IV .AMPHI .FESTIVAL. "The Orkus Open Air 2008"  .[ Köln, Tanzbrunnen 19. & 20. 07. 2008 ]
 

Auch in diesem Jahr 2008 öffnete der Kölner Tanzbrunnen wieder seine Tore, um zum mittlerweile IV. Amphi Festival – The Orkus Open Air einzuladen. Am Wochenende des 19. und 20. Juli tummelten sich folglich wieder zahlreiche schwarz-bunte Gestalten in der Domstadt, um sich ganz den rockigen Gothic- und Electro-Klängen von über 30 Bands auf zwei Bühnen hinzugeben. Auftakt des Festival-Wochenendes bildete jedoch der 1. Amphi-Cup [ Galerie ] der Geschichte, der Freitags in der Soccer World Arena in Köln-Lövenich stattfand. Fünf Teams traten gegeneinander an: Promis/Musiker, Sponsoren/Präsentatoren, Veranstalter/Medienpartner, DJs alias Devotee Soccer und eine ausgeloste Besucher Mannschaft. Schnell hoben sich die DJs als führende Fußballer heraus und gewannen letztendlich auch das Turnier. Zur Belohnung gab es für alle Teilnehmer Medaillen. Auch Sandro Griesbach von darkmoments konnte eine Medaille abstauben, da er für`s Team „Sponsoren/Präsentatoren“ beim Amphi-Cup mitkickte. Nur wenige Stunden später ging es dann weniger sportlich, dafür musikalisch am Tanzbrunnen weiter. [ LS ]

 

Samstag 19. 07. 2008: Nachdem wir alle in Köln angereist waren und uns zum Teil mit Presse Bändchen versorgt hatten, betraten wir leider mit etwas Verspätung, den bereits sehr früh mit zahlreichen Besuchern [ Galerie ] gefüllten Tanzbrunnen. Was zu Folge hatte, auch etwas zu spät für die zweite Mainstage Band CINDERELLA EFFECT [ Galerie ] zu sein, so das wir nur noch die letzten Klänge von dem Solo Projekt der Blutengel Sängerin Constanze Rudert vernehmen konnten. Ein Teil unseres Teams hatte sich jedoch bereits drinnen im düsteren Theater positioniert, um dort den für diesen Samstag angekündigten, harten Elektro-Klängen zu frönen. [ SG ]

 

Nach dem ersten Kinofilm von Welle:Erdball „Operation:Zeitsturm“ war es Zeit, sich für die erste Band des Amphi Festivals im Theater zu versammeln: NOISUF-X [ Galerie ]. Trotz früher Uhrzeit versammelten sich viele Fans der elektronischen Klänge in dem kleinen Saal und wurden von den vier Mannen mit guter Stimmung und lauten Beats empfangen. So dauerte es nicht lange, bis sich die noch müden Knochen zum Tanzen in Bewegung setzten. Im Hintergrund liefen Insektenvideos als visuelle Unterstützung. Noisuf-X ernteten besonders begeisterte Zurufe bei ihren Hits „Tinnitus“ und „Hit me hard“ und der Saal schien regelrecht zu kochen. Ein besonderes Highlight war ein mutiger Mann, der es wagte, den gelungenen Auftritt von Noisuf-X zu unterbrechen und seiner Freundin einen Heiratsantrag von der Bühne aus machte. Für seinen Mut wurde er von tosendem Applaus belohnt und jede Frau schien neidisch zu sein. Nach einer viel zu kurzen halben Stunde musste sich die Band jedoch dann leider wieder verabschieden. [ MK ]

 

Zusammen mit Sonja Kraushofer ist Thomas Rainer mit L’Âme Immortelle schon lange ein fester Bestandteil der Gothic-Szene. 2007 zieht es den Wiener DJ zurück zu früheren musikalischen Wurzeln, wesentlich härter und textlich erbarmungsloser, NACHTMAHR [ Galerie ] schlägt ein wie eine Bombe. Und so könnte man den Auftritt auf dem Amphi Festival beschreiben, denn es war einfach laut, brutal und tanzwütig! Mit „Schwarzflug“ ging es los und trotz klimatisiertem Theater war die Masse fast augenblicklich am Kochen. Thomas, der tatkräftige Unterstützung von der Crew des Wiener Szeneclubs Pi bekam, war auf der Bühne sofort voll da und Nachtmahr donnerte durch die Halle. Während im Hintergrund Kriegsvideos liefen und Zitate eingeblendet wurden, sorgten Songs wie „Feuer frei“ und der Club-Hit „Boom Boom Boom“ für die nötige Aggression, die in heftiges aber glücklicherweise zivilisiertes Tanzen umgewandelt wurde. Trotz kaum nennenswerter kleiner Textpatzer war Nachtmahr besonders für Fans des harten Industrial sicher ein Highlight des Festivals. [ NS ]

 

Kurz vor 14.00 Uhr wehte ein norwegischer Luftzug über das Amphi-Gelände, als ZEROMANCER [ Galerie ] die Hauptbühne im Tanzbrunnen stürmten. Nach einem etwas längeren Intro eröffneten die Norweger mit der ohrwurmigen Nummer „Need You Like A Drug“ ihre gut 40-minütige Show und ließen insgesamt neun Songs aus den Lautsprechern röhren. Sänger Alex und seine Mannen sorgten im Publikum für reichlich Kreisch- und Klatschatmosphäre, so wurden Tracks wie „Clone Your Lover“, „Cupola“ und „I´m Yours To Loose“ mit euphorischer Begeisterung von den Fans aufgezogen. Auch als sich Alex passend zu „Sounds Like Love, But Looks Like Sex“ sein schwarzes Muskelshirt auszog, um mit freiem Oberkörper, in grauer Hose, mit krawattenartigem Halstuch und hohen Stiefeln weiter über die Bühne zu fegen, stand besonders den weiblichen Fans die Freude ins Gesicht geschrieben. Und immer wieder führte Alex mit seinem rechten Arm Bewegungen gen Publikum aus, als würde er wie eine Katze die Krallen ausfahren. „Amphi, alles gut?“ fragte er in seinem besten Deutsch, mit dem er bereits im letzten Jahr auf dem Amphi glänzte. „Seid ihr bereit für `Doctor Online`?“ Und schon legten Zeromancer mit ihrem Kracher los. Fronter Alex hielt zwischendurch immer mal wieder sein Mikrofon ins Publikum, um die Textkenntnisse der Festivalbesucher zu testen. Und diese bestanden den Test mit Bravour. Eingetaucht in Flackerlicht und Nebelschwaden am helllichten Tag lieferte die norwegische Band eine mehr als gelungene Show und verabschiedete sich mit „Fade To Black“ und einem „Thank you so much, Amphi!“ Bleibt nur eine Frage noch offen: Wird man in Norwegen wirklich so braun? [ LS ]

 

Vor der Mainstage versammelten sich bereits früh viele Fans der Minimalelektroniker WELLE:ERDBALL [ Galerie ]. Zu ihrem Glück, denn bereits 15Minuten vor offiziellem Beginn ertönten die ersten Klänge von „Funkbereit!“ aus den Boxen. Eben noch kündigte er auf der Mainstage die anderen Bands an, nun stand Honey selbst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Während des Auftritts wurde auf das wenig dekorative Bühnenbild der Spruch „ Ziel verfehlt“ gesprayt und ein Erdball, sowie ein Comet, der an selbiger vorbeiflog, gesellten sich hinzu. Bevor die ersten Töne von „Commodore 64“ erklangen, machte Honey auf den 25. Geburtstag desselbigen aufmerksam und warf anschließend einen echten C64 ins Publikum, nicht ohne seine Fans zu ermahnen sich zu benehmen, da es beim letzten Mal wohl einige Verletzungen beim Kampf um das begehrte elektronische Meisterwerk gab. Welle:Erdball spielten das komplette Repertoire ihrer größten Hits und kein Wunsch blieb unerfüllt, ob „Starfighter F104-G“, bei dem, wie immer kleine Papierflieger ins Publikum flogen, die neue Single „Ich bin aus Plastik“, „Monoton und Minimal“ oder „Arbeit adelt“. Besondere Stimmung kam bei „Wir wollen keine Menschen sein“, bei dem die Fans aus vollster Kraft mitsangen und tanzten. Als Zugabe im aufkommenden Regen gaben sie dann noch „Es geht voran“ zum Besten, ehe sie endgültig von der Bühne verschwanden und nur noch riesige pinke Luftballons hinterließen, mit denen sich das Publikum noch eine Weile vergnügte. Schade war der verfrühte Auftritt allerdings für alle, die sich währenddessen noch bei Grendel im Theater aufhielten und etwas später hinzu stießen, denn für diese Fans endete der Auftritt leider auch zu früh. [ MK ]

 

Nach mehreren Anfragen fügte das Amphi Team dem eigentlich kompletten Line-Up noch eine weitere Band hinzu: ASHBURY HEIGHTS [ Galerie ], das dynamische Synth-Duo, veröffentlichte am 18. Juli diesen Jahres ihre neue EP „Morningstar In A Black Car“ und stellte diese erstmals live vor. Zunächst gab es aber den erotisierenden Song „Illusion“ vom 2007 erschienenen Album „Three Cheers for the Newlydeads“ auf die Ohren, den zwei hübsche Tänzerinnen zusätzlich schmückten. Yaz und Anders spielten neben neuen Tracks wie „Spiders“ und dem bisher unveröffentlichten aber schon älteren „World coming down“ auch Hits vom aktuellen Album. So versetzte zum Beispiel „Cry Havoc“ und „Bare your Teeth“ die Zuschauer im Theater klanglich ein kleines bisschen zurück in die 80er. Durch einige kleine Textunsicherheiten und – so schien es – leicht übersteuerte Technik wurde der Auftritt ein wenig getrübt, was die Bühnenpräsenz und die sichtbare Freude der jungen schwedischen Newcomer aber locker wieder wett machte. [ NS ]

 

Im Anschluss an Welle:Erdball betraten die Berliner Gothic Rocker von ZERAPHINE [ Galerie ] die Mainstage und stimmten eher ruhigere, entspanntere Klänge an, was zwischen den ganzen energiegeladenen Elektrobands eine gelungene Abwechslung bot und einem die Möglichkeit gab, seine Batterien wieder aufzuladen und sich einfach mal etwas in seinen Träumen zu verlieren. Sven Friedrich und seine Mitmusiker spielten viele Songs aus dem noch aktuellen Album „Still“ von 2006 und auch die bekannten älteren Songs wurden nicht außer Acht gelassen. Leichte Regenschauer und Sonnenschein wechselten sich ab. Bei jedem Tropfen wurde es kuschelig unter den Schirmchen, die vor der Mainstage stehen. Doch bei „Be my rain“ schien kontroverserweise die Sonne mit voller Kraft und erhellte die Herzen der Zuschauer. Absolutes Gänsehautfeeling machte sich breit und so ernteten Zeraphine viel Applaus vom begeisterten Kölner Amphi-Publikum. [ MK ]

 

Nachdem die Gothic Rocker von Zeraphine die Bühne verlassen hatten war es wieder Zeit für elektronischere Klänge. Diese lieferten uns nach einer etwas längeren Umbaupause die schwedischen Altstars COVENANT [ Galerie ]. Kaum hatten sie mit ihrem Frontmann Eskil Simonsson, der ganz elegant in weiß gekleidet, die Bühne betreten, waren die ersten Zuschauer unter den Klängen von „Monochrome“ bereits am Tanzen. Weiter ging das Line-Up mit den Songs der aktuellen DVD „In transit“ und so wurden selbstverständlich Hits wie „Bullet“, „The Men“, Invisible&Silent“, „Dead Stars“ und „We stand alone“ zum Besten gegeben. Covenant boten alles, was man erwarten durfte, Eskils erstklassige Stimme, treibende Beats und eingehende Melodien. Für viele Zuschauer neu waren allerdings die Live-Drums, die vom neuen Bandmitglied Daniel gespielt wurden und vielen Songs noch einmal deutlich mehr Wucht verliehen. Ein besonderes Lob hatte sich Keyboarder Joakim verdient, der sich tags zuvor noch beim Amphi-Cup verletzt hatte. [ CT ]

 

Zeitgleich mit Covenant auf der Mainstage machten sich die Texaner TACTICAL SEKT [ Galerie WGT 2008 ] für ihren Auftritt im weniger besuchten Theater bereit. Harte Konkurrenz gegen die sie da ankämpfen mussten. Mit sehr stark verzerrten Vocals ging Anthony Mather direkt nach vorn los und gab seine ganze Power an das Publikum ab. Lediglich die Ansagen zwischen den Songs wären ohne Verzerrung wesentlich besser angekommen und vor allem verständlich gewesen. Mit einem sehr harschem, technoiden Sound hämmerten sich Tactical Sekt in die Tanzbeine der Zuschauer und der Boden bebte scheinbar unter stampfenden Stiefeln und den hervortretenden Beats. Nicht so ganz erschlossen hat sich die Anwesenheit eines Livedrummers, der begleitend zu den Drumbeats vom Band mehr oder weniger im Takt auf sein Drumkit einhämmerte und Oropax zeitweise demjenigen zu einem unverzichtbaren Accessoire machte, dem etwas an seiner Hörfähigkeit gelegen war. Dennoch tat die Lautstärke der Stimmung des 40minütigen Auftritts keinen Abbruch. [ MK ]

 

Auf heimischem Boden befanden sich die drei westphalener Musiker der Electroformation ROTERSAND [ Galerie ], welche, wie Sänger Rasc erklärte, nach einem Leuchtturm benannt wurde, als sie die kleine Bühne des Theaters betraten. Nach überstandener Tour mit Covenant standen sie diesmal wieder im alleinigen Fokus der Fans. Rasc sprühte nur so vor Energie und überwältigender Stimmung als er „Almost Violent“ und „Electronic World Transmission“ performte und teilte sich zwischen den Stücken gern seinem gutgelaunten Publikum mit. Er kündigte zur Freude seiner Fans ein neues Rotersand Album mit einer Special Edition plus DVD, entstanden auf eben genannter Tour mit Covenant, für den kommenden September an. Darauf folgend gab er ein neues, während der Tour entstandenes Akustikstück mit dem Namen „I am with you“ zum Besten, wo er einmal mehr zeigen konnte, welch ein Volumen seine wundervolle Stimme zu bieten hat und ließ die Herzen der weiblichen Fans höher schlagen und sichtbar dahin schmelzen. Im Publikum wurden zwei riesige Rotersand Flaggen im Rhythmus geschwungen und gaben der Band so eine schöne positive Rückmeldung. Rasc gab eine neue Version von „I cry“ zum Besten, welche auch auf dem kommenden Album veröffentlicht wird. Quasi als kleinen Vorgeschmack - und dieser schmeckte wirklich hervorragend! Standesgemäß verabschiedete sich die Band mit den altbekannten „Everybody needs somebody“ Rufen, mit denen sie schnell ihr Publikum zum Mitmachen animierten, von der Bühne, um kurz darauf noch die fordernden Rufe nach den Hits „Merging Oceans“, „Exterminate, Annihilate, Destroy“ und „Merging Oceans“ als Zugabe zu befriedigen. [ MK ]

 

Anstatt mit Worten kündete Moderator Honey DEINE LAKAIEN [ Galerie ] mit Schildern an und die Band betrat auch gleich die Bühne, um mit einem Best of ihrer Songs loszulegen. Sänger Alexander Veljanov, gewohnt mit hochgetürmter Frisur, hatte sich mit Sonnenbrille eingedeckt. Keine schlechte Idee, bei dem strahlenden Licht, das plötzlich das Gelände überflutete. Es gab einiges zu sehen, so kamen ein großer schwarzer Flügel, weitere Tasteninstrumente, E-Gitarre und Streicher zum Einsatz. Deine Lakaien präsentierten Songs wie „Generators“, „Over And Done“, das französische „Vivre“ und „Return“. Auch „Reincarnation“ und „Where You Are“ hatten einen Platz auf der Setlist gefunden. Alexander schien sichtlich gerührt über den herzlichen Empfang in Köln. „Es gibt nichts Schöneres, als hier oben zu stehen“, rief er ins Mikro. Auch seinen Musikerkollegen merkte man die Freude an. Der Gitarrist zb ließ stetig seine langen Haare im Takt der Musik durch die Luft wirbeln. Zum Abschluss des Konzertes spielten Deine Lakaien „Love Me To The End“. [ LS ]

 

Lange schwarze Mäntel sowie eine weiße Zwangsjacke gab es pünktlich um 20:30 Uhr zu bestaunen, als OOMPH! [ Galerie ] die Hauptbühne betraten und ihren Auftritt mit einer energiegeladenen Version des Hits „Träumst Du“ eröffneten. Die Stimmung des Publikums war vom ersten Moment an ausgelassen, aber dennoch schien Fronter Dero nicht zufrieden und animierte die Zuschauer durch seine provozierende Frage „Ist das alles?“ zu immer euphorischeren Reaktionen. Bei „Fieber“ nahm eine Zuschauerin die Aufforderung „mehr zu geben“ etwas zu persönlich und versuchte die Bühne zu stürmen, woran die Ordnungskräften sie jedoch hinderten. Aber selbst diese Aktion reichte Dero nicht aus und somit drohte er: „Wenn ihr euch nicht frei macht, gehe ich Backstage und bringe mich um!“ Das wollte natürlich keiner der Anwesenden und sie gaben wirklich alles, so dass Dero schließlich zufrieden war und dies mit einer Kusshand bezeugte. „Das letzte Streichholz“ nutze er dann auch für ein Bad in der Menge. Waghalsig sprang er von der Bühne ins Publikum, welches ihn begeistert auf Händen trug. Hinterher gab der komplett in weiß gekleidete Sänger dem zum größten Teil schwarzen Publikum noch die Belehrung mit auf den Weg, dass Weiß das neue Schwarz sei. Um 21:30 Uhr endete der offizielle Teil des Auftritts mit „Augen Auf“ und einem zerstörten Scheinwerfer. Aber das angeheizte Publikum wollte die Band natürlich noch nicht gehen lassen und so kamen Oomph! nochmals für drei Zugaben auf die Bühne zurück. Den Höhepunkt lieferte „Der neue Gott“, welches Dero a-capella vortrug, bevor dann um 21:50 Uhr ein grandioses Konzert endete. [ KT ]

 

Von den Fans lang ersehnt wurden COMBICHRIST [ Galerie ]. Der große Ansturm machte sich auch beim Einlass bemerkbar, denn viele Fans mussten einfach vor der Tür warten, denn das Theater platze aus allen Nähten. Etwa eine viertel Stunde zu spät dröhnten „Dust and Bounce…“ Gesänge aus den Lautsprechern, die eindeutig auf Andy LaPlegua hindeuteten, doch von ihm und seinen Mitmusikern war weit und breit nichts zu sehen. Bis nach etwa zehn Minuten dann doch Rampensau Andy auf der Bühne stand und jubelnd begrüßt wurde. In der fast eineinhalb stündigen Show wurden alle Hits gespielt und die Beine der Zuschauer hatten gar keine Chance still zu stehen, bis einige vor Erschöpfung oder Schmerz zum Pausieren gezwungen waren. Im Saal wurde es immer heißer und die Stimmung kochte. Gegen 22:30h verabschiedeten sich die Norweger von der Bühne, doch die Wünsche des tosenden Publikums waren noch nicht vollends erfüllt worden und so kamen Combichrist mit „Blut Royale“ und „This shit will fuck you up“ zurück und befriedigten die Gier der schwitzenden, tanzenden Meute. Gegen 22:45Uhr verließen die Zuschauermassen zufrieden das Theater und schauten mit glücklichen Gesichtern auf diesen gelungene Auftritt zurück. Der erste Festivaltag ging zu Ende. Das Lineup bot eine gelungene Mischung aus harten Elektrosounds, ruhigeren, melodiösen Gothicklängen, neuen Gesichtern und alt bekannten Publikumslieblingen. Das Theater war an diesem ersten Tag ganz und gar für die tanzwütige Elektro/Industrial/Noise Riege reserviert, während sich auf der Mainstage die großen Namen die Klinke in die Hand gaben. [ MK ]

 

Merklich voller als im letzten Jahr, musste man das eine oder andere Mal schon für seine Lieblingsband, ein Getränk, die Toilette oder ein Autogramm anstehen. Gerade bei dem durchwachsenen Wetter wurde es auch mal eng unter den Schirmchen, wenn sich ein Regentropfen aus den Wolken quetschte. Eine sehr schöne Idee war der Beachclub, wo man sich am Rheinufer wie am Meer fühlen und dabei seine überteuerten Drinks in der immer wieder aufkommenden Sonne genießen konnte. Diese waren mit 4€ für 0,5l nämlich wirklich ein Grund zum Ärgern. Das Angebot fürs leibliche Wohl war leider auch eher dürftig, unter 4,50€ gab es kaum eine sattmachende Portion, geschweige denn gute Qualität oder Geschmack. Schade, dass es auch in diesem Jahr nicht gelungen ist, beim Veranstalter die Erlaubnis für Tetrapacks einzuholen, denn so hätte man wenigstens etwas Geld sparen können. Mit Sonnenbrand, schmerzenden Beinen und Füßen, einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht begaben wir uns zurück zu den zum Glück diesmal näheren Parkplätzen, um anschließend in die leider doch noch genauso weit entfernten Zeltresidenzen zurückzukehren, um neue Energie für den vielversprechenden Festival Sonntag zu tanken. [ MK ]

M

Sonntag 20. 07. 2008: Auch der Sonntag begann für viele für uns erneut mit anstehen, denn obwohl wir alle mit Festivalbändchen versehen waren stand erneut eine große Schlage vor dem Einlass im erneut rappelvollen Kölner Tanzbrunnen. Eröffnet wurde der Sonntag von der Frauencombo MEDIAEVAL BABES [ Galerie ], deren mittelalterliche Klänge von der Mainstage zu hören waren, während kurze Zeit später das Theater von Spiritual Front mit ruhigen, aber wohlklingenden Gitarrenmelodien erfüllt wurde. [ CT ]

 

Am frühen Sonntagmittag war es nach den mittelalterlichen, ruhigen Klängen der Mediaevel Babes Zeit für kräftigen Gitarrenrock. Den boten die italienischen Newcomer THE LOVECRAVE [ Galerie ], die vier aus Mailand und Venedig stammenden Musiker haben Ende 2006 mit ihrem Debütalbum „The Angel and the Rain“ auf sich aufmerksam gemacht und wollten nun auch ihrem deutschen Publikum die Hits des Longplayers präsentieren. Sechs Lieder hatten die vier Musiker Zeit das Publikum von sich zu überzeugen, doch so lange brauchte es nicht bis die charismatische venezianische Sängerin Francesca Chiara, die eine wahre Rockröhre ist, in ihren Bann gezogen hatte. Optisch wirkte die kleingewachsene Sängerin mit ihren wüsten Locken und der Lederhose zwar mehr wie die Frontfrau einer Rockband der 80er Jahre und auch die Lieder sind mehr als klassischer Hardrock, denn als Musik der schwarzen Szene zu bezeichnen, aber nichts desto trotz boten die Italiener eine gelungene Show und konnten viele der schwarzen Seelen überzeugen. [ CT ]

 

Hinter dem Namen SPECTRA*PARIS [ Galerie ] verbirgt sich ein gutaussehendes, soft-rockendes Frauen-Quartett, das neben bestechender Optik auch musikalisch etwas zu bieten hat. Glam Rock mit elektronischen Einflüssen erfüllte das Theater, bereichert von der betörenden Stimme von Elena Fossi, auch bekannt als Sängerin von Kirlian Camera. Insgesamt ist Spectra*Paris in der ruhigeren Sparte einzuordnen, was auch im Publikum zu erkennen war, das weniger tanzte, sondern den Auftritt eher einfach genoss und auf sich wirken ließ. Mit Titeln wie „Spectra Murder Show“ und dem melancholischen „Falsos Suenos“ verwöhnten die vier Damen die Festivalbesucher und verbreiteten warme Stimmung am kalten Sonntag. Auch das Cover des Tears for Fears Klassikers „Mad World“ gaben sie zum Besten, was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig klang und dem Original meiner Meinung nach nicht gerecht wurde. Solange Spectra*Paris aber ihre eigenen Songs kreieren, steht der musikalischen Emanzipation gewiss nichts mehr im Weg! [ NS ]

 

Groß kündete das schwarze Banner mit dem weißen Schriftzug im Hintergrund der Bühne die nächste Band auf der Mainstage an. Kurz vor 14.00 Uhr war es somit Zeit für die Dresdener Rockband LETZTE INSTANZ [ Galerie ], die Einflüsse aus dem Folk-Rock mit klassischen Elementen verbindet. Und mit diesem Soundgewand begeisterten sie die Amphi-Besucher und schwangen zusammen mit ihnen das Tanzbein. Mit dem Hüpfsong „Maskenball“ eröffneten die sechs jungen Männer ihre Show, um für die nächsten knapp 40 Minuten für reichlich Stimmung zu sorgen. Kein Problem, denn ihre Songs wie „Tanz“, „Unerreicht“, „Sonne“ und „Mein Todestag“ kamen super beim Publikum an. Violinist M. Stolz hüpfte mit schwarzem Shirt, im langen schwarzen Rock und dabei barfuß über die Bühne, während Cellist Benni Cellini – ebenfalls barfuß – seine langen, roten Dreads ins Schwingen brachte. Man rechnete förmlich damit, dass sich doch irgendwann einmal einer der Dreadlocks in den Seiten des Cellos verfangen musste. Doch dem war nicht so. Auch Specki T. D. – cool mit Sonnenbrille – am Schlagzeug, Oli an der E-Gitarre und Micha am Bass hatten sichtlich Freude am Konzert. Die Sänger Holly und Holly D. animierten die Fans immer wieder zum Mitsingen und diese ließen sich das nicht zweimal sagen. So dröhnten auch aus ihren Kehlen Songs wie „Wir sind allein“, „Ohne dich“ und „Das Stimmlein“. Nicht verwunderlich, dass die Fans zum Ende des Konzertes hin Zugaben einforderten und diese auch bekamen. Doch da den Jungs laut Holly nur noch vier Minuten blieben, wurde der letzte Song einfach schneller gespielt. Zum krönenden Abschluss gab es dann noch ein Cover von Cooper`s „Poison“. [ LS ]

 

Nachdem mit der „Letzten Instanz“ die zweite Rockband die Mainstage verlassen hatte betrat wohl mit DAS ICH [ Galerie ] eine der am düstersten wirkenden und auch älteren Elektroformationen der schwarzen Szene die Bühne. Die beiden Musiker Stefan Ackermann (Gesang) und Bruno Kramm (Keyboard) begannen schon Ende der achtziger Jahre mit elektronischen Klängen zu experimentieren und sind seit 1990 unter ihrem Bandnamen Das Ich aktiv. Sie können wohl zu Recht als alte Hasen bezeichnet werden, doch das lässt die beiden noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Live werden die beiden durch Keyboarder Marty Söffker verstärkt, der im Übrigen sich am Vortag als gewiefter Kickerspieler und Zocker erwiesen und sich dadurch das ein oder andere Untensiel erbeutet hat! Schon als das gewohnt markante Bühnenbild mit den beweglichen Keyboards und die ersten Klänge von „Der Schrei“ zu hören waren, hatten sich sehr viele Zuschauer vor der Bühne versammelt. Stefan Ackermann war wie immer vollständig rot bemalt und zeigte zwischen dem Gesang seine berühmt berüchtigten Grimassen, die zusammen mit den düsteren und aggressiven Klängen so machen zart besaiteten Menschen sicherlich zutiefst schockieren können, doch die Fans der Band erwarteten genau diese gelungene Mischung aus Show und Musik. Leider konnten die drei nur sieben ihrer vielen Hits, wie „Kain und Abel“, „Schwarzes Gift“, „Sodom und Gomorra“ oder „Gottes Tod“ präsentieren und so war der für meinen Geschmack viel zu kurze, dafür aber ausgesprochen gelungene Auftritt nach vierzig Minuten vorbei und wurde mit dem Clubhit „Destillat“ allerdings würdig beendet. [ CT ]

 

Vor Soko Friedhof [ Galerie ], war im Theater mit LACRIMAS PROFUNDERE [ Galerie ] der nächste Act um 15:35Uhr angekündigt. Der Weg ins Theater war diesmal sehr leicht zu meistern, da der Saal nicht wirklich mit vielen Fans gefüllt war. Nur ein paar Fans des Gothic Metal à la HIM und 69Eyes hatten den Weg in die indoor location gefunden. Die fünf Bayern brachten den spärlich besuchten Saal dennoch zum Kochen und ließen sich dadurch auch die eigene Laune nicht verderben. Lacrimas Profundere spielten einige Songs aus ihrem neuen, am 27.06.2008 erschienenen Album „Songs fort he last view“ und auch von ihrem Erfolgsalbum von 2004 „Ave Ende“ gaben sie einige Schmankerl zum Besten. Der 2007 neu zur Band gestoßene Sänger Rob überzeugte mit seiner voluminösen Stimme und zauberte einem, eine wunderbare Gänsehaut auf die Arme. Zum Anschluss des Auftritts sprang er sogar in den Fotograben, um seinen Fans so noch näher zu sein. Lacrimas Profundere verabschiedeten sich gebührend mit dem Song „Ave End“. [ MK ]

 

Noch die letzten Riffs von Lacrimas Profundere in den Ohren, ging es aus dem Theater wieder hinüber zur Mainstage, um dort den Klängen von L´ÂME IMMORTELLE [ Galerie ] zu lauschen. Sonja und Thomas und ihre Live-Musiker hatten bereits Stellung bezogen und – wie später erfahren – drei Songs zum besten gegeben: „Bitterkeit“, „Fear“ und „Stumme Schreie“. Und nun legten sie mit ihrem Song „Phönix“ los. Sängerin Sonja hatte sich in ein langes, schwarzes Kleid gehüllt, während sich Thomas in einen schwarzen Anzug geworfen hatte. Nach dem sich anschließenden Lied „Es tut mir Leid“ wendete sich Thomas ans Publikum: „Habt ihr 1000 Stimmen für mich?“, rief er, um nur kurz darauf „1000 Voices“ anzustimmen, was den ein oder anderen zum Tanzen animierte. Auch L`âme Immortelles Songs „Blutrot“ und „Aus den Ruinen“ kamen nicht zu kurz und wurden herzlich vom Publikum aufgenommen. Auch Gitarrist Ashley, der optisch ein wenig an Robert Smith von The Cure erinnert, steuerte dem ein oder anderen Song ein paar Vocals bei. Dann wurde Sonja etwas nachdenklicher und widmete die Ballade „Life Will Never Be The Same Again“ einem Freund, Roberto, der, ehe er tödlich verunglückte, Tontechniker der Band war. In schmerzlichen Erinnerungen an den guten Freund kullerten Sonja plötzlich Tränen über die Wangen und auch den anderen Bandmitgliedern stand in diesem Moment die Trauer ins Gesicht geschrieben. Doch nach einmal tief Durchatmen stimmte Sonja auch schon den nächsten Song „Requiem“ an und präsentierte zum Ende hin den Song „5 Jahre“, auf den natürlich alle gewartet hatten und den wie nicht anders erwartet jeder auswendig mitsang. Und damit verabschiedete sich die Band von der Bühne. [ LS ]

 

Die Belgier von SUICIDE COMMANDO [ Galerie ] lockten trotz Regenschauer viele Fans der elektronischen Klänge am Sonntagnachmittag vor die Mainstage. Als die ersten Klänge von „Bind, Torture and Kill“ aus den Boxen dröhnten, waren viele nicht mehr zu halten und führten regelrechte Regentänze auf, wenn sie keinen Platz mehr unter den schützenden Schirmchen ergattern konnten. Johan van Roy begrüßte das Publikum mit den Worten „Hallo, wir sind Tokio Hotel!“, was mit einem Lachen seitens des Publikums kommentiert wurde und die Stimmung schon zu Beginn schön auflockerte. Während ihres knapp einstündigen Auftrittes ließen Suicide Commando nicht einen bekannten Clubhit aus, sei es „Hellraiser“, der deutschsprachige Song „Dein Herz, meine Gier“, „Cause of death: suicide“ oder „Face of death“. So verging die Zeit beim Elektronahkampf wie im Fluge. Johan steckte mit seiner guten Stimmung alle an, die dem schlechten Wetter trotzten und machte so den Auftritt zu einem besonderen Highlight des Festivalwochenendes. [ MK ]

 

Auf diesen wunderbaren Auftritt folgte ein weiterer heiß erwarteter Act, Peter Spilles eroberte mit PROJECT PITCHFORK [ Galerie ] die Bühne und die Herzen der immer noch tapfer ausharrenden Fans, die dem Regenwetter trotzten. Die Show war wirklich sehr schön anzusehen, der Sound war perfekt und sogar ein Regenbogen ließ sich während der Show ausmachen. Einige Fans nahmen viel Platz in Anspruch, um ihre extrovertierte Privattanzshow fernab der Bühne auszuführen. Peter Spilles warf während des Auftritts, wohl inspiriert vom Kölner Karneval Bonbons ins Publikum und zeigte sich mit sichtlich guter Laune. Sara Noxx stand dem bunt bemalten Spilles bei „Earth Song“ als Unterstützung zur Seite, doch das Highlight hatte Spilles noch in der Tasche. Er gab die ersten Töne von And Ones „Deutschmaschine“ zum Besten und alle ahnten, dass dieses eine Abspielung auf den nächsten Song „Timekiller“ sein würde, der diese beiden Bands ja sehr verbindet. Zum grandiosen Ende dieser über einstündigen Show klärte sogar der Himmel auf. [ MK ]

 

Um 19:20 Uhr brach eine neue Eiszeit über das Amphi-Gelände herein. Davon dürften die Besucher des Theaters aber nicht allzu viel gemerkt haben, denn dort ließen es sich EISBRECHER [ Galerie ] nicht nehmen, mit druckvollen Klängen dem Publikum ordentlich einzuheizen. Dies gelang ihnen mit Songs wie „Antikörper“ und „Schwarze Witwe“ auch durchaus gut und so war schon nach wenigen Takten das Eis zwischen Publikum und Band gebrochen. Und das sogar ganz ohne Zuhilfenahme des von Sänger Alexx mitgebrachten Eispickels. Obwohl Eisbrecher am Tag zuvor laut eigener Aussage auf einem „richtigen Metalfestival“ den Kampf gegen die Kälte angetreten haben, schienen sie sich beim Amphi dennoch recht wohl zu fühlen und somit dürften spätestens als der charismatische Frontmann den Anwesenden verkündete, dass er Single sei, einige Damenherzen endgültig dahin geschmolzen sein. Als die Hitze in der Halle weiter anstieg, munterte das fürsorgliche Publikum den Sänger, dem wie den meisten Tanzenden der Schweiß auf der Stirn stand, mit „Ausziehen!“- Rufen auf, sich Abkühlung zu verschaffen. Dieser Vorschlag schien Alex allerdings nicht sonderlich zuzusagen und er begründete es auch: „Das wollt ihr euch nicht antun!“ Da die Rufe trotzdem nicht verebbten, entledigte er sich schließlich doch seines Hemdes. Zur Enttäuschung einiger Anwesender trug er unter diesem aber ein weiteres Shirt. Um zehn nach acht verabschiedete sich die Band, aber nur, um nach einigen Zugabe-Forderungen die Bühne nochmals für drei Songs zu entern. Dann verließ der Eisbrecher um 20:30 Uhr endgültig den Kölner Hafen und stach wieder in See. [ KT ]

 

Pünktlich zum Auftritt von AND ONE [ Galerie ], war uns der Wettergott wieder wohlgesonnen. Ein wunderschönes Bühnenbild deutete bereits zu Beginn auf eine gut durchdachte Show hin, die wir alsbald genießen durften. Die ersten Töne von „The sun always shines on TV“ aus dem aktuellen „Cover Lover Supershow“ Programm ertönten aus den Lautsprechern und ein gutgelaunter Steve Naghavi trat auf die Bühne vor ein noch besser gelauntes Publikum in absoluter Feierstimmung. Immer wieder kommunizierte er mit diesem: „Ihr seid doch alle besoffen…und wenn jetzt noch nicht, dann spätestens nachher“ oder „Ihr habt Spaß da drüben, was?“. Kaum einer konnte sein Tanzbein still halten und jede Zeile der Songs wurde mitgesungen. Wie konnte es auch anders sein, kündigte Steve noch die „regenfreie Version von Timekiller“ an, welche das Publikum zum tosen brachte. Vor allem als plötzlich Peter Spilles und Dirk Scheuber mit Naghavi auf der Bühne standen und mit ihm performten. Provokant war mit Sicherheit die bewusste Platzierung von „Steine sind Steine“ direkt nach „Deutschmaschine“. Die kontroverse Diskussion hatte ja einige Zeit für großen Wirbel gesorgt. Allen Zweiflern zum Trotz stand Naghavi selbstsicher auf der Bühne und seine Fans taten es ihm nach. Vergessen waren alle Kritiker und bösen Zungen von damals und es wurde gefeiert! Nach einer grandiosen fast 90minütigen Show mussten And One die Bühne leider auch wieder räumen. Besonders die weiblichen Besucher jauchzen, als Steve Naghavi imaginäre Hotelschlüssel verteilte. Anschließend wies er noch auf die Show von „Die Krupps“ hin, die nach der ersten After Show Party zu späterer Stunde noch im Theater stattfinden sollte. [ MK ]

 

Allmählich neigte sich das Amphi Festival 2008 dem Ende zu, aber das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Manch einen trieb vielleicht der Regen ins Theater, aber die meisten drängten sich in die gut gefüllte Halle, um ihn zu sehen und zu hören: Mastermind Adrian Hates und DIARY OF DREAMS [ Galerie ]. Nach kurzem Intro, das für gespannte Stille sorgte, legten die vier Gänsehaut-Macher mit dem schönen Song „Nekrolog 43“ vom gleichnamigen aktuellen Album los und sofort verbreitete sich eine melancholisch-ergreifende Stimmung unter den Besuchern. Ob tanzend wie in Trance oder mit geschlossenen Augen lauschend, jeder genoss Lieder wie „The Plaque“, „Chemicals“ und „She“ auf seine eigene Art und Weise. Trotz der allgemein ausgelassenen Stimmung auf Festivals wie diesem schafft es eine Band wie Diary of Dreams erstaunlicherweise zum Beispiel mit „She and her Darkness“ dem ein oder anderen Tränen in die Augen zu treiben. Eine angenehme Traurigkeit, die nach dem Auftritt hoffentlich wieder verflog. [ NS ]

 

Nach etwa einstündiger Pause, überbrückt mit guter Musik von DJ Gillian und netten Gesprächen im Theater, stand der letzte Teil des Festivals bevor: The Final Option. Mit 30 minütiger Verspätung betraten DIE KRUPPS [ Galerie WGT 2008 ] die Bühne. Noch ein letztes Mal wurden die schmerzenden Füße ignoriert, als die EBM Helden „The Dawning of Doom“ in die Menge schmetterten. Während weiter hinten etwas gesitteter getanzt wurde, ging es vorne wilder zu und bei Hits wie „5 Millionen“ oder „Metal Machine Music“ war die gesamte Halle in Bewegung. Natürlich ließ Frontmann Jürgen Engler auch sein Steelophone nicht außen vor. Mit „Machineries of Joy“ beendeten Die Krupps ihre Setlist und wie erwartet folgte die lauthals verlangte Zugabe mit „To the Hilt“ und dem lang ersehnten „Fatherland“, was die explosive Stimmung auf ihren Höhepunkt trieb. Ein würdiger Abschluss für das Amphi Festival 2008 und wer sich nach diesem EBM Feuerwerk immer noch nicht müde getanzt hatte, ließ die Nacht bei der anschließenden Aftershow-Party langsam ausklingen. [ NS ]

 

Auch von weither waren die Fans für das diesjährige Amphi angereist, so zum Beispiel aus Australien, Griechenland und den USA, und hatten sich in aufwändige Outfits geworfen. Mit gut 12.000 Besuchern war das Festival in diesem Jahr komplett ausverkauft. Und viel wurde den Besuchern geboten: Neben zahlreichen musikalischen Genüssen konnte man wieder bei vielen Autogrammstunden mit den Künstlern auf Tuchfühlung gehen, auf dem großen Gothic-Markt sein Geld ausgeben oder kleine Boxenstopps an den Cocktail-, Longdrink- und Metbars sowie zahlreichen Verpflegungsständen einlegen. Auch der Beachclub mit seinem 3500 m² Sandstrand war einen Besuch wert und lud zum Chillen ein. Selbst die ganz kleinen Besucher waren auf dem Festival herzlich willkommen und wurden am Gothic-Family.Net-Stand gut versorgt. Wie in den vergangen Jahren kam das Amphi ganz ohne Dixis aus und bot stattdessen geflieste und bespiegelte Toiletten. Wer nach den Konzerten am Abend immer noch nicht genug hatte, konnte Antonio Magico „With The Sisserhands“ bei seinem Feuerspektakel zuschauen oder sich noch bis in die frühen Morgenstunden auf den After-Show-Parties im Theater austanzen. Ein Manko war jedoch leider die Beleuchtung im Theater, die oftmals die Künstler eher erahnen, als zu sehen ließ und es den Fotografen fast unmöglich machte vernünftige Bilder für die Nachwelt fest zu halten. Eines war aber klar: Auf dem Amphi Festival 2008 kam wieder jeder auf seine Kosten und so bleibt zu wünschen, dass die 5`te Ausgabe am 18. und 19. Juli im kommenden Jahr, wieder genau so ein Fest wird! [ LS & SG ]

 
Text: .Maike Kowalle [ MK ], Nadine Schmitt [ NS ], Lea Sommerhäuser [ LS ], Kerstin Tschöpe [ KT ], Carsten Terres [ CT ], Sandro Griesbach [ SG ]
Bilder: .Claudia Schöne, Carsten Terres, Sandro Griesbach, Thomas Nattermann . [ 490 Galerie Bilder ]