Covenant - Blutzukker ..[ Pulp, Duisburg 19.04.2008 ]
 

COVENANT hat kein neues Album veröffentlicht. COVENANT ist nicht auf großer Tour. COVENANT hat seinen Auftritt im Pulp nicht beworben. Doch jeder, der eine Leidenschaft für elektronische Musik hat kommt wohl kaum an COVENANT vorbei, so dass die schwedische Elektroband um Frontmann Eskil Simonsson über eine große Anzahl von Fans in der Szene verfügen. Daher war es kaum verwunderlich, dass das Duisburger Eventschloss Pulp schon auf frühen Sonntagabend, bei bestem Biergartenwetter sehr gut besucht war.

 

Dem Auftritt des schwedischen Trios ging eine schwarze Modenschau unter dem Namen „Gothika“ voraus, so dass sich viele Besucher zunächst einmal den modischen Präsentationen widmeten, um dann im Anschluss feinste elektronische Musik zu genießen. So standen schon mehr als dreißig Minuten vor dem Einlass in den Konzertsaal des Pulps eine lange Schlage von Fans vor den Türen. Und kaum hatten sich die Pforten geöffnet schlug den Zuschauern der Bass der Supportband BLUTZUKKER um die Ohren. Der Name der Band hat im Übrigen nichts mit Diabetes zu tun, sondern leitet sich aus dem englischen „bloodsucker“ ab. Die harten elektronischen Beats, sowie der Gesang von Sänger Ben und Sängerin Pale Violett Eve waren ein nette Einstimmung auf Covenant, leider aber auch nicht viel mehr. BLUTZUKKER bezeichnen ihre Musik selbst als Vampiric-Dark-Elektro. Doch dahinter verbirgt sich leider nicht viel neues, sondern düstere elektronische Klänge, die man ohne weiteres als solide bezeichnen kann.

 

Ein negativer Punkt war, dass man die drei Musiker auf der Bühne kaum sehen konnte, da sie sich hinter einer Nebelwand gepaart mit viel Licht von hinten versteckt hatten. Nach einer Hand voll Songs aus ihrem Album „Digital Blood“, welches auf der BLUTZUKKER Homepage kostenlos herunter geladen werden kann, war der Auftritt der Blutsauger auch beendet. Nach einer halbstündigen Umbaupause erklangen die sehnlich erwarteten Klänge des Intros von COVENANT [ Galerie I & Galerie II & Galerie II ] und unter tosendem Applaus betraten die drei Musiker, alle in schwarze Anzüge gekleidet, die Bühne. An den Keyboards standen wie auch bereits bei den letzten Auftritten Joakim und Daniel. Letzterer ersetze 2007 Clas Nachmanson und ist auch für die Bands HAUJOBB und DESTROID aktiv. Zwischen den beiden bezog wie immer Eskil Position, dem die Vorfreude auf den Gig wahrhaftig anzusehen war. Und bereits nach den ersten Songs sprang die sichtbare Freude der Band auch auf das Duisburger Publikum über, so dass in den ersten Reihen durchgehend getanzt wurde. Eskil interagierte häufig mit dem Publikum und animierte es zum Mitsingen und Tanzen. Joakim tanzte häufig hinter seinen Keyboards und Daniel zeigte nicht nur, dass er ein hervorragender Programmierer ist, sondern auch live an dem zusätzlichen Drumset zu überzeugen weiß. Die live Drums sind eine hervorragende Ergänzung für die Live-Shows von COVENANT und auch der phänomenale Sound im Pulp an diesem Abend ist besonders hervor zu heben. Beeindruckend ist und bleibt bei den Schweden allerdings die wundervolle Stimme von Eskil, die zu jedem Song egal ob schnell und hart oder langsam und gefühlvoll einfach wunderbar zu passen scheint.

 

Die gespielten Songs entsprachen in weiten Teilen der aktuellen Live-DVD „In Transit“ und waren ein Querschnitt aus der langjährigen Bandgeschichte. Einige der älteren und sehr experimentellen Lieder fanden nicht bei jedem Anklang, doch spätestens bei Hits wie „Call the ships to port“, „Dead stars“ oder „We stand alone“ fuhren jedem im nahezu ausverkauften Pulp die Beats in die Beine und selbst der größte Tanzmuffel sah sich genötigt mit der Masse mit zu tanzen. Neben den alten Klassikern wurde auch das Demo des Monats „Come“ dem Publikum präsentiert und COVENANT zeigten damit einmal mehr welche Bandbreite ihre Melodien bereithalten. Nach über zwei Stunden und 3 Zugabe Stücken, war wohl eines der längsten COVENANT Konzerte zu Ende und Eskil verabschiedete sein Publikum mit der Aussicht, dass die drei im Sommer zum Amphi-Festival wieder nach Nordrhein-Westfalen zurückkehren werden. Und ich bin überzeugt, dass es mit vielen der anwesenden Fans dort ganz sicher ein Wiedersehen geben wird.

 
Text: .Carsten Terres
Bilder: .Carsten Terres, .Sandro Griesbach