Hell on Earth im Giessener MUK am 27.01.2006
 

Trotz klirrender Kälte hat die mittlerweile 22. Electronic Porn Party einen neuen Besucherrekord erreicht, das beliebte seit mehr als 3 Jahren gefeierte Event wurde an diesem Abend von über 800 Gästen besucht. Einen großen Teil, dieser doch recht beachtlichen Besucherzahl dürfte wohl auch dem Live Auftritt der Berliner Band AGONOIZE zu verdanken sein, welche in Zusammenarbeit mit „darkmoments“ für diesen Abend gebucht wurde.

 

Bis zum Auftritt des Trios gegen Mitternacht füllte sich der große Saal kontinuierlich und bei einer gelungenen Songauswahl von DJ der Rote Faden verging der Abend sehr schnell. Pünktlich um Mitternacht eröffnete AGONOIZE nach einem Intro ihr höllisches Set mit „Zölibat“ dem bislang einzigen Song der Band in deutscher Sprache. Frontmann Chris brachte den Evil Boy richtig gut rüber, was zum einen an seinen mal finsteren mal doch recht psychopathisch wirkenden Blicken lag und zum anderen natürlich an der herrlich, höllisch böse klingenden Stimme. Doch nicht nur die Performance von Chris, an vorderster Front war ausgesprochen gut, auch Mike und Oli im Hintergrund waren voller Enthusiasmus bei der Sache und ergänzten die Show von Chris optimal. Auch das Set ließ keine Wünsche offen und repräsentierte die bisherigen Arbeiten der Band in ansprechender Form. Zur visuellen Unterstützung einzelner Songs bediente sich Chris dann noch diverser Utensilien, so kam zum Beispiel bei „Open The Gate“ die Flex zum Einsatz oder bei „Masturbation Generation“ konnte man eine nicht genau zu definierende Substanz spritzen sehen und beim absoluten Clubkracher „ Sacrifice“ setzte Chris sich die Spritze.

 

Eigentlich alles in allem eine echt abwechslungsreiche Show mit bestem Tanzstoff, aber genau hier lag an diesem Abend wieder einmal der Hund begraben, denn mit Ausnahme einiger mit der Band befreundeten und angereisten Gäste, sowie unwesentlich mehr als eine handvoll Mädels und Jungs aus dem Raum Giessen, bewegte sich leider nicht viel. Schade eigentlich, denn die Band selbst wirkte keineswegs so müde wie das Publikum und setzte nach einer kurzen Pause mit „Die For Blood“ ihr Programm blutig fort und vermochte auch nach bereits 70min. Spielzeit noch zu überzeugen, doch nach „Paranoid Destruction“ war dann definitiv Schluss und so richtig Zugabe hat leider niemand mehr verlangt. Somit war der erste Live Gig der Band in Hessen zwar sehr gut besucht aber für die Band sicher nicht die Erfüllung, denn was nutzen viele Besucher, wenn die Stimmung eher verhalten bleibt.

 

Dennoch war dies einer der besten Gigs im Rahmen der Electronic Porn Party und für alle die leider nicht anwesend sein konnten bietet sich vielleicht schon bald die Gelegenheit AGONOIZE auf einem Festival erleben zu können. [z.B. auf dem WGT 2006] Im Anschluss nahm die Party wieder den gewohnt guten Verlauf und war bis 03:00 so gut besucht wie es für den weiteren Erhalt der Location wünschenswert wäre. Also erscheint weiterhin so zahlreich, es lohnt sich auf jeden Fall.

 
Text: Oliver Loscher
Fotos: Sandro Griesbach
 

- AGONOIZE: Galerie III

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