Interview mit Andreas [ Leichtmatrose ], 05.04.2009 .[ phoner ]
 

Mit „Gestrandet” veröffentlicht Andreas Stitz aka Leichtmatrose, welcher von keinem geringeren als Joachim Witt entdeckt und gefördert wurde ein Album, auf dem Pop, Electro, Wave und auch NDW aufeinander treffen und zu einem melodramatischen Seemanns-Pop miteinander verschmelzen. „Leichtmatrosen haben’s schwer” lautet eine musikalische Skizze des Künstlers, ein Titel, der nun Programm geworden ist. Mehr zu seiner Musik und dem Debütalbum „Gestrandet“ [ review ] verriet uns der Leichtmatrose im Telefon-Interview.

 

Lea: Vielleicht als aller erstes: Was hast du mit einem Matrosen gemeinsam? Warum sollte es gerade die Kunstfigur „Leichtmatrose“ sein?
Andreas: Vor circa viereinhalb Jahren habe ich mich dazu entschlossen, ein Soloprojekt zu machen. Vorher habe ich immer in Bands gespielt. Der zweite Song, den ich dann als Solokünstler entwickelt habe, war „Leichtmatrosen haben`s schwer“. Dann hatte ich noch ein Foto in Erinnerung – ich weiß nicht, ob es aus den 80ern oder 90ern ist – von Marc Almond, auf dem er als Matrose zu sehen war. Im Zuge mit dem Song „Leichmatrosen haben`s schwer“ und mit diesem Foto habe ich gedacht, dass es die ideale Kunstfigur für mich wäre, um etwas auszudrücken. Ich habe eigentlich schon immer auf diese 80er Jahre androgynen Künstler geachtet – das fing an mit David Bowie, Robert Smith, Brian Molko und so weiter – und dachte mir, ein Leichtmatrose passe eigentlich ganz gut. Dann hat dieser auch noch so eine gewisse Stellung an Board, denn er ist derjenige mit dem niedrigsten Rang und ich fand so sympathische Loser immer interessanter als irgendwelche Helden.

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Lea: Siehst du dich selbst auch als Loser-Typ?
Andreas: Nein, als Loser-Typ nicht...eher so die Sache von unten beobachtend. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich als Loser fühle. Aber ich finde, dass Loser-Figuren irgendwie sympathischer sind.

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Lea: Mit „Gestrandet“ präsentierst du ein Album, auf dem es optisch erst einmal viel Meereswasser zu sehen gibt und im Titelsong singst du zum Beispiel auch die Liedzeile „...und ich vermiss das Meer so sehr“. Welche Bedeutung hat das Meer für dich persönlich?
Andreas: Beruflich bin ich noch nicht zur See gefahren. (lacht) Aber für mich ist das Meer der melancholischste Ort der Welt. Egal, ob ich mit dem Schiff übers Meer fahre oder ob ich am Strand bin in den Dünen oder so, hat das Meer immer eine sehr schöne Stimmung, finde ich, egal wie das Wetter ist. Es kann die Sonne scheinen, windig sein oder regnen. Das Meer hat immer eine sehr spezielle Stimmung und etwas von „in die Ferne schauen“.

 

Lea: Bist du denn mal längere Zeit auf einem Schiff gesegelt?
Andreas: Nein, nur urlaubsmäßig, dass ich mit einer Fähre mehrere Tage unterwegs war. Aber eine richtig lange Reise habe ich noch nicht auf See gemacht.

Lea: Du sagtest grade, dass das Meer eine melancholische Stimmung mit sich bringt. Das spiegelt sich auch ein wenig im Cover und Booklet deines Albums wieder, wie ich finde. Es kommt zumindest melancholisch-verträumt-romantisch rüber. Wird damit nur das Image des Leichtmatrosen hervorgehoben oder bist du auch selbst so ein Typ?
Andreas: Der Leichtmatrose bin ja letztendlich ich, auch wenn es eine Kunstfigur ist. Alles, was auf der Platte ist, habe ich sozusagen erschaffen. Und natürlich halte ich mich, gerade was die Musik angeht, für sehr melancholisch. Wenn ich jetzt die 50 Lieblings-Songs von mir nehmen würde, sind davon bestimmt 45 melancholisch, würde ich schätzen. Oder bei Filmen oder Büchern interessieren mich auch eher die dramatischen oder traurigen Geschichten, als die lustigen Sachen. Und in der Musik ist das ganz extrem. Ich kenne kaum lustige Songs, die mich irgendwie ansprechen. Deswegen ist das vielleicht auch bei mir auf dem Album so.

Lea: In deiner Musik kombinierst du Pop mit elektronischen Klängen, aber es gibt auch Ausflüge in Richtung Neue Deutsche Welle, wie ich finde. Welche zusammenfassende Genrebezeichnung würdest du dieser Soundmischung verpassen?
Andreas: Auf meiner myspace-Seite steht „Melodramatischer Seemanns-Pop“ (lacht), aber ich tue mich da immer ein bisschen schwer. Natürlich gibt es Anleihen zum Elektronischen, zum typischen 80er Electro-Wave. Aber ich denke mir, es lässt sich keinem genauen Zeitalter zuordnen. Und Neue Deutsche Welle kenne ich eigentlich nur aus meiner Kindheit. Das war vielleicht die erste Musik, die ich wahrgenommen habe, und deswegen ist davon vielleicht auch etwas in meiner Musik mit drin.

Lea: Du hast also mit Neuer Deutscher Welle angefangen?
Andreas: Ich war da noch kein richtiger Fan. Das fing später an. Eine der ersten Bands, die ich als 12jähriger gehört habe, wenn man so anfängt selbst Musik zu kaufen, war Depeche Mode. Da würde man sich auch eher als richtiger Fan bezeichnen. Aber als Kind nimmt man auch schon Musik wahr und findet Musik toll. Und da war in jedem Fall auch ein bisschen Neue Deutsche Welle mit dabei.

Lea: In deinen Songtexten sprichst du unter anderem heikle Themen an wie Magersucht in „Sexi ist tot“ oder das Thema Amoklauf in „Junge von nebenan“, was momentan mit den Geschehnissen in Winnenden ja auch wieder in den Vordergrund gerückt ist. Warum grade solche Themen?
Andreas: Ich finde, dass es mal wieder an der Zeit ist. Das sind ja letztendlich alles Themen, mit denen wir uns tagtäglich beschäftigen, die wir mitkriegen, egal woher. Viele trauen sich nicht, diese Themen in Songs mit aufzunehmen. Das finde ich eigentlich sehr schade. Letztendlich bleiben die Themen immer nur an der Oberfläche. Nehmen wir den Amoklauf von Winnenden. Der ist grade mal zweieinhalb oder drei Wochen her, aber im Prinzip redet niemand mehr darüber... (plötzlich bellt ein Hund im Hintergrund) Mein Hund flippt hier grade aus (lacht), ein Labrador-Mischling...

Lea: Ich will auch wieder einen Hund!
Andreas: Ja, aber manchmal kann so ein Hund auch ganz schön nervig sein, aber er ist ein ganz lieber. Doch man ist eben immer an den Hund gebunden und muss ganz viel organisieren. Ich kann ihn dir ja mal leihen.

Lea: Ja gerne! Ich hatte selbst mal einen.
Andreas: Mein Hund ist schon 10 und ich weiß nicht, ob ich danach nochmals einen haben wollen würde. Man ist zum einen immer gebunden und zum anderen habe ich den Hund auch so lieb, dass man ihn nicht so gerne hergibt. Aber gleichzeitig ist es manchmal auch sehr stressig mit einem Hund.

Lea: Wohl wahr. Aber wo waren wir grade stehen geblieben?
Andreas: Beim Amoklauf und bei schweren Songs. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass besonders die Radiolandschaft total oberflächlich geworden ist. Die haben echt Probleme, die Songs vom meinem Album im Radio zu spielen, weil sie eben der Ansicht sind, dass man solche Themen nicht im Radio spielen kann. Ich finde aber, das ist gar nicht so dramatisch und schlimm, was ich da mache. (lacht)

Lea: Schließlich kommt auch die Liebe in deinen Songtexten nicht zu kurz. Ein unvermeidbares Themengebiet, wenn man Musiker ist?
Andreas: Es ist, glaube ich, ein unvermeidbares Themengebiet, wenn man am leben ist (lacht), deshalb kommt es wahrscheinlich auch so oft in der Musik vor, weil es einen mit am meisten beschäftigt.

Lea: Was wären für dich hingegen Tabu-Themen in der Musik? Oder darf alles angesprochen werden?
Andreas: Eigentlich schon. Tabus sind eigentlich dafür da, um letztendlich enttabuisiert zu werden. Tabus entstehen ja auch nur aus einem falschen Verständnis heraus. Ich finde, man darf grundsätzlich über alles schreiben und lachen. Man darf sich selbst über Randgruppen lustig machen, wenn man ein gewisses Statement hat, nicht um Sachen zu diskriminieren, sondern im Gegenteil, nämlich um Sachen so in die Normalität zu stellen, als würden sie ganz normal dazugehören. Ich würde da auch nie vor Halt machen. Wenn mir irgendwas einfallen würde, bei dem Leute denken könnten, dass man so etwas nicht bringen kann, dann würde ich es erst recht machen, um aufzuzeigen, das ist genau das, weswegen es diskriminiert wird oder mit Vorurteilen behaftet ist. Ich finde zum Beispiel, dass Harald Schmidt das früher immer total gut gemacht hat. Jeder wusste bei Harald Schmidt, was er für ein politisches Standing hatte, aber gleichzeitig durfte er Polen-Witze machen. Ich finde, damit hat er etwas erreicht. Dadurch entkrampft auch vieles.

Lea: „Vom Esel im Galopp gefallen“ – Wie kommt man auf solche Songtitel?
Andreas: Der Titel hat auch etwas Autobiografisches und zwar kommt am Schluss des Songs die Geschichte, in der die Mutter erzählt, dass sie das Kind nie geboren hat, sondern es vom Esel im Galopp verloren wurde. Wenn meine Mutter früher auf mich sauer war (lacht), dann hat sie immer so etwas gesagt wie „Du gehörst nicht zur Familie. Du wurdest vom Esel im Galopp verloren“. Daher kommt das.

Lea: Wie fies!
Andreas: Ja, oder? Kein Wunder, dass ich so geworden bin. (Gelächter)

 

Lea: Was hast du denn immer böses angestellt, dass deine Mutter so etwas gesagt hat?
Andreas: Ich habe eigentlich gar nicht so viele fiese Sachen angestellt, nur eben all den Mist, den man als Kind oder Jugendlicher eben anstellt. Bei dem Song geht es zum Beispiel auch um diese Sehnsucht nach Akzeptanz oder Sehnsucht nach Liebe, die man nie bekommen hat. Und in dem Song spiele ich im Grunde mit zwei Themen. Im ersten Teil des Songs geht es einmal um einen Sexualstraftäter und der zweite Teil erklärt, wie das ganze durch den Liebesentzug einer Mutter entstand. Es ist eigentlich ein bisschen platt, aber extra platt. Ich selbst habe jedoch noch nichts schlimmes angestellt. (lacht)

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Lea: Wie würdest du den Satz „Musik ist...“ vollenden?
Andreas: Mir fällt da direkt etwas ganz pathetisches ein: Musik ist Gefühl. Aber das kann ich nicht so stehen lassen. (lacht und denkt ein Weilchen nach) Das ist echt schwierig, etwas Gescheites zu sagen. Musik ist Gefühl im besten Fall. Musik ist eigentlich eine der schönsten Sachen, die es gibt, weil man mit Musik alles ausdrücken kann, was man empfindet. Musik kann man auch teilen, was ebenso schön ist. Musik kann viel bedeuten, muss aber nicht viel bedeuten. Jeder hat bestimmt ein paar Songs, mit denen er ganz extreme Erinnerungen verbindet, sobald man diese Songs hört. Entweder schöne oder schlechte Erinnerungen. Das geht mir bei relativ vielen Stücken so. Was ist für dich der wertvollste Song, den du bis jetzt gehört hast?

 

Lea: Stell mir doch nicht so schwierige Fragen!
Andreas: Ich bin jetzt der Interviewer. (lacht)

Lea: Ja, hast mal eben den Spieß geschickt umgedreht. Aber ich kann dir die Frage auf Anhieb nicht beantworten. Es gibt so viele Songs, die eine spezielle Bedeutung für mich haben, aber ich vermag es nicht, einen bestimmten herauszustellen.
Andreas: Okay, macht ja nichts. Geht mir auch ähnlich.

Lea: Aber hast du denn grade ein paar Bands beziehungsweise Platten, die du wirklich gerne hörst?
Andreas: Aktuell? Letzte Woche habe ich mir ein paar Mal das vorletzte Sigur-Ròs-Album angehört. Das hat mich total begeistert. Zwei Jahre habe ich es schon nicht mehr gehört, aber jetzt habe ich es wiederentdeckt und dachte mir „Boah, das habe ich früher nur ganz kurz gehört, als es rausgekommen ist, und dann habe ich die CD weggelegt“, aber jetzt habe ich sie letzte Woche wieder gehört und dachte „Wahnsinn!“. Was habe ich noch kürzlich gehört? Von Interpol das erste Album. Interpol ist eine der wenigen guten Bands momentan, finde ich. (lacht) Und diese Woche habe ich mir noch das neue Morrissey-Album angehört.

Lea: Bist du eher der Typ, der die physische CD haben muss, die man sich ins Regal stellt, oder hast du die Songs lieber auf dem Rechner?
Andreas: Die physischen Sachen höre ich mir lieber an als Songs auf dem iPod, muss ich ganz ehrlich sagen. Ein iPod ist dann praktisch, wenn man unterwegs ist, aber wenn ich mir so ein ganzes Album anhöre, dann lieber zu Hause und in Ruhe. Das bringt einfach mehr. Durch die ganze Download- und iPod-Generation ist das ein wenig verloren gegangen, finde ich. Es kommt plötzlich viel mehr nur noch auf einzelne Songs an und ich habe früher viel mehr ganze Alben angehört und die konnte ich dann in- und auswendig. Jetzt ist es so, dass man sich die einzelnen Songs rauspickt und man weiß die nicht als Gesamtwerk zu sehen. Bei mir funktionieren, glaube ich, einzelne Songs auch nicht immer, sondern eher nur das Gesamtalbum. Das war mir eigentlich auch wichtig, dass das so ist.

Lea: Haben deine Songs eine inhaltliche Verbindung?
Andreas: Also, das ganz große Thema des Albums kann man meiner Meinung nach auf ein Wort runterbringen. Das ist Sehnsucht. Das passt eigentlich auf jeden Song, egal welche Thematik er behandelt.

Lea: Ist das Album konzeptartig?
Andreas: Ja, aber ein Konzept ist eigentlich geplant. Allerdings war die Sache mit der Sehnsucht nicht geplant. (lacht) Das ist einfach so entstanden und das ist mir dann aufgefallen, als das Album insgesamt fertig war. Deswegen ist es eher ein Konzept im Nachhinein.

Lea: Wie entstehen Songtexte bei dir?
Andreas: Meistens entstehen sie beim Musikmachen selber. Ich sitze dann da und komponiere und wenn ich jetzt ein paar Harmonien habe und darauf irgendetwas singe, kommen mir irgendwelche Hooklines in den Kop. Und wenn eine Hookline besonders gut zur Atmosphäre passt und durch eine Hookline ein besonders guter Text entstehen könnte, dann überlege ich weiterhin in diese Richtung.

Lea: Hattest du je Gesangsunterricht oder hast du dir das Singen selbst beigebracht?
Andreas: Autodidaktisch. Ursprünglich war ich früher auch immer nur Bassist in den Bands, aber irgendwann bin ich dann zum Sänger ummutiert. Aber nein, Gesangsunterricht hatte ich nie. Es würde wahrscheinlich auch schaden. Ich würde mich auch nie als klassischen Sänger bezeichnen, sondern eher als Musiker mit eigener Stimme. (lacht)

Lea: Deine Songs sind alle auf Deutsch. Käme Englisch nicht in Frage?
Andreas: Ich höre eigentlich relativ viel englischsprachige Musik, aber auf Deutsch fällt es mir leichter, richtige Texte zu schreiben. Englisch hat immer etwas mit Übersetzen zu tun, denn so gut spricht man kein Englisch. Man ist auch nicht in diesen Wortspielen mit drin. Man hat ja bestimmte Redewendungen, die in Songs mit eingebaut werden, und die kennt man im Englischen gar nicht, wenn man nicht damit aufgewachsen ist.

Lea: Du spielst gern mit Redewendungen, oder?
Andreas: Die sind, glaube ich, ein Hauptbestandteil der Musik und der Texte.

Lea: Was hat der Herr Leichtmatrose eigentlich mit Joachim Witt zu tun?
Andreas: Der Herr Leichmatrose wurde sozusagen von Joachim Witt entdeckt. Vor circa zwei Jahren habe ich mir überlegt, meine Songs mal auf myspace zu setzen, um zu gucken, was passiert. Und zwei Wochen später hat mich Joachim Witt angeschrieben und das ist wiederum einer, den ich seit meiner Kindheit kenne...die erste Musik, die man gehört hat. „Der goldene Reiter“. Und ausgerechnet dieser Mann entdeckt mich dann. Durch Joachim Witt bin ich nach Hamburg gekommen und plötzlich kamen mehrere Angebote rein. Vorher interessierte sich niemand für einen und dann musste ich plötzlich anfangen auszusortieren. Ich habe mich aber direkt für Joachim entschieden, weil wir komplett auf einer Wellenlinie sind. Wir haben ein ganz, ganz ähnliches Empfinden für Musik und Atmosphären und haben uns sofort blind verstanden. Da herrscht so eine kleine Seelenverwandtschaft zwischen uns. Ein sehr netter Mann ist er.

Lea: Du hast Videos gedreht zu „Herztransplantation“, „Sexi ist tot“ und „Der einsame Astronaut“. Dein Favorit?
Andreas: Von den dreien ist das „Herztransplantation“. „Der einsame Astronaut“ war eine Nachmittags-Spaß-Aktion (lacht) irgendwo in einer Wohnung. Das kann man nicht als ernsthaftes Video bezeichnen. „Herztransplantation“ ist erst vor kurzem gedreht worden und als ich das Video zum ersten Mal geschnitten gesehen habe, dachte ich mir, der hat das so gut gemacht, denn die Atmosphäre bringt genau das rüber, was ich mit dem Song sagen will.

Lea: Wäre Schauspielerei auch etwas für dich?
Andreas: Das kann ich nicht beurteilen, ob das etwas für mich wäre. (lacht) Natürlich hätte ich schon mal Lust, irgendwo mitzuspielen, klar, gar keine Frage. Aber ob ich dafür geeignet wäre, das weiß ich nicht. In der Schule habe ich früher mal Theater gespielt, aber das ist schon so lange her. Aber ob ich wirklich richtig schauspielern könnte? Im Video ist das etwas anderes. Man spielt ohne Worte, jetzt in dem Fall von „Herztransplantation“, aber „Sexi ist tot“ ist zum Beispiel ein reines Performance-Video.

Lea: Was zählst du neben der Musik zu deinen Hobbies?
Andreas: Sport ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Was mache ich für Sport? Squashen, Laufen, im Winter Snowboarden... Ich lese auch gern.

Lea: Was liest du?
Andreas: Alles quer durch den Garten. Ich lese gerne Thriller, muss ich zugeben, wenn ich mich auf ein Genre festlegen würde, aber auch andere Sachen. Filme sind auch eine sehr wichtige Sache für mich.

Lea: Bevorzugst du Kino oder einen heimischen DVD-Abend?
Andreas: Viel lieber Kino. Es gab eine Zeit, da bin ich jede Woche ins Kino gegangen. Auf DVD gucke ich grundsätzlich nur Serien, weil ich kein Fernsehen gucke. Im letzten Jahr bin ich sehr viel mit dem Zug unterwegs gewesen und da habe ich mir immer den Laptop mitgenommen und mir die besten Serien ausgesucht, die ich mir im Fernsehen nie angucken würde, weil ich keine Lust drauf hätte, mir das jede Woche anzutun. Und so kann man sie schön am Stück gucken.

 

Lea: Aber um nochmals auf deine CD zurückzukommen: Abgesehen von einer Album-Präsentation am 12. April in Leipzig gibt es auch bald Auftritte in Hamburg und Münster. Wie sieht eine Show des Leichtmatrosen aus? Hast du auch auf der Bühne deine Matrosenmütze auf?
Andreas: Ja, habe ich schon, ist zwar immer die Frage, wie lange (lacht), aber das Matrosen-Image wird auf der Bühne in jedem Fall durchgezogen. Ansonsten gibt es eine Bandbesetzung: Schlagzeug, Gitarre und Backgroundsängerin...

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Lea: Hat deine Band auch Mitspracherecht bei der Musik?
Andreas: Der Gitarrist hatte Mitspracherecht bei der Musik, in dem Sinne, dass es teilweise seine Gitarre war, die vielleicht auf Grundideen von mir basierte, aber eigentlich kann man schon sagen, dass es ein Soloprojekt ist. Das Wichtigste – die Texte, Melodien und Musik – kommen von mir. Das habe ich aber auch vor vier Jahren, als ich mich für ein Soloprojekt entschieden hatte, absichtlich gemacht. Ich wollte mal etwas Eigenes machen, in das mir keiner reinredet. In einer Band ist das ja immer sehr basisdemokratisch und das führt ganz oft zu Krieg.

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Lea: Am 24. April wird dein Album „Gestrandet“ veröffentlicht. Wie wirst du feiern? Wirst du überhaupt groß feiern?
Andreas: Nee, das mache ich auf den Konzerten. (lacht) Wir suchen momentan noch eine vernünftige Booking-Agentur, um das Album noch weiter zu promoten, aber ich habe mir noch gar keine Gedanken drüber gemacht, wie ich die Veröffentlichung feiern werde. Stimmt, da sagst du was... Aber ja, es wird vielleicht gefeiert. Das kann gut sein. Schauen wir mal.

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Lea: Zum Abschluss noch: Was braucht ein Leichtmatrose, um glücklich zu sein?
Andreas: Viele liebe Menschen um einen herum, viel Liebe, Gefühl und Musik und dann ist wahrscheinlich alles gut.

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Interview geführt von Lea Sommerhäuser [ phoner ]
Homepage Künstler www.leichtmatrose.com