Finnlands Könige der Nacht vereint!a [ Essen: 09.02, Mannheim: 11.02. & Leipzig 16.02.2006 ]
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Nun war es also soweit, Februar 2006 und finnisches Rockgewitter zieht in Form der Bands NEGATIVE, THE RASMUS und HIM, über Deutschland. Darkmoments war in Essen, Mannheim und Leipzig für euch vor Ort. Die Fahrt nach Essen erwies sich als das reinstes Abenteuer und wir zweifelten während der Fahrt, ob wir je ankommen würden. Schnee bedeckte die Autobahn, LKWs schafften es nicht mehr die Steigungen hinauf und Eismeteoriten flogen vom Himmel und Stellenweise war die Fahrbahn spiegelglatt. Nichts desto trotz kamen wir doch noch pünktlich in der Essener Grugahalle an. Die Fahrten nach Mannheim und Leipzig hingegen liefen absolut unproblematisch. Vor allen Lokations erwarteten uns lange Warteschlangen, doch zum Glück war das Gedränge groß und somit waren die eisigen Temperaturen für uns nicht ganz so spürbar.

 

Punkt 20.00Uhr betraten NEGATIVE in bunten 80iger Jahre Glamrock-Klamotten die Bühne und verbreiteten mit ihrem düster- melanchonisch klingenden Rock super Stimmung im Publikum. Obwohl sie noch nicht ganz so bekannt sind, kannten doch schon viele Leute, ihre Songs und es wurde mitgesungen und getanzt. Frontmann Jonne Aaron, sowie Christus, Antti, Jay, Larry und Snack gaben alles und mir fiel es schwer mich zu entscheiden, wem ich auf dieser Bühne, zuerst zugucken sollte. Besonders die Titel "my my/hey hey“, "frozen to lose it all“ und "the moment of our love”, vom aktuellen Album -sweet and deceitful-, verbreiteten Freude und Power im Saal. Trotz allem mussten die jungen Finnen nach 30minütiger Spielzeit die Stage räumen. In Essen und Leipzig verteilten sie zum Schluss noch rote Rosen in den ersten Reihen, welche wohl so manches Frauenherz haben höher schlagen lassen.

 

Nach fünfzehn minütigem Umbau waren nun THE RASMUS an der Reihe und Kreischen erfüllten die Sääle. Auch Eero, Pauli, Aki und Frontmann Lauri Ylönen ließen es richtig krachen, auch wenn ihre Musik an diesem Abend die wohl poppigste war. Sehr hervorheben möchte ich ihre Lichtshow! Rießige Scheinwerfer in verschiedenen Farben und Formen bewegten sich über der Bühne und verliehen ihr damit die passende Stimmung. Songs wie "hide from the sun“, "shot“, "guilty“, "sail away“, “funeral song” und “no fear” durften natürlich bei diesen Gigs nicht fehlen. Und Lauri sprang mit seinen schwarzen Federn im Haar, welche in Leipzig durch eine Mütze ersetzt wurden, wie ein Flummi über die Bühne. Besonders bei den Klassikern "first day of my life“ und "in the shadows“ sangen wohl alle Fans mit und Bewegung erfüllte die gesamte Halle. Auch THE RASMUS gaben trotz einiger Zugaben-Rufe bei keinem der 3 Auftritte eine Zugabe.

 

Nach langem Warten ging dann das Licht aus und 4 gigantische Kronleuchter an und seine teuflische Majestät kam auf die Bühne. Die Sanis kamen kaum hinterher die Mädels aus den ersten Reihen zu fischen. Jedoch muss ich sagen ereigneten sich da 2, ja fast schon 3, komplett unterschiedliche Konzerte von HIM in Essen, Mannheim und Leipzig, welche nicht nur das Setup betrafen. In Essen ging es los mit "rip out the wings of a butterfly“, während in Mannheim der Start "soul on fire“ war. So lies Ville Valo in Essen seinem Charisma freien Lauf, auch wenn er sich im Vergleich zu früheren Konzerten, doch sehr ruhig verhielt, aber auch Künstler werden mit der Zeit nicht jünger. Von einer Grippe war dem Sänger in Essen nichts anzumerken. Sein Gesang war einwandfrei. Jedoch gestaltete sich dies in Mannheim ganz anders. Meister Valo beschwerte sich ständig bei seinem Tonmann, wandte dem Publikum den Rücken zu, hörte mitten im Lied auf zu singen und vom Gesang ganz zu schweigen!

 

Dass er sichtlich angetrunken war, bewies ein 5Minütiger Plausch mit den Fans in den ersten Reihen. Während des Konzertes versuchte Migé alles was in seiner Macht stand um Ville zu einer guten Show zu ermutigen. Aber auch Gas, Burton und Linde gaben alles! In Leipzig wiederum sah man eine häufig lächelnde Majestät, welche sichtlichen Spass an ihrer Show hatte. Ein gemischtes Programm gab es mit den Titeln "right here in my arms“, "your sweet 666“, "vampire heart“, "join me“, "wicked game“, "killing loneliness“ und vielen mehr. Ich persönlich erfreute mich über den Song "it’s all tears“, welchen ich meines Erinnerns noch nie live gehört hatte und wegen des enormen Wechsels der verschiedenen Stimmlagen, sehr gerne mag. Während ich in Essen „poison girl“ vermisste, erfreute es mich um so mehr, dieses in Mannheim zu hören und ich sah in diesem Moment mal vom minder guten Gesang ab. In der Zugabe enthalten waren unter anderem "funeral of hearts“ und "solitary man“ und so verließen HIM nach einer Stunde und fünfzehn Minuten Spielzeit jeweils die Bühnen.

 

Als Signal, dass es nun zu Ende war, warfen die Gittaristen ihre Gitarren zu Boden und als letztes warf Schlagzeuger Gas Lipstick sein Drumsticks ins Publikum und somit war es an der Zeit nach Hause zu gehen und die düsteren finnischen Wolken weiterziehen zu lassen.

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TEXT: Anika Buss
FOTOS: Sandro Griesbach

NEGATIVE: Galerie II

NEGATIVE: Galerie II

THE RASMUS: Galerie II

THE RASMUS: Galerie II

HIM: Galerie II

HIM: Galerie II