalten, so das kaum die Möglichkeit bestand gute Bilder zu machen. Direkt an der Bühne, bzw. vor der Bühne im Pulp sind noch  zwei größere Treppenstufen, auf denen sich Andy dann vorzugsweise von rechts nach links und im Kreis bewegte so dass auf ihn fast gar kein Licht fiel und man teilweise mit bloßen Augen schon Schwierigkeiten hatte sein Gesicht zu erkennen.
 
Aber ich muss sagen, die geile Show die uns Combichrist ablieferten hat dies wieder ausgeglichen, so wurden Clubkracher wie -like to thank my buddies-, -this shit will fuck you up- und -blood royale- gespielt. Die Stimmung war wirklich absolut genial, was da von Andy rüber kommt ist mehr als nur gut. Ich kann daher nicht verstehen, dass es dafür relativ leer war, so hatte ich doch mit größerem Andrang gerechnet. Industrial von der allerfeinsten Live-Qualität wurde hier geboten und kaum ein anderer versteht es die Menge so anzuheizen und ausflippen zu lassen. Es wurde getanzt, geschrieen und gejubelt was das Zeug hält, was die Band irgendwie auch ein wenig zu überraschen schien. Besonders erwähnenswert ist sicherlich die Ausdauer von Frontmann Andy, ich möchte nicht wissen wie viele Kilometer er am gestrigen Abend mit seinem Dauersmiley auf der Bühne abgelaufen ist. Auch der Keyboarder schien Spaß bei der Sache zu haben und gab hier in Duisburg alles. So kam wirklich viel rüber von der Band. Nach circa einer Stunde war das ganze leider dann schon vorbei, nach zahlreichen Zugabe-Rufen gab’s dann doch noch 3 Songs als Zugabe. Danach war im Pulp noch „Schattenreich“-Abend, aber da der Job Freitags morgen ruft war für uns der Abend beendet.

 
Vielen Dank für die geile Show, die ich nur jedem Industrial-Hörer ans Herz legen kann. Ein bisschen heller hätte es nur sein können, denkt doch auch mal an die Fotografen, die von Euch schöne Bilder machen möchten, ohne euch dabei ständig mit Blitzen belästigen zu müssen. Die Bilder stammen vom Gig im Frankfurter Nachtleben am 05. Dezember, vielen Dank an dieser Stelle an ElectronicDanceArt
 
Texte: Linda Holzer [darkmoments]
Fotos: Sandro Griesbach [darkmoments]
Genetic Selection: Galerie
Combichrist: Galerie I
Combichrist: Galerie II