Interview mit Martijn & Charlotte von Delain, am 11.02.2009 in Köln, Roadrunner .[ face2face ]
 

Was anfangs mehr ein Projekt aus vielen Gastmusikern war, hat sich mittlerweile zu einer festen (Live-)Band entwickelt. Die Rede ist von Delain aus Holland. Nun bringen die Musiker bereits ihr zweites Album namens „April Rain“ [ review ] auf den Markt und sind auch wieder groß auf Tour unterwegs. Am 11. Februar 2009 trafen wir Sängerin Charlotte und Keyboarder Martijn in Köln bei ihrem Label Roadrunner und wir sprachen über die neue Platte, Guitar Hero und den Kölner Karneval.

 

Lea: Hattet ihr soweit einen schönen Winter oder sehnt ihr euch schon nach dem Frühling?
Charlotte: Ich sehne mich immer nach dem Frühling, weil ich einfach mehr ein Frühlingskind als ein Winterkind bin, aber dieses Jahr hatten wir einen schönen Winter in Holland. Es gab Schnee und Eis und ich konnte somit Schlittschuhlaufen gehen. (lacht)
Martijn: Ich war in der Schweiz zum Skifahren. Ich hatte einen wirklich tollen Winter. Ich bin süchtig nach Skifahren, von daher hatte ich meinen Spaß, aber jetzt darf der Frühling ruhig kommen. Das ist schon okay.

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Lea: Gehst du regelmäßig Skifahren?
Martijn: Ja, jeden Winter. In die Schweiz, nach Österreich, Deutschland, wohin auch immer. Aber ich muss einfach Skifahren. (lacht)

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Lea: Die Veröffentlichung eures neuen Albums “April Rain” rückt näher, aber sie wurde um einen Monat nach hinten verschoben. Was ist geschehen?
Charlotte: Wir brauchten einfach mehr Zeit für eine gute Vorbereitung. Wir wollten aufgrund von Zeitmangel nichts aufs Spiel setzen. Jetzt können wir alles genau so machen, wie wir es wollen.

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Lea: Jetzt ist euer VÖ-Datum auch näher am April gelegen, was ja auch besser zum Albumtitel passt…
Charlotte: (grinst) Ja, das ist ein Zufall, aber wir wollten die Platte nicht erst im April veröffentlichen, weil wir dann schon auf großer Tour sind und das Album soll vor der Tour rauskommen. Wir freuen uns schon tierisch drauf.
Martijn: Eigentlich sollten wir das Album “March Rain” anstatt “April Rain” nennen…
Charlotte: …aber das hört sich noch lange nicht so gut an. (Gelächter)

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Lea: Aber warum überhaupt Regen und nicht Sonnenschein?
Charlotte: Ja, weil es besser zum Gefühl des Albums passt und weil es da diesen Song namens “April Rain” gibt und er eben “April Rain” und nicht “April Sunshine” heißt. (lacht)

 

Lea: Euer Debüt-Album “Lucidity” hatte aufgrund all seiner Gastmusiker mehr diesen Projekt-Charakter. Diesmal gibt es nur einen Gastmusiker, Marco Hietala von Nightwish. Warum gerade wieder ihn?
Martijn: Zunächst einmal hat er eine ausgezeichnete Stimme. Als Zweites ist zu erwähnen, dass sich der Prozess des Albums wirklich einfach mit den Bandmitgliedern gestalten ließ, so dass es gar nicht nötig war, wieder auf so viele Gastmusiker zurückzugreifen, und außerdem gingen die Aufnahmen so graduell vonstatten, dass wir noch nicht einmal die Zeit hatten, Gäste zu fragen, weil man sich dann an deren Zeitplänen richten muss und es jede Menge zu arrangieren gibt. Unser Kram war dann schon fertig. Aber Marcos Stimme passt einfach so gut und er kann auf dem gleichen Level wie Charlotte singen. Eigentlich waren unsere Vocal-Lines bereits fertig und er konnte sie auch singen, und das ist einfach einzigartig für einen Mann, dass er die Vocal-Lines einer Frau singt.
Charlotte: Das ist total fantastisch. Er kann sich wirklich an meine Vocal-Lines anpassen, obwohl man eigentlich denkt, dass ein Mann diese normalerweise tiefer singen würde, aber Marco kann einfach jede Line singen, die er will, und das ist wirklich fantastisch.

 

Lea: Abgesehen von weniger Gastmusikern, was sind die Hauptunterschiede zwischen “April Rain” und dem ersten Album?
Charlotte: Natürlich stellt die Sache mit den Gastmusikern einen großen Unterschied dar. Und dann gibt es noch die Tatsache, dass dieses Album mit Einbringung der ganzen Band entstanden ist. Jeder hat seine Kreativität ins Album mit eingebracht und ich denke, das kann man hören. Dann gibt es auf dem Album noch jede Menge andere Sounds, andere Instrumente, einige elektronische Elemente, es gibt eine Mandoline und ich denke, das hält das Album frisch.
Martijn: Außerdem ist es mehr gitarrenorientiert. Es ist härter. Die Strukturen der Songs sind zwar immer noch wie bei Popsongs, es gibt also eine Strophe, dann kommt der Refrain et cetera. Aber nichtsdestotrotz ist das Album heavier wegen der ganzen Gitarrenriffs und auch durch die Art, wie es gemixt wurde. Es klingt härter und hat mehr Eier. Die Lieder sind Popsongs, aber mit metallischer Beeinflussung.
Charlotte: Und die Songs wurden auch mehr mit der Perspektive geschrieben, dass sie einmal live gespielt werden, denke ich. Als wir mit dem ersten Album begannen, gab es nicht den Plan, einmal eine Liveband zu werden, aber nun sind wir es. Es gibt also in den Songs mehr Rhythmen mit einer Live-Perspektive und dem Hintergedanken, wie sie mal live klingen könnten und ob sie überhaupt passend dafür wären. Ich denke, das macht auch den Unterschied aus.

 

Lea: Wie arbeitet ihr innerhalb der Band?
Martijn: Nun ja, die Schreiberei findet statt, bevor wir ins Studio gehen. Wir machen das zu Hause. Zum Beispiel schreibe ich ein paar Parts und gehe damit zu Charlotte und sie schaut sich die dann an. Dann gibt es diese Interaktion und der Song entsteht. Die Aufnahmen selbst fanden zum Teil zu Hause statt, da sich die Songs ständig technisch verändert haben. Zu Hause kannst du einfach jede Menge machen. Zum Beispiel haben wir die Gitarren zu Hause aufgenommen, aber die Verstärker kamen im Studio hinzu. Das hat dann nicht mehr viel Zeit in Anspruch genommen. Das Schlagzeug haben wir in Deutschland aufgenommen und zum kleinen Teil auch in Rotterdam, in Holland. Und gemischt wurde in Dänemark. Die Aufnahmen haben also wieder mal in verschiedenen Ländern stattgefunden und es gab nicht nur ein Studio, in dem wir gearbeitet haben.
Charlotte: Für jeden Teil der Musik haben wir geschaut, wo er sich am besten aufnehmen ließe und das hat funktioniert. (lacht) Ich denke, das ist besser als nur ein Studio zu haben. Jeder konnte also seine eigene Spezialität in die Entwicklung mit einbringen.

 

Lea: Martijn, du bist mehr der Komponist in der Band und Charlotte, du bist für die Texte verantwortlich, richtig?
Charlotte: Ja, so ist es. Aber mittlerweile versuche ich mich auch ein wenig mehr mit der Musik zu befassen, aber es ist immer noch geringfügig, auch wenn ich versuche das weiter auszubauen.

 

Lea: An welchem Punkt kommen Musik und Texte zusammen?
Charlotte: Bei “Lucidity” war es so, dass es bereits einen Song gab und dann kam der Text, aber nun waren manchmal zuerst die Songtexte und Vocal-Lines da und dann wurde der Song drum herum gebaut. Es kommt drauf an, über welchen Song wir sprechen. Meistens ist erst die Musik da und dann der Text.
Martijn: Aber ich muss dazu sagen, dass diesmal die Texte viel früher in den Prozess des Musikschreibens mit eingebracht wurden, viel früher als bei “Lucidity”.
Charlotte: Und ich denke, das ist gut, weil sich dann Musik und die Texte aneinander anpassen können. Du kannst die richtige Interaktion und Balance zwischen der Musik und den Texten finden. Für mich macht es die Sache sehr viel einfacher. (lacht) Und ich denke, es sorgte für eine gute Kohäsion in den Liedern.

 

Lea: Basiert “April Rain” auf einem Konzept?
Charlotte: Nicht wirklich. Es gibt eine Art Thema, das in zwei oder drei Songs wieder auftaucht, aber es gibt kein wirkliches Konzept, was die Texte betrifft. In der Musik? (schaut Martijn an)
Martijn: Nein, weil es für mich wichtig ist, wirklich verschiedene Songs zu kreieren, damit du die Songs als Hörer identifizieren kannst. Dies ist dieser Song und der Teil gehört zu jenem Song. Und das ist für mich sehr wichtig, wenn ich schreibe.

 

Lea: Ich erinnere mich an Track 9 auf dem neuen Album, der “Come Closer” heißt, und Track 10 nennt sich “Go Away”. Das gab mir das Gefühl, dass die Songs irgendwie miteinander in Verbindung stehen...
Charlotte: (lacht) Und dann gibt es auch noch “Stay Forever”. Ja, wir haben gesehen, dass es eine Art Kontrast gibt. Ich denke, das ist gar nicht mal so schlecht, einen Kontrast zu haben. Ist „Come Closer“ nicht nur als Bonus-Track auf dem Japan-Album? Auf dem normalen Album ist es nicht mehr drauf.
Martijn: Ja, es ist nicht mehr auf der gewöhnlichen Version drauf. Das ist eine der Veränderungen, die wir vorgenommen haben, weil wir alles perfekt haben wollten, wirklich perfekt, somit sollte auch die Balance auf dem Album genau richtig sein. Wir haben jetzt noch einen anderen Song namens „Lost“ auf das Album gepackt und werden „Come Closer“ als einen Überraschungs-Track auf die Extended Version mit drauf packen.

 
Lea: Nun, ich habe eine Promo-Version des Albums und da ist der Song noch drauf…
Martijn: Ja, das kann ich mir vorstellen. (lacht) Aber das hat sich nun geändert.
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Lea: Welche Songs vom neuen Album sind potentielle Single-Tracks?
Charlotte: Vielleicht der Titelsong “April Rain”. Wir haben letzte Woche ein Video zum Song aufgenommen und warten nun auf die Ergebnisse. Das ist sehr spannend. Bei den restlichen Songs müssen wir aktuell noch entscheiden, welcher die zweite Single sein könnte oder sollte. Für mich gibt es natürlich jede Menge Highlights auf dem Album. Jeder Songs ist neu und frisch und ich habe eine persönliche Verbindung mit jedem Song. Du musst dich den Songs aus einem anderen Blickwinkel nähern, um entscheiden zu können, welcher Song ein Single-Kandidat sein könnte. Ich bin mir noch nicht sicher.
Martijn: Es ist lustig, weil ich festgestellt habe, dass diejenigen, die das Album bereits gehört haben, verschiedene Kandidaten für die zweite Single haben, was gut ist, wie ich denke, weil wir dann viele verschiedene Möglichkeiten und Optionen haben. „April Rain“ ist für mich ein qualifizierter Song, weil er alle Elemente unserer Musik besitzt. Er ist ein guter Repräsentant als Single, um uns zu präsentieren. Nun müssen wir darüber nachdenken, ob wir einen etwas härteren Song oder einen weicheren Song als zweite Single nehmen. Und das hängt von vielen Dingen ab.


Lea: Welche Songs vom neuen Album sind potentielle Single-Tracks?
Charlotte: Vielleicht der Titelsong “April Rain”. Wir haben letzte Woche ein Video zum Song aufgenommen und warten nun auf die Ergebnisse. Das ist sehr spannend. Bei den restlichen Songs müssen wir aktuell noch entscheiden, welcher die zweite Single sein könnte oder sollte. Für mich gibt es natürlich jede Menge Highlights auf dem Album. Jeder Songs ist neu und frisch und ich habe eine persönliche Verbindung mit jedem Song. Du musst dich den Songs aus einem anderen Blickwinkel nähern, um entscheiden zu können, welcher Song ein Single-Kandidat sein könnte. Ich bin mir noch nicht sicher.
Martijn: Es ist lustig, weil ich festgestellt habe, dass diejenigen, die das Album bereits gehört haben, verschiedene Kandidaten für die zweite Single haben, was gut ist, wie ich denke, weil wir dann viele verschiedene Möglichkeiten und Optionen haben. „April Rain“ ist für mich ein qualifizierter Song, weil er alle Elemente unserer Musik besitzt. Er ist ein guter Repräsentant als Single, um uns zu präsentieren. Nun müssen wir darüber nachdenken, ob wir einen etwas härteren Song oder einen weicheren Song als zweite Single nehmen. Und das hängt von vielen Dingen ab.

 

Lea: Wie du, Charlotte, grade erwähnt hast, gibt es zum Song „April Rain“ ein Video. Kannst du uns schon ein wenig mehr darüber verraten?
Charlotte: Ja, natürlich kann ich bereits ein paar Details verraten. Wir haben das Video mit der Firma i-Code gedreht. Wir hatten von Kollegen viel Gutes über die Firma gehört. Natürlich kennen wir das Skript des Videos, aber wir wissen noch nicht, wie es aussehen wird, weil es mit Green Screen gedreht wurde. Es wird also ein teils animiertes Video sein. Momentan kann ich dir nur sagen, dass das Video, das wir gesehen haben, sehr grün ist. (Gelächter) Aber ich denke, es wird ein spannendes Video sein und ich werde dir noch nicht die Story oder den Plot verraten, weil es eine Überraschung sein wird.
Martijn: Ich denke, wir können dir verraten, dass das Video zum Teil auf einer Brücke spielt. Aber der Rest bleibt ein Geheimnis.

 

Lea: Wie wichtig sind Balladen für eure Alben?
Charlotte: Das ist eine der Sachen, weil “Come Closer” wie die Ballade schlechthin des Albums war und ich denke, wir saugen Balladen auf, weil wir sie machen und Spaß dran haben. Auf diesem neuen Album gab es eine Ballade zu viel, weil wir die Balance eher härter halten wollten. Nichtsdestotrotz liebe ich den Song „Come Closer“ und ich bin froh, dass wir ihn nun als Extra-Song haben, mit dem wir was machen können.
Martijn: Ja, aber wir sehen den Song nicht als B-Song oder so an, doch war es so, dass die Balance eine andere Art von Song brauchte. „Come Closer“ ist wirklich eine „Kill-Your-Darling“-Situation und wir mussten eine Wahl treffen. Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich schon immer eine besondere Beziehung zu Balladen hatte, als ich bei Within Temptation spielte. Ich habe immer Balladen geschrieben, wie zum Beispiel „Restless“. Für mich war es einfach diese zu schreiben, aber heutzutage – was auch in „April Rain“ reflektiert wird – wollte ich generell etwas anderes. Auch deshalb haben wir die Balance der Songs ein bisschen verändert. Viele Songs sind härter und auch schneller. In der Vergangenheit habe ich mich mehr an doomigen und langsamen Klängen orientiert. Das ist also neu für mich und im Grunde habe ich auch danach gesucht.
Charlotte: Ich mag es auch ab und zu eine Ballade live zu präsentieren, um ein wenig zu verschnaufen.

 

Lea: Brauchen Delain nach wie vor regelmäßige Bandproben?
Charlotte: Das hängt davon ab, ob wir live spielen oder nicht. Es gab eine Zeit, in der wir rund viermal die Woche gespielt haben und das war jedes Mal wie eine Probe für uns. Richtige waren also nicht nötig. Nun, da wir lange mit dem Schreiben beschäftigt waren und nicht so viel live gespielt haben, proben wir natürlich, aber auch nicht wirklich oft. Es ist cool, wenn du auf die Bühne gehst und alles irgendwie automatisch kommt. Dann kannst du die Show mehr genießen und dich mehr auf die Interaktion mit dem Publikum konzentrieren, anstatt die ganze Zeit darüber nachdenken zu müssen „Singe ich grade die richtigen Noten? Spiele ich die richtigen Riffs?“. Wir versuchen es für uns am einfachsten wie möglich zu gestalten. Ich denke, momentan proben wir so rund einmal die Woche, weil wir zu sehr mit der Promo beschäftigt sind. Wir sehen einfach, wie oft wir Proben brauchen. Und nun haben wir ein neues Album und sollten eigentlich jede Menge proben. (lacht)

 

Lea: Letztes Jahr im Dezember ward ihr mit Subway To Sally auf Tour. Wie war`s?
Martijn: Nun ja, für uns war es eine Herausforderung, weil wir ein Publikum hatten, was eigentlich nicht unser Publikum ist. Aber so wollten wir es. Wir wollten kein Publikum aus unserem Genre haben, sondern von außerhalb, weil dich das herausfordert. Für uns war es ein kleines Training. Wir waren in letzter Zeit in Schreiblaune, wenn du weißt, was ich meine? Es tat also gut, mal wieder live zu spielen und für uns war es eine lehrreiche Erfahrung, aber auch sehr positiv. Ich denke, das Publikum hat nett reagiert. Natürlich gab es wie in einer Beziehung Höhen und Tiefen, aber ich stehe der Tour mit positiven Gefühlen gegenüber und auch der Band. Nette Menschen.
Charlotte: Ja, es war sehr nett. Es ist zwar immer so, dass man sich nicht kennt, aber am letzten Abend geschieht dann die Magie, wenn alle plötzlich entspannt sind, weil es eben der letzte Abend ist und man so viel Spaß zusammen hatte. Das war also cool.
Martijn: Sie haben auch etwas mit uns veranstaltet. Sie haben unser Drumkit verändert...
Charlotte: …haben da Whiskey reingefüllt…(lacht)
Martijn: …während der Show haben wir somit zum Teil die Base nicht mehr gehört...und solche Scherze. Das war spaßig.
Charlotte: Ja, ich meine, man könnte denken, es sei ärgerlich, aber sie haben sich immerhin die Zeit genommen, uns einen Streich zu spielen und das ist ein gutes Zeichen. Das war eine wirklich gute Tour mit netten Jungs.

 

Lea: Im März und April werdet ihr weiter touren, dieses Mal mit Kamelot. Wie kam diese Kooperation zustande?
Charlotte: Ja, als wir von der Möglichkeit hörten, mit Kamelot touren zu können, hatten wir ein gutes Gefühl, weil das Timing richtig war.
Martijn: Sie haben uns gefragt, ob wir Interesse hätten und für uns war es ein perfektes Timing und ich denke auch, dass ihre Fans und ihr Publikum melodische, symphonische Metal- und Rock-Musik mögen und die machen wir auch. Deshalb hoffe ich, man wird uns auch mögen. Wir freuen uns wirklich drauf.
Charlotte: Ja, wir werden viele Städte sehen, in denen wir noch nie waren, und unseren Horizont erweitern. Wir freuen uns drauf.

 

Lea: Werdet ihr auch wieder ein paar Headliner-Shows spielen?
Charlotte: Ja, wir versuchen die Lücken an den Tagen, an denen wir nicht mit Kamelot spielen, so viel wie möglich mit Headliner-Shows zu füllen.
Martijn: Aber nach den Kamelot-Shows werden wir auch eine größere Tour in Deutschland, Österreich und in der Schweiz spielen. Das wird eigentlich unsere erste Headliner-Tour mit dem neuen Album. Ja, das ist unser Kick-off.

 

Lea: Charlotte, in unserem letzten Interview im Sommer 2007 hast du mir erzählt, dass du mit einem Studium in Kunstgeschichte beginnen wolltest. Ist das noch aktuell?
Charlotte: Ja, das ist noch aktuell. Ich bin nun in meinem zweiten Jahr und bis jetzt läuft alles wunderbar. Manchmal muss ich ein wenig das Tempo drosseln, weil ich mit Delain total busy bin (lacht), aber ich habe immer noch Spaß an der Sache. Und im Grunde gibt es mir und meinen Texten auch jede Menge Inspiration. Ich lese tolle Bücher. Ja, alles ist wunderbar.

 
Lea: Hast du noch Zeit zum Malen?
Charlotte: Nein. (lacht laut) Das habe ich schon drei Jahre lang nicht mehr gemacht. Das ist nicht mehr wirklich aktuell.
 

Lea: Martijn, in deinem Profil auf Delains Webseite habe ich gelesen, dass du dich für Computerspiele interessierst. Hast du jemals darüber nachgedacht, die Musik für ein Computerspiel zu entwickeln?
Martijn: Nein, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich weiß, dass mein Bruder das zusammen mit Within Temptation gemacht hat. Eigentlich bist du die Erste, die diese Möglichkeit einräumt. Gestern erst haben wir über...ich weiß nicht, ob ich hier Werbung machen darf? Es gibt da dieses gewisse Computer-System mit gefakten Gitarren...
Charlotte: Du weißt, worüber wir reden, richtig? (lacht)
Lea: Guitar Hero?
Martijn: Genau, Guitar Hero! Es wäre toll, wenn du unsere Songs in dem Spiel spielen könntest. Da drüben in der Ecke (zeigt dorthin) liegt übrigens eine Gitarre dieses Spiels. (lacht) Es wäre cool, Teil davon zu sein. Es gibt viele Roadrunner-Bands, die bei Guitar Hero dabei sind. Gestern haben wir noch darüber nachgedacht, einfach mal bei Roadrunner nachzufragen.
Charlotte: Das wäre so toll, wenn das klappen würde. Dann könnten wir unsere eigenen Songs bei Guitar Hero spielen. Wäre ziemlich albern, (Gelächter) aber nichtsdestotrotz...

 

Lea: Im Mai ist wieder der Eurovision angesagt. Wenn ihr die Chance hättet, dort für euer Land anzutreten, wäre das etwas für euch oder steht ihr dem Wettbewerb skeptisch gegenüber?
Martijn: Das ist eigentlich sehr lustig, dass du fragst, weil mit “Lucidity” genau diese Frage in Holland bereits im Raum stand, aber zumindest zu jenem Moment – als wir gerade erst begannen – dachten wir, es wäre Selbstmord am Wettbewerb teilzunehmen. Meistens ist es so, wenn du am Wettbewerb teilnimmst und verlierst, dann hast du zwar für den Moment ein großes Medieninteresse, das aber sehr schnell nachlässt...
Charlotte: …und du bleibst immer die Band, die beim Eurovision Song Festival versagt hat. (lacht)

 

Lea: Ihr braucht mehr Selbstvertrauen!
Charlotte: Nein, nicht wirklich. Unser Publikum ist nicht wirklich das Eurovision-Song-Festival-Publikum. Okay, ich habe Lordi dort gesehen. Sie bilden eine Ausnahme. Aber ihr Ansatz ist immer noch ein anderer als unser Ansatz, nicht nur die Masken, sondern auch von der Musik her. Für Lordi war es eine guter Schritt, aber für uns wäre es ein komischer Beginn, einfach aus dem Nichts aufzusteigen. Ich glaube, die Leute wollen immer Bands sehen, die um etwas gekämpft haben.

 

Lea: Bald ist Karneval und besonders hier in Köln wird groß gefeiert. Was haltet ihr von Karneval?
Martijn: Nun ja, wenn ich richtig liege, sind wir beide nicht katholisch (meint Charlotte und sich), sondern evangelisch. Ja, und wenn ich Recht habe, ist Karneval eher ein katholisches Fest, zumindest fand es mehr in den katholischen Gegenden statt. In Holland gibt es diese Differenzierung zwischen Nord und Süd. Und der Süden feiert mehr und es gibt Bier, während man im Norden kaum Notiz davon nimmt.
Charlotte: Ja, hier wo wir leben, geht gar nichts. Nur im Süden von Holland. Ich habe ein paar Alptraums-Erinnerungen aus Kindertagen, verursacht durch den Karneval, denn als ich musikalisch erzogen wurde, da habe ich zunächst ein Jahr lang Klarinette gespielt und bin in einer der Fußtruppen bei einem Karnevalszug mitgelaufen. Ich habe es gehasst durch unsere Stadt zu laufen. Einmal mussten wir uns als Japaner verkleiden mit wirklich großen Hüten und es war so kalt. Wir hatten nur Panties an. Karneval findet in der falschen Jahreszeit statt.
Martijn: Ich habe niemals verstanden, warum Karneval im Februar stattfindet.

 

Charlotte: Das Trinken hält dich warm, vermute ich. Das ist die einzige Idee, die dahinter steckt.
Martijn:
Aber warum haben wir dann das Oktober-Fest in München?
Charlotte:
Gute Frage. Ich bin mir nicht sicher.
Martijn:
Karneval würde sich besser im Sommer machen. Ich verstehe einfach nicht, warum das in Sao Paolo funktioniert.

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Lea: Eure Wünsche für 2009?
Charlotte: Wir wollen in den “Hintern treten”, tolle Touren haben, “April Rain” soll gut ankommen, wir wollen eine tolle Zeit miteinander verbringen und auf persönlicher Ebene wünsche ich mir, dass ich glücklich, zufrieden und entspannt bin. (lacht)
Martijn: Das hört sich sehr klischeehaft an, aber ich muss dem zustimmen. Ich hoffe wirklich, dass die Leute das Album mögen.

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Lea: Ich kann euch bereits sagen, dass ich es mag.
Martijn: Vielen Dank.
Charlotte: Das freut uns zu hören.

 
Interview geführt von Lea Sommerhäuser .[ face2face ]
Homepage Künstler. www.delain.nl