Combichrist - Reaper - Kloq .[ Batschkapp, Frankfurt(M) 14.03.2007 ]
 

Um die 600 Leute sollten heute, an einem fast schon Sommerlich wirkenden Winterabend, die Frankfurter Batschkapp füllen und ein wahres Industrial Gewitter erleben. Den Anfang machten die beim Leipziger Label Out of Line beheimateten Kloq, welche dem ein oder anderen vielleicht nicht ganz so unbekannt sein könnten. Oz Morsely, der Mastermind hinter dem Projekt Kloq, ist kein geringerer, als der frühere musikalische Kopf des Anfang der 90er Jahre beliebten und allseits bekannten Projekts Empirion.

 

Mit Remixen für The Prodigy "Firestarter" & Front 242 "Headhunter 2000" machten sich Empirion über die EBM Szene hinaus einen großen Namen. Die Band Kloq vermischt Elektro, Techno, Industrial und E-Beats zu einer einzigartigen Mixtur. Für ihre Single „We’re Just Physical“, die am 09. März erschienen ist konnten Sie sogar Douglas McCarthy (Nitzer Ebb) als Gastsänger gewinnen! In Frankfurt(M) nun sollten Kloq im Rahmen der Combichrist Tour ihr zweites Konzert bestreiten. Gespannt standen schon sehr zeitig einige Besucher in den ersten Reihen der Batschkapp und fieberten dem Auftritt entgegen. Schon beim ersten Titel zeigte sich das Frankfurter Publikum sehr Bewegungsfreudig. Dies ist auch bei der sehr gut tanzbaren Musik von Kloq nicht verwunderlich und rasch füllte sich der Zuschauerraum vor der Bühne. Klog präsentierten Titel mit Gesang sowie schnellere und härtere Nummern ohne die Stimme von Greg C. Ihr 25min Setup meisterten die Beiden mit Bravur und dürften wohl den einen oder andern neuen Fan gewonnen haben!

 

Immer mehr Besucher mit schwarze Shirts auf denen zu lesen war „Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist kommen die Toten auf die Erde zurück“, drängten in die ersten Reihen und kündeten somit den zweiten Act Reaper an. Eine dicht in Nebel gehüllte Stage, ließ schattenartig zwei Gestallten erkennen und spätestens jetzt war allen klar was auf sie zu kommen sollte: Reaper! Reaper das ist in erster Linie Vasi Vallis, bekannt auch durch die Band Frozen Plasma. Reaper waren angetreten, um auch die letzten im Saal zu wecken. Und das gelang auch gleich beim ersten Titel. Vasi brachte mit seiner Energie geladenen Bühnenshow das Frankfurter Publikum zum kochen. Wie eine Bedrohliche Welle aus EBM, Industrial und hartem „Weiber“ Elektro, die ihren Ursprung in den tiefen Katakomben der Batschkapp zu haben schien, rollte der extrem tanzbare Beat über die wogende Menge und drückte die schäumende Gischt, mit aller Wucht, auch bis in die letzten Reihen! Viel zu schnell war die Zeit von Reaper rum, aber der Höhepunkt dieses Abends sollte ja noch kommen. [ TN ]

 

Und er kam, wie schon bei Reaper mit viel Nebel und wenig Licht! So enterten erst der am Key stehende Shaun F. und die 2, für die Live Drums verantwortlichen, Joe L. (links) und Jon H. (rechts), die Bühne der Kapp und heizten die Menge mit einem einführenden Intro schon mal mächtig vor. Bevor dann auch Workaholic Andy La Plegua, von einem Techniker, der Weg zu seinem Platz geleuchtet wurde und dieser mit dem Titel "get your body beat" gleich wie ein Kranker die Bühne fegte. Längst hat sich Andy vom lieben "Norweger Knaben" Image gelöst und zeigt das sein früheres Seitenprojekt Combichrist zu einer festen Größe in der Noise Industrial Welt gereift ist. Dies sagen nicht nur die über 650 000 Hits auf seiner my space Seite aus, sondern konnte er dass bereits im letzten Jahr als Co-Headliner, auf dem Amphi Festival in Köln, unter Beweis stellen. So dachte ich persönlich, den Nitzer Ebb Auftritt von 2006 kann hier in Frankfurt nichts Toppen, aber was uns hier geboten wurde, konnte eigentlich nur direkt aus der tiefen, bösen Unterwelt kommen. Die zwei Live-Drums kamen dabei richtig fett rüber und untermauerten die im Set folgenden Songs perfekt. Aber auch Keyboarder Shaun F. tat sein übriges, um gut in die Live Performance zu passen und ritt sein Arbeitsgerät förmlich über die Frankfurter Stage. Selbst vor den an der Decke befindlichen Scheinwerfern in der Kapp machte er kein halt und zerstörte diese in seinem höllischen Wahn. Mann feuerte Seitens der Band ein meisterliches Feuerwerk aus den bisher 3 veröffentlichten Alben ab, wobei natürlich die Hits "electrohead", "what the fuck", "are you connected" wie auch "blood royale" nicht fehlen durften.

 

Zwischendurch verabreichte der Frontmann den Cyber-Girlies, welche doch überzählig in den ersten Reihen vorzufinden waren, immer wieder ein paar nasse Momente aus seinen Wasserflaschen um diese abzukühlen. Sicher hätte sich der ein oder andere anwesende männliche Part, eine ähnliche Verausgabung seiner Anvertrauten, auch im heimischen Schlafzimmer gewünscht. Ein kleiner Tipp dazu; legt doch einfach eine Platte von Combichrist auf, die holde Damenwelt wird es Euch sicher danken. Nach einer knappen Stunde gönnte man sich und dem Publikum dann erst mal eine kleinere Pause und kam mit den Zugaben "fuck the shit" und "this shit will fuck you up" zurück, um noch einmal voll Gas zu geben und den Fans die Botschaften in deren Ohren und Beine zu prügeln. Nein, der Combichrist Armee konntest du hier und heute nicht entkommen und so wächst die Anzahl der Junger weiter, um die Combichrist Botschaften aus der Hölle in die "heile" Welt zu tragen.

 

Bei der Verausgabung welche Andy dem Publikum gegenüber leistete, kann man Ihm sowie der Band auch die relativ kurze Spielzeit von einer Stunde, plus der 2 Zugaben verzeihen wie ich finde. So liegt doch noch ein mächtiges Tour Pensum vor der Band, denn deren Botschaften müssen immer weiter getragen werden! So solltest auch Du dir ein Ticket für die noch folgenden Shows sichern, denn lohnen sollte sich dies auf alle Fälle. What The F**K Is Wrong With You People? [ SG ]

 
Text: Thomas Nattermann [ TN ], Sandro Griesbach [ SG ]
Bilder: Sandro Griesbach, Thomas Nattermann

Kloq: Galerie II

Reaper: Galerie II

Combichrist: Galerie II

Galerie II

Setlist Combichrist:

01. Intro
02. Get Your Body Beat
03. Rain Of Blood
04. This Is My Rifle
05. Intruder Alert
06. Electrohead
07. Enjoy The Abuse
08. Without Emotions
09. Red
10. What The Fuck
11. Give Head If You Got It
12. Like To Thank My Buddies
13. Are You Connected
14. Blood Royale
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15. Fuck That Shit
16. This Shit Will Fuck You Up