ASP & Chamber .-Once in a lifetime- .[ 21.04.2006 Köln E-Werk ]
M

“Und da sage mal einer, instrumental würde nicht rocken!” Diesen Worten von ASP nach „Ich will brennen“ ist eigentlich nichts mehr weiter hinzu zufügen. Doch für einen Konzertbericht erscheint es mir doch ein bisschen wenig. Daher jetzt erstmal zum Anfang zurück.

 

Das in Frankfurt Rödelheim nicht nur der Ursprung für Rap-Musik liegen kann, zeigen ASP und Chamber L´Orchestre de chambre noir. Im Sommer 2005 entstand in einem Biergarten in dem besagten Frankfurter Stadtteil die Idee für „Once in a lifetime“. Die Bands ASP und Chamber kennen sich schon sehr lange und außerdem besteht eine tiefe Freundschaft zwischen ASP und Marcus von Chamber. Nachdem man schon früher gemeinsam auf Tour war, wollten die beiden noch einmal zusammen auf der Bühne stehen und ein gemeinsames Projekt entstehen lassen.

 

Von der Umsetzung dieses Projektes durfte ich mich nun am Freitag, den 21.04.06, selber überzeugen. Und eins sei vorweg gesagt, der Titel „Once in a lifetime“ war keine Übertreibung. Es war ein einmaliges Erlebnis. Schon am frühen Abend traf sich die schwarze Szene vor dem E-Werk in Köln. Als um sechs Uhr die Tore geöffnet wurden, war es schon ein merkwürdiges Gefühl ein Konzert im sitzen zu erleben. Der komplette Saal war bestuhlt. Nachdem sich der Saal schnell gefüllt hatte, kam die „Vorband“ auf die Bühne. Es war Thomas Sabottka, der Szene bekannte Autor von „Play“ und „Rewind“. Er betrat mit Worten von „Hässlich“ die Bühne. Das Konzert begann somit mit einer Lesung von drei Kurzgeschichten, die zum Teil witzig, zum Teil bitter Böse waren und vom Publikum mit reichlich Applaus honoriert wurden.

 

Nach, der gut 30 minütigen Lesung, begann der musikalische Teil des Abends. ASP und Chamber präsentieren in dem gut zweistündigen Konzert eine Mischung aus ASP und Chamber Songs, die alle instrumental dargeboten wurden. Die meist im Wechsel gespielten Stücke bekamen eine völlig neue Note und waren, wie ASP sagte: „Für die ASP-Fans nur schwer zu verstehen.“ Dies sollte allerdings das einzige Fettnäpfchen bleiben, in welches einer der Musiker an diesem Abend trat. Zunächst schlugen beide Bands etwas ruhiger Töne an, wie zum Beispiel mit dem ASP Song „Demon Love“. Im Laufe des Konzertes wurde nicht nur die Musik rockiger, auch die Anspannung der Musiker löste sich immer mehr. Spätestens bei „Snowwhite“ von Chamber, bei dem ASP und Marcus eine kleine Tanzeinlage boten, sang das Publikum die Lieder lauthals mit. Kurz vor der Pause war noch einmal Zeit für eine Portion Gänsehaut, als ASP zu „Wir tanzten“ anstimmte dessen traurige Stimmung durch die orchestrale Untermalung noch gesteigert werden konnte. Mit dem Tourlied „Once in a lifetime“ ging es in eine 20 minütige Pause.

 

Nach der Pause erreichte die Stimmung ihren absoluten Höhepunkt. Das Publikum hielt es bei Hits, wie „Ich will brennen“ oder „Werben“ nicht mehr auf den Sitzen. Die Fans sprangen auf, tanzten, sangen und klatschen bei den bekannten Liedern mit. ASP bewegte sich musikalisch zusehends auf fremdem Terrain, als der die Chamber Hommage „Hometown“ an die Stadt Wien zum Besten gab. Der Ausfall von ASP´s Micro konnte die Party nun auch nicht mehr stoppen. Beendet wurde das Konzert erneut mit „Once in a lifetime“, welches fast ausschließlich vom Publikum gesungen wurde. Nach gut zwei Stunden und vier Zugaben wurden die Musiker vom Publikum gerade zu frenetisch gefeiert. Die interessante Verschmelzung der teils folkigen, teils getragenen Chamber Lieder mit den rockigeren Nummern von ASP war bemerkenswert und sicherlich nicht nur für mich ein einmaliges Erlebnis.

M
Text und Bilder: Carsten Terres

Galerie II

 

Galerie II