T-Mobile Street Gig - Polarkreis 18 . [Eissporthalle Frankfurt(M), 03.11.2009]
 

Schneeweißes Indie-Wunderland: Unter glitzernder Sternenkuppel verzauberten Polarkreis 18 beim T-Mobile Street Gig am Dienstag die Eiskunstbahn an der Eissporthalle Frankfurt. Ganz und gar nicht „Allein Allein“, sondern begleitet vom 23 Mann starken Philharmonic Volkswagen Orchestra und mit über 500 begeisterten Fans, verwandelten die sechs Dresdner die außergewöhnliche Konzert-Location in einen glänzenden Eistanzpalast. Mit einer beeindruckenden Sound- und Lichtinszenierung bescherten sie der Street Gigs Saison 2009 ein gebührendes Finale.

 

Der letzte T-Mobile Street Gig diesen Jahres hatte geladen, oder besser einige wenige, denn gerade einmal eine überschaubare Menge von 500 Menschen bekam die Chance an diesem einmaligen Event teilhaben zu können. Mehr "Tickets" gab es definitiv nicht, auch wenn sicher noch ein paar hundert mehr hätten Platz unter dem Membrandach der Eiskunstbahn neben der Frankfurter Eissporthalle finden können. Aber vielleicht macht gerade das die Street Gigs von T-Mobile aus, denen man doch eine gewisse Exklusivität nachsagen kann. So konnten allein in diesem Jahr bereits Bands wie Mando Diao, Snow Patrol oder Razorlight auf diesem, seit 2007 bestehenden Event, in familiärer Atmosphäre punkten. Letztere gastierten erst im September in einem Wuppertaler Steinbruch, crazy oder? Aber zurück zu dem frostig kühlen Novemberabend, an dem uns die Dresdner Band Polarkreis 18 die Vorweihnachtszeit etwas versüßen wollte. In Frankfurt(M) angekommen mischten wir uns direkt unter die Fans auf die überdachte Eisfläche, welche durch ihr kaltes und doch auch warmes Ambiente an ein wundervolles Wintermärchen erinnerte. Die Decke war überflutet von kühl wirkenden Lichtern und Eiskristallen, der Boden präsentierte sich frisch poliert und eisig kalt, am rechten Rand des Ovals befand sich ein Getränkestand, an dem passenderweise sogar heißer Glühwein gereicht wurde. Den Abend einleiten sollte jedoch zunächst Kahn Morbee [ Galerie ], Frontmann der momentan erfolgreichsten Band Südafrikas: The Parlotones. Der aus Johannesburg stammende Künstler überraschte das Frankfurter Publikum mit einem akustischen Set, welches durchaus zu beeindrucken wusste.

 

Es gehört schon eine menge Selbstbewusstsein, wie auch Überzeugung dazu, lediglich mit einer Gitarre ausgerüstet eine zwölf mal zwölf Meter große Bühne zu betreten. Doch Kahn machte seine Sache gut und schaffte es gekonnt das Publikum mit seiner sinnlich wirkenden Stimme auf Temperatur zu bringen. Der hellste Stern des Abends sollte jedoch Polarkreis 18 heißen. In Begleitung des Philharmonic Volkswagen Orchestras betraten die sechs Dresdner, wie immer ganz in weiß gekleidet und mit ihren typischen weißen Masken, gegen 20.45Uhr die in passend blaues Licht gehüllte Bühne, um ihr Set mit einem Intro zu beginnen. Bereits zu Beginn konnte Sänger Felix Räuber mit seinem Charisma das Publikum im Auditorium für sich gewinnen und spätestens bei "Happy go Lucky" sollte dann auch den Fans in den hintersten Reihen warm ums Herz geworden sein. Hier spürte man auch erstmals bewusst den Einsatz des Orchesters, das im Vergleich zu einem Solo Konzert der Band, welches wir bereits im Februar im Rahmen ihrer Tour in der Frankfurter Batschkapp erleben durften, dem Auftritt das gewisse Etwas verlieh. Die nächsten Highlights waren "Prisoner", "The Color of Snow" und "Dreamdancer". Zwischenzeitlich waren im Publikum immer wieder vereinzelte "Allein, Allein" Rufe zu hören, die Felix aber mit einem gekonnten "silence" zu unterbinden wusste. Im hinteren Drittel des Sets folgte dann "River Love The Ocean". Auf diesen Song hatten wir persönlich uns ganz besonders gefreut und gerade hier in diesem einmalig und wundervoll zur Band passenden Ambiente kam das Stück, bei dem Felix lediglich vom Klavier und dem Orchester begleitet wurde, sehr bombastisch rüber. Doch dann sollte die Stimmung auch ihren Höhepunkt erreichen und die vorher noch zur Ruhe ermahnten Fans sollten ihr Highlight endlich erleben.

 

Mit "Allein, Allein" performten Polarkreis 18 [ Galerie ] ihren Ohrwurm und Chartstürmer schlechthin, ehe sie sich unter großem Applaus vom Frankfurter Publikum verabschiedeten. Jedoch ließ sich die Band nicht lange bitten und kam mit "Somedays Sundays" und "Look" für zwei Zugaben zurück, um dann schließlich eine sichtlich glückliche Menschenmenge in eine kühle vorweihnachtliche Novembernacht zu entlassen. Mit diesem wahrscheinlich „coolsten“ Konzert geht ein weiteres einzigartiges Street Gigs Jahr zu Ende. Unter dem Motto „Die besten Bands, wo sie keiner erwartet“ präsentieren die T-Mobile Street Gigs seit 2007 unvergessliche Konzerte der ganz besonderen Art. Um in Erinnerungen zu schwelgen, gibt es auf der Street Gigs Website exklusive Live-Mitschnitte, Backstage-Filme, Bilder und Interviews zu allen bisherigen Konzerten. Außerdem können beim Gewinnspiel Special auf www.t-mobile-streetgigs.de jede Woche exklusive Überraschungs-Pakete zu den Street Gigs Acts 2009 gewonnen werden.

Setlist: 01. Intro, 02. 130/70, 03. Tourist, 04. Crystal Lake, 05. Happy Go Lucky, 06. Prisoner, 07. Rainhouse, 08. The Colour Of Snow, 11. KDF ????, 12. Dreamdancer, 13. River Love The Ocean, 14. Under This Big Moon, 15. Comes Around, 16. Allein Allein, Zugabe: 17. Somedays Sundays, 18. Look

 
Text: .Anika Buss. & .Sandro Griesbach
Bilder: .Sandro Griesbach