II ORKUS FESTIVAL CLUB TOUR /[ Schlachthof, Wiesbaden 04.10.2006 ]
 

Zusammen mit der Booking-Agentur Protain, die auch das Amphi-Festival organisieren, hatte der Orkus im Frühjahr diesen Jahres für euch eine Club-Tour ins Leben gerufen [ wir berichteten ] , die Anfang April durch 6 deutsche Städte führte. Nun war es an der Zeit, Teil II in einer etwas ausgebauten Variante folgen zu lassen und so wurden diesmal gleich 10 Städte bespielt. Uns führte der Weg in den alten Schlachthof nach Wiesbaden. Aufgrund beruflicher Gebundenheit, war es uns leider nicht möglich den Auftritt des Openers DOWN BELOW zu verfolgen, da wir leider erst zum letzten Song eingetroffen waren. Die Stimmung war jedoch sehr gelassen, was auf einen insgesamt wohl gelungenen Gig schließen lassen konnte. Während der Umbauphase hatten wir Gelegenheit diese doch recht angenehme geräumige Location näher zu erörtern.

 

Erstaunlicher Weise war leider unerwartet wenig Andrang, was sich zwar vielleicht positiv auf das Wohlbefinden eines einzelnen, in Betracht auf die persönliche freie Beweglichkeit ausgewirkt hat, aber leider einen dunklen Schatten auf die zu erwartenden Bands werfen sollte. Immerhin konnten PROJECT PITCHFORK noch im März 2003 den Eltzer Hof im benachbarten Mainz gut ausfüllen, so stimmte mich das Bild der schätzungsweise 300 Gäste doch etwas nachdenklich. Nichts desto trotz war es nun Zeit für die Norweger Rock-Band ZEROMANCER, um die es seit ihrem Album „Zzyzx“ etwas still geworden war. Sänger Alex präsentierte sich mit freiem Oberkörper und eröffnete mit „Doktor Online“ das Set, was schon für einen erhöhten Pulsschlag sorgte. Die Norweger machten Stimmung und setzten überwiegend auf ihr erfolgreichstes Album „Eurotrash“ wobei ausgerechnet dieser geniale Titel nicht gespielt wurde. Das Real Life Cover „Send me an Angel“ fehlte natürlich nicht, genauso wenig wie der Hit aus dem gleichnamigen 2000er Debut-Album „Clone Your Lover“. Die Fans rockten gut ab und somit war es ein insgesamt recht stimmiger Auftritt. [ Galerie I, II ]

 

Die Anzahl der Gäste hat sich leider im Verlauf des Abends nicht großartig verändert und so waren kurz vor dem Beginn von UNHEILIG bestenfalls 350 Besucher anwesend, die sich in der geräumigen Halle verteilten. Endlich war es dann soweit und der Graf betrat die Bühne. Die angenehme Atmosphäre welche durch den Schein der Kerzen geschaffen wurde, die im Bühnenaufbau der Band natürlich nicht fehlen durften, versprach schon im Vorfeld einen sehr gefühlvollen Auftritt. Der Graf eröffnete mit dem Song „EVA“ das Set und das Publikum war hingerissen, in gewohnter Eleganz präsentierte die Band ein musikalisches Kunstwerk nach dem anderen. Die Hingabe mit der die inhaltlich wertvollen Stücke gesungen wurden gipfelte bei dem Titel „Mein König“, den der Graf für seinen Großvater geschrieben hat, wie er es seinen Fans mitteilte und was bei den Zeilen auch recht einleuchtend war und ist. Ein weiteres Highlight war natürlich der Auftritt mit Peter Spilles und die damit verbundene Präsentation von dem gemeinsamen Song „Ich will Leben“, welcher auch richtig knackig rüber kam. Sehr feiner Auftritt und wenigstens hatten sich hier fast alle Anwesenden vor der Bühne versammelt. [ Galerie I, II ]

 

Doch das Bild was sich nach dem Auftritt von UNHEILIG abzeichnete war mehr als erschreckend und ist mir persönlich auch ein absolutes Rätsel, denn wenn vielleicht auch das letzte Album „Kaskade“ nicht der Überflieger war, so war ein Besuch eines PROJECT PITCHFORK Konzertes immer etwas ganz besonderes. Aber die Besonderheit scheint hier in den Hintergrund gerückt zu sein, denn schon der Bühnenaufbau war im Vergleich zur Vergangenheit eher unbedeutend. Hat man doch, bei der ebenfalls mit „ZEROMANCER“ als Support bestrittenen „Daimonion“ Tour im Jahr 2001, noch ein echtes Designkunststück auf der Bühne vollbracht. Die Auswahl der Songs hingegen war absolut perfekt. So reichte das Set von „Requiem“ über „Timekiller“ bis hin zu den Klassikern „KNKA“ oder „Souls“. Sehr auffällig war allerdings das gerade einmal nur 2 Songs der letzten beiden Alben gespielt wurden. Der neue Song „Wonderland“ klang recht gut und ist sicher ein guter Ansatz zu alter Stärke zurück zukehren. Die Zugabe mit den Songs „Song Of The Winds“ und „Rescue“ hatte es noch einmal in sich und zeigte der Band, was die Fans die noch übrig sind wirklich wollen. [ Galerie I, II ]

 

Eigentlich ein schöner, perfekt durchorganisierter Abend in einer optimalen Location und wenn diese noch entsprechend gefüllt gewesen wäre, dann hätte alles gepasst. So aber verbleibt ein fader Nachgeschmack, mit der Nachfrage wo dies noch hinführen soll!? Vielleicht belehrt man uns, bei der im Frühjahr nächsten Jahres folgenden dritten Clubtour, mit COVENANT als Headliner, eines besseren: Nichts würden wir uns und dem Veranstalter im Moment wohl sehnlicher wünschen!

 
Text: Oliver Loscher [ darkmoments ]
Fotos: Sandro Griesbach [ darkmoments ]

Zeromancer:

Zeromancer:

Unheilig:

Unheilig:

Project Pitchfork:

Project Pitchfork:

--Galerie II
--Galerie II
--Galerie II
--Galerie II
--Galerie II
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