"Die Welt zu Gast bei Freunden" so lautet das Motto der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Ebenso kamen in diesem Jahr zum 15. mal Anhänger, Freunde und Gönner der Schwarzen Szene aus allen Teilen der Welt nach Leipzig, um sich und die Szene selbst über Pfingsten zu feiern. Eigentlich begann der Mythos "WGT" schon vor 18 Jahren mit einer Handvoll Menschen. Daraus ist ein Festival entstanden, dass sich hinter keinem grossen Namen der Veranstaltungslandschaft verstecken muss. Auch in diesem Jahr fanden laut Medienberichten wieder über 20.000 Gothics den Weg in die sächsische Metropole. Wie bereits in den vergangenen drei Jahren war das Team von darkmoments wieder für euch dabei und hat diesmal fast vierzig der über 170 auftretenden Bands live besucht, um euch davon zu berichten.

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Donnerstag, 01. Juni 2006

Für gewöhnlich kommen viele bereits am Donnerstag an, beziehen Quartier, um entweder noch etwas zu entspannen oder um in einer der Szene-Diskotheken schon mal vorzufeiern. In diesem Jahr bot sich aber noch eine alternative Abendgestaltung für den Donnerstag an, der WGT-Jubiläumsball! Bereits die Vorabmeldungen lasen sich wie ein Gedicht. "Pink Turns Blue" fungierte als "Kapelle" für 15 Szenestars, die ihre Lieblingshits anderer Künstler interpretieren. Als Location diente die Kuppelhalle des Volkspalastes. Ein wahrhaft angemessener Ort für eine solch hochkarätige Veranstaltung. Um es mal deutlich zu sagen: das Event war der Hammer. Ganze vier Stunden allerfeinste Musik, eine Zeitreise durch die musikalischen Metropolen der Szene in einer atemberaubenden Athmosphäre. Erst spät verliessen wir das Gebäude und fragten uns, was um alles in der Welt dies nun noch toppen sollte ...

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Freitag, 02. Juni 2006

Am Freitag, dem 1. offiziellen Festivaltag, begann unser Programm für euch im Werk II mit den Amerikanern von "Hatesex". Mr. Benn Ra ist der musikalische Kopf, während auf der Bühne Programmiererin und Sängerin Krisanna Marie. Benn, früher mit "Diva Construction" unterwegs, sieht "Hatesex" als eine Möglichkeit, die Grenzen des gitarrenbasierten Goth-Rock auszuloten, um ihn dann widerum mit Einflüssen aus anderen Stilrichtungen zu verbinden. Krisanna, die einen gehörigen technischen Background hat, trat bisher lediglich mit einer Goth-Band aus LA in Erscheinung. Ihr erster Auftritt mit "Hatesex" ausserhalb der Staaten war geprägt von einer gewissen Frische und einem unglaublichen Gesichtskino, das Krisanna uns bot. Das musikalische Programm war mehr als abwechslungsreich. So waren Songs aus dem Album "Unwant" zu hören, dazu gab es Stücke von "Diva Construction" ("Playing The Liar" & "Valley Of The Scars") sowie ein "Sioxsie"-Cover namens "Nicotine Stain". Die Eindrücke der Band selbst könnt ihr auch unter dem myspace-blog von "Hatesex" [ hier ] nachlesen. Übrigens waren "Hatesex" die Opener im Werk II, nachdem der Auftritt von "Division Kent" kurz vor Beginn des WGT abgesagt werden musste.

 

Nach kurzer Umbaupause betrat eine Formation die Bühne im Werk II, die einen wesentlich kürzeren Anfahrtsweg hinter sich gebracht hatten. "Accessory" aus Chemnitz machten sich mächtig elektronisch ans Werk, und direkt von Beginn an wurde Vollgas gegeben. Dirk Steyer (Gründungsmitglied) und Ivo Lottig tobten sich auf der minimalistischen Bühne voll aus. Im Hintergrund hatten sie noch einen Keyboarder platziert, hinter dem wiederum auf einer Leinwand noch untermalende Projektionen zu sehen waren. Vor gut einem Jahr veröffentlichte das Duo ihr aktuelles Doppel-CD-Album "Forever & Beyond" beim Leipziger "Out Of Line"-Label.

 

Mittlerweile war das Werk II proppenvoll, denn ein "Joachim Witt" schickte sich an, der Menge richtig einzuheizen. Witt, immer kritisch in seinem Tun, präsentierte an diesem Abend Stücke aus seinem aktuellen Werk "Bayreuth III", in dem er sich erneut intensiv mit Richard Wagner auseinandergesetzt hat. Begrenzt durch den zeitlichen Rahmen konnten nicht alle Stücke geboten werden, somit waren lediglich "Menschen", "Neuland", "Wo versteckt sich Gott", "Ich spreng den Tag", "Tief in der Tiefe" und "Schmutz" zu hören. Nicht fehlen durfte natürlich der Hit "Die Flut", für den Witt seinerzeit mit Peter Heppner von "Wolfsheim" Platin erhielt. Die Darbietung war geprägt von der Erscheinung Witt, der es von ersten Ton an fertig brachte, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. In der Zwischenzeit war nun auch unsere anderes Team von darkmoments in Leipzig eingetroffen um es sich auf dem Agra-Gelände gemütlich zu machen und die Gigs der Bands "Soko Friedhof" [ hier gehts zur Galerie ], "Dracul" [ hier gehts zur Galerie ] und den "Deathstars" [ hier gehts zur Galerie ] zu verfolgen.

 

 

Nach diesem furiosen Auftritt war ein Ortswechsel von Nöten, um den nächsten Act auf unserem Festivalplan sehen zu können. Niemand geringeres als "Lacrimosa", bestehend aus Tilo Wolff und Anne Nurmi Manier sowie ein paar Live-Musikern, sollten in der Agra-Halle auftreten, und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Halle war prächtig gefüllt und erfüllt von der Vorfreude auf den bevorstehenden Gig. Tilo, wie gewohnt in feinem Gewand, betrat die Bühne und liess ein kleines musikalisches Feuerwerk los. Die Playlist liest sich wie ein Best-Of. Mal rockig und druckvoll, dann mal still und zerbrechlich, trotzdem ständig impulsiv, intensiv. Der Frontmann grub alle emotionalen Facetten aus und transferierte sie stimmlich musikalisch ans Publikum. Abgerundet wurde das rund 105minütige Programm von insgesamt vier Zugaben in zwei Etappen. Ausserdem möchten wir die stimmungs- volle Lichtuntermalung herausstellen, die den Gig zu einem rundum gelungenen Erlebnis hat werden lassen. Für die anwesenden Fans düfte "The Last Milenium" auch ein Mega-Leckerbissen gewesen sein - dieser Song ist mehr als selten live zu hören. [ hier gehts zur Galerie ]

 
01. Inferno (Intro)
02. Der brennende Komet
03. Malin
04. Alles Lüge
05. Eine Nacht in Ewigkeit
06. Lichtgestalt
07. Not Every Pain Hurts
08. Road To Pain
09. Letzte Ausfahrt
10. The Party Is Over
11. Siehst du mich im Licht
12. Der Kelch der Liebe
13. The Last Milenium
Z.a. Der Morgen danach
Z.b. Ich verlasse heut dein Herz
Z.c. Copycat
Z.d. Stolzes Herz
 

Ladies & Gentleman! We proudly present: "Nitzer Ebb". Seitdem im vergangenen Jahr offiziell bestätigt wurde, dass es eine Reunion von Douglas McCarthy und Bon Harris zu "Nitzer Ebb" geben wird, sind die Fans ausser Rand und Band. Man hätte es kaum für möglich gehalten. Und nun, in Leipzig, sollte es geschehen. "Nitzer Ebb" live auf der Agra-Bühne. Für einen kurzen Moment war das Outfit von Douglas im "Fixmer/McCarthy"-Style etwas befremdend, hatten doch viele gehofft, ihn in kurzer Hose, Shirt und Doc Martens, also im "old-nep-style", zu sehen. Musikalisch wurde aber sofort klar, dass es nur eine andere Hülle war. Drin brodelte pures NEP-Blut! Trotzdem liess sich noch ein weiterer Unterschied zu früher feststellen: eine Frau auf der Bühne! Aber die machte es richtig gut und bearbeitete die Felle wie ein Tier! Dazu eine explosionsgeladene Stage-Show von Bon und Douglas wie in alten Zeiten. Es rockte unglaublich und die Fans rasteten total aus. Weitere Shows stehen bisher in Österreich, England, Schweden, Spanien, Belgien, Russland, Japan, Australien und USA auf dem Programm. In Deutschland werden "Nitzer Ebb" auf dem M'era Luna noch openair auftreten. Angeblich wird es jedoch zum Leidwesen der Fans kein neues Material geben. Naja, das Drängen der Anhängerschaft hat ja schon zur Reunion geführt. Wer weiss, vielleicht lassen Bon und Douglas sich ja doch noch überreden... [ hier gehts zur Galerie ]

 
01. Getting Closer
02. Let Your Body Learn
03. Shame
04. Hearts & Minds
05. Lightning Man
06. Captivate
07. Godhead
08. For Fun
09. Ascend
10. Family Man
11. Control I'm Here
12. Murderous
13. Blood Money
14. Join In The Chant
Z.a. Fun To Be Had

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Samstag, 03. Juni 2006

Wie bereits am Vortag eröffnete eine Band aus Amerika unseren Festival-Tag und ebenso war es für die Band ein Deutschland-Debut. "Imperative Reaction" nennt sich die Truppe, die demnächst die "Skyshaper"-Tour von "Covenant" zusammen mit "Seabound" supporten werden. Leider war die Agra-Halle noch sehr leer und von draussen drang noch viel Licht hinein. Dennoch starteten die Jungs von Beginn an durch und man konnte ihnen anmerken, wie viel Spass sie vom Start weg hatten, hier zu spielen. Leider konnten wir aus Zeitgründen nicht den gesamten Gig verfolgen. Dennoch sollte man die Band nicht aus den Augen verlieren. Auch der letztjährige Tour-Support für die "Formation Tour" von "VNV Nation" dürfte nicht von ungefähr gekommen sein. Check them out!

 

Der enge Zeitplan führte uns als nächstes zu einer uns bis dato unbekannten Location, dem Kohlrabizirkus. Umso beeindruckter waren wir beim Betreten dieser riesigen Kuppelhalle. Der Innenraum war ausreichend gross und vor allen Dingen: es gab dort die besten und saubersten Toiletten des gesamten Festivals! Aber das ist eher Nebensache. Der eigentliche Grund, warum wir uns zu dieser Venue begaben, waren "Limbogott" aus dem Norden Deutschlands. Der Name selbst verspricht nun nicht wirklich, dass diese Formation auch zu dieser Veranstaltung gepasst hätte, aber was sich dann auf der Bühne abspielte, hat uns schlichtweg umgehauen. Das Licht war zwar zum photographieren grottig, aber alles andere machte das bei weitem wieder wett. Selten hatte ich so viel Spass an einer Show wie bei diesem Sextett! Fette Gitarren verbunden mit teils melodischen, teils verzerrten Sounds und einer fetten Stage-Performance zeichnen diese Truppe aus. Sie selbst bezeichnen ihren Sound als "Post-Industrial-Violence-Metal" oder "New Level Shit". Wie auch immer, Namen sind Schall und Rauch. Die Jungs rocken und sind für uns die Band des Tages... bereits jetzt! Zu erwähnen ist auch, dass "Limbogott" gerade noch Mitte Mai ihr neues Doppel-CD-Album "Pharmaboy" veröffentlicht haben. [ hier gehts zur Galerie ]

 

Wir waren noch völlig überwältigt von vorherigen Act, da ging's auch schon weiter auf der Bühne des Kohlrabizirkus. Mit "Lacrimas Profundere" stand ein ganz anderes Genre auf den Brettern und hatte es mehr als schwer, uns zu begeistern. Das mag daran liegen, dass die "Lacrimas" auch wesentlich gemächlicher ans Werk gehen und damit eher unauffällig wirkten. Für die eingefleischten Fans dürfte das Konzert dennoch ein besonderes Ereignis gewesen sein, denn es wurde auch neues Material von dem demnächst erscheinenden Album "Filthy Notes For Frozen Hearts" gespielt. [ hier gehts zur Galerie ]

 
01. Laughingstock
02. Firmament
03. Lebensborn
04. Richtfest
05. Suffering In Solitude
06. Wegweiser
07. Snuff Machinery
7. Snuff Machinery

Für uns stand nun nach der schönen Zeit im Kohlrabizirkus wieder ein Wechsel an. Somit machten wir uns auf den Weg durch Leipzig zurück zum Agra-Gelände. Dort sollten um "[:SITD:]" spielen! Fast pünktlich um kurz nach zwanzig Uhr kamen dann die Jungs auf die Bühne, Carsten wie immer mit seiner obligatorischen Wohlmütze, links Tom und rechts Frank an den Keyboards. Begonnen wurde feurig mit ihrem Hit "Laughingstock". Bereits jetzt war die Stimmung schon am Kochen. Doch bei ihrem dritten Titel "Lebensborn" begannen drei Viertel der Besucher der Agra ihr Tanzbein zu schwingen. Und es ging mit Krachern wie "Richtfest" und "Suffering In Solitude" weiter. Die Stimmung war einmalig und jeder, der "[:SITD:]" bereits gesehen hat, hatte das auch nicht anders erwartet. Natürlich präsentierten uns die drei auch "Wegweiser" von ihrem letzten Album "Codet Message 12" und zum krönenden Abschluss durfte natürlich ihr Chartstürmer "snuff machinery", welchen wohl so gut wie jeder mitsingen konnte, nicht fehlen. Und auch hier wurde kräftig getanzt und abschließend nach einer Zugabe verlangt. Dies war jedoch leider nicht machbar bei dem engen Programm. Leider war die Zeit vor dem Auftritt für die drei alles andere als angenehm. Auf dem Weg nach Leipzig ereignete sich ein Unfall, bei dem zum Glück keiner ernsthaft verletzt wurde. Zudem wurde zwei Stunden von dem Gig noch in einen Wagen eingebrochen. Aus dem Grund musste das Publikum auch leider auf die geplanten Video-Animationen während der Show verzichten. [ hier gehts zur Galerie ]

 

Während Sandro das ablichten der nächsten Band "Cat Rapes Dog" übernahm [ hier gehts zur Galerie ], hatten wir nun ein wenig Zeit zum Verschnaufen, pendelten ein wenig zwischen den Fressbuden und Getränkeständen hin und her, bevor es uns erneut in die Agra-Halle zog, um die britische Formation "VNV Nation" zu erleben. Ronan flitze in gewohnter Manier auf und über die Bühne, dennoch schien es so, als hätte ein Problem mit den Monitorboxen vorgelegen, denn er sang ständig etwas neben der Musik. Auch machten die ersten Reihen einen aktiven Eindruck, jedoch vermisste man das letzte Quentchen Stimmung in der gesamten Halle. Die Frage, ob der Funke von der Bühne wirklich auf die Zuschauer übergesprungen ist, liess sich für uns nicht abschliessend beantworten. Auch hat man von "VNV Nation" schon interessantere Set-Listen gehört.

 
01. genesis (c92)
02. chrome
03. arena
04. entropy
05. carbon
06. epicentre
07. homeward
08. standing (motion)
09. perpetual
a. beloved
b. saviour (vox)
 

Nach diesem eher ernüchternden Erlebnis mit Ronan und Mark begaben wir uns auf dem Agra-Gelände zur Halle 4.2. Dort sollten wir auf etwas für uns bis dato Unbekanntes treffen: "Vive La Fete". Der Name könnte auf eine französische Herkunft schliessen lassen, aber - falsch. Es handelt sich um den "dEUS"-Bassisten Danny Mommens und das Ex-Modell Els Pynoo aus Belgien. Die Laufbahn der beiden begann 1998 im gemeinsamen Schlafzimmer. Zunächst sind ihre "Elektropop im Schlafrock"-Sounds häufig auf Modenschauen, u. a. in Paris zu hören. So kommt es auch, dass sogar Herr Karl Lagerfeld einen Silberling von "Vive La Fete" in die Finger bekommt und dem Duo so den Weg zu den Modemetropolen der ganzen Welt öffnet. Mittlerweile haben Danny und Ely ihr viertes Album namens "Grand Prix" veröffentlicht und touren damit durch die Gemeinden. Uns hat der "Schlafzimmer"-Pop in der übervollen Halle 4.2 nicht wirklich begeistern können. Eher langweilig wurde das Gesangsgut vorgetragen, und barfüssige Sängerinnen sind auch nicht immer schön anzusehen, vor allem wenn ihre Bewegungen mehr an rhytmische Sportgymnastik erinnern. Aber die Geschmäcker sind schliesslich verschieden ...

 

Auch die nächsten Künstler sollten wir in der nun absolut stickigen, verrauchten und eher spärlich beleuchteten Halle 4.2 erleben. "Sono" versuchte sich daran, den musikalischen Geschmack des Publikums zu treffen, und wie bereits auf der Tour mit "Apoptygma Berzerk" funktionierte das richtig gut! Die drei smarten Jungs aus Hamburg kamen wie immer ziemlich geschniegelt auf die eher kleine Bühne und hatten zu Beginn mit heftigen Tonproblemen zu kämpfen, was dazu führte, dass der erste Song zur Freude der Fans gleich zweimal gespielt wurde. Viele Zuhörer schienen mit "Sono", bestehen aus Lennart A. Salomon, Florian Sikorski und Martin Weiland, zunächst nichts anfangen zu können. Spätestens nachdem "Keep Control" angestimmt wurde, fiel es vielen wie Schuppen von den Ohren, dass sie eigentlich schon lange "Sono"-Fans sind. Auch wir hatten viel Spass bei dem Set. Dennoch müssen wir zu unserer Schande gestehen, nicht bis zum Ende geblieben zu sein. Zum einen war es klimatisch absolut grenzwertig in der Halle 4.2, auf der anderen Seite wollten wir das vielversprechende Mitternachst-Special in der Agra-Halle nicht verpassen.

 

Und die WGT-Organisatoren hatten sich in diesem Jahr wieder mal ein besonderes Schmankerl als Mitternachts-Special ausgedacht: "OneTwo". Das Projekt besteht aus dem "OMD"-Sänger Paul Humphreys und Claudia Brücken von "Propaganda". Das Programm versprach eine abwechslungsreiche Reise durch die verschiedenen Epochen der beiden Personen. So sollten "OMD"-Klassiker neben den grossen "Propaganda"-Hits genauso zu hören sein wie aktuelle, gemeinsame Produktionen. Eröffnet wurde der Auftritt der beiden von zwei "OneTwo"-Stücken. Anschliessend stelle Paul nochmal das Projekt vor, was bei dem offenbar teils unwissenden Publikum, doch einige Begeisterung hervorrief. Es folge das erste "OMD"-Stück namens "Messages", der erste "Propaganda"-Track war "Dr. Mabuse". Verständlicherweise kamen die Klassiker besser beim Publikum an als die neuen, gemeinsam produzierten Songs. Trotzdem entwickelte sich eine schöne Atmosphäre in der Agra-Halle und den noch Anwesenden. Im weiteren Verlauf der Show folgten noch Songs wie "Souvenir", "Forever Live And Die" und "Duel". Überaus beeindruckt waren wir von den gesanglichen Fähigkeiten von Claudia Brücken. Zwar wirkte sie zu Beginn des Konzertes noch eher schüchtern und zurückhaltend, taute jedoch im weiteren Verlauf immer weiter auf und wusste mit ihrer vokalen Bandbreite absolut zu überzeugen. Nachdem beide nach dem Verlassen der Bühne vom Publikum überschwänglich gefeiert wurden, gab es auch noch Zugaben. "P-Machinery" und "Electricity" sorgten nochmal für eine ausgelassene Stimmung, bevor dann gegen kurz vor drei Uhr Schluss war. Wie oft bei diesen Mitternachts-Specials wurde man auch diesmal wunderschön in die Vergangenheit entführt.

 
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Sonntag, 03. Juni 2006

Der nächste Tag sollte für uns brachialer beginnen. Die Berliner Band “Agonoize“ hatten seitens des Veranstalters die undankbare Aufgabe bekommen, auf der Parkbühne als Opener anzutreten. Eine mit Plastikbahnen ausgelegte Stage ließ wieder auf eine blutige Show des Trios hoffen. Um 15.15 Uhr Leipziger Ortszeit betraten dann Chris, Mike und Oli die Bühne, um es schon mit dem ersten Stück “to paradise“ richtig krachen zu lassen! Als dritten Song stellte man uns “bäng bäng goodbye“ vor, welcher auf der erst kürzlich erschienenen EP “ultraviolent six“ enthalten ist. Aber auch dieser wurde nahtlos zu den älteren Songs wie “nekropolis“ oder “deaht, murder, kill“ vom Leipziger Publikum angenommen. Ob Kunstsperma, welches Chris in die Massen spritze oder auch die Flex und diverse Blutbags, nichts sollte im Set fehlen, so hatte es die Band auf ihrer Website auch angekündigt. Aber man wollte es ja richtig krachen lassen, eine unvergessliche Show bieten, ok…. Bisher waren dies alles Elemente, die auch auf vorherigen Gigs schon präsentiert worden waren - bis zum letzten Song… Bei “sacrifice“ schnappte sich Chris ein Messer und schnitt sich symbolisch die Pulsadern auf, dass es nur so spritzte. Selbst in der Mitte des Songs ergoss sich die rote Flüssigkeit noch aus seinem Arm. Eine Wahnsinnshow, die einen bleibenden Eindruck bei einigen hinterlassen sollte! Des Weiteren ist die Resonanz des Publikums noch positiv hervorzuheben. So hatte ich es in meinen bisherigen 8 Jahren WGT noch nie erlebt, dass ein Opener dermaßen viele Leute um diese gottverdammt frühe Zeit hat zur Parkbühne ziehen können. Respekt! Die nachfolgenden Bands sollten es nicht einfach haben, dies noch zu toppen. [ hier gehts zu den Galerie I,Galerie II, ]

 
 

Wie auch die Opener dieses Tages kommt auch die nächste Band, "Lola Angst", aus Berlin. Es sollte das erste Mal sein, dass wir diese Band live erleben durften. Im Vorfeld war zu vernehmen, das Frontmann Al Goldmann erst einen Tag vor dem Gig von einer Lungenentzündung kuriert aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Wie man ja bekanntlich weiss, kommt Pech selten alleine. So wurde auch noch zwei Stunden vor dem Gig die legendäre Feuerorgel "aus Sicherheitsgründen" verboten! Obwohl bereits von Monaten vom TÜV abgenommen, durfte sie auf der Parkbühne nicht in Betrieb genommen werden. Zu gross waren die Bedenken der örtlichen Feuerwehr. Das Berliner Duo die Beschneidung ihrer Show ganz und gar nicht lustig, und so war während der ganzen Show ein "Fickt die Feuerwehr" zu hören. Hin und wieder gab es mit Aussagen wie "Fickt den Papst!" oder auch "Scheiß Bullen!" ein wenig Abwechslung. Unserer Meinung nach ist so ein Verhalten mehr als grenzwertig. Optisch wurde das Publikum mit zwei aufreizenden russischen Tänzerinnen und musikalisch mit einem gelungenen "Depeche Mode"-Cover von "Something To Do" entschädigt. Zum Abschluss gab es dann auch noch eine "And One"-Verarsche (O-Ton). Unser Fazit zu diesem Auftritt: musikalisch und optisch war der Auftritt in jedem Fall sehens- und hörenswert. Leider haben die beiden Künstler sich mit ihren Äusserungen vollkommen im Ton vergriffen, was den Auftritt einen faden Beigeschmack anhaften lässt. [ hier gehts zur Galerie ]

aaaaa01. intro präladium bach
aaaaa02. children of the dark
aaaaa03. someting to do (dm-cover)
aaaaa04. in space
aaaaa05. council of love
aaaaa06. king of the mad
aaaaa06. she's a dark dj
aaaaa07. cold hearted bitch
aaaaa08. am i dead
 
01. Intro
02. Wer ich bin
03. Deine Tränen
04. From My Hands
05. Deine Seele
06. Erinnerung
07. Gott
08. Vater
09. Teil mit mir die Einsamkeit
10. Zum Abschied
11. Engel sterben nie

Nach 2003, damals noch als Opener im Werk2 agierend, spielte die nächste Band "Cephalgy" ihren zweiten Auftritt beim WGT seit ihren Bestehen diesmal im Abendprogramm der Parkbühne. Nachdem Ronny und Christian ihre Plätze hinter den Keyboards bezogen hatten und ein einführendes Intro lief, kam dann auch Frontmann Jörg auf die Bühne, um das Set mit "wer ich bin" zu eröffnen. Für den Gig in Leipzig hatte man sich seitens der Band diesmal etwas Besonders einfallen lassen, indem man Stella, welche sonst das Keyboard bedient, hinter einer Schattenwand hat tanzen lassen. Zu "From My Hands" zeriss sie dann lasziv das Papier, um sich erotisch hinter einem Gitter zu räkeln. Natürlich durften im Leipziger Set die Stücke "Erinnerung" oder "Vater" keinesfalls fehlen. Immer wieder forderte Jörg das Publikum zum Mitklatschen auf, das seinen Wunsch spätestens beim letzten Lied "Engel sterben nie" gern erfüllte. Leider gab es auch diesmal keine Zugabe, obwohl man dazu Zeit genug gehabt hätte, schliesslich musste der im Anschluss an "Cephalgy" geplante Auftritt von "Decoded Feeback" aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt werden. [ hier gehts zur Galerie ]

 

Der Headliner auf der Parkbühne war genau wie vor 3 Jahren an dieser Stelle "Oomph!", nur sollte es diesmal nicht so sehr regnen wie damals. Ein gut gelaunter und wie immer in den letzten Jahre weiss gekleideter Dero betrat mit den Worten "... wer hat denn hier auf die Bühne onaniert... " (gemeint war die "Sauerei", die "Agonoize" mit ihrer Show hinterlassen hatten) die Stage und auch der in schwarze Kutten gekleidete Rest der Band legte mit "träumst du" voll los. Überhaupt schien der Gig ganz im Sinne des neuen Album "Glaube, Liebe, Tod" zu stehen. Bei "keine Luft mehr" konnte es sich Dero natürlich nicht verkneifen, das übliche Bad in der Menge zu nehmen und so seinen Fans ganz nah zu sein! Eine Geste, die man "Oomph!" sehr hoch anrechnen muss, bei dem ganzen Erfolg die letzten Jahre, kein bisschen abgehoben und immer auf dem Teppich geblieben zu sein. Dies liessen die "Gothics" auf einer restlos vollen Parkbühne aber auch die Band spüren und waren vom ersten Song an hellauf begeistert. Egal ob "Sex hat keine Macht", "Gekreuzigt" oder "Augen auf" durchweg herrschte eine Top Stimmung wie wir sie selten bei diesem WGT erlebt habe. Natürlich konnten als Zugaben die Titel "Gott ist ein Popstar" und "Mensch sein" nicht fehlen. Ganz zum Schluss gab es dann noch ein besonderes Leckerli für alle, denn Dero gab "Mein Herz" a-capela zum besten. Alles in allem ein wundervoller Abschluss eines sehr sehr schönen Tages auf der Parkbühne. [ hier gehts zur Galerie I, Galerie II, Galerie III]

 
01. Träumst Du
02. Unsere Rettung
03. Keine Luft mehr
04. Du willst es doch auch
05. Fieber
06. Wenn Du weinst
07. Die Schlinge/Lied vom Tod
08. Sex hat keine Macht
09. Mitten ins Herz
10. Das letzte Streichholz
11. Mein Schatz
12. Gekreuzigt
13. Niemand
14. Augen auf
a. Gott ist ein Popstar
b. Mensch sein
c. Mein Herz (a-ccapella)

 

Leider mussten wir an diesen Abend spontan noch abreißen und können euch vom abschließenden WGT Montag leider keine Berichterstattung mehr bieten. Dies tut uns sehr Leid und wir hoffen das im kommenden Jahr nachholen zu können.

XP8aa [ hier gehts zur Galerie ]
Metallspürhundeaa [ hier gehts zur Galerie ]
Deine Lakaienaa [ hier gehts zur Galerie ]

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Berichterstattung: Claudia Schöne [ Bilder ]
Berichterstattung: Dietmar Vander [ Text ]
Berichterstattung: Sandro Griesbach [ Bilder, Text ]