Real Ritual Noises in Frankfurt´s Batschkapp [ 08.02.2006 ]
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Die Schlange an der Abendkasse und vor der Eingangstür zur Batschkapp schienen endlos lang am Mittwoch den 08.02.06 und auch der Elfer war sehr stark frequentiert an diesem Abend, verantwortlich für diesen Andrang von Menschen waren zweierlei Dinge, zum einen der Auftritt von „COVENANT“, die im Rahmen Ihrer Skyshaper-Tour mit den Support Acts „ROTERSAND“ und „CLIENT“ unterwegs waren und dann wurde im Elfer noch eine Übertragung der beiden Erstligisten Frankfurt-Nürnberg ausgestrahlt. Als wir gegen 20:30 Uhr endlich einen adäquaten Platz in der Halle eingenommen hatten, blieb keine Zeit mehr sich noch ein Bier zu holen, denn „ROTERSAND“ waren schon am Start.

 

Der riesige Rasc eröffnete das Set mit dem Knaller „Merging Oceans“ und konnte einige der in den vorderen Reihen anwesenden zum mittanzen animieren, nach „Almost Violent“ gab es aber aus besonderem Anlass eine kleine Zwangspause. Rasc half Gast Olaf auf die Bühne und zollte seinen Respekt vor dem was dieser tun wollte und überreichte sein Mikrofon. Olaf brachte es relativ locker und machte vor versammeltem Publikum, seiner liebsten einen Antrag und glücklicherweise kam ein freudiges „Ja“ zurück, na dann mal Alles Gute auch von „darkmoments“, da hätte selbst der Pflaume seinen Spaß gehabt. Die Show ging mit „Lifelight“ weiter und im Publikum blieb die Stimmung über die folgenden Tracks so gut, dass es sogar trotz engem Zeitplan noch für eine Zugabe reichte. Zum Schluss verabschiedete sich Rasc bis später im Publikum und war dort dann auch beim Party machen zu sehen.

 

Im Vorfeld konnte ich recht geteilte Meinungen über den nachfolgenden Act „CLIENT“ einfangen und wartete gespannt auf deren Auftritt. Die drei Bunnys von Client konnten mich zwar nicht für die Dauer des Gigs auf ganzer Linie überzeugen, doch der ein oder andere Song war ganz nett und Sängerin Sarah konnte mit ihrem verschmitzten lächeln und neckischen Posen auch Sympathien erwecken, im vorderen Bereich gab es vermehrt Applaus und insgesamt waren die drei auch mehr als nur nett anzusehen, doch eine hübsche Frontfrau und ein sexy Dress konnten leider nicht über die Emotionslosigkeit der Bassistin hinweg trösten, hier hätte ich mir etwas mehr Power gewünscht, ansonsten ordentlicher Auftritt der Fletcher Girls wenn auch die Musik nicht ganz mein Fall war.

 

 

Nach einer relativ schnell abgeschlossenen Umbauphase hieß es Ruhe bewahren und sich in Geduld fassen, denn abgesehen von Ritual Noises stark an die „Cryotank Expansion“ erinnernd war nichts zu hören, diese wurden dann vom Wummern tiefer Frequenzen eingeholt und leiteten den ersten Song 20Hz ein. Die jeweilige Frequenz wurde zum besseren Verständnis zwar per E-Voice angesagt, aber denjenigen, die den Song bisher nicht kannten, hat wohl auch diese Message nicht viel geholfen. Die Wenigen, denen der Song vom Game „Project Gotham Racing“ oder auf anderem Wege bereits bekannt war, konnten sich auf diesen ersten neuen Track der Schweden einstellen. Als COVENANT dann nach einer endlos erscheinenden viertel Stunde, endlich vor ausverkauftem Haus auf die Bühne kamen wurden sie gebührend empfangen. Die perfekt gestylten Edelelektroniker Joakim und Clas platzierten sich wie gewohnt und Frontmann Eskil nahm, beschwingt legeren Schrittes unterwegs, sein Mikro zur Hand.

 

Im Publikum herrschte eine easy listening Stimmung, wie Covenant sie wohl so noch nicht erlebt hat, der Song „20 Hz“ wurde allerdings positiv aufgenommen und bejubelt, ein fast identisches Bild war beim folgenden ebenfalls neuen Song „Spindrift“ zu beobachten. Nach dieser durchaus geglückten und wohlwollend aufgenommen Präsentation, dankte Eskil der Aufmerksamkeit des Publikums und schoss mit „Bullet“ eine treffsichere Überleitung zur Vergangenheit, gefolgt von „Go Film“ und dem „Leiermann“, kam langsam mächtig Bewegung in die überfüllte Batschkapp.

 

Die gute Stimmung ebbte auch nicht ab als es hieß Back To Future und sogar, mit einer Extended Version von „The Men“. Sehr gelungene Version wenn vielleicht auch nicht absolut perfekt gesungen. Flap Flap ging es dann mit „Helicopter“ in den Himmel unterstützt, von der sehr ansprechenden Lightshow, welche ohnehin den ganzen Gig über schon sehr individuell in Szene gesetzt war und die Band in einer, sehr farbenfrohen Welt zeigte. Eskil legte mit „I Am“ und „We Stand Alone“ wieder zwei geniale Stücke nach, bevor "Ritual Noise“ der Band das erste repräsentative Feedback auf ihr neues Material offenbarte. Der Song schlug ein wie eine Granate und steigerte die ausgelassene Stimmung ins Unermessliche. Diesem starken neuen Song stand allerdings der älteste Song des Abends „Stalker“ in nichts nach und unter lautstarkem Jubel verschwanden Covenant für eine sehr kurze Pause. Die Party ging mit „Happy Man“ in die zweite Runde und Eskil war echt happy, ähnlich wie sein Publikum, welches aus dem Applaudieren nicht mehr heraus kam, was bei „Dead Stars“ ja auch unmöglich ist.

 

 

Zum wiederholten mal zogen sich die Herren zurück, ließen aber erneut nicht lange auf sich warten, doch bevor es mit „Brave New World“ weiterging machte Eskil sich erst einmal etwas Luft über das Thema downloaden von Musik, Claas reagierte indes umgehend und wirkte dem entgegen, so gestaltete sich die 2te Zugabe dann noch als absolute Party mit „Call The Ships To Port“ und „Babel“ zum guten Schluss. Geniale Sache, COVENANT sind einfach super gute Entertainer und das haben sie in Frankfurt erneut eineinhalb Stunden unter Beweis gestellt.

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TEXT: Oliver Loscher
FOTOS: Sandro Griesbach
 
 

ROTERSAND: Galerie II

CLIENT: Galerie II

COVENANT: Galerie II

COVENANT: Galerie II