THE CRÜXSHADOWS - AKANOID.. [ Kuz, Mainz 01. 07. 2008 ]
 

Pünktlich zum neuen Monat starteten die CRÜXSHADOWS [ Bilder & pics ] mit neuer Besetzung ihre „Immortal“ Tour im Kuz in Mainz. Nachdem Rachel, George und Sarah Anfang des Jahres die Band verlassen hatten, war es für viele Fans sicher fraglich, ob die Formation um Frontmann Rogue das bleiben würde, was sie bis dahin war. Von den alten Kreuzschatten blieben neben Rogue nur Jen „Pyromantic“ Jawidzig (Keyboard, backing vocals) und Jessica Lackey (Backup singer/dancer) – die Rogue übrigens erst vor kurzem das Ja-Wort gab – übrig. Ein gut gefülltes und unangenehm warmes Kuz wartete am 1. Juli auf den Tour Auftakt und das erste Konzert mit den neuen Mitgliedern. Mit Spannung erwartet wurde das Violinen Duo Johanna Moresco und David Wood, schließlich hatte bisher nur eine Violine den Sound bereichert. Auch auf der neuen Gitarristin der CRÜXSHADOWS, Valerie Gentile, und der neuen Tänzerin Sarah Kilgore lastete mit Sicherheit großer Druck, ihren Vorgängern das Wasser reichen zu können. Bevor sie sich aber endlich beweisen konnten, gab es erstmal ganz andere Musik, die mit den CRÜXSHADOWS nicht allzu viel zu tun hatte.

 

AKANOID , ist eine junge, vierköpfige Kombo, die sich abwechslungsreicher Rockmusik mit elektronischen Einflüssen verschrieben hat, die auch zeitweise ein wenig nach Pop klingt, was das Ganze gut auffrischt. Hilton Theissen (vocals, guitar, fx), Phil Weyer (guitar, vocals), Daggy Fischer (synth, vocals) und Dirk M. Berhorn (drums) begleiten die CRÜXSHADOWS auf ihrer Tour durch Deutschland und sorgen in den Konzerthallen mit melodischen, einprägsamen Songstrukturen und emotionalen Texten sicher für das richtige Feeling beim Aufwärmen. Neben „100 Burning Guitars“ von ihrer gleichnamigen aktuellen EP spielten sie von ihrem Album „Cocktail Pop“ unter anderem „Nexx“ und den Bauchkribbeln-verursachenden Song „I Swear“. Hiernach zog es die meisten erstmal nach draußen, um der Hitze im Kuz zu entgehen, und in der angenehmen frischen Luft auf den 2en Teil des Abends zu warten. Eine ganze Weile verging, bis der Bühnenumbau abgeschlossen war und die Menge langsam wieder hinein strömte. Neugierig wurden die „Neuen“ gemustert, als sich die CRÜXSHADOWS nach und nach auf der Bühne sammelten und mit einem sphärischen Intro ihr Konzert einleiteten. Suchende Blicke hielten Ausschau nach Rogue, der – wer hätte es gedacht – sich irgendwann von hinten durch das Publikum kämpfte und zu seinen Kollegen stieß. Die aktuelle Single, Namensgeber der Tour, folgte, und die CRÜXSHADOWS legten mit 100% los. Natürlich boten die knappen Outfits der Tänzerinnen wieder einen überaus schönen Anblick, lenkten aber nicht vollends vom Können der beiden Violinisten und Valerie Gentile ab, die sofort zu Beginn auf ihrem kleinen Vorsprung am hinteren Teil der Bühne ordentlich rockte. Keine Frage: der neue Sound ließ nichts vermissen. Auch Sarah Kilgore harmonierte sowohl tänzerisch als auch stimmlich perfekt mit Jessica Lackey.

 

Nachdem die neu zusammen gestellte Truppe also alle Zweifel zerschlagen hatte, stand einem hitzigen und tanzwütigen Gig nichts mehr im Wege. Im Anschluss an „Foreverlast“ besangen die sympathischen Amerikaner ihre „Sophia“ und wieder einmal wusste man gar nicht, worauf man seine Aufmerksamkeit richten sollte – auf den singenden Rogue irgendwo in der Menge oder auf die verführerischen Tanzeinlagen seiner Mädels. Ob mit silbernen Fahnen wirbelnd oder geheimnisvoll maskiert, die beiden zogen sowohl Männer als auch Frauen auf ihre ganz eigene Weise in ihren Bann und so manche Cam war öfter auf die beiden gerichtet als auf den deutsch übenden Mann mit den Federn im Haar. Denn nach einigen weiteren Songs wie „Dragonfly“ und „Ariadne“ war es dann an der Zeit für Rogues kleine Deutschstunde. Nach einer kleinen Begrüßung ließ er sich das deutsche Wort für Voice beibringen und verkündete anschließend: Meine Stimme ist… kaputt. Womit er wohl sagen wollte, dass er erkältet sei, was aber bis dahin gar nicht aufgefallen war. Außerdem erklärte er, es gäbe eine gute und eine schlecht Nachricht. Die gute sei, dass es die neue Single „Immortal“ jetzt zu kaufen gäbe – die schlechte, dass sie hier gerade nicht auffindbar sei. Nach dieser kleinen Information war Rogues berühmte Stuhl-Nummer an der Reihe und so holte er sich einen an der Bar – den er übrigens selbst wieder weg räumte – und performte „Memorare“ darauf stehend mitten im Publikum. Weiter ging es mit „Deception“ und Rogue schnappte sich einen mehr oder weniger Freiwilligen, um mit ihm ein Tänzchen zwischen klatschenden Fans zu machen, wie es sich bei diesem Song mittlerweile eingebürgert hat. Mit „Winterborn“ und „Birthday“ ging das Set vorerst zu Ende, aber eines fehlte natürlich noch: „Marylin My Bitterness“ als Zugabe und nach alter Tradition die Fans auf der Bühne.

 

Für die neuen Mitglieder bestimmt eine harte Probe, zwischen tanzenden Fans konzentriert weiter zu musizieren. Als hiernach der Applaus und Zugaberufe nicht abreißen wollten, kehrte die Band mit „Cruelty“ zurück und ein weiteres Mal mit „Eurydice“. Insgesamt wurden ganze sechs Zugaben gespielt, als krönenden Abschluss das wunderschöne „Coming Home“ vom Wishfire Album. Gut gelaunt erschienen die CRÜXSHADOWS im Anschluss zum Autogramme geben und Fotos machen und vor allem Valerie Gentile schien über das gut gemeisterte erste Konzert ganz außer sich zu sein vor Freude. Eine tolle neue Truppe, die man hoffentlich eine Weile zusammen sehen wird!

 
Text: .Nadine Schmitt
Bilder: .Sandro Griesbach
 
 
THE CRÜXSHADOWS - AKANOID.. [ Muk, Giessen 10. 07. 2008 ]
 

Erst kürzlich gaben die amerikanischen CRÜXSHADOWS ihre neue Besetzung bekannt. Schnell wurden die Songs mit den vier neuen jungen Musikern eingeübt, die erste gemeinsame neue Single „Immortal“ Anfang Juli veröffentlicht und nun sind die CRÜXSHADOWS  [ Bilder & pics ] auf Tour durch Europa. Dabei machen sie auch einen Zwischenstopp im Gießener Muk. Unterstützt werden sie bei den Shows in Deutschland von der heimischen Indie/Electro Band AKANOID. Für 20h war der Einlass angekündigt. Wie immer öffneten sich erst eine knappe halbe Stunde später die Türen des Muk, um die wartende Meute hineinzulassen. Wohl aufgrund der Bekanntheit der CRÜXSHADOWS in Kombination mit hessischen Sommerferien ließ es zu, dass sich der kleine Gießener Club langsam mit Menschen füllte und einen vielversprechenden Abend vermuten ließ. Drinnen angekommen ragte ein kleiner Laufsteg von der Bühne in den Zuschauerraum und jedem, der Rogues Bewegungsdran kennt, war klar, wozu dieser zu späterer Stunde dienen würde.

 

Doch zunächst betraten AKANOID die Bühne. Eine junge deutsche Indie/Electro Formation bestehend aus 4 motivierten Musikern. Anfangs sichtlich motiviert legten sie auch direkt los und versuchten das Blut der Gießener in Wallung zu bringen. Es wurde jedoch schnell klar, dass sie dieses Ziel an diesem Tag eher verfehlen würden. Schon nach den ersten Songs lichtete sich die Zuschauerdichte, da viele enttäuscht den Saal für eine Zigarette oder ein nettes Gespräch wieder verließen. Das schlug sich auch auf die Stimmung der Band nieder, welche zwar mit einer rockigen selbstdarstellenden Show unter Einbeziehung des Steges ihr Bestes gaben, jedoch nicht die positive Rückmeldung bekamen, die sie sich erhofften. So gab es nach jedem Song nur einen dünnen Applaus. Der letzte Song wurde mit den Worten „Wir hoffen, es hat euch trotzdem gefallen…“ angekündigt und anschließend verschwanden sie wieder von der Bühne. Gegen 22:15 enterten die ersten Neuzugänge der CRÜXSHADOWS die Bühne. Lediglich Rogue samt Tänzerinnen waren noch nirgends zu sehen, doch das Publikum schien das Prozedere zu kennen und schaute geduldig nach hinten, wo Rogue sich mit seiner Frau Jessica und Sarah den Weg zur Bühne bahnte. Und tatsächlich tauchten die Mädels urplötzlich, gefolgt von Rogue auf dem Steg auf und eröffneten eine wundervolle Show mit ihrer neuen Single „Immortal“, die auch den Namen für die laufende Tour liefert. Schnell wurde klar, dass die neuen jungen Musiker einen frischen Wind und viel neue Energie in die Band bringen, denn die neuen Violinisten JoHanna Moresco und David Wood, sowie die powervolle Gitarristin Valerie Gentile zeigten sich ganz selbstbewusst auf dem Steg dem Publikum und überraschten, wie man ein Instrument perfekt beherrschen und doch eine wilde Performance abliefern kann.

 

Gerade Valerie hatte wohl Rogue als großes Show-Vorbild und poste mit ihrer Gitarre, dass sie teilweise gar nicht merkte, dass sie ihren Funksender verlor und Rogue versuchte, alles wieder zu retten und ihren Sound zu reparieren. Teilweise rutschte sie mit den Knien über den Steg und spielte im Liegen weiter, dass die Zuschauer mit weit geöffneten Mündern dastanden und sich von der Power im Anschluss sichtlich anstecken ließen. Sarah Kilgore und die frischgebackene Ehefrau von Rogue, Jessica Lackey lieferten auch wieder eine äußerst ansehnliche Show und animierten das zuvor so bewegungsfaule Publikum, das eine oder andere Tanzbein zu schwingen. Rogue schnappte sich irgendwann einen Barhocker und begann darauf zu performen, dass ihn auch wirklich jeder seiner Fans zu Gesicht bekam. Seine Liebe zur Publikumsnähe lebte er an diesem Abend wieder in vollen Zügen aus, so war er bei manchen Songs mehr bei uns als auf der Bühne. Er sang und tanzte gemeinsam mit uns und man fühlte sich schon bald wie ein Teil der Band. Die CRÜXSHADOWS verstehen es, eine unvergessliche Show abzuliefern. Rogue stellte nach einigen Songs auch seine neue Crew vor und alle, auch Keyboarderin Pyromantics wurden mit reichlich Applaus begrüßt. Anschließend gab Rogue wieder einmal seine Deutschkünste zum Besten und animierte zum Kauf der neuen Single und scherzte ein wenig. Die Show dieser Band ist so mitreißend, dass man die Zeit kaum vergehen spürt und zu schnell schien alles vorbei zu sein. Jedoch ließ das Publikum die sieben Amis nicht so ohne Weiteres gehen und forderte noch eine Zugabe. Natürlich wurden die Rufe erhört und „Marilyn, my bitterness“ ertönte aus den Boxen und wie kann es anders sein, holte Rogue seine Fans mit zu sich auf die Bühne, ehe sie wieder verschwanden.

 

Doch weit gefehlt, wer dachte, nun sei es endgültig vorbei, denn es folgten noch zwei weitere Rückkehrungen auf die Bühne und es wurde wirklich kein Wunsch offen gelassen. Von jedem Album war mindestens ein Song dabei und die Klassiker wurden mit Neuheiten gemischt. Mit einem riesen Applaus wurden die CRÜXSHADOWS dann von der Bühne verabschiedet. Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, nach dem Konzert noch die Autogramm- und Fotowünsche der Fans zu erfüllen und das ein oder andere nette Gespräch mit ihnen zu führen. Das merchandise ging weg wie warme Semmeln…zu allem Leid der Supportband Akanoid, die unbeachtet in einer Ecke des Merchandise Standes verweilten und lange Gesichter zogen. Aber den CRÜXSHADOWS kann nun einmal kaum einer das Wasser reichen, schon gar nicht showtechnisch. So ging ein wundervoller Donnerstag Abend vorbei und die Regenwolken, die unbemerkt draußen vor der Tür wüteten, hatten sich pünktlich zum Heimgang auch verflüchtigt…

 
Text: .Maike Kowalle
Bilder: .Sandro Griesbach