Asta Sommer-Festival - -[07. 07. 2006 Schiffenberger Tal, Giessen]
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Normalerweise hätte ich ja gesagt, der Sommer ist eine Goth-untypische Jahreszeit. Es ist hell, heiß und man schwitzt sich einen Wolf. Das hat das engagierte Team von Darkmoments jedoch nicht davon abgehalten, dem ASTA Sommerfestival am 7. Juli diesen Jahres einen Besuch abzustatten. Nicht zuletzt, weil einer der Headliner des Abends niemand geringeres als APOPTYMA BERZERK war... Mit den an diesem Abend vorhandenen ca. 600 Besuchern konnte die wohl erwartete Quote nicht eingeholt werden, dafür hatte man jedoch seine Ellenbogenfreiheit, was ja mitunter auch recht angenehm sein kann. Vom Fanspektrum war von Hippie bis Gruftie so ziemlich alles in einem Altersschnitt von 5 bis knapp an die 60 Jahre vorhanden, wobei ich bei dem Großteil der in meinem Alter scheinenden Besucher immer versuchte zu raten, was die/ der denn so studieren könnte.... Dreadlocks & Sandalen = Politik? Gel in den Haaren & “Schicke Klamotten“ = BWL? Zottelige Haare & verwirrter Blick = Psychologie? Just kidding...

 

Den Anfang des Abends für uns machten eine Band mit dem vielversprechenden Namen GODS OF BLITZ. Vom Sound her allerdings hätten sie sich auch „The Gods Of Blitz“ nennen können. (Man beachte das schöne „T“- to the -“H“- to the -“E“) Mich persönlich lud der gesamte Klang der Band nämlich zu Vergleichen mit Kapellen wie THE STROKES oder THE VINES ein. Mitunter meinte ich auch gewisse Anleihen an die jungen ROLLING STONES, oder die BEATLES erkannt zu haben, aber das ist eher eine Vermutung. Für Fans des Indie-Rock, die schon länger mal auf der Suche nach einer heimischen Band in dieser Richtung sind, auf jeden Fall eine Empfehlung.

 

Danach sollte es mit CULCHA CANDELA weitergehen, leider ließen die 7 Jungs aus Berlin recht lang auf sich warten, so das sie ihr Set etwas verkürzen mussten. Aber sie brachten frischen Wind mit nach Gießen, denn ihre lockere Art, vereint mit ihrer Musik, eine Art Ragga, Hip Hop und Dancehall, wussten sie zu überzeugen. So war ich Vorfeld doch etwas skeptisch, wurde aber eines Besseren belehrt, dass Black Musik auch ganz angenehm sein kann!

 

Wiederum kam es zu einer langen Umbauphase, bevor die Mannen um Frontmann Stephan Groth von APOPTYGMA BERZERK mit einer knappen Stunde Verspätung die Bühne betraten (Schuld war wohl ein Kabel, welches versehentlich vertauscht wurde). Das Set begann man mit dem Titel „Eclipse“ vom letzten Album „You and Me against the World“, gefolgt von „You keep me from breaking apart“ und „In this together“. Zwar waren die ersten Reihen sichtlich schwarz gehüllt, doch merkte man, dass die meisten der Zuschauer hier nicht wegen APOPTYGMA BERZERK anwesend waren. Und so gab es für die Hardcore Berzerker eine Art Privat Konzert, welches von Seiten der Band gewohnt professionell, aber wie ich empfand, doch nicht ganz so enthusiastisch wie vielleicht sonst durchgezogen wurde. Mit dem fünften Track, „Deep Red“ schien dann aber doch noch der anfänglich spürbare Knoten zwischen Band und dem Publikum zu reißen, und so sollte es ab „Kathys Song“ doch noch eine richtige Party werden.

 

Auch hatte mittlerweile der Rest der Band nun sichtlich Spaß und zog gemeinsam mit Stephan das Publikum in das Set mit ein. Nach einer knappen Stunde Spielzeit verließen Apop die Bühne, um der Aufforderung einer Zugabe aus den ersten Reihen, erneut auf die Bühne zu kommen. Und mit „Non Stopp violence“ und „Love never Dies“ endete dann die Party, welche zu diesem Zeitpunkt sichtlich ihren Höhepunkt erreicht hatte. Irgendwie passten APB nicht in das Line Up, und so war es trotzdem schön, dass sich ein paar Hundert Fans nicht haben beirren lassen und den Weg nach Giessen gefunden haben, um ihre Band zu sehen und zu unterstützen. Ich denke spätestens beim diesjährigen Mera Luna wird sich das Bild spätestens ändern und die Formation wird mit Tausenden Szene-Peoples feiern, wie schon zuletzt auf ihrer Tour. Man kann darauf gespannt sein und sich schon etwas die Vorfreude bewahren.

 

Der größte Teil, der an diesem Abend versammelten Studentenmeute wartete allerdings wohl auf TOMTE. Mit einer kleinen Verspätung von ebenfalls 1 Stunde, betraten diese dann auch die Bühne, wobei der Leadsänger Thees Uhlmann sich immer und immer wieder entschuldigte. Eines kann man von diesen Leuten ja sagen, Musik hin oder her: Anstand haben die Jungs. Und zugleich gab es auch schon die Ansage, dass TOMTE nach dem Konzert noch einmal im „Sowieso“ anzutreffen wären. Hat mich ziemlich überrascht. Ist lange her, dass eine Band mal in meiner Anwesenheit ihre Fans zum Trinken eingeladen hat. Präsentiert wurden an diesem Abend Songs, die wohl den eingefleischten TOMTE-Fans mehr sagen als so einem eingefleischten Banausen wie mir... Natürlich wurde auch der Hit „Ich sang die ganze Zeit von dir“ präsentiert. An und für sich war es ein recht angenehmes Festival, auf dem kein Musikgeschmack enttäuscht wurde und für jeden ein zufriedenes Nachhausegehen möglich war. Bleibt nur zu hoffen, dass der Sommer noch so angenehm bleibt, dann kann auch der Winter meinetwegen noch 5 Minuten warten.

 
TEXT: Tobias Burk [darkmoments]
FOTOS: Sandro Griesbach [darkmoments]

Apoptygma Berzerk:aGalerie I

Tomte:aGalerie I