ADORNED
BROOD war mir bis dato völlig
unbekannt, da ich Pagan Metal nicht
unbedingt zu meinen Lieblingsgenres
zähle. Und auch wenn ich sagen muss,
dass meine Ohren beim ersten Hören ein
wenig geflattert haben, ist es doch eine
besondere Art von Musik, die vor allem
mit ihren Geschichten verzaubert.
Die
fünf Grevenbroicher Musikanten lassen
grobe und laute Metalsounds, wüstes
Geschreie von Bassist und Sänger Markus
Frost mit folkigen Passagen verschmelzen,
gespickt mit der tollen Stimme von
Ingeborg Baumgärtel, die auch so manches
Lied mit der Querflöte etwas weicher
macht. Mirko Klier (Rhytmusgitarre),
Thorsten Derks (Sologitarre) und Tim
Baumgärtel (Drums) vervollständigen das
rockige Quintett, das schon seit 1993 in
seinen Songs von heidnischen Göttern,
alten Kriegen und natürlich auch von
Liebe und Verlust erzählt.
Das
2CD Album Hiltia & Wigand
ist eigentlich keine neue Scheibe,
sondern die neu gemasterte Versionen der
beiden ersten Alben Hiltia
und Wigand, die ihrerzeit auf
1000 Stück limitiert waren, daher
restlos ausverkauft sind und bei Internet-Auktionen
teilweise für 80 Euro gehandelt werden.
Schon
der erste Titel nach dem Intro, For
Honour and Land lässt darauf
schließen, was Schwerpunkt dieses Albums
ist: Mut, Ruhm, Krieg eben typisch
Pagan Metal. Auch deutschsprachige Tracks
wie Unehrenhaftes Feindesblut
reihen sich in diesen Themenbereich ein.
Die Texte sind übrigens im kunstvoll
gestalteten Booklet nachzulesen, was auch
sehr vorteilhaft ist, da sie teilweise
schwierig zu verstehen sind. Auch bietet
die CD ruhigere, rein instrumentale
Stücke, z.B. Donerhamer mit
Gitarre und Flöte, die die
mittelalterlich-folkige Stimmung
aufkommen lassen, die in den meisten
Songs von rauen Growls ein bisschen
übertönt wird. Entspannung zwischen dem
ganzen Kriegsgeschrei bietet The
Oath mit melodischen Vocals
von Thorsten Derks, eine Danksagung an
die Götter für deren Beistand im Kampf.
Auf
der zweiten CD ist neben acht Songs auch
noch ein Video enthalten, das einen
Livemitschnitt von ADORNED BROOD zeigt,
in dem sie Tanz mit dem Tod,
Heldentat und Farewell
spielen. Farewell finde ich
persönlich große klasse, da es so einen
balladenähnlichen Charakter hat und
wahnsinnig viel Gefühl vermittelt.
Schade, dass der Song nicht auch als
normaler Track auf dem Album ist.
Alles
in allem ein schönes Remake zweier alter
Alben, das ich besonders Liebhabern
großer Heldengeschichten und der etwas
lauteren Art von Kunst ans Herz legen
kann.
Rezi:
Nadine Schmitt
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