19 Dark Dance Treffen [ Flugplatz, Lahr 16.09.2006 ]
 

Nun bereits zum 19. Mal öffnete das Universal D.O.G. in Lahr am 16. September die Pforten um die größte Gothic-Party im Süddeutschen Raum zu feiern. Und wieder wollten sich dieses Ereignis ca. 2500 Szeneanhäger/in nicht entgehen lassen. Sicherlich auch dank dem schönen Spätsommertag reisten zahlreiche Besucher aus dem umliegenden Ausland an. Den Nummernschildern zufolge war manch einer von der Schweiz, Frankreich, Belgien u. Holland angereist. Dies machte wieder mal deutlich das das Dark Dance Treffen ein internationales Event mit großem Bekanntheitsgrad ist. Zu einem liegt das wohl an den hochkarätigen Szene-Bands die das DDT-Team jedes mal verpflichten kann zum anderen an dem gemütlichem Flair welches das Dark Dance Treffen ausstrahlt.

 

Auch diesmal war der Outdoor Bereich liebevoll dekoriert und zahlreiche Sitzgelegenheiten luden zu einem kleinen Plausch oder einfach zum ausruhen ein. Im Gothic-Markt, der diesmal wieder von einem Zelt überdacht war, konnte man das eine oder andere Schmuck- oder Kleidungsstück erwerben. Für Speis und Trank war bestens gesorgt und auch Absinth Liebhaber kamen an der Absinth Bar voll auf ihre Kosten. Wie bei jedem Dark Dance gab es auch wieder eine Ausstellung eines Szenefotografen. Diesmal stellte Heile Mania seine Bilder zur Schau und viele nahmen dieses Angebot war und wagten einen Blick auf seine Ausgestellten Werke. Neben etlichen Szene-DJ`s sorgten wieder angesagte Bands wie Catastrophe Ballet, Rotersand, Suicide Commando u. Witt, für den musikalischen Rahmen.

 

Los ging es mit der 1989 von Eric Burton gegründeten Band Catastrophe Ballet. Catastrophe Ballet steht für Musik mit Sounds und Botschaften jenseits der fröhlichen Seite des Pops! „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst...“, kann man auf der Homepage von Eric Burton lesen. Getreu diesem Motto stand auch der Auftritt beim 19. Dark Dance. In klassischer Besetzung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug bot Catastrophe Ballet „Todesrock“ vom feinsten. Die melodischen, düsteren Melodien unterstützt von Erics klarem Gesang fügten sich perfekt in das Gesamtkonzept der Band hinein. Auf der in Nebel und in rotes Licht getauchten Bühne boten Catastrophe Ballet einen soliden Auftritt! Trotz der zum diesen Zeitpunkt noch recht leeren Konzerthalle waren die Zuhörer begeistert und klatschten laut Beifall als nach ca. 30min der letzte Titel zu ende war. Als nächste Band enterte Rotersand die Bühne.

 

 

Mit der Gründung des Projekts Rotersand wollten die beiden Musiker Rasc und Gun ihre eigene Auffassung von elektronischer Musik umsetzen. Nicht einfach nur Techno sondern mit durchdachten Strukturen schrieben sie tanzbare sowie auch eingängige Lieder. Sie versuchen Möglist viele Einflüsse unterschiedlicher Richtung mit in ihre Kompositionen aufzunehmen, mittlerweile ist die band zu dritt und wird von Krischan am Keyboard verstärkt. Es versammelten sich nun bereits schon sehr viele Besucher vor der in rotes Licht und Nebel gehüllten Bühne. Mit Ihren extrem tanzbaren Songs heizte die Band ihren Zuhörern so richtig ein und wurde dafür mit wilden Tanzeinlagen vom Publikum belohnt! Natürlich konnten die Clubhits „Almost Violent“ und „The Last Ship“ im Set nicht fehlen und wurden hier in Lahr zum besten gegeben. Sicher ein sehr gelungener Gig, welchen uns Rotersand darboten.

 

Zu Suicide Commando braucht man eigentlich nicht viel zu sagen! Das 1986 von Mastermind Johan Van Roy gründete Projekt ist schon seit längerer Zeit nicht mehr aus der Szene wegzudenken. Wie auch bei anderen Suicide Commando Gigs, wurde auch in Lahr ein Beamer installiert und eine Leinwand im Bühnenhintergrund befestigt. Immer mehr Besucher drängelten sich nun in die ersten Reihen. Darunter auch vermehrt weibliche Fans, die ihren Schwarm Johan aus nächster Näher erleben wollten. Dann schließlich wurde der Opener „Bind Torture Kill“ per Videoprojektion gestartet. Zwar gab es anfangs ein paar kleine technische Probleme aber die Fans schienen dies gar nicht zu merken da sie lauthals die Textzeilen „Bind, Torture and Kill“ mitschrieen. Was nun folgte war ein routinierte Auftritt von Johan und Band. In einer ohrenbetäubenden Lautstärke; die Regler wurden ganz nach rechts gedreht, bedeutend lauter als die anderen Bands, schmetterte Johan einen Hit nach dem anderen auf das Publikum ab. Auch in den letzten Reihen wurde nun heftig getanzt und lauthals schrieen

 

hunderte die Texte der Titel „Menschenfresser”, “One Nation under god” oder „Fuck you bitch” mit. Johan tobte wie ein wilder über die Bühne und brachte so die Menschenmenge zum kochen. Als Zugabe wurde standesgemäß die Hymne „Hellraiser“ gespielt. Ein sehr energiegeladener Auftritt der netten Belgier fand so einen würdevollen Abschluss!

 

Als Headliner für das 19. Dark Dance Treffen hatte sich Joachim Witt angekündigt. Dies sorgte im Vorfeld schon für geteilte Meinungen. Einige lieben ihn, andere hassen ihn. So war man auf den Auftritt sehr gespannt. Die Bühne wurde sehr lange umgebaut. In Hintergrund bauten zahlreiche Helfer LED-Leuchttafeln auf und in der Bühnemitte wurden vier rießige Stroboskop-Blitze positioniert. Mit über einer Std. Verspätung kam Joachim Witt schließlich in dem bekannten militärisch anmutenden Bühnenoutfit auf die Bühne. Mit ihm seine Live-Band die ihn mit 2 Gitarren, Bass, u. Schlagzeug kräftig unterstützte. Er wirkte irgendwie lustlos und bewegte sich sehr mühselig über die Bühne. Von Titel zu Titel schien seine Unlust jedoch zu schwinden und hier und da konnte man sogar ein Lachen vernehmen. Das gegen Suicide Commando deutlich lichtere Publikum kam nun auch wieder in Schwung und feierte jeden Titel lautstark! Sehr rockig ging es durch die Setlist in der hauptsächlich Titel des neusten Albums „Bayreuth 3" vertreten waren.

 
Doch die Hits durften natürlich auch nicht fehlen und so wurden die Stücke „Hier kommt die Flut“ und „Goldener Reiter“ mit tobendem Beifall belohnt. Alles in allem war Joachim Witt ein würdiger Headliner!
 

Den Machern ist auch mit dem 19. Dark Dance Treffen wieder eine perfekt organisierte Gothic-Party gelungen. Erstklassische Live-Bands, bekannte Szene DJ’s und ein großes Angebot an spezials machen den Reiz des Dark Dance Treffen aus. Da lohnt sich auch die etwas längere Anreise. So freuen wir uns schon auf den 16.12.2006 wenn das Dark Dance Treffen seinen 20. Geburtstag feiert!

 
Text und Bilder: Thomas Nattermann zu den Bild-Galerien von diesem Event gelangt ihr [ hier ]