Hall of Happiness bei MESH in der Batschkapp [ Frankfurt(M), 27.04.2006 ]
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MESH wissen, was ihre Fans von ihnen erwarten: „This Is What You Wanted“ heißt einer der eingängigsten und in diesem Kontext auch gleichzeitig ungewöhnlichsten Songs ihres neuen Albums „We Collide“. Und trotz unzähliger Shows und der Erfahrung von bislang sieben Alben, wollte man nichts dem Zufall überlassen und so wurde noch einen Tag vor Tour-Auftakt im Leipziger Werk 2 das ganze Set Up mehrmals durchspielt um nichts, aber auch gar nichts dem Zufall zu überlassen! Sicher auch ein Punkt der für die Qualität der Jungs um Sänger Mark Hockings aus dem englischen Bristol steht. Und so war nach Leipzig, Zürich, München, Köln und Hamburg nun Frankfurt an der Reihe. Natürlich ließen wir uns diesen Ohrenschmaus nicht entgehen und trafen pünktlich auf die Minute vor der Frankfurter Batschkapp ein.

 

Leider ließ man uns eine ganze Weile warten, es war kurz nach 21.00 Uhr, als die ebenfalls aus Übersee stammende Band MECHANICAL CABARET den Abend eröffnete. Und so betrat ein sehr glamouröser und feminin wirkender Frontmann, begleitet von 2 eher coolen Typen an den Keyboards, die Stage in der Kapp, um mit dem ersten Song „cheap and nasty“ das Frankfurter Publikum mit seinem sehr weiblich wirkenden Charme, zu umgarnen. Eigentlich ein cooler waviger Sound, mit einer etwas gewöhnungsbedürftigen Stimme von Sänger Roy (welcher mich optisch etwas an Tokio Hotels Bill erinnerte), so dürfte sich M.C. am ehesten umschreiben lassen. Das Frankfurter Publikum war anfangs noch etwas zurückhaltend und so musste Roy schon etwas mehr posieren, bevor dann aber spätestens bei dem Titel „disbehave“ das Eis gebrochen war. Im Laufe des Gigs entledigte sich Roy dann auch noch seines Oberteiles und präsentierte seinen glitzernden Oberkörper, was beim Publikum hörbar ankam.

 

 

Mit, „see her smile“ beendete man dann seitens der Band das Set. Insgesamt lieferten MECHANICAL CABARET mit 9 Tracks eine passable Show ab und wurden unter einem für eine Vorband mehr als respektablen Applaus entlassen. Nun war zunächst erneut Geduld gefordert bevor MESH eine gute halbe Stunde später gegen 22.15 Uhr unter eindrucksvollem Applaus und verspielter Lightshow mit „Petrified“ ihr Set eröffneten.

 

Als festen Bestandteil ihres Programms, hatten MESH bisher ja schon immer die Texte zum Song auf die Leinwand projiziert, was auch auf der aktuellen Tour nicht verändert wurde. Dem ohnehin sehr textsicheren Publikum gab dies allerdings noch einen zusätzlichen Ansporn Mark tatkräftig zu unterstützen, bei den neuen Songs noch etwas dünn, aber bei Perlen aus der Vergangenheit wie unter anderem „Little Missile“ oder „Not Prepared“ scheinbar aus aller Munde! Eine für mich sehr wesentliche und überaus effiziente Neuerung, war der Einsatz eines Schlagzeuges, was den Sound sehr lebendig und wuchtig machte. Die neuen Songs der Jungs aus dem Vereinten Königreich, kamen durch die Bank weg verdammt gut an, was aber auch fast nicht anders zu erwarten war, denn MESH machten bisher sehr gute Popmusik und mit „We Collide“ haben sie ihren ohnehin hohen Status erneut ausgebaut, da wirklich jeder Song überzeugen kann, wenn vielleicht auch einige Kritiker eine Stagnation sehen!

 

Mark als Frontmann, mag zwar kein großer Entertainer sein, verfügt dafür aber über ein sehr großes gesangliches Talent, was den Gesang auch Live immer wieder zu einem Fest für die Ohren werden lässt und in Verbindung mit den tollen Melodien, doch immer problemlos bei Songs wie „Can You Mend Hearts?“, „Little Missile“ oder auch „No Place Like Home“ ein Garant für Gänsehaut ist. Das umfangreiche Set hätte besser nicht sein können und so verwandelten MESH, die mit schätzungsweise 700 Gästen gut gefüllte Batschkapp für mehr als 90 Minuten in eine träumerisch schwelgende, klatschende und singende Hall of happiness.

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TEXT: Oliver Loscher
FOTOS: Sandro Griesbach
 
 

MECHANICAL CABARET: Galerie II
Galerie II
MESH: Galerie II
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