Label:
 
Soulffood
 
 
Discographie:
 
Narben Der Zeit CD [2009]
Twilight CD [2001]
 
 
Website Band
my space
 
 
Erben der Schöpfung - -narben der zeit- --- [Vö: 20.11.2009]
 

Wenn das mal keine gute Nachricht ist, die die Schwarze Szene aufhorchen lässt: Die Erben der Schöpfung sind zurück! Lange acht Jahre sind nach der Veröffentlichung des Debutalbums „Twilight“ verstrichen. Doch nun hat die Wartezeit ein Ende und der lang ersehnte Zweitling „Narben Der Zeit“ erblickt das schwarze Licht der Gothic-Welt.

Dabei ist von der ursprünglichen Besetzung lediglich Bandgründer und Tastenmann Oliver Falk übrig geblieben (der Rest der Band formierte sich zu Elis). Dies aber scheint dem Sound des neuen Werkes in keinster Weise zu schaden. Somit fügt sich auch die Stimme der neuen Sängerin Dina Falk perfekt in die zehn Kompositionen ein. Diese sind im Vergleich zum Vorgängerwerk härter und schneller. Der weibliche Gesang verschmilzt geradezu mit den düsteren und oft ein wenig unheimlich anmutenden Gothic-Elektro-Klängen und verleiht dem gesamten Album eine mystische Atmosphäre. Darüber hinaus schreiben die Liechtensteiner Abwechslung in ihren Kompositionen ganz groß, was teilweise sogar dazu führt, dass sich völlig gegensätzliche Elemente in einem einzigen Song wiederfinden, sich aber dennoch zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. So wird das von rockigen Gitarren dominierte „Jane Churm“ urplötzlich von elektronischen Beats unterbrochen. Solche Brüche in der Instrumentierung tun aber niemals weh und beweisen damit das ausgeprägte Gespür für stimmige Arrangements. Neben der Verwendung unterschiedlichster Sounds innerhalb der Songs schlägt sich die Vielfalt aber auch in der Verwendung verschiedener Sprachen nieder. Somit befinden sich auf „Narben Der Zeit“ mit „Der Tote See“ und „Krähenauge“ zwei deutsche Tracks, während die restlichen Stücke in Englisch dargeboten werden. Des Weiteren ist den Liechtensteinern mit „Homeless“ eine wunderschöne schwarz-romantische Ballade gelungen, auf die das eher elektronisch gehaltene „Der Tote See“ folgt, dessen Text eine durchaus unheimliche Stimmung erzeugt. Aber auch richtig rocken können die Erben. Dies stellen sie unter anderem mit dem recht aggressiven „Locked“ sehr überzeugend unter Beweis.

„Narben Der Zeit“ beweist jedenfalls auf eindrucksvolle Weise, dass es nicht unbedingt nur nachteilig für eine Band ist, wenn es Wechsel in der Besetzung gibt. Die Erben der Schöpfung haben aus dieser durchaus schwierigen Situation heraus auf jeden Fall ein Meisterwerk erschaffen. Wahren Anhänger dieser Schöpfung, die sich mit lediglich zehn neuen Stücken nicht zufrieden geben wollen, sei darüber hinaus die Deluxe Edition Box ans Herz gelegt. Dieses Schmuckstück wartet nämlich mit einer Bonus DVD, einem Feuerzeug sowie einem Patch und Stickers auf. Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass die Schwarze Szene in Zukunft nicht mehr so lange auf ein neues Werk der Erben der Schöpfung warten muss.

Rezi: Kerstin Tschöpe

 
Tracklist:
01. Frequency
02. Jane Churm
03. Homeless
04. Der Tote See
05. Leaving
06. Freeze My Soul
07. Locked
08. Krähenauge
09. Your Lullabies
10. Twisted