Interview mit The Jade, .Dezember 2009 ..[ mailer ]
 

Seit Oktober vergangenen Jahres steht das offizielle Debüt-Album der finnischen Band The Jade in den Plattenläden. Auch außerhalb von Finnland wurde „Seconds Away From Salvation“ veröffentlicht. Erneut ein Grund für darkmoments mit The Jade Kontakt aufzunehmen und dem Quartett alle aktuellen Informationen zu entlocken, darunter selbstverständlich interessante News zum ersten offiziellen Album. [ Rezi ]

 

Lea: Wie geht`s euch da oben in Finnland? Seid ihr fleißig am Schnee schüppen?
Wille: Uns geht`s großartig, wir wandern hier alle durch die Kälte und Dunkelheit. The Jade starten ins neue Jahr mit einem großen Bang, da wir im Gloria, Helsinki, am 1. Januar ein Konzert geben werden.
Jann:
Ja und unsere Nasen sind mit Schnee gefüllt.

Lea: Gratulation! Euer erstes offizielles Album “Seconds Away From Salvation” steht nun in den Läden. Wie habt ihr die Veröffentlichung gefeiert?
Wille: Wir hatten eine CD-Release-Party im “On The Rocks” in Helsinki, wo wir auch die Lieder vom neuen Album gespielt haben und danach hatten wir Zeit zum relaxen. Aber eigentlich hält uns die Band auf Trapp. Es wird also keine Endlos-Parties in naher Zukunft geben.
Pekko:
Vielen Dank! Wir haben allerdings sehr viel zu tun, seit „Seconds Away From Salvation“ veröffentlicht wurde, somit hatten wir keine Zeit zum feiern.

Lea: Wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis? Oder habt ihr bereits etwas auf dem Album gefunden, was ihr heute anders gemacht hättet?
Wille: Nein, das denke ich nicht. Die Lieder auf dem Album hören sich alle großartig an. Ich bin mit dem Ergebnis äußerst zufrieden.
Pekko:
Yep. Ich bin auch zufrieden mit dem Album. Ich würde nichts darauf ändern.
Jann:
Das Album kling toll! Es gibt nur ein paar klitze kleine Dinge, die wir hätten anders machen können, aber nichts großes. Wir hatten bereits die zweite Deadline erreicht, als wir endlich die Ergebnisse akzeptierten. Ich finde es schwierig, 100 Prozent zufrieden zu sein, da ich ein Perfektionist bin, wenn es um den Sound und so geht. Aber das gleich gilt auch für die Alben, die ich zu Hause habe. Und dennoch, das hört sich alles wirklich cool an. Leiden und Major waren auch zufrieden, von daher. Auf dem Album sind so einige Perlen zu finden.

 

Lea: Wie waren die bisherigen Reaktionen der Fans und Medien?
Wille: The Jade packen dich oder nicht. Entweder mag man uns oder nicht. Wie auch immer, die Leute, die uns nicht mögen, sagen dennoch, dass wir sehr professionell klingen. Erst kürzlich haben wir eine großartige Rezension vom Magazin „Varusmies“ erhalten. Na komm, es geht hier immerhin um ein Magazin über Finnlands Militär.
Pekko:
Wir haben bisher noch nicht so viele Rezensionen gesehen, aber die meisten Reviews, die wir zu Gesicht bekommen haben, waren gut. Nur ein paar wenige Personen mochten das Album nicht. Ich denke, so soll es auch sein. Die Hörer scheinen die Platte jedenfalls zu mögen und das ist es, was zählt. Ich hoffe, sie werden sich auch das Album zulegen.
Jann:
Ja, die Reaktionen waren bisher sehr cool. Die Fans sind immer großartig. Es sollte allerdings mehr Medieneinsatz geben. Bisher habe ich nur wenige schlechte Reviews gefunden. In einer hatte der Schreiber eine wirklich seltsame Einstellung. Er wollte über persönliche Dinge meckern und so. Das hat allerdings nichts mit der Musik selbst zu tun, somit war ich nicht wirklich glücklich darüber. Dennoch, es scheint, das Karma hat seine Arbeit getan. Ich habe gehört, dass etwas seltsames mit dem Schreiber passiert ist und er nun nicht mehr schreiben kann. Wenn wir die Bühne entern, beginnen die Lieder ihr eigenes Leben zu führen. Und das zeigt, dass die Songs stark sind.

Lea: Das Album wurde in den Seawolf Studios aufgenommen. Dort habt ihr hauptsächlich mit Petri Majuri und Hannu Leiden zusammengearbeitet. Wie hat das funktioniert?
Wille: Hannu Leiden hat die Platte aufgenommen und war eine große Beeinflussung bei den Gesangsaufnahmen. Er arbeitet im Grunde schon seit Jahrzehnten mit jedem im finnischen Musikbusiness zusammen. Aus diesem Grund wusste er genau, was er tut. Hannu ist ein sehr geduldiger und professioneller Mann und hatte sehr effektive Ideen für den Gesang. Wir sind so froh darüber, dass er sich bereit erklärt hat, mit uns zusammen an unserem Album zu arbeiten.
Pekko:
Hannu Leiden hatte ebenso zahlreiche Ideen, nachdem die Basis-Tracks aufgenommen waren. Er brachte zudem diese coole 12-seitige Tom Petty Rickenbacker Gitarre mit ins Studio, die ich letztendlich für viele Songs eingesetzt habe. Petri Majuri war federführend bei den Aufnahmen der Rhythmus-Tracks und hat mit uns das Album vervollständigt. Nach der ersten Aufnahmewoche haben wir lange Zeit mit ihm zusammengesessen, die Lieder angehört, editiert, gemischt und endlich auch gemastert. Er ist ein brillanter Mann! Jann: Es war durchgängig toll, wir hörten großartige Geschichten und kamen alle sehr gut miteinander aus. Es ist ein tolles Studio und die Jungs waren großartig.

Lea: Auf eurer Webseite steht, dass ihr rund 30 Demo-Songs aufgenommen hattet. Wie habt ihr entschieden, welcher Song letztendlich Teil des Albums wird?
Wille: Wir haben fast alle unsere Songs gleich gern. Aus diesem Grund ließen wir unseren Boss vom Plattenlabel entscheiden, welche Lieder aufs Album kommen. Aber es gibt immer noch jede Menge qualitatives Material in unserem Repertoire, was noch übrig ist.
Pekko:
Ja, eigentlich hatten wir zusammen entschieden, dass es auch einige Demo-Songs gibt, die einfach zu brilliant waren, um sie nur auf dem Demo-Level zu halten. Sie mussten einfach nochmals neu in einem vernünftigen Studio mit diesen großartigen Jungs, Hannu und Petri, aufgenommen werden. Aber die Songs auszuwählen, war nicht wirklich einfach.

Lea: Einige der Songs wurden bereits auf früheren CDs veröffentlicht. Wie aber garantiert ihr, dass sich niemand langweilt, wenn er die gleichen Songs nochmals auf dem Debüt-Album hört?
Wille: Die Songs haben sich im Vergleich zu den älteren Versionen sehr stark verändert. Zusätzlich sind viele komplett neue Songs auf dem Album zu finden. 14 Stück. Die Fans werden also sehr viel mehr als nur ein paar neuaufgenommene Lieder bekommen.
Pekko:
Wir garantieren nie etwas. Das wäre nicht besonders klug. Und dennoch, wenn jemand nur die original Demo-Versionen einiger Songs kennt, zum Beispiel von Myspace, der wird noch nicht die neuen Versionen gehört haben, welche total professionell arrangiert, gespielt und aufgenommen wurden. Und einige von ihnen wurden gar umgeschrieben. Zudem konnte man die Songs von unserer vorherigen selbstproduzierten EP „Slow Motions On The Fast Lanes“ nur auf unseren Seiten anhören, somit gibt es Millionen von Menschen, die diese Lieder noch nie zuvor gehört haben.
Jann:
Ja, die Jungs haben Recht. Nun, wenn eine Band wie wir einen Plattendeal bekommt, sind es im Grunde die Demosongs, in die sich das Label verliebt. Somit wollen sie diese auf dem Album haben. Für uns war das okay, und um zu zeigen, dass es uns wichtig ist, wollten wir auch ein paar neue Songs für diejenigen hinzufügen, die von Anfang an für uns da waren. Es tut mir Leid, aber wir hatten nicht genug Platz, um 100 Lieder auf das Album zu packen.

Lea: Sind die Lieder auf dem Album in irgendeiner Weise miteinander verbunden?
Wille: Sie sind eine Einheit und darum ist das Album echt cool.

Lea: Und wo besteht die Verbindung zum Albumtitel „Seconds Away From Salvation“?
Wille: Das überlasse ich der Vorstellungskraft unserer Fans, aber denk einfach drüber nach. Wie würdest du dich fühlen, wenn du nur Sekunden von der persönlichen Erlösung deines Lebens entfernt wärest? Ich wette begierig.
Pekko:
Wenn sich die Menschen Zeit nehmen wollen, die Songtexte zu lesen oder anzuhören, werden sie garantiert die Verbindung zum Titel herausfinden.
Jann:
Das ist richtig. Zudem kann man es auch auf die komplette Geschichte von Berninis Skulptur „The Ectasy Of St. Theresa“ übertragen.

Lea: Was sind eure persönlichen Highlights auf dem Album und warum?
Wille: “Everlasting Memorial”, “Yesterday´s Rain”, “King´s Cross” – um nur einige eingängige Lieder mit perfekten Texten zu nennen.
Pekko:
Jeder Song, den ich geschrieben habe, ist ein Highlight. Zudem mag ich wirklich die Gitarren in jedem Lied. Sie klingen einfach genau so, wie sie klingen sollten.
Jann:
Insgesamt finde ich den Weg toll, wie ich die Dinge angegangen bin. Manchmal möchte ich eine Menge mit dem Bass machen, da ein kleines „Jazz-Arschloch“ in mir steckt, aber am Ende habe ich nur das gemacht, was fürs Lied am besten ist. Ich mag meinen Groove in „Solitary Soul“ und „The Flame“, zum Beispiel. Dies und das in „Beautiful Things“ ist auch einfach cool. Ich mag alles, was die Jungs mit „Roses Are Burning“ auf dem Album gemacht haben – einfach cool gesungen und gespielt.

Lea: Für eure zweite Single “It`s A Sin“ habt ihr eurer erstes offizielles Musikvideo gedreht, das wirklich cool geworden ist. Erzählt uns ein wenig über die Story!
Wille: Die Idee kam vom Videodirektor und zunächst waren wir ein wenig geschockt, weil es aussah, als würde es ein Horrorvideo werden. Wir haben hin und her überlegt. Im Video präsentiert der Schauspieler Ismo Kallio einen alten Mann, der von seinen Ängsten aus der Zukunft und Vergangenheit verfolgt wird, die sich auf sein Leben beziehen. Wir haben das Video in einem echten alten Haus gedreht und es mit einigen Kerzen dekoriert. Es war total kalt dort, aber cool!
Jann:
Ich finde das Video nicht so cool.

Lea: Gibt es irgendwelche Anekdoten von den Filmaufnahmen zu berichten?
Pekko: Da gibt es nicht so viele, wenn ich mich recht entsinne. Aber wie Wille erwähnt hat, war es verdammt kalt in dem Haus, somit mussten wir alle während der Filmaufnahmen ein wenig leiden...
Jann:
Aber die Fleischbällchen waren gut.

Lea: Hattet ihr die Gelegenheit, auch eigene Ideen ins Video mit einzubringen?
Wille: Einige, aber es ist fast ein Jahr her, dass wir das Video gedreht haben, deshalb kann ich mich nicht mehr an die Ideen erinnern.

Lea: Was ist mit dem zweiten Videoclip zum Song “King`s Cross“? Ich habe gehört, ihr seid nicht wirklich damit zufrieden. Warum?
Wille: Die Idee hätte besser sein können. Ich meine, ich bin stolz, wie The Jade im Video performen, aber die Crew im Video sieht seltsam aus. Niemand versteht, warum da fremde Personen im Video auftauchen. Für mich ist es auch ein Rätsel. Aber als Band im Video müssen wir uns für nichts schämen. Eigentlich genau das Gegenteil.
Pekko:
Der Songtext von “King`s Cross“ ist traurig und ich schrieb ihn, als ich total verzweifelt war. Deshalb hasse ich diesen idiotischen Humor im Video. Die Filmcrew hat nicht auf uns gehört, deshalb ist nicht das aus dem Video geworden, was wir erwartet haben.
Jann:
Schau dir nur diesen Typen an, der im Video herumspringt. Der sieht doch wie ein Känguru aus. Zudem wurde die Band rund 60 Mal mit verschieden Kameras aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen und nur ein Bruchteil davon wird in dem Video gezeigt. Und dann noch nicht mal die besten Parts. Außerdem verdient es den Song absolut nicht.

Lea: Wie würde das Video ausschauen, wenn ihr es mit euren Ideen produziert hättet?
Wille: Es wären einfach nur The Jade zu sehen und niemand anderes.
Pekko:
Einige Videoclips von Londons „King`s Cross“-Gebiet wären ziemlich okay gewesen. Einige Britten schrieben uns, dass wir genau das Feeling des „King`s Cross“-Gebietes eingefangen hätten, deshalb schätze ich, wären die Clips eine gute Idee gewesen.
Jann:
Ich habe einst in diesem Gebiet abgehangen, deshalb weiß ich, dass Pekko zu 100 Prozent das Feeling eingefangen hat, als er den Song schrieb. Es ist die schlechte Seite, „King`s Cross“ kann dir viele Gesichter zeigen. Es wäre cool gewesen, in dem Video Straßengewalt, Prostituierte, Drogen, Gangs und so weiter zu sehen, und mittendrin die Band, die ihr Ding macht. Einfach ein gemütlicher Samstag am „King`s Cross“ mit deinen Kollegen.

Lea: Wie ist euer Bandstatus heutzutage in Finnland, seitdem ihr die Charts geentert habt?
Wille: Ich denke nicht viel darüber nach, weil es dich sonst verrückt macht. Ehrgeiz ist eine großartige Sache, aber ich will nicht, dass sie mich umbringt. Vielleicht solltest du mal unserer Fans fragen. Es gibt viele Dinge, an die ich lächelnd zurückdenke, wie unsere Chartpositionen der vorherigen Singles.
Pekko: Ich habe keine Ahnung bezüglich des Status. Die Singles in den Charts, überhaupt irgendwelche Chartpositionen oder so scheinen am Ende nicht viel auszumachen. Für den Moment ist es cool und dann ist es auch schon wieder weg. Um einen gewissen Status zu erlangen, musst du jede Menge Geld haben. Und ein brilliantes Team und einen Manager bräuchte man auch. Das hat alles mit dem Business zu tun.
Jann: Ja, wir sind nicht hier, um irgendeinen Status zu erlangen. Wir sind eine Rock`n`Roll-Band. Im Grunde brauchst du 500.000 Euros, um es in einem Jahr geschehen zu lassen. Wie auch immer, die Band ist zu allem bereit. Wir sind stärker als je zuvor und werden jederzeit noch stärker. Wir werden so oder so hier sein: Umso eher jemand kommt, um so eher wird er etwas draus machen.

Lea: Und wie ist es für jemanden möglich, der in Deutschland lebt, an euer Album zu kommen?
Wille: Du kannst es online bestellen, zum Beispiel über Twilight Records. Außerdem ist die Platte im CD-Laden erhältlich.
Jann: Ja, jedenfalls hat Sony seinen Job getan.

Lea: Ist eine Tour geplant, um die neuen Songs live auf der Bühne zu präsentieren?
Wille: Yep.

Lea: Ich habe gehört, dass ihr kürzlich auf der Bühne von einem Live-Keyboarder namens Tomi unterstützt wurdet. Ist er nur eine Art Teilzeitmitglied oder denkt ihr darüber nach, zukünftig ein Quintett zu werden?
Wille: Wir hoffen, dass unserer Einheit lange Bestand haben wird, wir werden also sehen, was die Zukunft bringt.
Pekko:
Er wohnt momentan nicht in Helsinki, deshalb proben wir hauptsächlich als Quartett. Er ist jedoch ein absolut toller Kerl, somit mal abwarten, was geschieht. Wir kommen sehr gut miteinander aus.
Jann:
Ich hoffe, er wird bei uns bleiben. Und manchmal kommt er auch zu den Proben, auch wenn er dafür 500 Kilometer fahren muss, das ist echt cool. Ein toller Kerl und großartiger Musiker.

 

Lea: Gibt es Pläne, dass ihr in naher Zukunft auch wieder nach Deutschland kommt?
Wille: Wir hoffen, bald wieder zu euch zu kommen, aber im Moment wissen wir noch nicht wann.
Jann:
Ja, wir lieben unsere Fans dort.

Lea: Was sind eure Pläne für Silvester?
Wille: Ich habe noch keine Ahnung, vielleicht werde ich feiern oder auch nicht. Parties plane ich nicht zu früh.
Pekko:
Ich habe keine Pläne. Vielleicht werde ich einfach nur wach bleiben und nachdenken.
Jann:
Ich werde aufs Konzert von V For Violence, United Underworld und So Called Plan gehen.

Lea: Habt ihr eine “Heilsbotschaft” für eure Fans?
Wille: Ja und sie lautet: Ihr seid nun Sekunden von der Rettung entfernt, wenn ihr also eure Bedürfnisse der Zukunft erfüllen wollt, kauft unser Album, da es euch Türen öffnen wird.
Pekko:
Von den Seelen und Herzen: Sekunden von der Rettung entfernt. Bleibt gesund und munter!
Jann:
Bleibt cool!

 
Interview geführt von Lea Sommerhäuser [ mailer ]
Homepage Künstler www.thejade.fi