Peter Heppner...[ Kuz, Mainz 15.01.2009 ]
 

Zum Auftakt seiner Solo Tour stand „Peter Heppner mit Freunden“ entgegen der noch vor einigen Monaten geplanten Location Eltzer Hof im KUZ in Mainz! Woran lag es, das der Vorverkauf so schleppend lief und man einige Konzerte bspw. den Auftritt in Gießen sogar ganz aus dem Plan nahm und auf weitaus kleinere Hallen auswich. Vielleicht war der Preis für ein Ticket doch etwas zu ambitioniert, wir haben keine Ahnung! .[ Galerie ]

 

Kommen wir aber zum wunderschönen Auftritt im KUZ vor etwa 400 Gästen, was zwar für das KUZ ganz ordentlich ist, doch für jemand der solange im Business ist wie Peter Heppner und auch schon so viel erreicht hat, eher bescheiden. Zu Auftakt des Abends begann Peter gleich mit dem Song „Easy“ von seinem im letzten Jahr erschienen Album "Solo" und zeigte hier schon die zu erwartende Perfektion des bevorstehenden Abends. Ob es Herr Klatte an der Gitarre war, der sich nur sehr minimalistisch bewegte und sehr andächtig die Saiten griff, Herr Färber am Schlagzeug oder aber Herr Riegner am Keyboard, die Konstellation war stimmig und professionell waren alle Fünf zur Band gehörenden Musiker. Nach "Easy" stellte sich Herr Heppner vor, nur eben nicht, wie über Jahre hinweg gewohnt mit “Wir sind Wolfsheim“, sondern mit „ich bin Peter und das ist meine Band“! Klar es war anders, aber im Prinzip doch sehr vertraut, denn den Notenständer hatte Peter schon immer und ein Künstler der Verwandlung ist Herr Heppner auch nicht was auch gut so ist. Natürlich stand der Abend ganz im Zeichen seines Album „Solo“ und so kam es auch zur vollständigen Darbietung des Gegenwärtigen, doch es gibt natürlich noch viele andere schöne Seiten in der Karriere eines Peter Heppners, welche sensibel eingebunden wurden und ein harmonisches Gesamtbild ergaben. Es war eine wunderbare Zeitreise in die Vergangenheit zurück bis zur „Flut“ aus dem Jahr 98, damals gemeinsam mit Joachim Witt, dessen Gesangspart hier Carsten Klatte ersetzte. Als weitere Highlights beglückten „Wir sind Wir“, welches eine Zusammenarbeit mit Paul van Dyk war, Dream Of You“ einer der Erfolgssongs mit Schiller, „Vielleicht“ mit Jose Alvarez Brill oder auch „Kein Zurück“ die Zuhörer.

 

Zuhörer hört sich komisch an eigentlich ja eher die Fans! Aber ja, es waren Zuhörer, Menschen die sich ganz dem einfühlsamen Gesang dieser einzigartigen Stimme gewidmet haben, keine wild kreischenden Fans. Nein es waren gut gelaunte fröhliche Menschen, die sich ganz auf den Inhalt der Songs konzentrierten und jede Silbe genussvoll aufsaugten und dankbar applaudierten. Peter Heppner hat einen großen Schritt gewagt, immerhin hatte er sich mit Wolfsheim einen sehr erfolgreichen Weg geebnet und jetzt eigentlich bei Null angefangen. Doch auch wenn die Location mit dem KUZ etwas kleiner ausgefallen ist wie die Phönixhalle in Mainz vor Jahren noch mit Wolfsheim, ist es ihm trotzdem mühelos gelungen die Menschen hier glücklich zu machen, sogar so glücklich, dass es zu einigen Zugaben kam. Und diese Zugaben hatten es so richtig in sich! So gab es unter anderem mit „I Feel You“ einen weiteren Song, der ihn in Zusammenarbeit mit Schiller zum Erfolg führte. Zu guter letzt kam dann sogar noch der Hit der ersten Stunde „Sparrows and the Nightingales“, was diesem Konzert noch ein krönendes Häubchen aufsetzte.

 

Ein wunderschöner Abend ging wie im Flug vorbei und es gab keinen einzigen Kritikpunkt. Die Lichtspiele waren freundlich und schön, der Sound klar und kräftig und bis auf eine klitzekleine Fehlfunktion, bei der selbst Routinier Peter schon ein wenig aus dem Konzept kam und sicher auch etwas verärgert war, lief alles glatt. Toller Auftakt und dieser Mann wird sicher nie „Alleinesein“, denn wahre Fans bleiben ihm eben auch nach einer Trennung treu.

 
Text: .Oliver Loscher
Bilder: .Sandro Griesbach