16 Wave Gotik Treffen.-..[ -Leipzig, 25. - 28. 05. 2007- ]
A

Das 16. Wave Gotik Treffen ist Geschichte. Wieder einmal bleiben die vielen kleinen und großen Geschichten in Erinnerung - interessante Menschen und Outfits, Skurriles und Aberwitziges, Menschen, Tiere, Mutationen. Mögen auch die ganz großen Bands dieses Jahr gefehlt haben, um irgendwelche Szene Idole geht es ja beim WGT generell nicht. Die Besucher selbst sind die Stars und wer sich die Mühe gemacht hat, über den Tellerrand zu schauen, wird auch musikalisch einige Entdeckungen gemacht haben. Überschattet wurde das diesjährige Treffen leider von der Dummheit einiger linker Möchtegern-Sittenwächter, die am UT Connewitz für Randale sorgten, um angebliche rechte Umtriebe des Festivalbetriebs anzuprangern. Neben den völlig falschen Informationen, die diesbezüglich im Antifa-Netz verbreitet wurden, ist der Einsatz von Gewalt natürlich inakzeptabel. Steine auf Straßenbahnen gehören nicht zu einer friedvollen Veranstaltung, ob nun ein paar Menschen in Uniform flanieren oder nicht. Aber nun zu etwas Erfreulicherem: Das Wetter spielte überwiegend mit, es wurde zwar von Tag zu Tag etwas schlechter, aber außer dem „Regenchaos“ am Völkerschlachtdenkmal bei der Monumentum 2-Inszenierung durfte jeder die potentielle Sonnenbrandgefahr genießen. Hier und da waren einige Locations hoffnungslos überlaufen (siehe Freitag Werk II), aber gerade das macht vielleicht auch den Charme des Pfingst-Rendezvous’ aus, dass man nie genau dort landet, wo man hinwollte und dabei doch perfekt unterhalten wird.

 

 

Wir haben uns mit mehreren Mitarbeitern in Leipzig herumgetrieben und versucht, so gut es geht, das Programm journalistisch zu begleiten. Herausgekommen sind neben vielen Fotoimpressionen haufenweise Berichte über alle Genres, die das schwarze Herz im Laufe der Zeit lieben gelernt hat, aber lest am besten selbst! [tk]
A

 
[- Freitag, 25. 05. 2007- ]
 

Nachdem ich am Freitag Vormittag meine erste Foto-Galerie im X-traX Schnäppchenmarkt eröffnet hatte (vielen Dank an dieser Stelle den Besuchern, welche sich an meinen werken erfreuen konnten), trieb es uns am Nachmittag in den Kohlrabizirkus, der ja letztes Jahr als neue Location mit ins WGT Programm aufgenommen wurde. Als wir gegen 15.00 Uhr eintrafen präsentierte sich die riesige Kuppelhalle noch recht spärlich gefüllt doch dies sollte sich im laufe des Tages noch ändern. Wie auch schon letztes Jahr gab es hier die besten und saubersten Toiletten des gesamten Festivals! Aber das nur am Rande bemerkt.

 

Los ging es mit BELOVED ENEMY, einer erst letztes Jahr neu gegründeten Band, auf die ich doch recht gespannt war. Hinter BE steckt kein geringerer als Peter Pathos, ehemaliger Kopf von FIDDLERS GREEN welcher nach 15 Jahren Musik feststellte eigentlich was ganz anderes machen zu wollen. Als er dann in einer Nürnberger Karaoke Bar auf Ski King traf, wusste er sofort, dies müsse unbedingt die Stimme für sein neues Projekt sein und so nahm man kurze Zeit später das Erstlingswerk "enemy mine" auf, was es hier zu präsentieren galt. Sehr überrascht war ich über Ski´s imposantes Erscheinungsbild und der tiefen genialen Stimme, die fast schon ein wenig an die von Elvis erinnerte und auch live sehr klar klang. Das Set begann mit "Drowning", gefolgt vom Album Titel "Enemy Mine". Auch die 4 folgenden Songs kamen recht gut rüber. Kaum hatte sich Sky seines Oberteils entledigt war mit "The Others" auch schon das letzte Stück für BELOVED ENEMY erreicht. Sehr schöner Einstand der unser vollstes Lob verdient! [sg]- [ Galerie I & Galerie II ]

 

Auch nach HOLODNE SONZE -[ Galerie I ] sollte sich Die Halle weiter füllen, denn als nächster Act standen die finnischen Gothic Metaller von POISONBLACK auf der Bühne! Die im Jahre 2000 gegründete Band um Frontmann Ville Laihiala gab gleich mächtig Gas und brachten mit ihrem finnischen Charme und Aussehen die ersten Reihen, überwiegend aus weibliches Publikum bestehend, zum wildem Abfeiern. Strait forward, mit einer gehörigen Portion Rock`n Roll und gekonnten Showeinlagen zogen die fünf Jungs auch den einen oder anderen hartnäckigen Skeptiker vom stillen Örtchen direkt hinein in wild bewegte Masse. Die unverkennbare Stimme und die präzise musikalische Präsentation der Songs zeigten wieder eindrucksvoll das POISONBLACK zu einem festen Bestandteil ihres Musik Genres geworden sind. Titel ihres aktuellen Albums „Lust Stained Despair“ kamen genau so gut an wie ältere Stücke von „Escapexstacy“. [tn]- [ Galerie I & Galerie II ]

 

Und es sollte sich auch folgend nichts in den ersten Reihen ändern, denn mit ENTWINE war abermals eine finnische Band am Start. Als die 5 um Frontmann Mika Tauriainen die Bühne betraten kam es im mittlerweile fast vollen Kohlrabizirkus kein Halten mehr und Hunderte Hände schossen nach oben. Der Auftritt, der aus Lathi kommenden Band, bestach nicht nur durch Mika glasklaren, rockig weichen Gesang, sondern auch durch eine super in Szene gesetzte Lightshow. Nicht desto trotz verirrten sich meine Blicke immer wieder in den Hintergrund der Stage, wo Aksu Hanttu seine Drums bearbeitete, selten habe ich so eine derartig charismatische Darbietung gesehen. Mit der Zeit stiegen die Temperaturen und auch ohne Hemd, dessen sich Mika mittlerweile längst entledigt hatte, machte der Sänger eine super Figur. Hauptsächlich wurden uns Songs des aktuellen outputs "Fatal Design" geboten. In den 60 minütigen Set ist es zu keiner Zeit langweilig geworden, so ertappte ich mich sogar bei meinem ersten ENTWINE Gig beim mitklatschen. [sg] -[ Galerie I ]

 

Nachdem wir im rappelvollen Werk II ordentlich ins Schwitzen gekommen waren und ein reinigendes Gewitter die Luft aufgefrischt hatte, sollte bei angenehmen Abendtemperaturen noch ein besonderes Schmankerl den ersten Abend in Leipzig veredeln: Das „Monumentum II“ die WGT-Eröffnungsveranstaltung auf dem Gelände des Völkerschlachtdenkmals. Zu diesem Open-Air-Event waren alle Leipziger eingeladen und so fanden auch einige Heerscharen den Weg zu dem 1913 eingeweihten Denkmal, das des Sieges der preußischen, österreichischen, russischen und schwedischen Truppen über die Armee Napoleons 100 Jahre zuvor gedenken soll. Mit seinen 91 Metern Höhe und 500 Stufen ist der 300 000 Tonnen schwere Granitporphyr-Bau schon recht imposant und auch ohne besonderes Rahmenprogramm einen Besuch wert. Bereits beim WGT 2001 hatten LAIBACH das Völkerschlachtdenkmal als Requisite für eine Show namens „Monumentum“ verwendet und - wie man hört - dabei auch „fast“ abgefackelt. Heuer waren IN THE NURSERY angetreten, um das Leipziger Wahrzeichen ins rechte Licht zu rücken.

 

Auf dem Programm stand eine künstlerische Inszenierung aus Licht und Klang. Untermalt mit einem Tonkunstwerk aus Werken von Richard Wagner, Gustav Mahler, Franz Liszt und Edvard Grieg wurde dem Publikum eine passende Lightshow präsentiert, die leider vom pünktlich mit Beginn der Aufführung um 23.12 Uhr einsetzendem ergiebigem Regen bis zum Ende um Mitternacht getrübt wurde. Wer dem Regen trotzte, bekam jedoch eine eindrucksvolle Darbietung zu sehen, welche die Atmosphäre des außergewöhnlichen Bauwerks gut zur Geltung brachte. Die seit 1981 existierenden Neoklassiker IN THE NURSERY (ihr 1987 erschienenes Album „Stormhorse“ gilt als herausragendes Werk des Genres) hatten sich rechts und links am Fuße des Völkerschlachtdenkmals positioniert, ließen die von ihnen bearbeitete klassische Musik erschallen, zu der das Bauwerk ausgeleuchtet wurde. Während das Völkerschlachtdenkmal in den verschiedensten Farben erstrahlte und Scheinwerfer den dunklen Himmel mit verschiedenen „Sternenbildern“ erhellten, durchnässten die T-Shirts der unvorbereiteten Terrortruppe immer mehr, so dass wir irgendwann entschieden, den Rückzug anzutreten. Leider erwies sich dieses Unterfangen als schwieriger als gedacht, da wegen eines Unfalls die Straßenbahnen vor Ort nicht mehr fuhren und weit und breit kein Taxi in Sicht war. Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg und wurden auch bald von zwei netten Wienern mitgenommen, so dass wir unsere nassen Klamotten wunderbar zu den Klängen von THE RETROSIC in der Agra-Halle trocken konnten. [ump]

 

Gegen 00:30Uhr noch rechtzeitig, aber gut durchnässt, erreichten wir die, zu diesem Zeitpunkt noch erstaunlich überschaubar gefüllte Agra-Halle. Das Bühnenbild war bereits gelüftet worden und offenbarte an den Seiten zwei große Podeste mit Schlagzeug bzw. Synths. In die Podeste war vorne jeweils eine Windmaschine mit riesigen Ventilatoren eingebaut, dazu gab es Rundumleuchten. Auf den im Backdrop befestigten Videoleinwänden zählte schon ein Countdown die Minuten bis zum Start herunter, während ein bedrohlicher Grundton durch die Boxen rauschte.

 

Nach und nach trafen dann auch immer mehr Leute ein, so dass die Reihen letztlich recht gut besetzt waren, die Agra aber nicht aus allen Nähten platzte, als der Countdown schließlich die Null erreicht hatte und das Licht erlosch. Zunächst betraten zwei „Hellraiser-Cenobiten“ die Bühne, welche jeweils eine zerfledderte Fahne mit dem RETROSIC Symbol durch die Luft schwenkten, bevor der Opener „Unleash hell“ die Halle erbeben ließ und Cyrus in Kaki-Montur auf die Bühne stürmte. Mit „Ground Zero“ und „Antichrist“ wurden gleich noch einige Briketts nachgelegt, ehe bei „New world order“ die nächste „Showeinlage“ folgte. Zusätzlich zu einem Stehpult mit Leuchtsymbol durften sich zwei 2 LAIBACH-mäßig uniformierte Mädels auf der Bühne präsentieren, von denen sich eine beim nächsten Stück „Revolution“ auch noch mit Gewehr im Anschlag hinter dem Pult positionierte. Zu „Dragonfire“ hingegen nahm der Drummer seinen Platz mal am vorderen Bühnenrand mit umgebundener Trommel ein und ein anderer Herr versuchte sich im Posaune spielen. Beide Instrumente konnten - sofern denn angeschlossen - dem ohnehin druckvollen Sound aus der PA aber nicht besonders viel entgegen setzen. Erneuten Zuwachs auf der Bühne brachte „Eat me alive“ mit sich, das, wie später noch einige andere Songs, mit einem zusätzlichen, ziemlich aufgedrehten Sänger dargeboten wurde, der jedoch ebenfalls kaum bis gar nicht zu hören war. Durchgehend während des Sets flimmerten im Hintergrund Videoprojektionen über die Leinwand, zu „Desperate youth“ etwa das dazugehörige Video. [ Galerie I & Galerie II & Galerie III & Galerie IV ]

 

Bei „Bloodsport“ und „The lucky ones“ tänzelten dann wieder die beiden Girls über die Bühne, diesmal aber eher unspektakulär und ein wenig wie bei UMBRA ET IMAGO. Mit „Bomb“ ging es weiter, bereits das vierte Stück von „Nightcrawler“ in Folge. Den Abschluss des regulären 75-Minuten-Sets bildeten schließlich das heftige „Total war“ sowie der Clubhit „Maneater“, bei dem als wirklich gelungene Einlage ein offenbar schmerz-unempfindlicher Mensch an diversen auch in der Haut verankerten Haken an einer Traverse aufgehangen wurde. Im Zugabenteil gab es bei „Deathdealer“ noch ein Wiedersehen mit den „Cenobiten“, die sich während „The storm“ Fahnen schwenkend ein letztes Mal verausgabten und sicherlich auch durch ihre Masken den goldenen Konfettiregen auf das Publikum haben herunterfallen sehen. Ein von der Energie her großes Konzert fand damit seinen Abschluss. Cyrus gab alles, wirkte souverän, manchmal aber mit leichtem Hang zur Arroganz. Also eigentlich ein überzeugender Frontmann. Auch der Entertainment-Faktor war recht hoch,

 

wenngleich hierzu nachher auch kritische Stimmen zu hören waren, da die Show hierdurch stellenweise gekünstelt rüberkam. Zudem sicher dann ein berechtigter Einwand, wenn man eher Spontanietät anstelle von Perfektion erwartet. Ziemlich perfekt war darüber hinaus der Sound, wobei hier vermutlich etwas nachgeholfen wurde. Es ist ja nicht gerade unüblich, dass bei Electro-Bands der Großteil der Mucke von Band eingespielt wird. Die Setlist ist dafür nicht zu beanstanden, dort waren wirklich alle Hymnen vertreten, allerdings wurde nichts vom Debütalbum gespielt. Wer es verpasst hat: Eine DVD dürfte wahrscheinlich sein. So nahm der erste WGT-Tag für uns doch noch ein versöhnliches Ende, die Kleidung war wieder getrocknet und die Vorfreude auf die nächsten Tage da, an denen es nun richtig losgehen konnte… [pk]
A

[- Samstag, 26. 05. 2007- ]
 

Da es heute erst nach 16.00Uhr musikalisch für uns los gehen sollte, hatten wir an diesen Samstag genügend Zeit den Tag ruhig anzugehen. So konnten wir ausschlafen und die Eindrücke von Freitag in aller Ruhe wirken lassen. Gegen Mittag rafften wir uns dann allerdings doch langsam auf und machten uns auf den Weg zum Agra Gelände, um dem ein oder anderen Bekannten aber auch den wieder zahlreich vorhandenen Ständen in der Agra Verkaufs-Halle einen ausgiebigen Besuch abzustatten. Während es mich dann relativ früh wieder nach draußen zog bummelte die holde Damenwelt noch ein wenig weiter und ich fotografierte einige der Schönheiten, welche bei diesem tollen Wetter zu unzähligen vor dem Agra-Gelände auf und ab flanierten. Pünktlich zur ersten Band an diesem Tag trafen wir uns in der Konzerthalle wieder. [sg] [ Besucher Galerie I & Galerie II ] weitere Bilder folgen!

 

ANGELS & AGONY wollten den Spieltag hier eröffnen. Die Band, aus dem benachbarten Holland kommend, wurde bereits 1995 gegründet und hatten bei Ihrem ersten Album "Eternity" noch Starthilfe von keinem geringeren als Ronan Harris bekommen. Dies ist 6 Jahre später nicht mehr nötig, so konnten ANGELS & AGONY ihr Können schon vor 2 Jahren (damals noch im Werk 2) unter Beweis stellen. Viel Nebel wurde Anfangs auf die Stage gepumpt, als die Band die große Bühne betrat. Sänger Reinier Kahle eröffnete den Gig mit dem Song "Stronghold" vom Erfolgsalbum "Avatar", welches 2004 erschien, und auch mit dem folgenden Stück "Forever" griff man auf älteres Material zurück, bevor es dann mit 3 neuen Songs vom erst kürzlich erschienen Output "Unison" weiterging. Bei "Traveler" hatte man ein ganz besonderes Bonbon für die zahlreich erschienen Fans dabei. Darrin Huss von Psyche performte gemeinsam mit Reinier den Song. Darrin hatte dem Stück bereits auf der Remix CD des 3 Albums seine eigene Note verliehen. Eine gelungen Sache, die der Band zusätzlich positives Feedback von den Leipzigern einbrachte. Natürlich konnte die Futurepop Hymne "Darkness" im Set nicht fehlen und so fand man mit diesem wundervollen Song den Abschluss eines sehr gelungenen Auftakts des Konzerttages in der Agra Halle. [ Galerie I ] Viel Zeit zum Genießen blieb uns allerdings nicht, denn direkt im Anschluss machten wir uns auf den Weg zur Alten Messe in die dort beherbergte Kuppelhalle, um das Akustik Set von ASP nicht zu verpassen. Während Thomas mal eben zw. Parkbühne und dem Kohlrabizirkus rotierte um EMILIE AUTUMN [ Galerie I ] und KRYPTERIA [ Galerie I & Galerie II ] abzulichten. [sg]

 

Meine Erwartungen bezüglich der ASP Akustikshow waren sehr hoch, schließlich wurde sie schon Wochen vorher auf deren Homepage beworben und einige hochkarätige Gäste angekündigt. Nach seinen Musikern Matze an der Gitarre, Tossi am Bass und Himmi an den Drums, erschien der sichtlich nervöse Asp unter heftigem Beifall auf der Bühne. Die Kuppelhalle platzte aus allen Nähten, alle reckten ihre Köpfe, um soviel wie möglich sehen zu können. Es lag eine freudige Spannung in der Luft. Zusätzlich zu den üblichen Bandmitgliedern unterstützten an diesem Abend auch noch Ralph Müller zusätzlich an der Gitarre, Carlos an den Bongos und die reizende Teufelsgeigerin Ally Storch mit unendlich langen Haaren.

 

Höflich und sehr sympathisch begrüßte Asp sein Publikum und gestand seine Nervosität, die erst etwas verflog als die ersten Takte von „Nie mehr“ angespielt wurden. Schon jetzt waren viele Arme in der Luft, die im Takt klatschten. Besonders im Halbkreis vor der Bühne wurde jede Textzeile mitgesungen. Nach einigen technischen Problemen mit Matzes Gitarre konnte es mit „Krabat (Krabat Liederreihe 1) weitergehen. Der ruhig beginnende Song steigert sich im Refrain und brachte ordentlich Stimmung in die Reihen, obwohl diese eigentlich schon von Anfang an am Kochen war. Nach Ende des Songs ertönte eine Stimme, die sprach „Hässlich will ich für euch sein und wie ein böser Traum…“ nach der ersten Strophe sah man endlich ein Gesicht dazu, Szene-Autor Thomas Sabottka schlenderte über die Bühne und sprach eine weitere Strophe des Titels. Trommelwirbel und die restlichen Instrumente setzten sein, dann folgte der Refrain gesungen von Asp. Wow, was für eine Begeisterung im Saal und bei mir nicht endende Gänsehaut. Thomas unterstützte weiterhin mit seinem Sprechgesang, während des gesamten Songs und Asp bedankte sich überschwänglich im Anschluss, auch für die Begleitung auf der letzten Tour, von der Thomas Sabottka in seinem nächsten Buch ausführlich berichten wird. Ein Lied, bei dem die Bongos richtig gut zur Geltung kamen, war „De Profundis“ vom aktuellen Album „Requiembryo“, wo das Publikum fast den Gesang übertönte, so laut waren Klatschen und Geschrei. Ganz gerührt und stolz kündigte der charismatische Fronter im Anschluss Oliver von FAUN als seinen nächsten Gast an. Harmonierende Stimmen und eine feiernde Kuppelhalle machten das Duett zu einem Erlebnis. Obwohl es nicht ganz zum sommerlichen Wetter draußen passte, folgte im Anschluss „Stille der Nacht (Ein Weihnachtsmärchen)“, bevor der Stargast des Abends auf die Bühne gerufen wurde. Die NDW-Legende Hubert Kah kam strahlend im feinen Tweed-Anzug zu den Musikern auf die Bühne und stimmte seinen bald erscheinenden Song „Ave Maria“ an. Er zog eine irre Performance ab und der Text seines Songs führte teilweise zu verwirrten Blicken im Publikum. Die ziemlich lange Version des Stücks ließ uns genügend Zeit, sich an Melodie, Refrain und den sarkastischen Text zu gewöhnen. Jedenfalls gab der ins Alter gekommene Herr Kah alles und geriet dabei richtig ins Schwitzen. Weil es so schön war, blieb er auch gleich auf der Bühne und zusammen mit Asp folgte im Duett „Hunger“. Beide hatten sichtlich viel Spaß und genossen die Aufmerksamkeit des Publikums. Dem gelungenen Auftritt folgte ein weiterer Gast. Lisa Pawelke von FAUN intonierte zusammen mit Asp die atemberaubende, wunderschöne Ballade „Mein Herz erkennt Dich immer“. Nach ganz viel Gänsehaut und tosendem Applaus wurde der letzte Song des Abends angekündigt. Allerdings bedankte sich Asp vorher noch mal bei allen Mitwirkenden. Letzter Song des Abends war „Werben“ und Ally stimmte ein fantastisches Geigensolo an. Der tanzbare Song wurde lauthals mitgesungen und gefeiert. Dazu kamen alle Gäste des Abends nochmals auf die Bühne und sonnten sich im verdienten Applaus und der genialen Stimmung. ASP wurden auf Händen getragen und die Rufe nach einer Akustik-CD/ DVD werden immer lauter! [cath] [ Galerie I & Galerie II ]

 

Nach einem Schlendrian durch die Verkaufsstände der agra kamen wir gerade rechtzeitig, um den drei Herren von ROTERSAND bei der Verrichtung ihrer Arbeit beizuwohnen. Rasc (Gesang), Krischan (Elektronik) und Gun (wechselweise Gitarre/ Keys) sind im Electro Zirkus mittlerweile eine feste Größe, dementsprechend laut wurden sie auch bejubelt. Auf dem WGT stellten sie zu anderer Zeit bei einem Prelistening erstmals Titel ihres neuen Werks „1023“ (die Nummer eines Hotelzimmers in Detroit) der Öffentlichkeit vor, live vertrauten sie hingegen erwartungsgemäß zunächst ihren alten Krachern wie „Merging Oceans“ oder „Exterminate Annihilate Destroy“. Als besondere Überraschung holten sie bei Track 4 die befreundeten [:SITD:]ler Tom und Francesco auf die Bühne, um mit ihnen gemeinsam zu musizieren. Damit die beiden Herren nicht einfach auf lau ihre Gästeliste genießen könnten – So Rascs ironische Interpretation. Schließlich stellte uns der Hüne noch vor die Wahl, ob wir einen alten oder brandneuen Track bevorzugen würden, eine rhetorische Wahl, denn ROTERSAND hatten sich schon entschieden, neues Material in Liveform zu testen. Während dies wunderbar funktionierte, fiel beim abschließenden „Undone“ ein Keyboard aus, so dass die Musiker das Intro einfach stimmlich improvisierten. Gute Leistung, die Appetit auf den anstehenden Longplayer machte. [tk]

 

Dieser Samstag wird dem nächsten Act PSYCLON NINE sicher als Festtag in Erinnerung bleiben, bildete er doch den gelungenen Abschluss einer 11-tägigen Europa-Tour, welche die Jungs aus den USA für zehn Konzerte in sechs verschiedene Länder geführt hatte. Nachdem tags zuvor bereits ein kleines Festival in Budapest gespielt worden war, nun also das große WGT und die noch immer gut, wenn auch etwas weniger als noch zuvor bei ROTERSAND gefüllte Halle sollte vermutlich die größte Crowd sein, vor der P9 bislang aufgetreten sind. Streiten konnte man sicher über die Frage, ob PSYCLON NINE an diesem Tag so richtig in das Agra-Programm passten, jedoch brachte das eben die komfortable Position direkt vor FRONT 242 mit sich, worüber man sich eigentlich nicht beschweren kann. Offenbar sah die Band dies genauso, präsentierte sich daher äußerst spielfreudig und machte von Beginn an richtig Dampf. Obwohl, wie wir im Vorfeld mitbekamen, die Zeit für einen Soundcheck nicht mehr gereicht hat, war der Sound nicht zu beanstanden, und zwar trotz des erfreulichen Umstandes, dass hier im Gegensatz zu manch anderen Kollegen alles live intoniert wurde. Für den entsprechenden Druck aus den Boxen sorgten nicht zuletzt die teilweise bis zu drei Keyboarder, von denen zwei wahlweise auch zur Gitarre griffen und den Mann am Bass lärmtechnisch unterstützten. Dies war möglich, weil eben jener sturmhaubenbedeckter Basser - hinter der Kopfbedeckung verbarg sich übrigens der speziell für einige Gigs eingeflogene Ex-Kollege Eric Gottesman - das Line-Up im Vergleich zu beispielsweise dem Hannover-Gig auf insgesamt sechs Personen schraubte. Dementsprechend wurden kurzerhand gleich sämtliche Tracks,

 

auch der überwiegende, im Studio gitarrenfrei gebliebene Teil, saitenmäßig veredelt. Den Anfang machte „Better than suicide“, gefolgt von „Resurrekt“. Fronter Nero ging mächtig ab und schreckte auch vor kleineren Klettertouren in die seitliche Traverse oder auf das Schlagzeug bzw. Keyboard nicht zurück. Nur mit seinem beliebten Circle Pit wollte es im Publikum noch nicht so ganz klappen. Das tat der Stimmung aber während der 45 Minuten keinen Abbruch und die Psychies wurden wohlwollend aufgenommen, unabhängig davon, ob weitere neue Stücke wie „Visceral holocaust“ und „Parasitic“ oder älteres Material in Form von „Divine Infekt“ aus den Lautsprechern dröhnte. Das volle Brett gab es auch abschließend mit „Crwn thy frnicatr“, bei dem sogar eines der Keyboards zertrümmert wurde und die Überreste dann dem Publikum als Souvenir überlassen wurden. Die Jungs hatten also definitiv ihren Spaß, das zeigte sich auch darin, dass vor Verlassen der Bühne noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen wurden. [pk] [ Galerie I & Galerie II & Galerie III ]

 

Nachdem mit PSYCLON NINE eher die etwas jüngere Generation bedient wurde, kam jetzt auch die Ü30 Elektrogarde (so wie ich) zu ihrem wohl persönlichen Highlight dieses WGTs: FRONT 242. Zum zweiten Mal nach 2001 verwandelten sie die überquellende Agra-Halle in ein tobendes Inferno. Los ging’s gleich mit einem absoluten Highlight, welches ich auf ihren Jubiläumskonzerten 2006 in Brüssel schmerzlich vermisst hatte: "Funkahdafi", Richard betrat die Bühne und intonierte ins Mikro: "Make some noise", was postwendend umgesetzt wurde. Im weiteren Verlauf setzten FRONT 242 deutlich auf die Frühphase ihres Schaffens (81-85), welches sich in Songs wie "Body to Body", "Lovely Day" oder dem immer wieder Gänsehaut erzeugenden "Commando" widerspiegelte,

 

hier verwandelte sich die Bühne in ein undurchdringbares Meer aus Kunstnebel und zum Großteil war außer Richards Stimme nichts zu vernehmen bzw. erkennen. Ihre künstlerisch wohl angesehenste Platte "Official Version" wurde völlig ignoriert, während der Hauptfocus mit vier Stücken auf der "Front by Front" lag. Mit "7Rain", "Together" und Load" wurde auch ausgiebig ihren letzten beiden Outputs Tribut gezollt, obwohl eher ruhig und wohl nicht ganz so bekannt kamen auch diese Songs sehr gut an. Ein kleines Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, während auf allen alten Touren maximal je ein Song entweder von Richard oder Jean Luc intoniert wurde, kamen wir hier oft in den „Genuss“, nur einen von beiden zu erleben. Da sie nun schon weit in den Vierzigern sind und bei dem Tempo, welches sie hier immer noch vorgeben, sei es ihnen gegönnt. Noch mehr als "Headhunter" war "Im Rhythmus bleiben" ein absolutes Highlight ihrer Show, welche Sprengkraft dieser Song hat, zeigt sich sicherlich auch daran, dass er genau wie die absoluten Klassiker "Headhunter" und "Welcome to paradise" seit 1989 noch nie im Liveprogramm fehlte. Auch die beiden Zugaben "Kampfbereit" und vor allem das treibende "Punish your Machine" boten noch mal große Klasse. Ein paar Minuten länger als vorgesehen dauerte ihr Gig, der wieder eindrucksvoll untermauerte, dass hier eine der wohl intensivsten EBM-Bands der Szene zu Gange war. Eigentlich wie immer erlebte ich den Gig mit einem lachenden und weinenden Auge, einerseits Freude, diese Liverpäsenz zu erleben, auf der anderen Seite der Frust, dass sie einfach nicht mehr den "Arsch hochkriegen" und was neues raus bringen. [ms] [ Galerie I ]

 

Für uns war es das aber noch nicht ganz, denn im Anschluss ließen wir den Abend noch bei einem leckeren Cocktail und einem sehr angenehmen Plausch mit den Herren Johan von Roy und Dirk Yvens ausklingen, bevor wir zurück in unsere Unterkunft fuhren.
A

 
[- Sonntag, 27. 05. 2007- ]
 

Auch wenn es am heutigen Sonntag bereits relativ früh losgehen sollte, nutzen wir den Vormittag zur ausgiebigen „Augenpflege“, bis uns gegen 11.00 Uhr der Wecker aus den Federn schmiss. Da das obligatorische Stylen der Damenwelt ja bekannter weise etwas länger dauert, nutze ich die Zeit, um schon einmal die Sachen zu packen, sollte heute doch unser letzter Tag in Leipzig sein und wir am Abend abreisen.. Nachdem alles am rechten Platz war, machten wir uns auf den Weg in die Agra, um die Mittagsstunden für den fast schon zur Tradition gewordenen Einkauf zu nutzen. Als dieser dann doch früher als erwartet sein Ende fand, ging es direkt zur Parkbühne, welche uns den ganzen Tag Obdach bieten sollte. Auch wenn wir unsere Schirme am Mann bzw. an der Frau hatten, hofften wir diese nicht benötigen werden. Bis dahin sah es wettertechnisch ja doch ganz gut aus. An der Parkbühne angekommen, hatten sich bereits die ersten Schwarzkutten auf den vorhandenen Grünflächen breit gemacht. Im Inneren sah es dagegen noch recht leer aus, was sich nachfolgend aber ändern sollte. [sg]

 

Nur zu gern erinnere ich mich an den Sonntag im letzten Jahr zurück, als AGONOIZE hier an selber Stelle als Opener agierten und vor einer, für die frühe Uhrzeit imposanten Menschenmenge, eine unvergessliche Show performten. Von dem vielen Kunstblut, welches nach der Show noch die Bühne verzierte, war jetzt allerdings nichts mehr zu sehen. Den Anfang heute machte das Hamburger Trio UNTER ART. Live bekam ich die Band bereits Anfang des Jahres in einem kleinen Frankfurter Club auf der Tour mit RABIA SORDA zu sehen und schon da konnten sie mich überzeugen. Die Setlist war eigentlich fast identisch, auch hier begann man mit dem Stück "Zion" als Opener. Der sehr charismatisch wirkende Frontmann Chris Harms, auch „The Lord“ genannt, war wieder eine richtige Augenweide und das sicher nicht nur für die weiblichen anwesenden Fans. Eben eine richtige Sahneschnitte! Der Sound war fett und die Parkbühne für diese frühe Uhrzeit doch recht gut gefüllt. Weiter ging es im Set mit weiteren Titeln ("Calvary Campaign", "Wasteland" und "Hirntod") des im letzten Jahr erschienenen Debüt-Albums "Noise & Grace". Mit "Open End" wurde aber auch ein neues Stück präsentiert. Beim letzten Song "Headshot" entledigte sich „The Lord“ seines Oberteils und offenbarte uns seinen mit vielen Tattoos verzierten Oberkörper (ich glaube sogar einige neue Verzierungen entdeckt zu haben). Auch wenn UNTER ART eher als Newcomer gelten, gehören sie musikalisch für mich doch schon zu einer festen Größe. Einzigst an ihrer Live-Performance lässt sich sicher noch arbeiten. So würden diverse Instrumente (außer den beiden Keys) dem Auftritt sicher noch mehr Druck verleihen, denn die absolut geniale Stimme des Lord tut dies allemal. [sg] [ Galerie I ]

 

Nachdem ich die ersten Klänge der aus Griechenland kommenden Band PRE EMPTIVE STRIKE 0.1 vernahm, war für mich klar, die Zeit nutze ich vorteilhafter und gönne mir ein paar Happen, um pünktlich zu ANGELSPIT wieder frisch gestärkt am Start zu sein. Das Riot Girl Destroyx und der Cyberpunk Zoog machen seit 2004 energiegeladenen, provokanten Elektro-Punk. Dass das Duett mittlerweile nicht nur in ihrer Heimat Australien bekannt ist, sondern auch in Europa, zeigte sich an der recht gut gefüllten Parkbühne. Rotzfrech und ohne Kompromisse gaben die beiden Musiker Vollgas. Titel wie „Head Fuck“, „Maggot“, „Infect“ oder „Fuck Fashion“ sind bei ANGELSPIT Programm. Auch optisch machten die beiden einiges her! Er mit lustigem Kunstleder Iro ganz in Lack, Destroyx mit langen weißen Dreadlocks und einem recht kurzem Rock, Lederkorsage und knallroten Kontaktlinsen. Wenngleich bei allen Tracks in erster Linie durch den Einsatz von Verzerrern und Vocoder die hohe Dynamik erzeugt wurde, klingen alle Titel doch sehr abwechslungsreich. Auch der Analog-Synthy, die gesampelten Gitarren und letztendlich auch der oft zweistimmige Gesang kommen gradlinig rüber und animierten die Zuhörer direkt zum Mittanzen. Die Parkbühne rockte jedenfalls ordentlich, sogar die hoch am Himmel stehende Sonne, welche eine mörderische Hitze versprühte, konnte der ausgelassenen Stimmung keinen Dämpfer bescheren. Textlich orientieren sich Angelspit an Themen, welche das Grauen hervorrufen, singen über medizinische Experimente und prangern schon ein wenig grotesk gesellschaftliche, politische und sozialkritische Themen an. Für mich die absolute Neuerdeckung des diesjährigen WGT. [tn] [ Galerie I ]

 

Dass nun aber ein Quantensprung in Sachen Zuschauerreaktion folgen würde, war schon im Vorfeld abzusehen. Die Deutschen TYSKE LUDDER zählen zu den Urgesteinen aggressiven Electros und konnten auf der Wintergewitter Tour beweisen, dass sie auch 2007 noch nicht zum alten Eisen gehören. Stichwort Wintergewitter: Vom Headliner FEINDFLUG hatte man sich mal eben Banane als Gast an den Keys ausgeliehen, dazu trommelte wieder Nøel auf der rechten Seite, während Z67 und Ålbert die eigentliche Show boten. Unaufhörlich wuselten sie am Bühnenrand herum und performten, was das Zeug hielt. So dauerte es nicht lange und direkt vor ihnen bildete sich ein wunderbarer Pit zumeist männlicher zumeist oberkörperfreier Fans. Da störte es wenig, dass die Videoprojektionen bei dem Sonnenlicht nicht besonders gut zur Geltung kamen. Dafür wurden die Anwesenden eben mit Wasser verwöhnt und auch Albert mit seiner „GuvD“-Armbinde nahm ein Bad in der Menge. Altes wie neues Material („Manipulation“, „Canossa“, „Wie der Stahl gehärtet wurde“, „Monotonie“) war allseits bekannt und sorgte so für den ersten richtigen Höhepunkt des Tages. [tk] [ Galerie I & Galerie II & Galerie III ]

 

Während auf der Parkbühne bereits die Post abging, gab es parallel im Kohlrabizirkus nach 1 1/2 Jahren  endlich wieder die Chance, SEABOUND live zu erleben. Zuvor hatten in dieser schönen, runden Location (die aufgrund der erfreulich guten sanitären Anlagen inzwischen den Spitznamen "Klozirkus" verpasst bekommen hat) die deutschen Elektro-Bands LIQUID DIVINE, OBSCENITY TRIAL sowie Seabounds norwegische Labelkollegen PRIDE AND FALL die beständig größer werdende Menschenmenge beglückt. Diese musste nach Abebben des beachtlichen Applauses nach der Zugabe nicht lange auf den Auftritt von SEABOUND warten. Wie erstmals bei der "Beyond Flatline" Tour 2004 wurden Frank (vocals) und Martin (keys) von Drummer Daniel unterstützt - und sie lieferten hier im inzwischen gut gefüllten Kohlrabizirkus einen der besten Gigs ihrer gesamten Konzertlaufbahn ab. Einziger Wermutstropfen (neben einer kleineren Soundirritation während "Contact") war die relativ kurze Spielzeit, der einige großartige Songs zum Opfer fallen mussten.

 

Die Band schaffte es jedoch, viele beliebte Stücke aus ihren drei Alben zu präsentieren, die allesamt Bewegung ins Publikum brachten. Darunter waren neue Songs vom aktuellen Album "Double-Crosser" wie "Scorch the Ground" (auch hier als überzeugender Opener eingesetzt), die Single/EP-Auskopplungen "Contact" und "Poisonous Friend" vom zweiten Album "Beyond Flatline", aber auch Klassiker aus der "No Sleep Demon"-Ära wie "Hooked" und - natürlich - "Avalost". Zu guter Letzt wurde das tanzende und mitsingende Publikum mit einer außergewöhnliche Zugabe für den begeisterten Applaus belohnt: SEABOUND hatten dafür das fast 8-minüte Meisterwerk "Breathe" auswählt. Gebannt lauschten die Zuhörer diesem Song, der als ergreifend-traurige Ballade beginnt und sich über einen erotisch-kribbeligen Zwischenpart zu einem mächtigen Kraftpaket entwickelt, das mit (zumindest auf den ersten Blick) seabound-untypischem Gesang überrascht. Es überrascht dagegen nicht, dass - glaubt man diversen Foreneinträgen - dieses Konzert rückblickend von so manchem als

 

"bestes Konzertereignis des WGT" gelobt wird. Was sollen wir sagen... Wir haben vollstes Verständnis dafür - und geben zurück zu unseren Redakteuren an der Parkbühne, während im Kohlrabizirkus zu CONETIK, ELEGANT MACHINERY, NORTHERN LITE und DE/VISION bis in die Nacht weiter gefeiert wurde. [dm]-[ Galerie I & Galerie II ] in kürze!

 

Die nun folgenden Argentinier PUNTO OMEGA hatten es dementsprechend schwer, das Auditorium auf demselben Level zu halten, und es sei vorweg genommen: Es gelang ihnen nicht. Dafür fehlt ihnen ganz einfach der aggressive Bühnengestus und auch das durchgehend gute Song Material. Die neue Scheibe „Nostalgias Del Origen“ ist eben nur leidlich gut ausgefallen. Dennoch war der Auftritt alles andere als schlecht. Pilgrim begann das Konzert wieder mit seiner recht ungewöhnlichen Dudelsack Einleitung, während sein etatmässiger Kollege recht stoisch die Drums bearbeitete. Doch das war noch nicht alles: Hinten rechts hatte sich noch ein Keyboarder postiert, dessen Gestik mir irgendwie bekannt vorkam und richtig, es handelte sich um Martin Parzer, eine Leihgabe von L’ÂME IMMORTELLE, welche die Südamerikaner ja noch vor kurzem supporteten. Nun kann man nicht behaupten, Martin hätte nicht alles gegeben, ganz im Gegenteil. Seine recht eigenwillig prätentiösen Moves würde ich vielleicht eher bei einer Siegfried & Roy Show vermuten, denn bei Harsh Electro, aber man musste ja nicht hinsehen. Hinhören schon eher bei Stücken wie „La vida es solo teatro“ oder „Guerra en los cielos“, die doch richtig gut nach vorne gehen. Leider fing es gegen Ende dann ordentlich an zu schütten und die meisten Besucher zogen es vor, sich unter dem Abdach zu „verstecken“. Für PUNTO OMEGA alles in allem aber ein Erfolg, die Jungs verrieten hinterher, dass sie noch nie vor so vielen Leuten gespielt hätten. Nach dem WGT machten sie sich gleich auf zu einer Mini Tour durch Schweden und Dänemark, unter anderem mit NECRO FACILITY, hoffentlich können wir sie bald auch wieder hier (im Trockenen) begrüßen. [tk] [ Galerie I ]

 

In der folgenden Umbaupause regnete es richtig ab, so dass RABIA SORDA letztendlich wieder vor fast trockenem Haus beginnen konnten. Bei der Band handelt es sich um ein Projekt von Erk Aicrag (HOCICO), der hier einer inneren Stimme folgend seit 2003 seine persönlichen musikalischen Visionen auslebt. Und die sind gar nicht so viel anders als bei seiner Stammformation, allerdings fallend doch ein paar Unterschiede auf. So singt der Mexikaner hier unverzerrt, ja fast ein wenig rau-punkig, es gibt Gitarren (Live allerdings vom Band) und einen Schlagzeuger. Dazu bediente im Hintergrund noch ein Herr die Tasten. Die Musik klingt wie eine deutlich organischere Variante von HOCICO, besitzt ordentlich Schmackes und wie man eine Crowd zum Abtanzen animiert, weiß Erk nach vielen Jahren als Rampensau. Erschienen sind bislang das Album „Métodos del Caos“ und die Single „Save me from my Curse“, die natürlich aus den Lautsprechern drang. Wenngleich vielen im Publikum das Material noch nicht so geläufig gewesen sein dürfte, wurde doch ordentlich gegroovt, RABIA SORDA besitzen in jedem Fall das Potenzial, mehr als eine Eintagsfliege zu sein. [tk] [ Galerie I ]

 

Den Abschluss unseres Parkbühnentages machte kein geringerer als Johan von Roy mit seinem Selbstmord Kommando. Sieht man auf seine musikalische Laufbahn zurück, gibt es da einiges vorzuweisen, ein echtes Urgestein also. Und so feierte SUICIDE COMMANDO erst kürzlich Geburtstag und Johan veröffentlichte zu diesem Anlass eigens eine Jubiläumsbox! Mit dabei wie so oft seine bezaubernde Partnerin Tanja (links auf der Bühne) und rechts Torben, seinerseits ja Labelchef bei Infacted Records. Vierter im Bund war hinter den Drums INSEKTs Mario Vaerewijck. Obwohl es mittlerweile wieder abgetrocknet war, blieb der von uns erwartete Ansturm aus. Erstaunt war ich über die Songwahl, so hatte man eine Art "best off" Set gewählt und legte mit "Bind Torture Kill" gleich mal richtig fett los, gefolgt von "Save me" vom 95iger Album "Stored Images". Leider kam es hier zu einem eher unschönen Zwischenfall, als ein Mädchen im harten Kern der pokenden Menge stürze und von einigen einfach ohne Rücksicht getreten wurde. Zum Glück reagierten die Ordner, welche ihre Arbeit sehr gewissenhaft durchführten, blitzschnell und befreiten die Dame aus der wütenden Menge. Bleibt zu hoffen, dass es ihr wieder gut geht! Dies tat der Stimmung allerdings wenig Abbruch und so ging es mit einigen Brettern ("dein Herz, meine Gier", "One Nation Under God" & "See You in Hell") weiter, gefolgt von "Raise your God" und der neuen Single "Fuck you Bitch", als die Stunde auch schon verflogen war. Meine zuckersüße Begleitung sagte mir, ein Stück habe noch gefehlt, dann wäre es perfekt gewesen. Jupp, da war noch was, der Höllenfahrer ("Hellraiser")! [ Galerie I ]

 

Das dachte sich wohl auch der Belgier und kam noch einmal auf die Stage zurück, um diesen übermäßig geilen Song für uns zu performen. Gern hätte man seitens der Band noch weiter gespielt, wie im Nachhinein zu erfahren war, doch leider müssen die Spielzeiten auf der Parkbühne streng eingehalten werden. Allerdings ließ es sich Johan am Ende nicht nehmen, noch auf seinen Kumpel VLRK hinzuweisen, der nur wenig später mit seiner Band Grendel im Werk II seinen Auftritt hatte. Bleibt für uns zu hoffen dass Herr von Roy sich noch an den Vortags bei ein paar Bier (h)ausgemachten Schnäppchendeal erinnern kann, dann sollten wir auch bald wieder was in unserer hessischen Heimat auf die Ohren bekommen. Leider war es das für unseren Teil bereits und wie mussten die Anfangs erwähnte Heimreise antreten. Nichts desto Trotz kann ich für meinen Teil sagen, dass das 16. Wave-Gotik-Treffen wieder ein absolutes Happening war! Leipzig, wir sehen uns 2008 wieder, dann zum 17. Mal. Die Kollegen Claudia und Thomas hatten noch das Glück bis Montag bzw. Dienstag zu bleiben und so wird es hier und jetzt für Euch noch kein Ende geben. stay dark! [sg]
A

[- Montag, 28. 05. 2007- ]
 

Nach 3 wunderschönen Festivaltagen sollte heute nun der letzte Tag für uns in Leipzig sein! Beim Koffer packen lasse ich die Tage noch mal Revue passieren: Fast perfektes Wetter, welches wohl verantwortlich für den einen oder anderen Sonnenbrand war, gute Organisation des Veranstalters, tolle Konzerte und viele, viele nette Menschen aus aller Herren Länder! Aus meiner Sicht wieder ein rundum gelungenes Wave Gothic Treffen. Ein großes Dankeschön auch an die Securitys die einen sehr guten Job machten, trotzdem aber immer nett und freundlich waren! Oft waren sie auch sehr bemüht um uns Fotografen und ließen uns durch den Ausgang in die Location, damit wir noch rechtzeitig zum Fotograben zu gelangen konnten. So war es uns auch möglich, oft die Location zu wechseln um ein möglist breites Spektrum an Bands zu fotografieren. Für uns fand dieses 16 Wave Gotik Treffen mit den Bands Eisbrecher [ Galerie I ] auf der Parkbühne und Dismantled, Fixmer/McCarthy und Cassandra Complex [ Galerie I ] im Kohlrabizirkus das musikalische Ende. [tn]

 
Eigentlich bleibt dann nur noch zu sagen: Leipzig, wir sehen ums im nächsten Jahr!!!
M
Text: Cathie Niemann [cath], Ulrike Meyer-Potthoff [ump], Gerrit [pk], Karsten Thurau [tk], Michael Specht [ms], S. Griesbach [sg], Thomas Natterman [tn]
Bilder:
Claudia Schöne, Sandro Griesbach, Thomas Natterman
 

Die Berichterstattung ist in freundlicher Zusammenarbeit mit unserem großen Partner-Magazin dem Musik-Terrorverlag entstanden. Natürlich könnt Ihr diese, sowie noch viele weitere Berichte vom 16. Wave Gotik Treffen auch dort nachlesen, es lohnt sich!