Front`Line Assembly & Stromkern/ [ Batschkapp Frankfurt 14.08.2006 ]
 

Etwas mehr als ein Jahrzehnt war vergangen, seit dem letzten Besuch der Kanadier in der Mainmetropole, zuletzt im Januar 1993 standen FRONT`LINE ASSEMBLY auf den Brettern der Batschkapp, zwei Jahre später dann auch noch einmal im Mainzer KUZ .

 

Seit diesem Zeitpunkt war man Live in Deutschland nicht mehr zu sehen, mal abgesehen von dem für negative Schlagzeilen sorgenden Auftritt auf dem Wave Gotik Treffen 2002. (worauf ich aber keineswegs weiter eingehen möchte, da Bill Leeb sich auf dem Mera Luna bereits dazu äußerte, siehe Bericht). Auf dem Mera Luna Festival gehörten Front`Line Assembly zu den absoluten Highlights des Festivals, die zur Zeit laufende Europa Tour zur aktuellen CD „Artificial Soldier“ mit STROMKERN als Support beinhaltete auch wieder einen Besuch in Frankfurt. Zu Beginn des verregneten Montag am 14.August schien es, als wolle sich die Batschkapp nur mäßig füllen, doch im Verlauf des Abends fanden sich bis zum Auftritt von Bill Leeb und seiner Live Crew schätzungsweise 450 - 500 Gäste ein. Pünktlich um 21.00 Uhr stimmten Stromkern mit dem Intro „Terrorist“ das Publikum auf die nächsten 45 Minuten ein.

 

 

Frontmann Ned Kirby bot eine absolute heftige Show, voller Energie und in stetiger nah am Limt erscheinender Outperfomance, sein glasklarer Gesang kam sauber und deutlich rüber, der bombastische Sound überzeugte ebenfalls. Zu Beginn waren allerdings relativ wenig Füße in Bewegung, doch der Applaus nach dem in deutscher Sprache gesungenen „Im Traum“ und dem darauf folgenden Clubhit „Nightriders“, spiegelte die Begeisterung des Publikums wider und wurde der Leistung der Band gerecht. Als besonderes Highlight präsentierte Ned nach einem grandiosen „Re-Align“ Frank Spinath (SEABOUND). Dieses Gastspiel hatte natürlich keinen geringeren Grund als die originalgetreue Darbietung des Songs „Sentinel“ aus dem aktuellen Album „Light It Up“, was auch recht gut umgesetzt wurde, wobei das Mikro von Frank vielleicht einen Tick zu leise war. Der älteste Song des Abends „Heretic“ war dann auch schon der letzte und kam noch einmal richtig fett. Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher und von der ganzen Band stark gespielter Gig.

 

In der Phase des Umbaus füllte sich der vordere Bereich, dann doch noch etwas an und man sah einige Ü 30er in Ihren Frontline Shirts aus der Vergangenheit. Kurz nach 22.00 Uhr nahm Adrian White dann auch schon hinter den Drums seinen Platz ein und gab eine kleine Kostprobe seines bevorstehenden Einsatzes, es folgten das neue Mitglied Jeremy Inkel links und Chris Peterson rechts an den Keyboards. Der Gitarrist müsste Jared Slingerland gewesen sein, wobei ich mir allerdings leider nicht ganz sicher bin. Mit dem neuen Song „Buried Alive“ eröffnete Bill Leeb dann das Set und die Band wuchtete einen derart fetten und lauten Sound ins Publikum, das die Stimme fast unterging. Die Fans gingen hier schon gut mit, was im Verlauf des aus Songs der Jahre 1992-2006 bestehenden Sets, teilweise in dem wie zu alten Zeiten brachialen Pogo ausartete. Ein Brett hetzte hier das nächste, besonders auffällig gut war die Stimmung bei „Millenium“ oder „Vigliante“ aber auch „Maniacal“ oder „Dead Planet“ kamen sehr gut an.

 

Die Klassiker des Abends waren natürlich „Bio-Mechanic“ und die beiden Zugaben „Gun“ und „Mindphaser“ vom Hammeralbum „Tactical Neural Implant“ aus dem Jahr 1992. Wer die Band zu irgendeiner Zeit abgeschrieben hatte wurde mit der Veröffentlichung des genialen Albums „Artificial Soldier“ schon eines besseren belehrt und dieser Auftritt setzte noch einen drauf. Leider fand der Gig ohne Rhys Fulber statt, der offensichtlich in Vorbereitung der bevorstehenden Tour mit seinem Projekt Conjure One als Support von InStrict Confindene stecket. Insgesamt hat mir der Auftritt sehr gut gefallen, die Show vom recht gut gelaunten Frontmann Bill war cool und mit dem ein oder anderen Joke versehen, sowie der Offenbarung seiner Freude über diesen Auftritt und den in Hildesheim. Sehr viel Nähe zu den Fans zeigte auch die Band, Adrian sowie Jeremy kamen sogar zu den Fans in der ersten Reihe zum Shake Hands und auch die Drumsticks wechselten so ihre Besitzer.

 
Text: Oliver Loscher [ darkmoments ]
Fotos: Claudia Schöne [ Homepage ]