Out of Line Festival - [ 10.11.2005 Frankfurt(M) Batschkapp ]
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Perfekt terminiert fand das Out Of Line Festival in der Frankfurter Batschkapp 2005 genau einen Tag versetzt im Vergleich zum Vorjahr statt! Alle Bands der diesjährigen Tour waren in Frankfurt leider nicht dabei, da hatten die Besucher in Augsburg wohl einen kleinen Vorteil und sind in den Genuss gekommen, das aktuelle, sehr geniale Album der Berliner Band AGONOIZE live zu erleben.
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Den Verlust wett machen konnten AESTHETIC PERFECTION zwar nicht, aber an dem Auftritt der US Elektroniker gab es mal nichts zu meckern, waren sie doch der jüngste Spross des Leipziger Labels an diesem Abend und konnten auf ganzer Linie überzeugen. Erstaunlicherweise hatten sich sogar zu dieser frühen Stunde, es war gerade mal kurz nach 19:00 Uhr als die Jungs an den Start gingen, doch schon sehr viele Gäste eingefunden, um live in den Genuss des Albums „Close to Human“ zu gelangen. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Labelkollegen lässt sich wohl nicht leugnen, was jedoch eigentlich nicht ungewöhnlich ist und keinesfalls negativ zu werten sein sollte. Der wohl bekannteste Song „Sacrifice“ fand den größten Anklang beim Publikum während des rund 30minütigen Auftritts.

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Die Newcomer des Jahres 2004 CEPHALGY folgten direkt im Anschluss und bestritten den Abend im Gegensatz zu ihren letzten Auftritten nur als Duo, da Keyboarderin Stella leider verhindert war. Jörg und Ronny (Blue Eyes) gehen mit ihrem aktuellen Album „Finde Deinen Dämon“ zwar nicht direkt neue Wege, aber der Bezug zur Muttersprache ist offensichtlicher geworden und steht den beiden auch ziemlich gut zu Gesicht. Auf der CD wird „Mein Versprechen“, welches Jörg hier alleine gesungen hat, noch von Ulrike G. unterstützt, warum man auf ihre Präsenz verzichtet hat, bleibt offen. Leider war die Stimmung eher etwas verhalten und obwohl CEPHALGY mit „My Dreams“, „Vater“ oder „See Me Die“ ja wirklich ein Brett nach dem anderen abfuhren, konnten sie nur einen geringen Teil des Publikums zu leichten Bewegungen animieren.
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Ohne lange Zwischenpause enterten unmittelbar danach Dennis, Michael und Steve alias SOLITARY EXPERIMENTS gegen 20:30 Uhr die Bühne und eröffneten mit „Odysee Of Mind“ ihren Auftritt. Voller Emotion und bester Laune spielten die drei einen Hit nach dem anderen, egal ob „Delight“, „Watching Over You“ oder „Pale Candle Light“, jeder Song war ein Glanzstück und unterstrich die Live Qualität der Band, was sich auch im plötzlich erwachten Publikum dement- sprechend widerspiegelte. Sehr geiler Auftritt von SOLITARY EXPERIMENTS und sicher eines der Highlights des Abends, der leider viel zu schnell vorbei war. Aber zum Glück bleibt uns ja noch deren erst kürzlich erschienenes Album -mind over mather- mit der darin enthaltenden Live Zusatz CD!

 
Bands, die eher selten zu Gast in Deutschland sind, werden gebührend empfangen und bereiten immer wieder große Freude, so geschehen bei dem sympathischen Duo DECODED FEEDBACK, welches die Batschkapp zum Kochen brachte! Yone und Marco konnte ich zum ersten und leider auch bis dato letzten Mal beim WGT 2003 sehen, und sie überzeugten mich schon damals, so war dieser Auftritt erneut eine Bestätigung. Ihrem Stil über Jahre hinweg absolut sicher und treu konnten sie problemlos die knappen 45 Minuten füllen und die Begeisterung ebbte nicht ab, im Gegenteil es wurde sogar stark nach einer Zugabe verlangt, welche jedoch leider wegen der begrenzten Zeit nicht gegeben werden konnte. DECODED spielten vom Klassiker „Bio-Vital“ über „Relic“ und „Phoenix“ bis zum gegenwärtigen „Combustion“ vom aktuellen gleichnamigen Album eigentlich alles, was Dampf hatte und für sehr ausgelassen Stimmung sorgte. Die beiden hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, wie man an auch den Bildern der stets freundlich bis keck smilenden Yone und dem ekstatisch agierenden Marco entnehmen kann. Nach dem Auftritt von DECODED FEEDBACK waren dann etwas aufwendigere als sonst übliche Gestaltungsmaßnahmen erforderlich, um die Kulisse für den Headliner BLUTENGEL entsprechend ansprechend zu dekorieren
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Bevor Edelherr Pohl mit seinen Gespielinnen das Theater eröffnete, konnte man einem schaurigen, gut durch Lichteffekte in Szene gesetzten Intro beiwohnen. In der Besetzung gibt es eine auf der CD kaum merkliche Veränderung, welche sich hier beim Auftritt in Form von Sängerin Ulli (SAY Y) dann doch optisch schon eher bemerkbar machte. Sicherlich keine leichte Aufgabe, das Erbe von Eva Pölzing anzutreten, dennoch gelang dies gerade beim aktuellen Hit und Opener des Abends „The Oxidising Angel“ bereits gut, und im Verlauf der Aufführung konnte Ulli ihre Fähigkeiten immer besser unter Beweis stellen. Generell sollte die Show noch von einem Video unterstützt werden, aber leider war ein aufgetretener technische Fehler nicht zu beheben, was den Einsatz somit verhinderte, ob es der Show geschadet hat, vermag ich nicht zu beurteilen, da diese doch sehr abwechslungsreich und vielseitig war. Über den Zeitraum von fast 2 Stunden bekam man nämlich von Tänzerin Sonja die unterschiedlichsten Darbietungen zu sehen, die von Romantik bis zur vollkommenen Unterwürfigkeit reichten, und Sonja mit Flügeln oder an der „Kette“ zeigte. Egal welche Rolle sie auch spielte, sie hatte die Gabe, stets ihren Gesichtsausdruck zu wahren und sich dem, was sie aufführte, in vollem Umfang hinzugeben, um somit eine perfekte Show abzuliefern, unterstützt wurde die Show noch von einer weiteren Tänzerin.

 
Das Set von BLUTENGEL war ausgesprochen umfangreich und reichte bis in die Anfangszeit der Band zurück, so gab es auch ältere Stücke, wie „Beauty of Suffering“ und auf vielfachen Wunsch, wie Chris betonte, den Titel „Soul of Ice“ vom aus dem Jahr 2001 stammenden Album „Seelenschmerz“ zu hören. Dies war sicher eines der Highlights im BLUTENGEL Set an diesem Abend! Ein sehr ansehnliches Erlebnis war diesmal auch „Die with you“, bei dem sich Constance und Chris ein leidenschaftliches Gesangsgefecht lieferten. Evas Solo - Klassiker „Seelenschmerz“ wurde diesmal von Ulli gesungen, sicher eine ungemein schwere Rolle für Sie, die sie auch gut meistern konnte, jedoch nicht ganz an die Qualität des Originals heranreichte.
 

Abschließend lässt sich sagen, war es wieder einmal ein sehr gelungener Abend in einer gut gefüllten Frankfurter Batschkapp, präsentiert von ElectronicDanceArt und dem Label Out of Line.

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Texte:i Oliver iundi Anika i[darkmoments]
Fotos:i Sandro Griesbach [darkmoments]
 
AESTHETIC PERFECTION: Galerie I
CEPHALGY: Galerie I
SOLITARY EXPERIMENTS:
DECODED FEEDBACK:
Galerie I
Galerie I
iaaBLUTENGEL: Galerie I
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Galerie II
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