„The Evil“ zu Besuch im Frankfurter Nachtleben am 20.03.2006
 

Elektronisch-brachial ging es am Montag im Frankfurter Nachtleben her. Die beim Leipziger Label „Out of Line“ beheimateten Bands AGONOIZE und AMDUSCIA ließen die kleine Location an der Zeil förmlich erbeben! Auch wenn an diesem Abend nur ca 100 Fans zugegen waren, so war die Stimmung doch umso geiler und brachten das Nachtleben zum kochen! Aber beginnen wir von vorn…

 

Aufgrund einer schwerwiegenden Rücken-Operation von Jasyn Bangert, konnte die eigentliche Support-Band GOD MODULE an diesem Abend leider nicht an den Start gehen. Demzufolge musste schnell für adäquaten Ersatz gesorgt werden und so kam es, dass die erst kürzlich bei der E. Porn 22 in Giessen [ wir berichteten ] aufgetretenen Berliner Hart-Elektroniker AGONOIZE für den Gig in Frankfurt engagiert wurden. Kein schlechter Ersatz, haben AGONOIZE doch schon in Giessen voll eingeschlagen! Gegen 21.00Uhr kamen dann Oli und Mike an ihre Keyboards, bevor Frontmann Chris die Bühne betrat. Nach dem Intro, legte man mit „circle of death“ vom Album -999- gleich voll los, gefolgt von -god for sale-. Wie immer waren die 3 sehr böse wirkend geschminkt, um ihrer Musik noch den visuellen Kick zu verleihen. Bei „to pradise“ vom Erstlingswerk -assimilation: chapter one- zeigte sich der harte Frankfurter Kern, genau wie bei den darauf folgenden Tracks „999“ und „nekropolis“ von seiner besten Seite, gemäss dem Motto (destroy the dancefloor). Bei „open the gate“ verzichtete man diesmal auf den Einsatz der Flex, was dem Song allerdings nicht schadete!

 

AGONOIZE gönnten uns während ihrem 50 minütigen Auftritts keine Ruhe, denn schön ging es mit der Live-Version des Krachers „death, murder, kill“ weiter. Bei „sacrifice“ setzte sich Chris wieder die obligatorische Spritze. Dann ging es wieder zurück zu einem älteren Stück, einem absolutem Club-Smasher, „paranoid destruction“, dies sollte der letzte Titel an diesem Abend werden, aber denkste, die Frankfurter Elektro-Junkies gaben keine Ruhe und so kamen Agonoize noch einmal auf die Stage und befriedigten das Publikum mit dem einzigen deutschsprachigen Song „zölibat“. Hier überraschte man mich damit, dass Chris gesanglich von Oli unterstützt wurde und so kann ich nur sagen böse böse böse, aber so habe ich euch kennen gelernt. Sicher ein mehr als würdiger „Ersatz“ von GOD MODULE, Jasyn Bangert wünsche ich an dieser Stelle eine baldige Genesung und hoffe darauf die Band beim diesjährigen Wave Gotik Treffen in Leipzig sehen zu können.

 

Einen etwas längeren Weg in die Main-Petropole hatte der Hauptact des Abends, die aus Mexiko kommende Band AMDUSCIA, welche hier ihr neues Album -from abuse to apostasy- vorstellen wollten. Nach einer 30 Minütigen Pause robbte dann auch Sänger Marco in seinem skurielen Outfit auf die Bühne und hauchte dem Publikum, genau wie im letzten Jahr, an selber Stelle, die „corpses symphony“ ein. Wie beim Mera Luna hatte er seinen Oberkörper mit Mullbinden umwickelt und darin seinen in einer Art Käfig steckenden Embryonen versteckt. Seine „Haare“ waren wieder mit lustigen Haarwicklern verziert und an seinem Körper hingen schrille Plastik-Schläuche. Weiter ging es mit „absolution“ und „seal you in red“, beides Songs vom neuen Album, welche auch sehr souverän rüber kamen. Wieder einmal sahen, Edgar und Raul an den Keyboards eher gelangweilt aus, während Marco wie ein Derwisch über die Bühne sprang und keinen Moment der Ruhe fand.

 

Den insgesammt 8 neuen Stücken, standen die Klassiker wie „profano tu cruz“ oder „beyond the darkness“ allerdings in nichts nach und reihten sich perfekt in das Set ein, bis man nach „aberraciòn en tu voz“ hinter der Bühne verschwand. Aber irgendwie waren die Frankfurter heute nicht kaputt zu kriegen und so rief man AMDUSCIA noch einmal zur Zugabe. Die Band leistete dem auch umgehend Folge und kam mit dem Kracher „dead or alive“ vom gleichnamigen Album zurück. Mit „freak knowledge“ sollte dann aber endgültig der Hammer fallen. Und so wurde das Publikum in die kalte Nacht entlassen. Ich für meinen Teil kann sagen, für 12Euro ein mehr als lohnender Abend, der leider nur auf viel zu wenig Resonanz gestoßen ist. Schade eigentlich, hätten die Bands doch wesentlich mehr Zuschauer verdient! Vielleicht lag es ja daran das es wieder einmal ein Montag war und viele den nächsten Tag arbeiten gehen mussten, mich nicht ausgeschlossen, aber mir war’s die Reise wert!

 
Text: Sandro Griesbach
Fotos: Sandro Griesbach
 

AGONOIZE: Galerie II
Galerie II
AMDUSCIA:Galerie II
Galerie II

 
AGONOIZE SETLIST:
 
01. Intro
02. Circle of Death
03. God for sale
04. Eye On You
05. To Paradise
06. 999
07. Nekropolis
08. Open the Gate
09. Death, Murder, Kill
10. Sacrifice
11. Paranoid Destruction
12. Zölibat
AMDUSCIA SETLIST:
 
01. Corpses symphony
02. Absolution
03. Seal you in red
04. Profano Tu Cruz
05. Shattered mind
06. Placeres Negros
07. Beyond The Darkness
08. Touch that
09. Incitaciòn pagana
10. Aberraciòn en tu voz
11. Dead or Alive
12. Freak knowledge