DIE KRUPPS - PHILIAE .[ Batschkapp, Frankfurt  10.02.08 ]
 

5 Millionen! ... waren es zwar nicht ganz in der Batschkapp am 10.02.2008, aber gut gefüllt war es auf jeden Fall, als am Sonntagabend endlich das für viele sicher lang ersehnte Konzert von den KRUPPS anstand. Die „Too Much History“ Tour, benannt nach dem aktuellen Best Of Album, führte die Düsseldorfer EBM Götter nach langer Zeit endlich wieder nach Frankfurt und sie ließen die Hessenmetropole brennen. Um das Publikum erst einmal richtig heiß zu machen, ließ man zunächst die Jungs von PHILIAE [ Galerie ] auf die Meute los.

 

Die 1999 gegründete Band hat nach anfänglichen Startschwierigkeiten durch Mitgliederwechsel und das damalige Management zu ihrer heutigen Formationen gefunden und zelebriert eine harte und verdammt gute Art des Industrial-Rocks. 2007 veröffentlichten sie ihr zweites Album „Propaganda“, auf dem auch die meisten Songs zu finden sind, die sie an dem Abend spielten. Dass es hier nicht nur um krachige Sounds geht, beweisen nicht nur die (live teilweise akustisch leider schwer zu verstehenden) kritischen Lyrics, sondern auch die Videos die auf der Leinwand während dem Auftritt abgespielt wurden und Bilder von Terror und Krieg zeigten. PHILIAE legten sich mächtig ins Zeug, zeigten viel Bewegung auf der Bühne und Sänger Guido Maria Kobler benutzte statt seines Mikros hin und wieder ein Megaphon. Trotzdem zeigten sich die Frankfurter ziemlich schüchtern und kamen der Bühne nicht allzu nah; ziemlich schade, man konnte PHILIAE nichts Negatives nachsagen. Trotz der allgemeinen Zurückhaltung ernteten die Jungs großen und sehr lang anhaltenden Applaus.

 

Langsam aber sicher trauten sich dann auch die schüchternsten Besucher mehr nach vorn und als DIE KRUPPS [ Galerie ] mit „High Tech Low Life“ und bedrohlicher Halloween-Melodie ihren Auftritt einläuteten war es vor der Bühne gut gefüllt, aber zum Glück nicht zu eng zum tanzen. Die Fans waren sofort auf 100% und schon der erste Song trieb schlagartig die Hitze in die Batschkapp. Schnelle EBM Beats, harte Bässe und laute Drums – das sind DIE KRUPPS. Nicht nur Jürgen Engler stampfte über die Stage und heizte das Publikum an, man hatte den Eindruck, die ganze Kapp bebte. Es ist schwierig, die Höhepunkte dieses Konzerts zu benennen, denn DIE KRUPPS schmetterten eigentlich all ihre Hits in die Menge. So war „5 Millionen“ nicht der einzige Song der lauthals mitgegröhlt wurde und „Volle Kraft voraus Goldfinger“ nicht der einzige Song, der die Schweißproduktion förderte. Daneben gab es mit „Für einen Augenblick“ auch eine kurze Auszeit, die die Fans durch den rhythmischen Klang und ruhigem Gesang fast in eine Art Trance versetzte. Es war schön anzusehen, wie sich Menschen einer Band und ihrer Musik so hingeben können.

 

Eine tolle aber auch schmerzhafte Showeinlage Jürgens Bearbeiten des Steelophones, unter anderem bei „Metal Machine Music“. Nun, das hektisch blinkende High Tech Gerät war natürlich Futter für die Sinne, wobei die Klänge wirklich extrem schrill und laut waren und einige sich die Ohren zuhalten mussten. Aber solche Kleinigkeiten wie Gehörverlust nimmt der KRUPPS Fan selbstverständlich gern in Kauf :) Mit „Fatherland“ und nach 16 Songs neigte sich der Abend dann allmählich dem Ende zu, aber wie erwartet ließ man die Herrschaften natürlich nicht einfach so von dannen ziehen. Bei den zwei anschließenden Zugaben tobten sich sowohl DIE KRUPPS als auch das Publikum nochmal richtig aus, ehe die Bandmitglieder dann teilweise den Fans in den ersten Reihen die Hand schüttelten und schließlich nach langem Applaus die Bühne verließen. Aber kein Grund, traurig zu sein: Ein neues Album ist in Planung und dann wird es mit Sicherheit eine ausgedehnte Tour geben, die DIE KRUPPS auch wieder ins Hessenland führen wird. Bis dahin heißt es träumen und fleißig CDs hören.

 
Text: .Nadine Schmitt
Bilder: .Thomas Nattermann