LETZTE INSTANZ „Das weisse Lied“ Akustik-Tour .[ Christuskirche, Bochum 25. 02. 2008 ]
 

Wie der ein oder andere sicherlich weiß haben wir momentan die Fastenzeit und dies haben sich die sieben Jungs der Letzten Instanz, so man ihren Worten Glauben schenken mag, zu Herzen genommen. Nachdem in der Band lange diskutiert wurde worauf man nun einige Wochen lang verzichten wolle, standen zwei Dinge zur Auswahl: Bier oder Stromgitarren! Und niemand war wohl überrascht, dass die Wahl auf die Stromgitarren fiel.

 

Um nun aber den Zuhörern trotzdem ein gelungenes Konzert zu bieten wurde im Herbst letzten Jahres ein Album mit dem Titel „Das weisse Lied“ aufgenommen. Darauf sind vier neue Liedern und neun ältere, aber neu arrangierte, Lieder zu finden. Über die Entstehung der Lieder sprach ich schon vor einigen Wochen mit Holly. [ siehe Interview ] Diese wurden nun dem geneigten Publikum an ausgewählten Orten live präsentiert. So machte ich mich auf den Weg zur Christuskirche nach Bochum, die sich mit ihrer Gemeinde als Kirche der Kulturen versteht und daher schön des Öfteren zur Location für verschiedene Bands der schwarzen Szene wurde. Mehr als sechshundert Anhänger der Letzten Instanz hatten sich auf den Weg nach Bochum gemacht und sorgten für ein fast ausverkauftes Konzert. Nachdem alle auf den Kirchenbänken Platz genommen hatte, betrat der ganz in weiß gekleidete Holly die Bühne und kündigte die Vorband an. Anna Kränzlein von Schandmaul [ Bilder-Galerie ] präsentierte unter ihrem Namen Anna Katharina ihr erstes Solowerk „Neuland“, bei dem sie eigene sowie klassische Lieder an der Geige und der Drehleier spielt. Sie wurde von Michael Ende und Specki von der Instanz am Bass und an den Drums unterstützt. Die klassische Musik in der passenden Atmosphäre der Kirche zog die Zuschauer sofort in ihren Bann und führte fast zwangsläufig zu tosendem Applaus nach dem ersten Lied. Die vorher sichtbare Anspannung fiel von Anna ab und zwischen den Liedern wurde der ein oder andere Spaß gemacht. Vor allem Specki an den Drums war prächtig aufgelegt und kommentierte die zum Teil hochanspruchsvolle Musik, mit verschiedenen Faxen hinter den Trommeln. Nach nur einer handvoll Liedern war der viel zu kurze Auftritt schon vorbei und die Zuschauer honorierten den gelungen Auftritt mit stehenden Ovationen. Nach einer fünfzehnminütigen Umbaupause war es dann soweit.

 

Die Jungs der Instanz [ Bilder-Galerie ] betraten in schwarze Abendgarderobe gekleidet die Bühne. Mit dabei waren die Gastmusiker: Anna Kränzlein (Schandmaul), Frau Schmitt (Subway to Sally) die Benni und M. Stolz an den Streichinstrumenten unterstützen, sowie Leandra (Jesus on Extasy) am Keyboard komplettierten das Bild. Zuletzt betrat Holly in seinem weißen Anzug die Bühne und nahm ebenfalls auf einem Barhocker Platz. Eröffnet wurde das Konzert mit den arabisch anmutenden Klängen von „Kalter Glanz“. Zunächst folgten einige ruhigere Lieder des Albums die sich wunderbar in das Ambiente der Kirche einpassten. Jedes Lied wurde mit tosendem Applaus bedacht. Mit den Klängen von „Tanz“ forderte Holly das Publikum zum Aufstehen und Tanzen auf, was dankbar vom Publikum angenommen wurde, da dieses es doch eher gewohnt ist bei Konzerten der Instanz zu tanzen, hüpfen und bei jedem Lied mitzugehen. Im Anschluss folgte das David Bowie Cover „Heros“, welches trotz der sehr unterschiedlichen Kritiken gut angenommen wurde.

 

Bei diesem Song fiel zum ersten Mal der Gesang von Leandra ins Gewicht, der sehr harmonisch zu dem von Holly passt. Zur Mitte des Konzertes fand eine kurze Unterbrechung statt. Doch wer auf eine Raucherpause spekuliert hatte, auch in Kirchen ist das Rauchen bekanntlich verboten, sah sich getäuscht. Leandra präsentierte ein Lied ihres gerade erschienen, gleichnamigen Albums, dass ebenfalls ausgesprochen gut ankam. Nach der kurzen wie auch kurzweiligen Unterbrechung ging es weiter mit dem ersten reinen Instrumentalstück Eros von Bassist Michael Ende, der, wie er mir im Anschluss verriet, mit seiner Darbietung nicht hundertprozentig zufrieden war, was aber wohl ansonsten niemanden aufgefallen sein dürfte. In der zweiten Hälfte des Konzerts folgte ein mit „Mutter“ ein weiteres Instrumentalstück, welches von dem Streicherquartett dargeboten wurde. Neben den restlichen Songs vom aktuellen Album wurden aber auch einige Klassiker der Instanz, wie „Wir sind Gold“ und „Mein Todestag“ in leicht verändertem Gewand gespielt, dazu gehörten auch die Zugaben „Rapunzel“ und „Sandmann“.

 

Nach gut zwei Stunden war ein außergewöhnliches, wie auch wunderbares Konzert leider schon viel zu schnell vorbei. So bleibt nur die Hoffnung, dass die Instanz sich noch einmal dazu entschließt eine Akustiktour zu machen.

 
Text: .Carsten Terres
Bilder: .Carsten Terres