3 Birthquacke Festival [28. November 2003 Duisburg/Soundgarden]

Ob sich der Weg vom 230 km entfernten Gießen nach Duisburg wirklich gelohnt hat? Nach knapp 2 Stunden Gehetze über die Autobahnen erreichen wir den Soundgarden ohne größere Probleme, dank ausgezeichneter Wegbeschreibung, exakt zum Beginn des ersten Acts Cyber Axis. Sehr lange Zeit war es recht still um C. A., fast 7 Jahre hat man nichts gehört von einer Band die eine Symbiose zwischen Die Krupps und Front Line Assembly darstellt. Was die Elektro-Rocker hier zeigten war schon ganz nett, aber man merkte sofort das sie für viele Gäste doch sehr unbekannt waren, was möglicherweise am teils recht jungen bzw. erst durch den Boom der noch folgenden Bands der Szene zugehörigen Publikums lag. Ich fand es war ein verdammt fett klingender Opener der hier aber am falschen Platz spielte..... Das der Soundarden seinen Namen zurecht trägt wurde uns binnen der ersten 5 Minuten bewusst, als unsere Oberschenkel von den wummernden Bässen vibrierten, wünschten wir uns eine solche Location im Raum Frankfurt(M) WOW.... Als nächste Band kam dann Melotron und schon war der Laden mit über 700 Gästen gefüllt. Nun ich will hier niemand schmälern aber etwas besser hätte Andy Krüger gerade bei "Brüder" schon singen dürfen, immerhin steht er nicht zum ersten mal auf der Bühne. Was sich aber mit der Zeit besserte und seine Fans verzeihen ihm das mit Sicherheit, genau wie seine Zappellei a la Dave Gahan. Aber wie schon im Sonic Seducer 10.03 so schön geschrieben, entweder man hasst oder liebt Melotron. Somit gehören wir wohl zweifelsohne zur ersteren Fraktion. Nach knapp 50 min war es geschafft und nachdem ich meinen Blick nicht mehr zur Bühne richtete gab es doch noch einige Songs wie "Gib mir alles" oder "Folge mir ins Licht", die richtig gut rüber kamen. Also für Fans ein echter Hammer ist meine neutrale Meinung..... Auf Icon of Coil hatten wir uns besonders gefreut, denn ihr letzter Auftritt im Muk/Gießen lag schon einige Zeit zurück. Ein wahres Elektrogewitter brach da aus Norwegen über uns herein und hier stimmte einfach alles! Nicht nur das die Jungs selber reifer geworden sind, nein auch die Präsentation und der Sound sind eine Klasse für sich gewesen. Andy brachte mit seinem charmanten Lächeln und gut kontrollierten Posen seine Songs der ersten beiden Alben "Serenity Is The Devil" und "the soul is in the software" perfekt ins Publikum und wusste auch die 3 neuen vorgestellten Songs geschickt einzusetzen und hier kommt dann wohl auch das absolute Hammer Album zu Beginn des neuen Jahres beim neuen Label Out of Line auf uns zu. Zum Abschluß kann ich nur sagen Stephan Groth zieh dich warm an sonst laufen dir die Jungs um Andy Le Plegua den Rang ganz schnell ab!

 

 

Clan of Xymox sind nun ein paar ganz alte Hasen in diesem Geschäft und haben auch eine recht neutrale Fangemeinde wie man sehen konnte. Ich hatte leider in den letzten 16 Jahren noch keine Gelegenheit ein Konzert von ihnen zu besuchen, bin aber seit der Maxi Stranger ein Freund ihrer Musik und konnte mich sowohl für die schöne Darbietung als auch für die meisten Songs begeistern, jedoch war "A Day" mein absoluter Favorit. Ein Stück elektronischer sind die neuen Songs schon geworden, ob man sich damit einen Gefallen getan hat wird sich noch zeigen müssen, mir hat es nicht ganz so gut gefallen denn für Futurepop sind genug Bands zuständig und C o. X. haben einen wunderschönen akustischen Sound, den man nicht verfremden sollte nur um vielleicht eine größere Bandbreite abdecken zu wollen..... Als nächstes sollte darkangel´s Fovorit Mozart mit Umbra et Jmago folgen. Leider kam es gerade bei Umbra zu kleineren Pannen die jedoch sowohl der Show als auch dem Festival nicht schadeten auch wenn Lutz diesmal vergeblich bei "Lieber Gott" versuchte Peter Heppners Part zu übernehmen. Mozart ist einfach ein perfekter Schauspieler und Musiker zugleich, die Grimassen und die zu den einzelnen Songs veränderte Kleidung macht Umbra einfach zu einer Ausnahmeband ohne gleichen! Was dem Auftritt zusätzlichen Reiz verschaffte waren natürlich Mozart`s "Hexen", welche in superscharfen Dress eine sehr erotische Darbietung ablieferten und ohne Scham ihre Körper perfekt präsentierten. Zum guten Schluß kam dann doch noch Lutz zum Zug und konnte "mea culpa" lauthals ins Mikro "grunzen", während Mozart sich auf die Reise durch seine Fans machte und seinen verschwitzten Körper über die Köpfe des Publikums tragen ließ. Selbstverständlich forderte das Publikum eine Zugabe und die hatte es mit "Teutonen dieser Welt" und "Amadeus" natürlich noch einmal richtig in sich, denn hier schlüpfte Mozart in eine Uniform und brachte mit Worten und Gesten zum Ausdrck was er von Nazis hält! Auch bei Umbra erscheint am Anfang nächsten Jahres eine neue Scheibe Namens -memento mori- darkangel ist wohl schon mega gespannt darauf! Gegen 0.15 verließ ein gut gelaunter Mozart mit seiner Band die Bühne und wünschte wie es sich gehört viel Spaß mit Covenant den Headlinern des diesjährigen Birthquake Festivals..... Die Umbauphase dauerte leider sehr lange und offentsichtlich gab es auch hier einige Probleme bei der Technik und so verschob sich der Auftritt um fast 20 Minuten.Als Joakim und Clas wie gewöhnlich als ertes vor Eskil die Bühne betraten war die Halle mittlerweile sehr gut gefüllt, was den Stellenwert von Covenant bestätigt. Während Clas sich noch mit seinem Mikro beschäftigte fingen Joakim und Eskil schon einmal mit "Monochrome" an gefolgt von "Invisible & Silent" und wussten die Masse selbst mit langsamen Songs zu fesseln.
Endlich war auch Clas bereit für seinen Auftritt und konnte die beiden unterstützen. Eine gute Stunde lang heizten Covenant dann richtig ein und spielten fast alle wichtigen Songs Ihrer 10jährigen Karriere, somit wurde ein Querschnitt durch alle Alben geboten der immer wieder schön anzuhören ist. Das Eskil Gesangsunterricht genommen hat macht sich bei jedem Besuch eines Covenant Konzerts bemerkbar so klar und brilliant wurden sämtliche Stücke in jeder Tonlage vorgetragen. Sehr abwechslungsreiche Songs und eine gute Show dank motivierter Keyborder, aber jetzt wird es langsam Zeit für neues Material, immerhin liegt Northern Light seit 18 Monaten in meinem CD Player und die Show muß weiter gehen denn auch Hero´s dürfen sich nicht zu lange ausruhen! Gegen 2:30Uhr machten wir uns auf die Heimreise nach Gießen, denn unser guter "darkangel" musste bedauerlicherweise schon wieder um 5:30 seiner geregelten Arbeit nachgehen, somit ging die Rückfahrt in ähnlich schnellem Tempo von statten und wir waren alle froh und fertig als wir gegen 4:30 Gießen erreichten, aber es hatte sich auf alle fälle gelohnt, was die anfängliche Frage auch beantwortet!!! Klickt die Bandnamen und ihr gelangt zu den Bildern....
Text: Oliver hhh Bilder: Sandro Griesbach