IN STRICT CONFIDENCE - FROZEN PLASMA - CONJURE ONE/ [ Batschkapp, Frankfurt(M) 30.10.2006 ]
 

ISC in Hessen on Tour war bisher immer ein Garant für Spaß pur, denn wenn die Stimmung vor heimischem Publikum nicht so wäre wie sie am Montag den 30.10. in der Batschkapp war, dann hätten sich die Fans der Band stark verändert. Herr Ostermann zumindest bleibt seiner Linie treu und die „round about 350 peoples“ dankten es ihm.

 

Den Abend eröffneten allerdings die ebenfalls sehr beliebten Vasi Vallis und Felix Marc, einigen vielleicht besser bekannt unter dem Namen „Frozen Plasma“. Tolle Stimmung im Publikum und die gute Laune der beiden ergaben im Ganzen einen gelungenen Start in die Nacht. Melodien zum Dahinschmelzen lagen Vasi ja schon zu NNB Zeiten im Blut, die passende Ergänzung durch Felix als Sänger tut einfach ihr übriges. Neben vielen schönen Songs aus dem Album „Artificial“ wie „Irony“, dem Top Ten Hit „Hypocrite“ oder „Condense“ überzeugten mich und sichtlich das Publikum, auch die etwas neueren Songs aus der aktuellen EP „Emphasize“, wobei hier „Warmongers“ klar mein Favorit war. Schöne 45 Minuten ohne wenn und aber, bei angemessenem Lautstärkepegel, gut abgestimmtem Sound und vernünftigen Lichtverhältnissen.

 

Als nächstes dann die Überraschung des Abends, wie bereits in unserem Frontline Assembly Bericht erwähnt, bestritten diese ja vor kurzem ihre „Artificial Soldier“ Tour ohne Rhys Fulber, da dieser in entsprechenden Vorbereitungen für die Tour mit seinem Projekt „Conjure One“ als Support von ISC steckte. Mastermind Rhys Fulber wurde gesanglich begleitet von Leah Randi, die auch auf dem aktuellen Album „Extraordinary Ways“ bei zwei Songs die Vocals beisteuert und eine würdige Vertretung für die vielen unterschiedlichen Künstlerinnen, die an Fulbers Seite arbeiten war. Vom ersten Album gab es unter anderem „Sleep“ und „Center Of The Sun“ zu hören. Rhys zeigte sich bei seinem Projekt voller Tatendrang und war ganz in seinem Element hinter den Keyboards. Im Hintergrund wurden einige schöne Wald- und Landschaftsaufnahmen projiziert, die zum großen Teil das Artwork der beiden Alben reflektierten. Beendet wurde die musikalisch hochwertige Arbeit mit „Here Comes The Rain Again“, einer Cover Version des Eurythmics-Klassikers, wobei Leah auf den markanten Refrain verzichtete.

 

Schöne Musik für lauschige Abende am Kamin oder nach der Sauna im Ruheraum, doch zwischen Frozen Plasma und ISC meiner Meinung nach nicht optimal und so war auch das Publikum recht gespalten der eine Teil ungerührt, vielleicht sogar gelangweilt, der andere Teil mit Gänsehaut und absolut relaxed von den Nachwirkungen dieser entspannten Präsentation. Kurze Umbauphase, kleiner Check der Mikros, kurzes Intro und schon hopste der Odenwälder auf die Bühne. Dennis zeigte sich in bester Laune und so durfte man dann mit ihm, Antje und der Band auf die Reise ins „Promised Land“ gehen. Die visuelle Begleitung der Songs in Form von anspruchsvollen und ästhetischen Videos war durchweg genial und passte wieder einmal perfekt. Im Verlauf des Sets entführten ISC natürlich überwiegend in die Songs aus dem aktuellen Werk, doch auch vom „Zauberschloss“, was niemals fehlen kann und darf, über „Kiss Your Shadow“ war das Publikum sehr begeistert und dabei tänzerisch aktiv.

 

Besondere Highlights waren vor allem auch „Prediction“, „Herzattacke“ und „Seven Lives“. Leider war der Sound etwas zu dröhnend, sodass gerade bei vielen der schönen neuen Songs wie „Forbidden Fruit“ oder „Fading Light“ die eigentliche Qualität des Songs etwas im bassgewaltigen Klang unterging. Nach exakt einer Stunde war dann eine kleine Pause, bevor Antje mit „Emergency“ die 1st Zugabe brachte. Dennis konterte zu diesem lieblichen Lied gleich mit einem Brett der härteren Gangart vergangener Tage „Hidden Thoughts“. Dass bei dieser Stimmung der Abend noch nicht zu Ende sein konnte, war für die Band zwar klar, aber Dennis verlangte dem Publikum schon einiges an Applaus ab, bevor der 2ten Zugabe Folge geleistet wurde. Doch bevor es dazu kam musste Dennis erst einmal einen Störer zurecht weisen, in dem er den gut zu vernehmenden Zwischenruf „ficken“ aufgriff und einen lockeren Spruch dazu machte(„Deine Mutter hat gerade angerufen, du hast morgen Berufsschule, sollst nach Hause kommen“). Spontan und witzig -

 

so soll ein Frontmann sein dann klappt es auch mit der Party, selbst wenn die Halle nur halb voll ist. Als letzten Song präsentierten Antje und Dennis das schöne „Engelsstaub“ und so gelang der Band nach knapp 80 Minuten ein schöner Abgang vor begeistertem Publikum.

 
Text: Oliver Loscher
Bilder: Claudia Schöne [ Homepage ]