L`amé Immortelle - XPQ 21 - Punto Omega .[ Batschkapp, Frankfurt(M) 07.12.2006 ]
 

L`amé Immortelle haben am Donnerstag, den 07. Dezember 2006 zum letzten Akt in der Frankfurter Batschkapp gastiert. Nach gut 2 Jahren Abstinenz aus dem Rhein-Main Gebiet präsentierten die Österreicher ihr neues Album „Auf Deinen Schwingen“! Support waren in Frankfurt die beiden aus Argentinien stammenden Jungs von Punto Omega, an deren Erfolg der gute Herr Rainer nicht ganz unbeteiligt ist und die etwas anderen Italiener von XPQ 21.

 

Kurz vor 21:00 Uhr standen die Jungs aus Südamerika am Start und der stark an Neo aus Matrix erinnernde Frontmann Pilgrim gab sich alle Mühe, seine in Spanisch gesungenen Songs unter das lauschende Volk zu katapultieren. Geile Songs haben die beiden auf jeden Fall und hoffentlich kommt da auch bald noch mehr! In der knappen halben Stunde, kamen unter anderem Songs wie das etwas ruhigere „Guerra en los Cielos“ oder das geniale „Punto Omega“ zum Einsatz. Als besonderes beeindruckendes Zwischenspiel gab es auch noch „Marchia Hacia el Punto Omega“ zu hören, wo Neo zum Dudelsack griff. Ebenfalls ganz toll „El Laberinto“! In Sachen Perfomance on Stage haben die Genre Kollegen aus Südamerika noch einen sicheren Vorsprung, aber in der Qualität der Songs stehen Punto Omega ganz dicht dahinter. Toller leider viel zu kurzer Einblick in die Welt der Argentinier und ein „La Fusion“ mit Thomas zusammen hätte sicher noch einen besonderen Reiz gehabt. Klasse Support den man gerne wieder sieht, aber dann hoffentlich etwas ausgiebiger.

 

Nach einer kurzen Umbauphase nahmen die Men In White die Bühne für sich in Anspruch. Die gar nicht so typische italienische Band um Mastermind Jeyenne, war sowohl in weiß gekleidet als auch ebenso maskiert, was den insgesamt recht skurrilen Eindruck, den die Band auf mich machte, noch bekräftigte. Schon beim ersten Beat erinnerte der Sound an die besten Zeiten von The Prodigy auf dem Album „The Fat Of The Land“ Jeyènnes Gesang ist allerdings nicht mit Liam Howlett zu vergleichen. Die Breakbeats in Verbindung mit der rabiat gerockten Gitarre und den elektronischen Einflüssen bedurften schon einer gewissen Eingewöhnungsphase. Der Hauptbestandteil des Sets stammte aus dem aktuellsten Output der Band „Alive“. Hier gefielen mir die Songs „Jesus Was Gay“ und „Dead Body“ besonders gut, sowie „White And Alive“. Ein gewisses schmunzeln entlockte allerdings der einzige Song mit deutscher Lyric, „Sonne“ deren Inhalt zwar sicherlich recht dürftig war, aber absolut der Tatsache entsprach.

 

„Denn da geht es doch jedem gut wenn einem die Sonne auf den Arsch scheint“ Dem Publikum gefiel der stimmungsvolle Auftritt doch der gewünschten Zugabe konnte leider nicht nachgekommen werden.

 

Die Vorbereitungen für den Auftritt von L`amé Imortelle waren dank einer gut organisierten Crew auch innerhalb weniger Minuten erledigt. Schon kurze Zeit später strahlte Sonja mit ihren leuchtend roten, hochgesteckten Haaren inmitten von Gitarrist Ashley und Bassist Francis, um den Letzten Akt zu eröffnen, bevor sich Thomas dann zum „Stummen Schrei“ dazu gesellte. Das Zusammenspiel der beiden klappte wieder bestens, wie sie mit „Fear“ eindrucksvoll unter Beweis stellten. Aber auch im Solo konnte sowohl Sonja als auch Thomas überzeugen. Als erste kam Sonja mit „Herzschlag“ zur Sache; ein schöner Song wenn vielleicht auch etwas zu sehr auf Charts getrimmt, doch das herrliche „Phoenix“ im Anschluss kam dann wieder richtig fett. Während Thomas die Solophasen von Sonja nutzte, um selbst am Keyboard tätig zu werden, nutzte Sonja wiederum die von Thomas, um sich in für Frauen teilweise typischer Manier regelmäßig umzuziehen, insgesamt erfreute die Gute ihre Fans in 4 unterschiedlichen Outfits und zum Ende hin, dann auch wieder mit offenen Haaren.

 

Die überwiegend doch sehr tief gehenden Songs wurden entsprechend emotional vorgetragen, so floss auch schon einmal eine Träne. „Aus den Ruinen“ ist aber auch ein echt harter Song nicht nur für sensible Menschen. Das poppige schöne „Nur Du“ lockerte die Atmosphäre dann wieder auf. Als nächstes kam dann der fetzigste Song des bisherigen Sets, und so hat es auch mächtig Unterstützung vom Publikum gegeben, gefiel mir sehr gut wie Thomas auf der Bühne bei „Du Siehst Mich Nicht“ abrockte, dem ohnehin stärksten Song des aktuellen Album, der darauf folgende Applaus bestätigte meine Eindruck. Danach ging es ein gutes Stück zurück in der Erfolgsgeschichte der Österreicher! Mit „Gefallen“ aus dem Album „Wenn der letzte Schatten fällt“ erfreute die Band die Herzen, der zum etwas größeren Teil aus Frauen bestehenden etwa 500 Gäste. Als besonderes Bonbon und auch ziemlich perfekt gemeistert empfand ich den letzten Song des Sets „Life will never be the same again“. Der hier von Ashley absolut würdig übernommene Part von Sean Brennan war echt Spitze.

 

Zwischenzeitlich hatten alle anderen die Bühne verlassen und er zerrte noch ein fettes Solo ab. Der euphorische Applaus den er dafür bekam, zeigte ihm die Qualität seines Einsatzes. Dem frenetischen fordern einer Zugabe kam die Band dann auch unmittelbar nach und peitschte mit „5 Jahre“ noch einmal mächtig die Gemüter auf, doch mit diesem Glanzstück nicht genug, nein der Höhepunkt kam tatsächlich erst zum Schluss, bei der 2.Zugabe. Der Song, mit dem der Band Ende der neunziger Jahre der Durchbruch gelang und bis heute noch zu einem der stärksten Titel gehört „Bitterkeit“ wurde die ansatzweise doch recht theatralische Aufführung glanzvoll beendet. Starke Show die vor Gefühlen keinen Halt gemacht hat.

A
Text: Oliver Loscher
Bilder: Sandro Griesbach

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