Label:
 
Black Rain
 
 
Discographie:
 
Famous Last Songs CD [2009]
 
 
Website Band
my space
 
The Pussybats - -famous last songs- ---[Vö: 30.01.2009]
 

Es gibt zwei Arten der Zusammenhänge zwischen einem Bandnamen und der Band an sich. Einige Bands halten, was ihre Bandnamen versprechen. Mötley Crew z. B. waren/sind tatsächlich eine Bunte Truppe. Bei vielen anderen Bands hat der Bandname mit den Bandesmitgliedern nichts gemein. Es gab keine Priester bei Judas Priest und auch keine Jungfrauen bei Iron Maiden. The Pussybats gehört zu den Bands der letzten Kategorie an, es gibt nämlich keine Pussies im Quartett.

Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal "Dance with the devil"s von The Pussybats hörte, dachte ich mir: “Gar nicht übel für den Anfang, aber hoffentlich wird mehr als ein deutscher The 69 Eyes Clone daraus“ und voilà: mein Wunsch ging in Erfüllung. The Pussybats bieten echt geilen und sehr vielfältigen Gothic-Rock. Wenn man nicht ganz herzamputiert ist, werden einige Songtexte bei euch Erinnerungen und vielleicht auch Traumata romantischer Art in Erinnerung bringen. Das ist die Stärke des Rocks dem EBM gegenüber. "April" und "Most beautiful tales end sadly" dienen als gute Beispiele davon. In "No Romeo" fragt sich das lyrische Ich nach Ursachen, warum es unromantisch ist; leider werden keine möglichen Antworten vorgeschlagen. Manche Jungs sind halt so…

Der Titel "Crimson girl" treimt sogar den Song "Poison girl" von His Infernal Majesty (HIM). Na ja, es handelt in beiden von Girls und das lyrische Ich ist nicht gerade heiter in den beiden Songs. Heutzutage gehört ein Cover auf jedes Debütalbum, "The famous last songs" ist keine Ausnahme. Die Scheidenfledermäuse haben "Your woman" von White Town aufgemotzt. Die neue Version hört sich eine Ecke rockiger an. Es ist schon cool, wenn eine eindeutig maskuline Stimme Strophen wie „I should never be your woman“ singt. Anspielungen und Andeutungen bisexueller Art kommen gut bei dem Gothic Publikum an. Komischerweise selbst Sean Brennan (London After Midnight) traute sich solchen Experiment bei "Sally’s Song" nicht zu und veränderte die Lyrics ins maskuline Genus. Und das bei seinem „testosterongeladenen“ Image!

Das Album wurde von Chai Deveraux (Jesus on Extasy) und dem Duo Hahn & Hahn (die schon bei Nena und Kim Wilde mitwirken dürfte) produziert. Chai scheint mir auch für die Spoken vocals auf "Your Woman" zuständig zu sein, es hört sich nämlich sehr nach den spoken Parts auf "Assassinate me" an. Die Lieder sind eher einfach geschnitten und dennoch berühren die Balladen den Hörer und  die schnelleren Nummern (hey, war das etwa ein Wortspiel?) treten so richtig. Der Bariton von Sid van Sin ist mit den Stimmen von Rob Vitacca (Lacrimas Profundere) und Jyrki (The 69 Eyes) tatsächlich vergleichbar aber nicht verwechselbar. Man kann fest damit rechnen, dass "Famous last songs" ein total ironiegeladener Albumtitel ist und wir von dieser Band noch viel zu hören bekommen werden.

Rezi: André W.

 
Tracklist:
01. back to the darkness
02. the banshee blues
03. your woman
04. in april
05. scarlet
06. 15x60
07. feel
08. crimson girl
09. no romeo
10. dance with the devils
11. the most beautiful tales end sadly (with Leandra)