23 Darke Dance Treffen...[ Universal D.O.G., Lahr .22.09.2007 ]
 

Nun ist auch das 23. Dark Dance Treffen schon wieder Geschichte. Es war eine riesige Party mit vielen netten Leuten und hochkarätigen Szene Bands. Alle kamen auf Ihre Kosten! Die einen beim abtanzen und feiern mit den Bands, andere auf den verschiedenen DJ-Floors oder wieder andere bei einem lustigen Plausch unter Bekannten.

 

Außerdem lud wieder eine große Shoppingmeile dazu ein, den einen oder anderen Einkauf zu tätigen. Für Essen und Trinken war auch diesmal wieder einmal ausgezeichnet gesorgt! Sogar das Wetter spielte mit und so gab es noch einmal fast sommerliche Temperaturen im großen Outdoorbereich. Die aus England stammende Neo-Classical Industrial Band IN THE NUSERY [ Galerie I ] eröffneten das 23 Dark Dance Treffen auf der Main Stage. Die britische Band ist sozusagen ein Familienprojekt. Die treibende Kraft sind dabei die beiden Zwillinge Nigel und Klive. Seit 1981 veröffentlichten „In the Nursery“ immer wieder beeindruckende Alben. Zuletzt im Jahre 2007 das 25 Jahre Jubiläums Album „ERA“. Bis heute verfolgten „In the Nursery“ dabei ihren eigenen Weg und sind kaum mit einem anderen Projekt zu vergleichen. Hier auf dem Dark Dance hatte das Duo nun auch eine Sängerin mit an Bord um dem Lahrer Publikum die Gesangslastigeren Stücke des neuen Albums zu präsentieren! Sarah Jay Hawley dürfte dem ein oder anderen nicht unbekannt sein, übernahm sie doch schon bei den recht bekannten „Massive Attack“ den Gesangspart. Los ging es dann auch gleich mit dem Titelsong des Albums. „Blueprint“, ein sehr Atmosphärisches Stück das durch die String-Keys sehr lebendig wirkt! Weiter ging es mit der „Hymn Noir“ des 2005 erschienen Groundloop-Albums. Erstaunlich, aufgrund der frühen Zeit, wie viele begeisterte Zuhörer sich vor der Bühne einfanden! Vor allem die Besucher älteren Semesters dürften dabei voll auf ihre Kosten gekommen sein, obwohl doch eher Stücke der aktuellen Alben dargeboten wurden. Recht Beindruckend was die Quartett hier darbot und so wurden IN THE NUSERY auch mit einem gebührenden Beifall entlassen.

 

Nun stand mit COPPELIUS [ Galerie I & Galerie II & Galerie III ] der erste Kontrast an. Das 19. Jahrhundert hatte viele interessante Persönlichkeiten zu bieten, wie z.B. Bram Stoker, Sigmund Freud, Marie Curie, Florence Nightingale, Jack the Ripper und H.G.Wells. Letzterer verfasste ja ein mitunter ein recht bekanntes Buch namens „Die Zeitmaschine“. Der Gedanke, dass 5 Musiker und ihr Butler diese Erfindung missbrauchen könnten, würde Herrn Wells bestimmt im grabe rotieren lassen. Zum Glück für ihn muss dieser dass nicht mehr mit Erleben. Zum Glück für uns beschert uns diese Maschine die Berliner Band COPPELIUS, welche mit ihrem Equipment (Klarinetten, Cello, Kontrabass und Schlagzeug) ein Hörvergnügen der besonderen Art bieten. Weiß geschminkt betrat die, wir nennen sie mal Rock-Band, die Bühne. Gekleidet im 19. Jahrhundert-Look mit Gehrock, Zylinder und schniecke geputzten Schuhen, heizten COPPELIUS der Menge erst einmal so richtig ein. In Lahr wurden Werke des aktuellen Albums „Time-Zeit“ dargeboten, sowie einige Iron Maiden Coversongs gespielt! Die Klarinetten in Verbindung mit dem groovenden Contrabass sorgten dabei für ein solides, rhythmisches Fundament, wobei es dem geneigten Hörer nicht leicht viel, still stehen zu bleiben. Natürlich stand das Publikum hier nicht faul auf der Stelle und tanzte was das Zeug hielt, auch die häufigen Kostümwechsel trugen dazu bei, dass auch optisch gesehen keine Langeweile aufkam. Immer mehr Besucher fanden sich staunend vor der Bühne ein und COPPELIUS hätten ruhig noch eine Stunde länger spielen können ohne dass es in irgend einer Form langweilig geworden wäre. Eine durchaus sympathische und extravagante Band, welche sicher ihren Weg gehen wird.

 

Mit dem Headliner des Abends sollte es etwas elektronischer werden! Überall hingen Hinweise „There is blood on the Floor“ AGONOIZE [ Galerie I & Galerie II & Galerie III & Galerie IV ] übernimmt keine Kosten für Beschädigungen, Hörsturz und beschmutzte Kleidung“ Naja, als Fan kennt man das ja schon und so war die große Konzerthalle auch brechend voll! Keine andere Band spaltet momentan derart die Szene, die einen Hassen sie, die anderen Lieben sie. Dazwischen gibt es nichts. Wie auch immer, die Fans sollten hier und heute in Lahr voll auf ihre Kosten kommen. Gleich nach dem Intro schallte der erste Song „C.O.A.“ des bald erscheinenden Albums „sieben“, aus den Boxen. Hart, kompromisslos und ein Refrain der zum mitsingen animiert bohrt sich dieses Hell-Elekro Stück in die Windungen des Gehörganges. „C.O.A.“ ist ein echter Kracher, den man nicht so schnell wieder aus dem Kopf bekommt. „Sacrifice“, folgte direkt im Anschluss, ohne Pause und zum ersten Mal kam die Blutpumpe zum Einsatz. Blutüberströmt feiern die ersten Reihen den Regen des kühlen roten Saftes. Chris, Oli und Maik, alle mit roten Overalls bekleidet, hatten sichtlich ihren Spaß mit dem Lahrer Publikum. Als nächstes reihten sich die deutschsprachigen Songs „Glaubenskrieger“ und das neue Stück „Gottlos“ in die Setlist ein. Natürlich durften aber auch die alten Klassiker "DMK" und "BängBäng Godbye" nicht fehlen, spätestens aber bei „Femme fatale“ gab es auch für die wenigen Kritiker im Publikum kein halten mehr und im wilden Rhythmus dieses Tanzflächenkrachers blieb kein Bein mehr ruhig. Auch die unter dem Universal DOG wohnenden Maulwürfe dürften sich aufgrund dies lauten stampfenden Beets über die Party über ihren Köpfen gewundert haben.

 

Den Track "Paranoice 2007" präsentierte man nicht nur in einem neuen Gewand, auch kam hier ein Rollstuhl zum Einsatz um dem Stück auch visuell noch mehr Aussagekraft zu verleihen. Ebenfalls gab es auch wie schon auf dem Woodstage das Cover von "i was made for loving you", gefolgt von dem Überflieger "Koprolalie" der im letzten Jahr erschienen EP "Ultraviolent Six". Nach 70 min. und den Zugaben „New World disorder“ und „God for sale“ verließen AGONOIZE im rauschendem Beifall die Bühne! Nachdem die Band die Stage verlassen hatte, gönnten sich die einen eine Verschnaufpause an der frischen Luft, andere einen Drink (oder zwei), um die schlapp-getanzten Glieder wieder fit zu bekommen - schließlich hört mit der letzten Live Band das Dark Dance Treffen ja noch lange nicht auf. So verteilten sich die Besucher wie immer auf den verschiedenen Floors, um den Abend - wie es sich gehört - ausgelassen das Tanzbein schwingend, ausklingen zu lassen.

 
Alles in allem wächst mit dem Ende des Dark Dance Treffens wie jedes mal die Vorfreude auf das nächste mal. Wir sind also wieder gespannt!
 
Text & Bilder: Sandro Griesbach, Thomas Nattermann