11. DARKSTORM FESTIVAL ..[ Stadthalle, Chemnitz  25.12.07 ]
 

Seit ein paar Jahren schon, ist das letzte musikalische Ereignis im Jahr für mich, das Darkstorm Festival. 11 Jahre ist es her, als dieses Event von der Agentur In Move, ins Leben gerufen wurde. Bereits zum vierten Mal fand dieses nun in der Chemnitzer Stadthalle statt, einer wunderschönen, aber eher Szene untypischeren Location. In Chemnitz angekommen säumten bereits Hunderte schwarzer Gestalten den Platz vor der Halle um bei frostigen Temperaturen schnell Einlass zu bekommen. Wie auch schon in den letzten Jahren, waren in den Bereichen vor den 2 Konzertsälen, einige Merch- wie auch Getränkestände aufgebaut und auch die große beliebte Lounge, wo es einige Sitzgelegenheiten gab, war wieder vorhanden. Alles in allem ein tolles Ambiente, welches, wären da nicht die Bands, zum längeren Verweilen einlud.

 

Fast pünktlich um 18.30 legten die Jungs um Frontler Neo Scope von DOWN BELOW los, um ihr knapp halbstündiges Set im großen, jedoch noch nicht ganz so üppig gefüllten Headquarter zu performen. Die Aufgabe als Opener zu fungieren ist sicher immer etwas undankbar, konnte aber seitens der Band gut erfüllt werden. Abschließend wies man noch auf den dies jährigen Bundesvision Song Contest hin, auf dem man für das Bundesland Sachsen Anhalt ins Rennen geht. Nach einer kurzen Umbauphase, füllte sich die Bühne mit einem Dutzend junger Girlies und die Person hinter einer Schattenwand ließ schnell erahnen, um wem es sich hier handelte. EMILIE AUTUMN, die Überraschung des Jahres, hatte mal wieder den langen Weg ins kühle Deutschland gefunden. Nach diversen Festival Auftritten im Sommer und einer langen Tour im Herbst dürfte die unverkennbare Dame mit ihren roten Haaren sicher vielen schon einmal aufgefallen sein. Auch hier bot Sie wieder eine optisch entzückende Show mit vielen theatralischen Elementen. Danach ging es dann das erste Mal in den etwas kleineren Second Floor, welcher doch recht gut gefüllt war, zu SUICIDAL ROMANCE. Diese Band war mir persönlich bis dato noch unbekannt. Auf dem hinteren Teil der Stage stand eher etwas gelangweilt Maarja an den Keys, in den vorderen Reihen passierte da schon etwas mehr, hier boten Viktoria und Dmitry im Duett eine ganz ordentliche Show, die sicher am ehesten mit Blutengel zu vergleichen ist. In der großen Halle hatten sich direkt im Anschluss die Spielleute von CORVUS CORAX versammelt um die müden Knochen ihrer großen Fanschar in Bewegung zu bringen, was ihnen auch sofort gelang. Zum ersten mal rockte die Halle und die Männer um Frontmann Teufel gaben alles, ja sie spielten sich regelrecht die Seele aus dem Leib und machten ihrem Status, die Könige der Spielleute zu sein, alle Ehre. Diejenigen, welche sich davon jedoch nicht hatten animieren lassen, versammelten sich wieder auf der kleineren Bühne, um dort dem doch recht poppigen Sound von FROZEN PLASMA zu lauschen. Beim Genuss der Musik kann man schnell ins Schwärmen kommen: Gefühlvolle Melodien, treibende Beats und ein erstklassiger melodischer, melancholischer sowie weicher Gesang machen die Band zu einem absolutem Hinhörer. Auch live kamen die Songs überzeugend und klar rüber. Man merkte den beiden Musikern Vasi Vallis [ REAPER ] und Felix Marc [DIORAMA] deutlich die Erfahrung von ihren anderen Projekten an.

 

Down Below......

Emilie Autumn...

Suicidal Ramance

Corvus Corax.....

.....Frozen Plasma

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Auf der großen Bühne sollte es hingegen gothisch werden. Die "Alt Stars" Stefan Ackermann und Bruno Kramm, auch unter ihrem Bandnamen DAS ICH bekannt, müssen ganz sicher keinem mehr vorgestellt zu werden. Ersterer mal wieder komplett in tiefem rot getynscht und diabolisch wirkend. Natürlich konnten Songs wie "kain und abel", oder "gottes tod" auch hier nicht fehlen und wurden gewohnt erstklassig dargeboten. Viel Zeit blieb mir leider nicht um die Show von DAS ICH zu verfolgen, denn schon ging es weiter zu [:SITD:]. Auch hier wieder ein gewohnt typisches Bild in einer komplett vollen Halle und schon ließen Sänger Carsten und die, an den beiden Keys stehenden Tom und Frank, mit Songs wie "lebensborn " und "laughing stock" die Halle wahrlich beben. Zum Abschluss gab es dann noch mit "richtfest" und "snuff machinery " 2 echte Kracher der Band! Im Headquarter sollte es nach den gothischen Urgesteinen mit einer anderen Szene Größe weitergehen. PROJECT PITCHFORK waren an der Reihe und standen ihren Vorgängern in nichts nach. Spilles und Co hatten das Auditorium mit Songs wie "god wrote", "carrion" oder "requiem" sofort auf ihrer Seite, kein Wunder, hat man hier doch immer noch die größte Fanbase. Zur Freude der vielen Fans hatte man eine Art Best-Of Show mitgebracht und so wurde mit "io" und "alpha omega" ein Brett nach dem anderen abgefeuert, ehe mit "timekiller" die eine Stunde Spielzeit auch schon zu Ende war. Das einem beim Darkstorm einiges an Szene-Größen geboten wird, bewies auch der nächste Künstler und Headliner auf der Second Stage. SUICIDE COMMANDO konnten 2007 ja bereits beim WGT und Mera Luna punkten. Live Besetzung, in Form von Torben [ Infacted ] und Mario [ Insekt ], wie auch die Show war mit beiden Auftritten vergleichbar. Natürlich kam auch wieder der Beamer zum Einsatz, welcher die menschlichen Grausamkeiten und Themen der Songs von Frontsau Johan visuell unterstützt. Hartnäckig zuckten die Leiber derer, welche sich zahlreich im Saal eingefunden hatten zu Stücken wie "bind torture kill", „fuck you bitch“ oder „one nation under god“. Zum Abschluss des Events gaben sich dann auch noch VNV NATION auf der großen Bühne die Ehre. Die Live Besetzung um die Herren Ronan Harris und Mark Jackson variiert ja von Zeit zu Zeit und so waren hier die beiden Keys außen mit Vasi [ REAPER, FROZEN PLASMA ] und Tom von [:SITD:] bestückt. Flitzpiepe Ronan fegte mit "prologue" sofort los, aber auch Mark gab an seinem Schlagwerk alles. Der Background war eine einzige riesige Leinwand auf dem während des Sets immer wieder schöne Projektionen projiziert wurden. Leider war Ronan erkältungsbedingt stimmlich etwas angeschlagen, was der Stimmung im Saal allerdings keinen Abbruch tat. Auch VNV hatten nur etwas mehr als eine Stunde und so konnte man natürlich nicht alle Hits spielen. Dabei waren aber zb "chrome", "standing" oder auch "honour 2003". Nach "perpetual" gab es mit "epicentre" und " beloved" noch 2 fette Zugaben, welche vom Publikum, trotz des aus allen Nähten brechenden Saals, dankend angenommen wurden.

 

Das Ich......

[ :SITD: ] Project Pitchfork Suicide Commando

......VNV Nation

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10 Bands für schlappe 25€, wo bekommt man das heute schon noch!? Dies dankten dem Veranstalter auch über 3000 Gäste, die den teilweise langen Weg nach Chemnitz fanden und Szene-Größen wie VNV Nation, Suicide Commando oder Project Pitchfork zu sehen bekamen. Wie auch schon die letzten Jahre eine echt gelungene Veranstaltung, mit vielen netten und gut gelaunten Leuten, die für mich einen perfekten Abschluss zum Jahresende bot.

 
Text: .Sandro Griesbach
Bilder: .Sandro Griesbach