Out of Line Festival -Batschkapp Frankfurt(M)-
Was für ein Abend! Der 11.11.04 für viele Menschen wie jedes Jahr der Beginn der Karnevalsaison! Für „uns“ die Freunde des Dark Electro einer der besten Abende des ausklingenden Jahres. System Syn, der jüngste Sprössling des Labels an diesem Abend, hatten ab 19:30 die schwere und undankbare Aufgabe den Abend zu eröffnen. Vor dem zu diesem Zeitpunkt noch recht überschaubaren Publikum, welches neuen Bands gegenüber wie immer recht verhalten war, kein leichter Job. Dennoch präsentierten System Syn ihr sehr gelungenes erst vor etwa 3 Monaten erschienenes Album -premeditated- souverän und sorgten für 35 Minuten leichte und gute Unterhaltung. Vielleicht sieht man System Syn auf dem WGT 2005 wieder und bis dahin wird Ihre Fangemeinde mit Sicherheit stetig wach- sen. Während des Auftritts von System Syn hatte sich die Batschkapp erheblich gefüllt, man kann sogar sagen sie war seit langem nicht so überfüllt!
Jasyn und Courtney Bangert besser bekannt als God Module setzten as Programm ab 20:15 fort, im Gegensatz zu Ihrem Auftritt beim WGT 2003 stand allerdings nicht Alex Matheu (Negative Format, Parallel Fusion) hinter dem 2. Keyboard. Die Band überzeugte die Masse allerdings auch in dieser Formation mit Stücken aus Ihrem letzten Album -Empath-, wie Telekinetic oder Reverse Inversion. Auch die Vorstellung ihrer neuen Single victims among friends liessen sich God Module nicht nehmen und diese kam auch ziemlich gut an.
Nach diesem überaus gelungenen Auftritt, waren Spetsnaz an der Reihe. Das Duo hat mit Ihrem an alte Zeiten erinnernden Sound die recht große Fangemeinde mächtig eingeheizt und bestes Futter zum harten pogen geliefert. Teilweise eskalierte die Situation etwas und führte zu kleinen Differenzen. Nach 40 Minuten gab es sogar noch eine Zugabe welche vom Publikum jubelnd honoriert wurde.
Nun war die Zeit gekommen für Dauergast und Happy Face Andy L. P. von Icon of Coil , zuletzt im April auf seiner eigenen Tour in der Batschkapp und heute beim Label Festival. In den letzten Monaten hat sich außer einer neuen Frisur nicht viel geändert, der stets gut gelaunte Andy spielte sein bekanntes Set, was überwiegend die -machines are us- repräsentierte, gewohnt souverän ab, wobei das etwas gefühlvollere Shelter erneut einen der Höhepunkte dieser Auswahl bildete. Nach einer knappen Stunde inklusive Zugabe verabschiedete Andy ein begeistertes und erwartungsvolles Publikum.
Zum Auftritt von Hocico gegen 23:30 hatte sich die Batschkapp kein Stück geleert, die etwa 800 Gäste harrten wirklich lange aus um Erk und Rasco live zu erleben. In meinem zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz so klarem Kopf, kam mir der komplette Gig wie der Ritt in die Hölle vor, präsentiert vom Teufel persönlich. Speedy Gonzales ist vielleicht die schnellste Maus aber Erk sicherlich der schnellste Musiker Mexikos. 90 Minuten gnadenlose Power und ein Knaller nach dem anderen, überwiegend aus dem aktuellen Album -wrack and ruin-, aber auch einige hochkarätige Klassiker wie „Poltergeist“ oder "Ladykiller" sorgten selbst weit nach Mitternacht noch für eine sehr ausgelassene Stimmung. Mit Sicherheit kann man Hocico als energetischste Band des Abends bezeichnen, aber die Auftritte der anderen Künstler waren allesamt genial und so kann mein Fazit nur heißen, „Tolles Festival zum fairen Preis“ Out of Line & Electronic Dance Art!

Text: Oliver hhh Bilder: Sandro Griesbach