Label:
 
Black Bards
 
 
Discographie:
 
Dominion CD [2009]
Soul Reducer CD [2008]
Mind Passages CD [2004]
Beyond Infinity CD [2001]
The Prophecy EP [1999]
 
 
Website Band
my space
 
 
Infinite Horizon - -dominion- --- [Vö: 09.10.2009]
 

Gott sei Dank sind die Streitereien mit der alten Plattenfirma endgültig beigelegt, womit sich der Weg für die Power-Metaller von Infinite Horizon geebnet hat, nach Lust und Laune neue Alben auf den Markt zu schmeißen. Dies tun die sechs umtriebigen Herren aus deutschen Landen nun auch ausgiebigst und so erscheint der neue Longplayer „Dominion“ gerade erst ein Jahr nach seinem Vorgänger „Soul Reducer“.

Dieser bewegt sich verstärkt im Melodic Metal–Metier, schießt sich aber nicht völlig auf dieses Genre ein, sondern bleibt stets sehr abwechslungsreich und spannend arrangiert. Bereits der Opener „I’m Alive“ überzeugt auf ganzer Länge und stimmt einen perfekt auf die folgenden neun kleinen Schmuckstücke ein, die dieses Werk zieren. Mit seinem Ohrwurmcharakter bekommt man dieses kleine Meisterwerk nicht mehr so schnell aus dem Kopf. Ähnlich ergeht es einem dann auch mit den restlichen Tracks dieses Albums. Einmal im Ohr festgesetzt, kann man sich ihrer nicht mehr so schnell entledigen. Somit bleibt einem auch gar keine andere Wahl, als die lange Metal-Matte ausgiebig zu fetzigen Kompositionen wie „God Of Lies“ oder „Liar“ zu schütteln. Trotz aller Härte bleiben Infinite Horizon aber immer sehr melodisch, wobei sich das Organ von Frontsänger Marc M. Lemler meist in überaus ansprechenden Tonlagen bewegt, gleichzeitig durch seinen kratzigen Klang aber auch einiges an Aggressionen vermittelt.

Aber die Band weiß auch zu überzeugen, wenn sie das Gaspedal mal nicht ganz bis zum Anschlag durchgetreten hat. „Code Of Decadence“ beginnt zunächst balladesk und schafft überraschende Abwechslung durch ein klavierlastiges Intro und sehr gefühlvollem Gesang, bevor schließlich die Gitarren wieder losrocken. Das eigentliche Highlight aber ist das Midtempo-Monster „N.G.S.“, welches durch eine orientalisch anmutende Akkordfolge aufhorchen lässt, in den Strophen äußerst dramatisch und im Refrain bombastisch daher kommt. Abgerundet wird „Dominion“ durch den letzten Track: „Oblivion“ ist eine reinrassige Ballade, welche, mit Streichern und Klavier instrumentiert, eine sehr emotionale Atmosphäre schafft, welche durch den äußerst nachdenklich stimmenden Text noch untermauert wird. Dieser befasst sich in erster Linie mit Soldaten, die ein psychisches Trauma erlebt haben und nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Generell lohnt es sich, bei Infinite Horizon auf die Lyrics zu achten, erzählen sie doch überaus interessante Geschichten, welche sich sowohl mit Kritik der heutigen Gesellschaft beschäftigen oder sich an fiktive Geschichten anlehnen, die die Fantasien beflügeln und zum Nachdenken anregen. In „God Of Lies“ beschäftigt man sich somit mit dem Verhalten von Beratern und Managern, die nur an Geld denken und ihre Mitmenschen ausbeuten. „Pay High, Fly Low“ dagegen ist ein astreiner Anti-Drogen-Song, während sich „Living On The Edge“ mit dem Thema „Helden“ auseinandersetzt, wobei zwischen fantastischen Helden wie Batman und realen Helden unterschieden wird.

Als ganz besondere Überraschung enthält der Silberling noch zwei Videoclips, welche die Live-Performances der Songs „28 Days“ sowie „God Of Lies“ zeigen und einfach nur Spaß machen. Und auch das Artwork weiß durch seine äußerst ansprechende Gestaltung den Augen zu schmeicheln. Somit ist dieses Album ein Pflichtkauf für jeden Anhänger harter, gleichzeitig aber melodischer Klänge. Es gibt keine Entschuldigung, dieses Album nicht zu besitzen. Also, stürmt die Plattenläden und reißt euch dieses Werk unter die Nägel!!!

Rezi: Kerstin Tschöpe

 
Tracklist:
01. I’m Alive
02. God Of Lies
03. 28 Days
04. Liar
05. Code Of Decadence
06. N.G.S.
07. Pay High, Fly Low
08. Lines In The Sand
09. Living On The Edge
10. Oblivion (Bonustrack)


Videoclips:
01. 28 Days (Live)
02. God Of Lies (Live)