Label:
 
Danse Macabre
 
 
Discographie:
 
Der Herbst Der Einsamen CD [2009]
Trauermarsch Nach Neotopia CD [2008]
Traumtrophäen Toter Trauertänzer CD [2004]
 
 
Website Band
my space
 
 
Eden Weint Im Grab - -der herbst des einsamen- --- [Vö: 06.11.2009]
 

„Der Herbst des Einsamen“ – so lautet der Titel des brandneuen, mittlerweile dritten Albums von Eden weint im Grab (kurz: EwiG). Und mit diesem Werk werden nicht gänzlich, jedoch überraschend neue Pfade in der Historie der Berliner Band beschritten: So verzichtet Alexander Paul Blake, der kreative Kopf von EwiG, in den neuen Tracks diesmal auf wuchtige Gitarrenwände und kraftvolles Drumming. Mit einem klassischen „Metal“-Album haben wir es hier also nicht zu tun. Doch mit was dann? Alexander Paul Blake bezeichnet sein neues Schaffenswerk selbst als „eine Dekomposition der Lyrik Georg Trakls“. Und tatsächlich sind auf „Der Herbst des Einsamen“ ausschließlich Gedichte von Trakl (Österreichischer Expressionist, *1887 - † 1914) zu finden, die Blake – mit gewohnt düsterer Stimme – auf ganz eigene Weise rezitiert. So wird auf dem neuen EwiG-Album also nicht nur auf fette Gitarren und ein strammes Drumming, sondern auch auf jeglichen Gesang sowie Texte aus Blakes eigener Feder verzichtet.

Da könnte man sich berechtigterweise nun fragen, was die neue Platte dann überhaupt noch mit Eden weint im Grab zu tun hat. Nun ja: Die 12 Tracks auf „Der Herbst des Einsamen“ sind trotz allem im typischen EwiG-Stil gehalten – nämlich wahrhaft düster und garantiert gänsehauterzeugend. Das stellt bereits der Opener „An die Verstummten“ unter Beweis, der mit Windesrauschen, Klaviergeklimper und Orgelpassagen für die gewohnt finster-atmosphärische Stimmung sorgt. Mit Kirchenglocken geht es bei „De Profundis“ weiter. Blake spricht hier mit langsamer und ruhiger Stimme, die so ganz besonders gut auf den Zuhörer einwirkt. Im Anschluss folgt das von einem dezenten Schlagzeug untermalte Gedicht „Traum des Bösen“, zu dem Eden weint im Grab erst kürzlich ihren ersten Videoclip gedreht haben – zu sehen auf der Bandwebseite und Youtube. Richtig pompös wirkt der Track „Elis“ – insbesondere durch die Streicherpassagen. Die sind beispielsweise auch bei „In ein altes Stammbuch“ zu hören, doch klingt die Melodie hier direkt fröhlicher, wenn auch der Text alles andere als heiter ist.

Auf seinem neuen Album vereint Mastermind Alexander Paul Blake seine tiefe Stimme – mal flüsternd, zitternd, kreischend – mit poetischer Tiefe sowie finstersten Soundcollagen und schafft so gekonnt schwer-atmosphärische Stimmungswelten für – insbesondere – anspruchsvolle Musikliebhaber. Denn man sei gewarnt: „Der Herbst des Einsamen“ ist keine leichte Kost für jedermann! Man muss sich für diese Platte einfach Zeit nehmen, sie in Ruhe auf sich wirken lassen, in ihrer Tiefe versinken und sich von ihr gedanklich davontragen lassen. Es ist mutig, wenn eine Band die einst eingeschlagenen musikalischen Pfade plötzlich kurzzeitig verlässt, obgleich diese wirklich gut bei den Hörern ankamen. Doch damit beweisen Eden weint im Grab, dass sie den Anspruch haben, nicht einfach mit dem breiten Strom mitzuschwimmen. „Der Herbst des Einsamen“ ist ein selbstbewusstes Werk, das jegliche Aufmerksamkeit verdient hat!

Rezi: Aurora

 
Tracklist:
01. An die Verstummten
02. De Profundis
03. Traum des Bösen
04. Menschliche Trauer
05. Elis
06. Sebastian im Traum
07. Vorhölle
08. Siebengesang des Todes
09. In ein altes Stammbuch
10. Klage
11. Verwandlung des Bösen
12. Gewitterabend