Anders sein... - [ Jugendhaus Spilles Düsseldorf 05.03.2006 ]
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Sonntagabends in Düsseldorf Benrath, leichter Nieselregen und einige dutzend schwarz gekleidete Menschen, vor dem Jugendhaus Spilles.Kurz nach dem Einlass betrat ich einen kleinen Raum, in dem auf der improvisierten Bühne drei Hocker, einige Gitarren und Verstärker standen. Vor der Bühne legten die Zuschauer Decken aus und setzten sich gutgelaunt auf den Boden. Das ganze Szenario sah mehr aus wie eine „Jamsession“ mit ein paar Freunden. So begann eines der besten Konzerte, dass ich in der letzten Zeit sehen durfte.
 
Eric Fish, bekannt als der Frontmann von Subway to Sally mit dem ich vor dem Konzert noch ein kurzes Interview [ hier nachzulesen ] führen durfte, ist wieder einmal Solo unterwegs. Seid nun zweieinhalb Jahren, verfolgt Eric Fish ein Soloprojekt, bei dem er einfach aus Spaß an der Musik seine eigenen musikalischen Ideen auslebt. Mitgebracht hatte er seine Freunde: Uwe Nordwig, Rainer Michalek, und Gerrit Hecht.
 
Eine Vorband oder großes Drumherum gab es nicht. Eric, Uwe und Rainer kamen in der Raum, gingen durch die rund 100 Besucher, im damit vollen Haus Spilles, zur Bühne und legten ohne große Vorrede los. Eric Fish begann das Konzert mit einer Reihe eigener Lieder aus seinem ersten Studioalbum „Zwilling“. Die teils sehr nachdenklichen und gesellschaftskritischen Lieder, wie „anders sein“, wurden immer wieder von einigen Irishfolk – Klassikern unterbrochen, die vom begeisterten Publikum lauthals mitgesungen wurden. Die Lieder wurden einzig und allein mit Gitarre und einer Mundharmonika begleitet. Nach einiger Zeit kam dann Gerrit, der ansonsten für das Abmischen der Musik zuständig war zum Zuge. Durch seine Unterstützung am Klavier war die Zeit für einige Balladen angebrochen. Nach zwei Stunden, gab es dann eine kurze Pause, die durch ein Dudelsack instrumental Stück beendet wurde.

 
Die zweite Hälfte wurde mit dem Subway to Sally Klassiker „Kleid aus Rosen“ begonnen, dem noch drei weitere Subway – Songs folgen sollten, darunter auch das „Seemannslied“ aus dem aktuellen Album „Nord Nord Ost“, dass ganz ohne Schlagzeug und Bass in einem völlig neuen Gewand daher kam. Im diesem zweiten Abschnitt dominierten vor allem die rockigeren Nummern, wie der Steve Miller Klassiker „The Joker“ oder der Song „Glotze“ der über Castingshows herzieht. Dies animierte nun alle Anwesendem im Raum zum lauten Mitsingen und Mitklatschen. Die Zeit verging wie im Fluge und nach gut vier Stunden gab es noch drei Zugaben und der völlig erschöpfte Eric Fish verließ unter tosendem Applaus die Bühne.
 
Aber nicht nur die einzigartige Musik machte das Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis, auch die Interaktion mit dem Publikum war etwas ganz besonderes. Direkt zu Beginn des Konzertes wurde der Refrain aus „anderes sein“ geprobt mit dem die Fans das Konzert auch beenden sollten, wenn es ihnen zu lang werden sollte. Es gab auch den traditionellen „Lieder – Rate – Wettbewerb“, bei dem der Sieger eine gute Flasche Whiskey gewann und sie direkt mit dem Rest des Publikums teilte. Immer wieder suchte Eric das Gespräch mit dem Publikum und band so seine Gäste in das Konzert mit ein. Aber auch für so machen herben Spruch oder Anekdote war sich Herr Fish nicht zu schade. Eines der Highlights war die „Lichtschau“ bei der Eric nicht nur Wunderkerzen verteilte, sondern auch einen ganz jungen Fan mit einem besonderen Auftritt bedachte. Die vier boten genau das was man von dieser Kulisse erwarten durfte, einfach nur Musik. Mit einer gelungenen Mischung aus Balladen und rockig - folkigen Songs, wurde das Publikum mehr als vier (!) Stunden bestens unterhalten. Mein Fazit ein einzigartiges Konzert mit purer, reiner, leidenschaftlicher Musik.
 
Text und Bilder: Carsten Terres [darkmoments]
Weitere Bilder von diesen Abend findet ihr auf Carstens Homepage terres-arts.de